Kerstins Bücherreich

„Der Bücherwurm liest sogar die Bücher, die er rezensiert.“ Gabriel Laub (1928-98)

Category: Science Fiction

 

Autor:

Veronica Roth
Verlag: cbt
ISBN-10: 3570164985
Gebundene Ausgabe 604 Seiten
Persönliche
Wertung:

 

 

Düsterer Kampf ums Überleben in ferner Galaxie

Zum Inhalt:

Der Hohe Rat der Neun regiert über die neun Planeten einer fernen Galaxie. Dabei wird der Eisplanet Thuvhe von zwei Völkern bewohnt. Den friedliebenden Thuvhesi und den stets gewaltbereiten Shotet. Ausgewählte Menschen verfügen über besondere Lebensgaben, die ihr Schicksal bestimmen. Dieses Schicksal, auch durch verschiedene Orakel vorhergesagt, scheint unabänderbar. Dies will der tyrannische Herrscher von Shotet, Ryzek, jedoch nicht wahrhaben. Indem er die Brüder der Familie Kereseth, die Thuvhesi Akos und Eijeh, entführen und ihren Vater töten lässt, will er mithilfe ihrer Lebensgaben sein Schicksal beeinflussen.

In der Gefangenschaft trifft Akos schließlich auf Cyra, die Schwester von Ryzek. Diese hat die schreckliche Lebensgabe, ständig unter Schmerzen zu leiden und diese auch auf andere übertragen zu können. Dadurch wurde sie zum Mittel der Folter für ihren gewaltbereiten Bruder. Akos kann mit seiner Gabe ihre Schmerzen lindern und die beiden kommen sich näher. Vorrangig ist Akos jedoch daran interessiert, gemeinsam mit seinem Bruder in die Heimat zurückzukehren. Dabei wird entscheidend sein, ob er in Cyra eine Verbündete oder Gegnerin findet.

Meine Meinung:

Ich muss zugeben, ich habe für den neuen Roman von Veronica Roth wieder überdurchschnittlich lang gebraucht, was trotz Zeitmangel ein Zeichen dafür ist, dass er mich nicht unbedingt durchgehend zu fesseln wusste. Zuerst einmal liegt das wohl an dem extrem komplexen Weltenmodell, das die Autorin hier geschaffen hat. Bis hin zu Maßeinheiten wimmelt es quasi von fremdartigen, teilweise schwer über die Lippen gehenden Begriffen, die auch nicht alle im anhängenden Glossar erklärt werden. Da muss man als Leser erst mal seinen Platz finden, sich quasi eingewöhnen.

An kreativen Ideen fehlt es dabei nicht und die Ausgangsstory ist durchaus interessant. Da es sich im Buch überwiegend um Schmerz und Kampf dreht, liegt über dem Ganzen eine etwas düstere Grundstimmung. Die Charaktere sind bis zu den Nebenfiguren großartig ausgearbeitet. Beide Hauptfiguren konnten mein Herz gewinnen, wobei Cyra als Ich-Erzählerin einem noch etwas näher kommt. Sie ist es auch, die die größte Entwicklung durchmacht. Zwar ist sie von Beginn an mutig und trägt ihr schreckliches Schicksal nahezu klaglos, jedoch erst durch Akos ist sie in der Lage, dagegen zu rebellieren. Auch dieser wächst mit der Zeit über sich hinaus und versucht das Beste aus seiner Lage zu machen. Die Annäherung der beiden geht ganz zaghaft, fast schleichend vonstatten, was ich sehr schön fand. Hier hat die Autorin genau das richtige Maß gefunden.

Was Schmerz, Folter und Opfer angeht, darf man nicht zimperlich sein, hier wird aus den Vollen geschöpft. Ein wenig hat mir gefehlt, dass man vom titelgebenden Rat der Neun so gut wie gar nichts erfährt. Zwischenzeitlich hätte auch ein wenig Straffung dem Buch sicher ganz gut getan, es passiert nicht wirklich viel in der ersten Hälfte, aber auf den letzten 200 Seiten nimmt die Handlung dann Fahrt auf und es geht quasi Schlag auf Schlag. Hier zündet die Autorin zum Schluss auch noch zwei Informationsbomben, die es wahrlich in sich haben. So weckt sie natürlich extrem die Neugier auf die Fortsetzung des Zweitteilers und es bleibt zu hoffen, dass da noch einiges auf den Leser zukommt.

Wenn auch in einer fernen Galaxie spielend, so ist „Rat der Neun – Gezeichnet“ doch eher ein Fantasy-Epos denn Science Fiction. Ehre, Loyalität, Familiensinn, Machtstreben, Rebellion und ein klein wenig Liebe sind die Hauptthemen. Leser von Dystopien oder auch epischen Fantasy-Romanen, die vor dem komplexen Weltenbild nicht zurückschrecken, werden an Cyras und Akos‘ Geschichte sicher Gefallen finden.

Ich danke dem cbt-Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares.

Kerstin at Sonntag, Februar 19th, 2017 | Filed under: All Age/Jugend,Fantasy/Paranormal,Roth, Veronica,Science Fiction | RSS 2.0 | TB | No Comments

 

Autor:

Laura Newman
Verlag: Selfpublishing
ASIN: B00JAMKDW4
E-Book: 255 Seiten
Persönliche
Wertung:
Serienzuge-hörigkeit: Band 1 der “Nachtsonne-Chroniken”

 

Vielversprechender Auftakt der Nachtsonne-Chroniken

Inhalt:

Mit circa fünftausend anderen Menschen lebt die 17jährige Nova in einem sogenannten HUB, knapp 200 Meter unter der Erde. Die Sonne ist zur Bedrohung für die Erde geworden, ein Leben auf der Erdoberfläche nicht mehr möglich. Ein zufällig aufgeschnapptes Gerücht ändert alles. Sollten sie nicht die letzten Überlebenden sein, gibt es weitere HUBs? Das Wissen wird zur Gefahr und es bleibt Nova und ihren Freunden Jacob, Nume und Marzellus nur die Flucht – hinaus ins Feuerland. Unvorstellbares erwartet sie und neben einer abenteuerlichen Zeit erwartet Nova auch Joaquim, der ihre Gefühle ordentlich durcheinanderbringt.

Meine Meinung:

Ich bin unheimlich froh, durch ein Hangout mit Annika Bühnemann die Autorin Laura Newman kennengelernt zu haben und damit auch ihre Bücher. Denn obwohl ich ein großer Fan von Dystopien bin, schon lange, bevor sie en masse auf den Markt kamen, war sie mir bisher kein Begriff. Im Ergebnis musste ich mir sofort den ersten Band der Nachtsonne-Chroniken besorgen und meine Erwartungen wurden noch übertroffen.

Die Ausgangssituation erinnerte mich ein wenig an „Silo“ von Hugh Howey, wobei ich dort bisher nur die ersten zwei E-Books des gesplitteten ersten Bandes gelesen habe. Unheimlich schnell fand ich mich jedoch in dieser ganz eigenen Geschichte wieder. Die Autorin gelingt es, ohne langes Larifari direkt Spannung aufzubauen, was ich stets sehr begrüße. Diese Spannung bleibt auch das gesamte Buch über auf hohem Niveau, zwischendurch lässt sie den Leser kaum zu Atem kommen aufgrund unerwarteter und schneller Wendungen.

Zwar wird aus Sicht von Nova erzählt, aber auch die Nebenfiguren bekommen durch ihre individuellen Hintergrundgeschichten Format. Ein paar wenige Ungereimtheiten entstanden für mich bei Gefühlen und Empfindungen von Nova, die sie so eigentlich nicht haben dürfte, wenn sie ihr ganzes bisheriges Leben abgeschottet unter der Erde leben musste. Dafür mochte ich die wirklich süße Liebesgeschichte. Da knistert es im wahrsten Sinne des Wortes und es bleibt trotzdem im Rahmen.

Mir gefiel, dass das Szenario mit der sterbenden Sonne durchaus seine Glaubwürdigkeit hat. Andere Sachen, die an X-Men erinnern, worauf ich aber hier vorerst nicht näher eingehen möchte, bedürfen noch einer Erklärung. Ja, es bleiben natürlich einige Fragen offen, aber es ist ja auch der Auftakt einer Trilogie und dies somit ganz normal. Undenkbar, für mich jedenfalls, nun nicht wissen zu wollen, wie es weitergeht.

Eine einfache, flüssige Sprache, die gut zu den Protagonisten passt, die überwiegend im Teenageralter sind, der glaubwürdige dystopische Weltenaufbau sowie die mitreißende Spannung, die einen nicht mehr loslässt, machen das Buch für mich zu einem absoluten Pageturner.

Kerstin at Dienstag, März 24th, 2015 | Filed under: Abenteuer,All Age/Jugend,Fantasy/Paranormal,Newman, Laura,Science Fiction | RSS 2.0 | TB | No Comments

 

Autor:

Teri Terry
Verlag: Coppenrath Verlag
ISBN-10: 3649611848
Gebundene Ausgabe 399 Seiten
Persönliche
Wertung:
,5

 

 

Wer willst du sein, wenn du dich entscheiden kannst?

Inhalt:

Als sich die 16jährige Kyla bei einem Überfall durch Wayne Best ihrer Haut erwehrt, setzt plötzlich ihr Erinnerungsvermögen wieder ein. Eigentlich hätte ihr Levo sie außer Gefecht setzen müssen, doch dieses funktioniert plötzlich nicht mehr. Ihre drängenden Fragen werden immer mehr und nur ihr Lehrer Hatten, zu dem sie sich seltsamerweise hingezogen fühlt, scheint die Antworten zu kennen. Und da ist auch noch Ben, den sie nicht vergessen kann und an dessen Tod sie nicht glaubt. Wem kann sie noch trauen? Ihrer Mutter, der Ärztin Dr. Lysander oder vielleicht ihrem neuen Nachbarn Cam?

Meine Meinung:

Nach „Gelöscht“ legt die Autorin Teri Terry nun mit „Zersplittert“ den zweiten Teil ihrer dystopischen Trilogie vor, die etwa Mitte des 21. Jahrhunderts in London und Umgebung spielt. Die Handlung wird unmittelbar fortgesetzt und der Leser ist nach wie vor hautnah dran an der Ich-Erzählerin Kyla. Ihre Verwirrtheit überträgt sich somit regelrecht.

Kyla erfährt mehr und mehr von ihrer Vergangenheit, doch mit jeder Antwort, die sie erhält, kommen neue Fragen auf. Sie wird zum Spielball der Mächte und sowohl von den Terroristen also auch den gegnerischen Lordern unter Druck gesetzt. Doch Kyla ist erwachsener geworden und findet mit viel Mut ihren eigenen Weg.

Das Buch ist durchweg spannend geschrieben und es gibt einige Actionszenen mehr, die das Blut hochkochen lassen, als im ersten Teil. Dafür bleibt natürlich die Liebe aufgrund der Abwesenheit von Ben auf der Strecke. Aber immerhin, er lebt. So steht einem Happy End der beiden im dritten Teil zwar noch einiges im Weg, doch ich bin sehr gespannt, wie sich die letzten Geheimnisse auflösen. Daher wird die Wartezeit bis zum abschließenden Band sicher schwerfallen.

Kerstin at Dienstag, Februar 25th, 2014 | Filed under: All Age/Jugend,Science Fiction,Terry, Teri | RSS 2.0 | TB | No Comments

 

Autor:

Teri Terry
Verlag: Coppenrath Verlag
ISBN-10: 364961183X
ASIN: B00D30ZVB2
Gebundene Ausgabe/E-Book 431 Seiten
Persönliche
Wertung:
,5

 

Wer bist du ohne Erinnerungen?

Inhalt:

Die 16-jährige Kyla wurde geslated, das heißt ihrer gesamten Erinnerungen beraubt. Bei einer neuen Familie beginnt sie ein komplett neues Leben. Ein Gerät an ihrem Arm namens Levo hält ihre Gefühle unter Kontrolle. Die diktatorische Regierung will so gewaltbereite Jugendliche in Schach halten und nach ihren Vorstellungen führen.

Doch Kyla ist anders. Ihr Levo reagiert nur in Teilen, wie es sollte. Sie darf sich jedoch nichts anmerken lassen, sonst ist ihre letzte Chance vertan. Doch gehörte sie wirklich zu den Terroristen? Warum erscheint sie dann auf einer Web-Seite für vermisste Kinder. Und wem kann sie wirklich trauen? Ihren neuen Eltern, Ben, auch ein Slater, in den sie sich verliebt hat, oder ihrer Ärztin? Die wichtigste Frage wird für Kyla: Wer war sie in ihrem früheren Leben?

Meine Meinung:

„Gelöscht“ ist der Auftakt einer dystopischen Trilogie, die etwa Mitte des 21. Jahrhunderts in London und Umgebung spielt. Allein schon die Grundidee, dass Jugendliche durch einen Eingriff am Gehirn ihrer Erinnerungen und damit ihres bisherigen Lebens beraubt werden, ist äußerst beängstigend. Vom totalitären Regime, das jeden Widerstand unterdrückt, leben die Menschen so ständig in Angst vor Überwachung. Wer nicht den Regeln folgt, verschwindet spurlos.

Man kommt trotz der anfangs ungewohnten Begriffe schnell in die Handlung hinein und kann hautnah Kylas Entwicklung zur Selbstbestimmung miterleben. Es bleiben viele Fragen offen, aber das ist bei einem ersten Band natürlich nichts Ungewöhnliches. Die Liebesgeschichte zwischen Kyla und Ben bleibt ein wenig blass, da schlecht nachvollziehbar ist, woher die gegenseitigen Gefühle füreinander plötzlich kommen.

Besonders interessant ist, dass bis zum Schluss unklar bleibt, wer Freund und wer Feind ist. Mal hat man den Eindruck, dieser oder jener steht auf Kylas Seite, dann kommen wieder Zweifel. Das Buch bietet spannende Unterhaltung und macht Lust auf die Fortsetzung.

Wer sich für düstere Zukunftsszenarien a la Panem interessiert, wird auch an diesem Buch Gefallen finden. Ein halbes Pünktchen gebe ich hier noch Abzug, da ich noch nicht restlos überzeugt war, freue mich aber, nun direkt zeitnah die Fortsetzung lesen zu können.

Kerstin at Freitag, Januar 24th, 2014 | Filed under: All Age/Jugend,Science Fiction,Terry, Teri | RSS 2.0 | TB | No Comments

 

Autor:

Lissa Price
Verlag: IVI Verlag
ISBN-10:

3492702643

Gebundene Ausgabe 352 Seiten
Persönliche
Wertung:

 

Gelungener Abschluss der Dilogie mit kleinen Abstrichen

Inhalt:

Im ersten Band gelang es der 16-jährigen Callie der Body Bank, einer Firma die greisen Menschen, sogenannten Enders, die Körper von Jugendlichen vermietete, das Handwerk zu legen. Doch damit ist die Gefahr nicht vorbei. Über den Chip, den sie noch immer im Kopf trägt, nimmt der geheimnisvolle Old Man, der entkommen konnte, Kontakt zu ihr auf. Er erpresst sie mit dem Leben weiterer Starters und vor allem dem ihres kleinen Bruders, sich ihm zu stellen. Doch Callie will den Kampf nicht aufgeben, nur die endgültige Vernichtung des Old Man ermöglicht ihr eine Rückkehr in die Normalität. Wer wirklich hinter Old Man steckt, hätte sie nie zu träumen gewagt.

Meine Meinung:

„Enders“ ist die Fortsetzung von „Starters“ und gleichzeitig der Abschluss der Dilogie. Da bei mir eine etwas größere Zeitspanne zwischen beiden Büchern lag, fiel mir der Einstieg etwas schwer, der zwar unmittelbar das Geschehen fortsetzt, jedoch nur sehr wenig auf die bisherigen Ereignisse eingeht. So verwirren auch die vielen Namen mehr, als dass sie für Klarheit sorgen.

Es geht wieder sehr temporeich zu, sodass Langeweile zwischendurch wirklich nicht aufkommen kann. Vor allem punktet die Autorin mit einer völlig unerwarteten Wendung. Die kleine sich anbahnende Liebesgeschichte zwischen Callie und ihrem neuen Mitstreiter Hyden, den Sohn des Old Man, war richtig süß und wurde vor allem nicht überzogen. Eine Dreiecksgeschichte mit dem sich ständig in Callies Begleitung befindlichen Michael gibt es zum Glück nicht.

Durch die Ich-Erzählperspektive von Callie ist der Leser ihr am nächsten. Ihr Mut und ihre Opferbereitschaft sind auch zu bewundern, ein wenig mehr Verzweiflung, Unsicherheit, überhaupt Gefühle, hätten der Figur jedoch gutgetan.

Zwar hat mir der erste Teil einen Tick besser gefallen, was wohl vor allem auch an der ungewöhnlichen Grundidee lag, jedoch bringt „Enders“ die Geschichte zu einem durchaus zufriedenstellenden Ende und kann somit Dystopie-Anhängern empfohlen werden.

Kerstin at Montag, September 23rd, 2013 | Filed under: All Age/Jugend,Price, Lissa,Science Fiction | RSS 2.0 | TB | 1 Comment

 

Autor:

Katie Kacvinsky
Verlag: Bastei Lübbe (Boje)
ISBN-10: 3414823381
Gebundene Ausgabe 384 Seiten
Persönliche
Wertung:
,5
Serienzuge-hörigkeit: 2. Teil der Maddie-Trilogie

 

Gelungene Fortsetzung eines erschreckend realen Zukunftsszenarios

Zum Inhalt:

Madeline Freeman lebt inzwischen bei ihrem Bruder in Los Angeles. Die Idee ihrer Freunde, einen Club aufzusuchen, nimmt sie freudig auf. Als sich jedoch herausstellt, das auch dort alles nur digital abläuft, kommt die kleine Rebellin in Maddie zum Vorschein und sie boykottiert die Veranstaltung. Überraschungsgast ist ihre große Liebe Justin, den die Sehnsucht zu ihr veranlasst, sich auf eine ernsthafte Beziehung mit Maddie einzulassen.

Das Glück dauert nur kurz an, denn Maddies Bruder lässt sie in ein Umerziehungscenter einweisen, was er für den besten Weg hält. Dort sind Hirnwäsche und Einzelhaft Standard und der Willen der Insassen wird in kürzester Zeit gebrochen. Maddie steht eine unglaublich harte Zeit bevor und nur durch die Hilfe des Pflegers Gabe, der den Kontakt zu ihren Freunden herstellt, findet sie die nötige Kraft. Wird es ihr gelingen von innen heraus dem System einen entscheidenden Schlag zu versetzen und kann sie etwa doch auf die Unterstützung ihres Vaters, dem Erfinder der Digital School, zählen?

Meine Meinung:

Mit dem ersten Band der Trilogie über die vernetzte Welt im Jahr 2060, in der alle Kinder zur Digital School „gehen“ und überhaupt kaum jemals außerhalb der eigenen vier Wände agieren, hat mich Katie Kacvinsky noch nicht so ganz überzeugen können. Das ist ihr mit diesem zweiten Band wesentlich besser gelungen. Es empfiehlt sich, den Vorgänger unbedingt gelesen zu haben, denn die Autorin setzt ohne nähere Erklärungen dessen Geschehen fort. Wenn die Lektüre schon etwas länger her ist, fällt die Personenzuordnung nicht ganz leicht, vor allem in Maddies und Justins Freundeskreis, aber die Hauptfiguren sind sehr schnell wieder präsent.

Durch die erneute Ich-Perspektive liegt natürlich auch hier der Fokus fast ausschließlich auf Maddie und da diese schon kurz nach Beginn zwangseingewiesen wird, spielt deshalb ein Großteil des Buches im Umerziehungscenter. Die dort angewandten Methoden werden so plastisch beschrieben, dass sie gehörig unter die Haut gehen. Man leidet extrem mit dem jungen Mädchen, welches sich jedoch zu einem immer stärkeren und selbstbewussteren jungen Menschen entwickelt, der für seine Überzeugung mit allen Mitteln kämpft.

Die junge Liebe zu Justin blüht trotz aller Widerstände auf und es gibt einige sehr süße und romantische Szenen mit den beiden. Der abenteuerliche Ausbruch aus dem Center und die damit verbundene Gefahr lässt den Puls ordentlich in die Höhe schnellen. Besonders hervorheben möchte ich die Nebenfigur des Gabe, der einfach unglaublich sympathisch rüberkommt und mit seiner Abneigung gegen Technik so richtig erfrischend ist.

„Maddie – Der Widerstand geht weiter“ ist eine rundum gelungene Dystopie, in der der spannende Kampf gegen ein überholtes System fortgesetzt wird, aber auch eine romantische Liebesgeschichte für Höhepunkte sorgt. Es gibt nur ein paar klitzekleine Abstriche zu machen, weswegen ich 4,5 von 5 Sternen vergebe.

Kerstin at Sonntag, März 17th, 2013 | Filed under: All Age/Jugend,Kacvinsky, Katie,Science Fiction | RSS 2.0 | TB | No Comments

 

Autor:

Hugh Howey
Verlag: Piper
ASIN:

B00ADL5GUU

E-Book

ca. 80 Seiten

Persönliche
Wertung:

 

Langer Abstieg – interessanter Einblick ins Siloleben

Inhalt:

In der feindlichen Außenatmosphäre des Silos fand Sheriff Holston neben seiner Frau den Tod. An der Bürgermeisterin, Marie Jahns, ist es nun, den Sheriff-Posten neu zu besetzen. Eine aussichtsreiche Kandidatin findet sich in der jungen Juliette Nichols. Diese ist allerdings Mechanikerin und arbeitet in den untersten Ebenen des Silos. Gemeinsam mit Deputy Marnes macht sich Jahns an den beschwerlichen Abstieg über mehr als 140 Etagen. Dabei muss sie feststellen, dass sie vom wirklichen Leben im Silo in ihrer Position kaum eine Ahnung hatte und dass ihre Entscheidung für Juliette auf unerwarteten Widerstand stößt. Ihr Begleiter entpuppt sich in mehr als nur einer Hinsicht als große Stütze.

Meine Meinung:

Nach dem eher hektisch anmutenden, aber auch sehr kurzen ersten Teil von Hugh Howeys Zukunftsvision, geht es im vorliegenden zweiten Band etwas gemäßigter zu. Außer dem langen Ab- und Wiederaufstieg passiert nicht wirklich viel, was sich natürlich weit weniger spannend liest, als gerade das Ende von Band 1.

Uninteressant ist dieser zweite Abschnitt aber deswegen keinesfalls. Man bekommt als Leser einen weitaus besseren Überblick, wie das Leben im Silo so abläuft. Von der IT-Abteilung, über die Säuglingsstation, die Nahrungsherstellung bis hin zur Mechanik, dem Herzstück, welches für die Energieversorgung zuständig ist, und auf der untersten Ebene, tief unter der Erde liegt.

Der Abstieg vermittelt viel Gesellschaftskritik, wenn die Bürgermeisterin zum Beispiel feststellen muss, wie wenig sie eigentlich von den vielen kleinen Rädchen weiß, die das komplette System am Laufen halten. Auch auf zwischenmenschlicher Ebene passiert einiges und so kommen auch die Gefühle nicht zu kurz. Juliette ist eine taffe und aufrichtige Person, die sich ganz sicher nicht die Butter vom Brot wird nehmen lassen. Auf ihren Einsatz als Sheriff freue ich mich bereits jetzt, vor allem, weil sie gewissen Herrschaften, speziell aus der IT-Abteilung, die ja bereits im ersten Band ein Geheimnis vermuten ließ, so gar nicht schmeckt.

Demnach ist der Plan wohl aufgegangen und ich bin inzwischen von der Story so weit angefixt, dass ich mir auch die nächsten Teile noch anschaffen werde. Vielleicht warte ich damit aber bis zum Erscheinen des letzten, um dann alles in einem Stück lesen zu können.

Über Blogg dein Buch wurde mir dieses Buch als Rezensionsexemplar vom Piper Verlag zur Verfügung gestellt. Bestellt werden kann das ganze Buch (dann ab 12. März) oder auch die einzelnen Teile über diesen Link.

Kerstin at Sonntag, Februar 17th, 2013 | Filed under: Howey, Hugh,Science Fiction | RSS 2.0 | TB | No Comments

 

Autor:

Julia S. Heinrich
Verlag: Bookshouse
ISBN-10:
ASIN:

9963722679
B00AV5EKSC

TB/E-Book 304 Seiten
Persönliche
Wertung:

 

Auf welcher Seite stehst du?

Inhalt:

In einer nicht ganz so weit entfernten Zukunft hat die 15-jährige Joline mit den üblichen Problemen eines Teenagers zu kämpfen. Die Schule macht nicht wirklich viel Spaß, dafür um so mehr die Unternehmungen mit der besten Freundin Sina. Das Wichtigste ist es, an die neueste Technik zu kommen, wofür sie es schon mal auf eine Konfrontation mit den Eltern ankommen lässt, die so in ihren Jobs aufgehen, dass sie ohnehin wenig Zeit für sie haben.

Als Sina sich verliebt, nimmt sie Joline mit zu einem Jugendclub, wo ihr Schwarm ein und aus geht, und der sich letztlich als Basis der Militanten entpuppt, einer Gruppierung, die sich die Vernichtung von reproduzierten Tieren zum Ziel gemacht hat. Joline glaubt den Einflüsterungen des charismatischen Anführers Zerberus, ist allerdings in einem Gewissenskonflikt, weil ihr Vater genau in jenem Gentechnik-Unternehmen arbeitet, das für die Reproduktion verschiedenster Tiere verantwortlich ist. Als eines Tages das Wildpferd Eo vor ihr steht, muss sie eine Entscheidung treffen.

Meine Meinung:

Der Debütroman von Julia S. Heinrich und erster Teil der GenTec Genesis-Reihe findet sein Zielpublikum am ehesten beim jugendlichen Leser im Teenageralter, kann aber durchaus auch der älteren Generation Spaß bereiten. Ein äußerst flüssiger Schreibstil, der die Sprache der Jugend perfekt wiedergibt, lässt die Seiten nur so dahinfliegen. Allerdings dauert es für meinen Geschmack ein wenig zu lange, bis mal wirklich etwas passiert. Und als es dann so richtig interessant und spannend wird, ist das Buch leider schon zu Ende. Natürlich ist der Leser jetzt erst richtig gespannt auf die Fortsetzung.

Joline ist ihrem Alter entsprechend noch ein wenig uneins mit sich und so ganz kann ich ihre Entscheidung sich sofort den Militanten anzuschließen, nicht nachvollziehen. Aber die Zweifel folgen auf dem Fuße und ihre Entwicklung bleibt interessant. Besonders toll fand ich, dass es kein Schwarz oder Weiß gibt, jede Partei hat gute Argumente und der Leser fühlt sich so selbst gezwungen, genauer darüber nachzudenken, und am Ende Position zu beziehen.

Das Feld der Genetik wird nicht übermäßig ausführlich behandelt und sollte auch für die jüngeren Leser verständlich sein. Noch viel Potential bietet die kleine Liebesgeschichte, die sich anbahnt, aber noch nicht richtig zum Tragen kommt.

„Joline“ ist ein unterhaltsamer Roman, für alle jungen und junggebliebenen Leser, denen nicht egal ist, welche Auswirkungen der Raubbau an der Natur auf unsere Zukunft hat.

Und hier noch zur Einstimmung der Trailer zum Buch:

 

Joline–GenTec Genesis
Kerstin at Sonntag, Januar 27th, 2013 | Filed under: All Age/Jugend,Heinrich, Julia S.,Science Fiction | RSS 2.0 | TB | No Comments

 

Autor:

Hugh Howey
Verlag: Piper
ASIN: B00ADL5GJG
E-Book ca. 45 Seiten
Persönliche
Wertung:
,5

 

 

Postapokalyptische Zukunftsvision – Einstieg gelungen

Inhalt:

Schon mehrere hundert Jahre leben die Menschen in einem Silo unter der Erde, geschützt vor der verseuchten Außenwelt. Sheriff Holstons Frau findet in alten Computerdateien Hinweise auf eine groß angelegte Verschwörung. Alles deutet darauf hin, dass die Erde durchaus noch bewohnbar ist. Sie verlangt das Unaussprechliche: Sie will hinaus. Holston hat keine Möglichkeit, sie zurückzuhalten und muss ihr beim Sterben zusehen. Drei Jahre später sieht auch er keinen Sinn mehr, sein Leben im Silo ohne sie zu fristen, und verlässt dessen Schutz. Was er dabei entdeckt, ist unglaublich.

Meine Meinung:

Bei diesem E-Book handelt es sich um den ersten Teil von Hugh Howeys verstörender Zukunftsvision, die er im Original sehr erfolgreich in Eigenregie veröffentlicht hat. Man kann diesen durchaus auch als Prolog betrachten, da er gerade mal 45 Seiten beinhaltet. Das Positive, das E-Book gibt es gratis, sozusagen zum Anfüttern. Eine gute Idee, wie ich finde, so kann jeder sehen, ob ihm die Story liegt, ohne dabei Geld ausgeben zu müssen.

Wen allerdings die Geschichte direkt so fesselt wie mich, dem würde ich empfehlen, ein bisschen Geduld aufzubringen, um die Story nicht häppchenweise inhalieren zu müssen. Der zweite Teil ist bereits erschienen, im Januar und Februar folgen die nächsten und am 12. März kommt schließlich der letzte und auch mit 185 Seiten umfangreichste 5. Teil heraus. Dann erscheint das E-Book aber auch im Ganzen und letzten Endes zum gleichen Preis. Wer das Buch auch im Regal haben möchte, kann sich dann natürlich auch die Hardcoverausgabe zu 19,99 Euro zulegen. Meine Entscheidung dazu steht noch aus, im Ganzen lesen möchte ich den Roman aber auf jeden Fall.

Warum das so ist? Ich habe Romane über Weltuntergangsszenarien schon als ganz junges Mädchen sehr geliebt und die momentane Dystopien-Schwemme kommt mir da gerade recht. Man identifiziert sich bei diesem ersten Teil sofort mit der Hauptfigur und fragt sich unwillkürlich, wie man selbst in so einem System zurechtkommen würde. Das Ende ist ebenso überraschend wie erschreckend und macht doch ungeheuer neugierig auf den Fortgang. Was wird wirklich den Bewohnern des Silos verschwiegen, wer weiß über was Bescheid? Ich bin fast sicher, dass es äußerst spannend weitergeht, vor Intrigen, Lügen und Manipulationen nur so wimmelt. Aber macht euch selbst ein Bild, der Versuch kostet ja nix!

Kerstin at Donnerstag, Januar 17th, 2013 | Filed under: Howey, Hugh,Science Fiction | RSS 2.0 | TB | No Comments

 

Autor:

Julie Cross
Verlag: Fischer FJB
ISBN-10: 3841422098
Gebundene Ausgabe 499 Seiten
Persönliche
Wertung:

 

 

Verloren im Zeitenstrom

Inhalt:

Als der 18-jährige Jackson Meyer entdeckt, dass er in der Zeit reisen kann, ist es für ihn und seinen physikbesessenen Freund Adam lediglich ein Spiel und sie unternehmen immer gewagtere Experimente. Tödlicher Ernst wird daraus, als seine Freundin Holly und er in ihrem Wohnheim überfallen werden und Holly ein tödlicher Schuss trifft. In seiner Panik springt Jackson und landet dieses Mal im Jahr 2007 und was noch viel schlimmer ist, es scheint kein Zurück zu geben. Er lernt die jüngere Holly kennen und verliebt sich noch mehr in sie. Sein einiges Ziel, ihr Leben zu retten und er ist bereit zu tun, was immer dafür nötig ist.

Meine Meinung:

Ich gestehe es, ich liebe Zeitreisegeschichten schon immer, weshalb mich auch der Klappentext dieses Jugendromans sofort angesprochen hat und ich gleich zugreifen musste, als das Buch in der Bibliothek vor mir lag. „Sturz in die Zeit“ ist der Debütroman von Julie Cross und Beginn ihrer „Tempest“-Trilogie.

Dass zur Abwechslung mal wieder aus der Sicht eines männlichen Protagonisten erzählt wurde, fand ich angenehm. Jackson macht auch eine schöne Charakterentwicklung vom anfangs etwas leichtsinnigen und planlosen Teenager zum ehrlich liebenden jungen Mann, der für seine Holly alles tun würde. Auch die Nebencharaktere wissen zu überzeugen.

Die Geschichte hat ein hohes Tempo und so kann Langeweile wirklich nicht aufkommen, obwohl es fast 500 Seiten sind. Gleichzeitig ist dies auch ein kleiner Kritikpunkt, manchmal geht es alles fast ein bisschen zu schnell und es wird so wild hin und her gesprungen, dass man fast den Überblick verlieren könnte. Ohne die über fast jedem neuen Kapitel befindliche Zeitangabe wäre man ziemlich aufgeschmissen.

Es fehlt im Buch auch nicht an berührenden Momenten, speziell wenn Jackson seine mit 14 verstorbene Zwillingsschwester Courtney aufsucht. Immer mehr Geheimnisse kommen zu Tage, eine große Verschwörung bahnt sich an und der eigentliche Schwerpunkt, nämlich die Rettung Hollys, gerät dabei ein wenig ins Hintertreffen. Gerade die ganzen neuen Entwicklungen und Andeutungen machen eine Fortsetzung schon sinnvoll, obwohl der Roman mit seinem Ende, was vielleicht nicht jedem gefallen mag, durchaus auch allein stehen könnte.

Insgesamt bietet der Zeitreiseroman eine interessante Mischung aus Aktion, Familiengeheimnissen, Agententätigkeit und natürlich einer bedingungslosen Liebe, die flüssig zu lesen ist und durchgängig für gute Unterhaltung sorgt.

Kerstin at Montag, Dezember 10th, 2012 | Filed under: All Age/Jugend,Cross, Julie,Science Fiction | RSS 2.0 | TB | No Comments
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