Kerstins Bücherreich

„Der Bücherwurm liest sogar die Bücher, die er rezensiert.“ Gabriel Laub (1928-98)

Category: Thriller/Krimi

 

Autor:

Arno Strobel
Verlag: Fischer TB
ISBN-10: 359629617X
Taschenbuch: 368 Seiten
Persönliche
Wertung:

 

 

Diesmal im Kopf der Opfer

Inhalt:

Max Bischoff ist nach einer Zwangspause nach seinem wohl schwersten Fall wieder zurück im Dienst im KK 11. Er und sein Partner Horst Böhmer werden mit einem Täter konfrontiert, der mit einer Fliegenmaske wahllos in Häuser einbricht, alle Bewohner bis auf einen tötet und die Botschaft hinterlässt: Erzähl es den anderen! Die Ermittlungen verlaufen zäh, denn die Opfer scheinen nichts gemein zu haben. Dann gibt es einen Anruf aus der Psychiatrie. Der verurteilte und dort einsitzende Mörder Siegfried Fissmann weiß Details zu den Morden, die nur der Täter wissen kann. Da es sonst keine Anhaltspunkte gibt, müssen sich die Kommissare auf ein Psychospiel mit dem Patienten einlassen und geraten dabei selbst an ihre emotionalen Grenzen.

Meine Meinung:

Mit „Kalte Angst“ legt Arno Strobel nun den zweiten Thriller der Max Bischoff-Trilogie vor. Da es einige Anspielungen auf das erlebte Trauma der Hauptfigur in Band 1 (Tiefe Narbe) gibt, ist es für ein besseres Verständnis sinnvoll, mit diesem Roman zu beginnen. Zudem ist da die romanübergreifende Geschichte um Bischoffs an den Rollstuhl gefesselte Schwester, die im Gesamtbild ebenfalls schlüssiger wird und wohl in Band 3 auf ein spannendes Finale zusteuert.

Der Roman ist wie alle Strobels durchgängig flüssig zu lesen und hält auch ein gutes Spannungslevel, das lediglich im Mittelteil ein wenig abfällt. Durch die langwierigen Ermittlungen, die auch noch selten von Erfolg gekrönt sind, hat man es eben doch mehr mit einem Krimi als einem Thriller zu tun. Die atemberaubende Spannung und schnellen Wendungen, die ich aus anderen Thrillern des Autors kenne, haben mir ein wenig gefehlt.

Der Blutdruck schießt jeweils in die Höhe, wenn in die Perspektive des Täters bzw. in diesem Fall eher in die des überlebenden Opfers gewechselt wird. Hier wird nicht zimperlich zur Sache gegangen und das Grauen überträgt sich sehr gut auf den Leser. Mir waren es der Leichen fast ein wenig zu viel und die Ermittlungsweise der Beamten zu gradlinig. Wenn sie sich schon auf Fissmann mit seinem Täterwissen einlassen, hätten sie ihn auch besser durchleuchten können.

So bildete die Auflösung aber trotz allem eine Überraschung und hatte so wohl kaum vorhergesehen werden können. Insgesamt ergab sich ein rundes, wenn auch verstörendes Bild. Der Cliffhanger am Ende ist mehr als gemein und macht es nicht unbedingt einfach, nun ein Jahr auf Band 3 warten zu müssen.

Kerstin at Dienstag, Februar 20th, 2018 | Filed under: Strobel, Arno,Thriller/Krimi | RSS 2.0 | TB | No Comments

 

Autor:

Arno Strobel
Verlag: Fischer TB
ISBN-10: 3596296161
Taschenbuch: 364 Seiten
Persönliche
Wertung:

 

 

Arno Strobel in Serie – gelungenes Experiment

Inhalt:

Max Bischoff ist neu bei der Düsseldorfer Mordkommission. Sein Faible für moderne Ermittlungsmethoden wird von seinem Partner Horst Böhmer größtenteils belächelt, was ständig zu kleinen Sticheleien führt. Im Großen und Ganzen ergänzen sich beide jedoch gut, was bei ihrem ersten großen Fall auch nötig ist.

Ein stadtbekannter Journalist taucht blutüberströmt auf dem Polizeirevier auf. Das Blut gehört zu einer seit 2 Jahren vermissten Schauspielerin, von der nach wie vor jede Spur fehlt. Statt der Lösung des Falls näher zu kommen, wird er immer rätselhafter und eine wie Müll entsorgte Frauenleiche macht es nicht einfacher. Im Umkreis der Ermittlungen begegnet Max die große Liebe, deren Verschwinden ihn an seine emotionale Grenze bringt.

Meine Meinung:

Ich bin seit Jahren ein großer Fan von Arno Strobel, wobei mir das eine Buch mehr, das andere weniger gefallen hat. Dennoch verpasse ich keine Veröffentlichung, auch wenn es diesmal recht lange gedauert hat, mir den Auftakt seiner Thriller-Trilogie um Max Bischoff vorzunehmen, da Band 2 bereits erhältlich ist, den ich direkt im Anschluss lesen werde.

Mir hat „Tiefe Narbe“ eigentlich recht gut gefallen. Diesmal rückt Arno Strobel die Polizeiarbeit eindeutig in den Vordergrund. Die beiden Ermittler sind mit ihren unterschiedlichen Ansätzen nun keineswegs Neuerfindungen, aber durchaus sympathisch, wobei Max, aus dessen Sicht erzählt wird, dem Leser eindeutig näher kommt. Auch sein privates Umfeld inkl. der im Rollstuhl sitzenden Schwester fand ich gut gezeichnet, von der sicher noch viel in den Folgebänden zu lesen sein wird.

Die kursiv hervorgehobenen Passagen, die quasi „im Kopf des Mörders“ stattfinden, sind detailliert beschrieben, grausam und verstörend, aber gerade das mag ich.

Der Versuch, falsche Spuren zu legen, wirkt ein wenig bemüht, aber zumindest bei mir hat es funktioniert und ich wusste lange nicht so recht, wo der Hase nun langläuft. Die Ermittler schießen sich etwas zu extrem auf einen Verdächtigen ein, die so oft erwähnten modernen Ermittlungsmethoden finden eigentlich keine Anwendung und letztes Endes bringt ein Zufall Max auf die richtige Spur. Die eingebaute Liebesgeschichte hinterlässt einen etwas bitteren Nachgeschmack, verwandelt sie doch den mit über dreißig durchaus erwachsenen Max in einen fast sabbernden Teenager, der alles um sich herum vergisst, jegliche Regeln ignoriert und bereits nach wenigen Tagen von der großen Liebe träumt. Das war dann selbst mir ein wenig zu viel des Guten. Das Ende war dann doch ein wenig überraschend, bietet aber die richtige Ausgangsbasis für die Folgebände um Max Bischoff.

Ich werde die Reihe auf jeden Fall weiterverfolgen und denke, dass die meisten Strobel-Fans dem etwas anderen Stil des Autors etwas abgewinnen dürften.

Kerstin at Sonntag, Februar 11th, 2018 | Filed under: Strobel, Arno,Thriller/Krimi | RSS 2.0 | TB | No Comments

 

Autor:

Martin Krist
Verlag: Selfpublishing
ASIN: B076M7ZQK8
E-Book: 326 Seiten
Persönliche
Wertung:
Serie:

Der erste Fall für Kommissar Henry Frei

 

Neue Thrillerreihe – grandioser Einstieg

Inhalt:

Der pedantische Kriminalkommissar Henry Frei bekommt es erst mit einem erschlagenen Hund, dann mit einem brutal ermordeten Teenager zu tun. Bei diesem der Rucksack der vermissten Jacqueline Pirnatt. Deren alleinstehende Mutter ist völlig überfordert mit ihren beiden anderen Kindern und keine große Hilfe bei der Ermittlung. Hat ihr Ex-Mann etwas damit zu tun, bildet sie sich ihren Stalker nur ein und lebt Jacquie überhaupt noch? Ein gnadenloser Wettlauf gegen die Zeit beginnt.

Meine Meinung:

Ich habe bisher fast alle Romane von Martin Krist gelesen. Mit dem Start der neuen Reihe um Kommissar Henry Frei hat er bei mir definitiv einen Volltreffer gelandet. Diese Figur entspricht nicht dem typischen Klischee des verlassenen Polizeibeamten, dennoch hat er einige Macken und Ticks, die ihn absolut sympathisch wirken lassen. Auch seine Partnerin Albers hat ihr Päckchen zu tragen, kommt dabei aber nicht minder authentisch rüber.

Wie gewohnt gibt es mehrere Erzählebenen, jedoch nicht so viele wie sonst manches Mal, was mir sehr entgegengekommen ist, hilft es doch, den Überblick zu behalten. Auch einige Schwenks – im Buch Intermezzo genannt – zu einem gefangenen weiblichen Opfer sorgen für richtiggehendes Gruseln und atemlose Momente und schlussendlich für eine dicke Überraschung. Die ständigen Zeitangaben lassen den Leser glauben, immer up to date zu sein, wobei sich letzten Endes herausstellt, dass Zeit eben doch relativ ist.

Der Autor lässt den Leser wunderbar miträtseln, ohne dass ihm auf die Schliche zu kommen ist. Das Ende erfolgt wiederum sehr abrupt und man fragt sich unmittelbar, ob man irgendwas verpasst hat. Umso mehr, da es hier auch einen übergeordneten Fall gibt, der nur angekratzt und sicher in den Folgebänden seine Fortsetzung finden wird. Damit schürt Martin Krist natürlich die Erwartungen ganz enorm auf die Fortsetzung, die im Mai 2018 erscheinen soll.

Für mich ein absolut gelungener Einstieg in eine neue Serie, die durchaus das Potenzial hat, zu meiner Lieblingsreihe des Autors zu werden.

Kerstin at Sonntag, Dezember 3rd, 2017 | Filed under: Krist, Martin,Thriller/Krimi | RSS 2.0 | TB | No Comments

 

Autor:

Michael Tsokos
Verlag: Droemer
ISBN-10: 3426276178
Gebundene Ausgabe 348 Seiten
Persönliche
Wertung:
,5

 

 

Neue Fälle von Deutschlands bekanntestem Rechtsmediziner

Zum Inhalt:

Professor Michael Tsokos gewährt hier im Rahmen von zwölf spannenden Fällen, die unterschiedlicher nicht sein könnten, dem Laien wieder einmal Einblick in seine Arbeit als Rechtsmediziner. War es Mord, Suizid oder ein Unfall? Ob am Obduktionstisch oder per Expertise vor Gericht, der anerkannte Experte konnte mit seinem Wissen zur Lösung so einiger Verbrechen bzw. ungeklärter Fälle beitragen.

Meine Meinung:

Inzwischen habe ich schon einige Sachbücher von Michael Tsokos gelesen sowie auch einen seiner True-Crime-Thriller. Dieses Buch ist wahrhaft nicht trocken oder langweilig geschrieben, sondern liest sich eher wie eine Krimikurzgeschichten-Sammlung.

Dabei geht der Rechtsmediziner auf spektakuläre Fälle ein, die der eine oder andere Leser sicher noch als Schlagzeile im Hinterkopf hat, wie z. B. der Fall des Piratenpolitikers, der mit einer Leiche im Koffer durch Berlin spazierte. Auch der Kampfhund-Überfall auf den kleinen Volkan wird vielen noch präsent sein oder der Suizid des in der DDR gefeierten Komponisten Kurt Demmler. Zu diesen Fällen konkrete Informationen quasi aus erster Hand zu bekommen, hat mir sehr gefallen. Gerade auch das Biografische daran. Tsokos beschränkt sich hier nicht nur auf seine Arbeit, sondern bietet ein Gesamtbild.

Doch er entlarvt auch Betrüger, weist auf kolossale, tödlich endende Fehlentscheidungen hin und hinterfragt Gerichtsentscheidungen. Historische Todesfälle werden ebenfalls einbezogen. Aber auch ungeklärte Verbrechen kommen vor, denn nicht immer ist die Forensik in der Lage, dem Täter auf die Spur zu kommen.

Ganz geringfügige Abstriche möchte ich machen, da der Autor auch in diesem Buch wieder ab und an ein wenig von oben herab daherkommt, einige Details zum wiederholten Male anbringt und dann so, als wäre der Leser extrem schwer von Begriff. Die zum Teil sehr detaillierten Auszüge aus Autopsieberichten werden vielleicht auch nicht jedermanns Sache sein, aber das kann man überlesen.

Insgesamt hat mir das Buch sehr gut gefallen und mir einen interessanten Einblick in die Arbeit der Rechtsmedizin und Hintergrundwissen zu einigen der spektakulärsten Kriminalfälle der letzten Jahre verschafft. Wer daran interessiert ist, sollte auf jeden Fall einen Blick ins Buch riskieren.

Ich danke dem Droemer Verlag herzlich für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares.

Kerstin at Freitag, Oktober 27th, 2017 | Filed under: Sachbuch,Thriller/Krimi,Tsokos, Michael | RSS 2.0 | TB | No Comments

 

Autor:

Meredith Winter
Verlag: Sommerburg Verlag
ASIN: B075QWB57Q
E-Book: 216 Seiten
Persönliche
Wertung:
,5

 

 

Liebe, die Grenzen sprengt … und einen Mörder auf den Plan ruft

Inhalt:

Im beschaulichen norddeutschen Örtchen Sommerburg beginnt eine brutale Mordserie. Der Täter hinterlässt bei den Opfern eine Visitenkarte der Edelprostituierten Marlene. Ebendiese hat gerade Jonathan, den Pastor der kleinen Gemeinde, kennengelernt und fühlt sich wider Erwarten zu ihm hingezogen. Welches Geheimnis verbirgt sie und was hat sie mit den Morden zu tun? Auch Jonathan ist hin und her gerissen zwischen den aufkommenden Gefühlen für Marlene und seiner geistlichen Überzeugung. Ein Kampf für die Liebe und gegen einen gnadenlosen Mörder beginnt.

Meine Meinung:

Der Roman von Meredith Winter ist als Liebeskrimi (oder auch Ladythriller) untertitelt, was es ganz gut trifft, wobei die Liebesgeschichte einen größeren Platz einnimmt und das Buch daher für reine Krimileser weniger geeignet scheint.

Besonders Jonathan hat sich in mein Herz geschlichen, der auch vom Elternhaus her so einiges aufgebürdet bekam. Marlenes Handlungsweise war einige Male schwer nachvollziehbar für mich, daher bekam ich zu ihr nur langsam einen Draht. Die Liebesgeschichte der beiden ist an sich süß und auch sehr romantisch, ging mir aber ein wenig zu schnell, gerade wenn man die Vergangenheit beider Protagonisten betrachtet. Klar muss es auch zu den Taten des Mörders passen, aber auch dieser hätte sich durchaus mehr Zeit lassen können. Was gänzlich fehlt ist irgendeine Ermittlungsarbeit von Polizeibehörden, zumindest wird diese nicht thematisiert. Das Setting mit dem heimeligen Dort, wo alles anders ist als es scheint, ist zwar ziemlich klischeebehaftet, aber dennoch treffend skizziert.

Die Autorin versteht es, die Spannung durchgängig konstant zu halten und durch kleine Tricks und Kniffe unerwartete Wendungen einzubringen. Der Schreibstil ist flüssig, aus der Perspektive des Täters nüchtern und sachlich, bei den Liebenden teilweise ein wenig zu schwülstig, wobei mich einige Passagen trotzdem sehr berührt haben. Stilistisch kommen ein paar Sachen vor, die ich gar nicht mag, und auch orthografisch sind mir einige Mängel aufgefallen, wobei ich nicht weiß, ob ich die aktuellste Auflage lesen durfte. Ich danke der Autorin für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares.

Fazit: Wer die Mischung aus Krimi und Liebesroman mag, wobei das Pendel stärker in Richtung Liebe ausschlägt, macht bestimmt keinen Fehler, sich auf eine Geschichte einzulassen, die sowohl spannend und unterhaltsam als auch stimulierend ist.

Kerstin at Donnerstag, Oktober 19th, 2017 | Filed under: Liebesroman,Thriller/Krimi,Winter, Meredith | RSS 2.0 | TB | No Comments

 

Autor:

Michael E. Vieten
Verlag: Abacus Verlag
ASIN: B06XKSLGPT
E-Book: 284 Seiten
Persönliche
Wertung:
,5

 

 

Die Gefahren des Computerzeitalters

Inhalt:

Kriminalkommissarin Christine Bernard wird Opfer von Cyberattacken, die sie schlussendlich sogar in Lebensgefahr bringen. Wer steckt dahinter und warum hat man es ausgerechnet auf sie abgesehen? Sie bekommt Personenschutz, aber plötzlich schaltet sich das LKA ein und die Ermittlungen werden fortan von anderer Stelle geleitet. Kein Grund für Christine, die Sache auf sich beruhen zu lassen, schließlich wähnt sie sich weiterhin in Gefahr und ihres Lebens nicht sicher, wenn der Täter nicht gestellt wird.

Meine Meinung:

Im nunmehr dritten Kriminalroman um die attraktive Kommissarin Christine Bernard dreht sich alles um das hochaktuelle Thema Cyberkriminalität. Die Vorgängerbände zu lesen ist nicht zwingend notwendig, da der Fall für sich steht und Vergangenes kurz eingeblendet wird.

Die Gefahren von Cyberangriffen weiß der Autor dem Leser verständlich nahezubringen, auch wenn wenig technisches Vorwissen vorhanden ist. Hier wird seine IT-Erfahrung deutlich. Man erfährt doch einiges Neues und beginnt automatisch seine eigenen Cyberaktivitäten in Zweifel zu ziehen.

Die Kommissarin ist wie inzwischen gewohnt ziemlich starrsinnig und handelt gegen alle Vorschriften. Die Anschläge auf ihr Leben und auch die Verfolgungsjagden sind spannend beschrieben, allerdings ähneln sich letztere sehr, sodass es ein wenig eintönig wird. Zumindest kommt jedoch zu keiner Zeit Langeweile auf.

Stilistisch sind auch diesmal wieder einige Abstriche zu machen. Das wilde Hin- und Herspringen zwischen den Perspektiven ist mir auch in den Vorgängerbänden schon negativ aufgefallen. Auch die permanenten Hinweise auf Äußerlichkeiten wirken auf Dauer nervend, weil sie schlicht nicht relevant sind.

Wer gern Kriminalromane ohne Mord und Totschlag liest, sollte mit diesem Krimi dennoch auf seine Kosten kommen, zumal das Thema Cyberkriminalität aktueller denn je ist.

Ich danke dem Autor bzw. dem Abacus Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares.

Kerstin at Mittwoch, September 20th, 2017 | Filed under: Thriller/Krimi,Vieten, Michael E. | RSS 2.0 | TB | No Comments

 

Autor:

Ethan Cross
Verlag: Bastei Lübbe
ISBN-10: 3404175557
Taschenbuch: 512 Seiten
Persönliche
Wertung:

 

 

Gelungener Serienauftakt mit ungewöhnlichem Ermittler

Inhalt:

Ein Massaker in Südafrika – eine Geiselnahme in einer Bank bei Las Vegas. Ein Täter! Doch wie hängt alles zusammen? Das FBI zieht für die Ermittlungen den unabhängigen Berater Dr. August Burke zu Rate. Dieser ist außergewöhnlich in jeder Hinsicht, er scheut den Kontakt zu anderen Menschen, denn er leidet unter dem Asperger-Syndrom. Andererseits ist er ein genialer Analyst und genau so jemanden braucht es, um die Fäden dieses ungewöhnlichen Verbrechens, bei dem auch die CIA ihre Hände mit im Spiel zu haben scheint, zu entwirren.

Meine Meinung:

Mit „Spectrum“ startet Bestseller-Autor Ethan Cross eine neue Thriller-Reihe um den andersartigen Ermittler August Burke. Es ist mein erstes Buch des Autors, weshalb ich keinen Vergleich zur Erfolgsserie ziehen kann. Rein optisch ist das Buch in seiner schlichten Gestaltung mit dem blauen Schnitt auf jeden Fall schon mal ein Eyecatcher.

Der Einstieg ins Buch bietet mehrere Schauplätze und vor allem eine Vielzahl handelnder Personen, die erst mal keinen Zusammenhang zueinander vermuten lassen, was das Lesen ein wenig holprig und verwirrend gestaltet. Nach und nach laufen die Handlungsstränge zusammen und damit nimmt auch die Spannung zu, obwohl es immer mal wieder kleinere Längen gibt. Ich war zumindest nicht dermaßen gefesselt, dass ich das Buch kaum je weglegen konnte.

Der Plot ist interessant umgesetzt, erfordert aufgrund der vielen Hintermänner jedoch auch eine hohe Aufmerksamkeit. Gefallen hat mir, dass die Figuren sehr vielschichtig sind. Täter, Nebenfiguren, aber auch Ermittler werden nicht nur schwarz oder weiß gezeichnet, sondern bieten interessante Hintergründe und dementsprechende Verhaltensweisen. Lieblingsprotagonist ist ganz klar Dr. Burke, dessen genialer Verstand durchweg inspirierend ist, der aber aufgrund seines Handicaps auch jede Menge Humor – oft ungewollt – in die Handlung bringt. Das lockert das ernste und oft auch sehr brutale Szenario angenehm auf. Aber auch Nic Juliano mit der Mafia-Vergangenheit oder FBI-Agent Samuel Carter, der sich ein wenig als Vater für seine jungen Schützlinge sieht, konnten bei mir hohe Sympathiepunkte sammeln.

Das Ende kommt ein wenig rasant und mit dem wortwörtlich großen Knall fast schon hollywoodreif, wobei der eigentlich doch eher schüchterne Burke zum Superhelden mutiert. Jedoch werden alle offenen Fragen geklärt und der Ausblick auf Folgebände durch die Bildung einer Task Force macht auf jeden Fall neugierig. Da ich einige der Figuren wirklich ins Herz geschlossen habe, vor allem Burke, und auch Krügers Schicksal ungewiss ist, werde ich die Reihe sicher weiterverfolgen.

Ich danke dem Bastei Lübbe Verlag und Lovelybooks für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares.

Kerstin at Donnerstag, August 31st, 2017 | Filed under: Cross, Ethan,Thriller/Krimi | RSS 2.0 | TB | No Comments

 

Autor:

Michael E. Vieten
Verlag: Abacus Verlag
ASIN: B01DA4I2V6
E-Book: 305 Seiten
Persönliche
Wertung:

 

 

Eisige Schönheit des Grauens

Inhalt:

Christine Bernard hat sich inzwischen im Trierer Kriminalkommissariat eingelebt und arbeitet gut mit ihren Kollegen zusammen. An einem eigentlich freien Abend, den sie mit ihrem neuen Freund verbringen wollte, wird sie hinzugezogen, weil ihr als Frau mehr Einfühlungsvermögen zugetraut wird, denn es geht um ein vermisstes Kind. Am nächsten Tag wird eine gefrorene Kinderleiche gefunden. Die kleine Rosalia scheint ein schreckliches Ende genommen zu haben. Doch ist sie es wirklich? Es stellt sich heraus, dass das gefundene Kind bereits seit 12 Jahren tot ist. Die fieberhafte Suche nach Rosalia geht weiter und Christine gibt alles, denn noch könnte das Kind am Leben sein …

Meine Meinung:

Auch der zweite Ermittlerkrimi um Christine Bernard hat mir wieder gut gefallen. Zum Verstehen ist es nicht notwendig, den 1. Band gelesen zu haben, denn der dortige Fall wird kurz angerissen und auch Christines Werdegang bleibt nicht im Dunkeln. Durch solide Ermittlungsarbeit wird der Täter schlussendlich zur Strecke gebracht, auch wenn zahlreiche Alleingänge der Kommissarin diese mehr als einmal in Lebensgefahr bringen, was jedoch für Spannungshöhepunkte auch zwischendurch sorgt. Aber auch sonst wird es keine Minute langweilig.

Christine erscheint mir in diesem Band jedoch sehr starrsinnig und bekommt meines Erachtens durch die männliche Obrigkeit ein paar zu viele Freiheiten. Ohne diese Verbohrtheit und Fixierung auf einen Täter hätte durch etwas aufmerksamere Recherche schon viel eher ein anderer Verdächtiger feststehen können, was allerdings das Buch um einiges verkürzt hätte.

Wohltuend sind die nicht mehr so häufigen Perspektivwechsel sowie Wertungen der eigenen Person. Mit der oft ausführlichen Darstellung der Namen inkl. Titel hatte ich allerdings nach wie vor ein wenig Probleme, denn sie behindern den Lesefluss. Sehr schön finde ich die einfließende Sozialkritik, die einmal mehr dem Leser deutlich vor Augen führt, dass auch im reichen Deutschland Menschen täglich um ihren Lebensunterhalt kämpfen müssen.

Der Fall an sich ist natürlich schrecklich, kommt jedoch ohne größere Gewaltszenen aus und ist daher auch für etwas zartbesaitetere Leser geeignet. Die Kollegen neben Christine bleiben nach wie vor etwas blass.

Insgesamt wieder ein flüssig geschriebener Ermittlerkrimi, der ein schreckliches Verbrechen aufklärt und eine äußerst engagierte Kommissarin an den Rand ihrer Kräfte bringt. Ich bin auf den nächsten Fall von Christine Bernard schon sehr gespannt.

Ich danke dem Autor bzw. dem Abacus Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares.

Kerstin at Montag, Juli 31st, 2017 | Filed under: Thriller/Krimi,Vieten, Michael E. | RSS 2.0 | TB | No Comments

 

Autor:

Michael E. Vieten
Verlag: Abacus Verlag
ASIN: B00YP6L47I
E-Book: 284 Seiten
Persönliche
Wertung:

 

 

Packendes Psychoduell zwischen Soziopath und Kommissarin

Inhalt:

Die attraktive Kriminalkommissarin Christine Bernard ist neu bei der Trierer Kriminalpolizei und muss sich unter vorwiegend männlichen Kollegen behaupten. Nach dem Verlust ihrer Eltern sowie ihres Lebenspartners stürzt sie sich geradezu in die Arbeit. In ihrem ersten großen Fall geht es um die vermisste Andrea Schröder und deren sechs Töchter. Der Ehemann ist schnell Hauptverdächtiger und seine Lebensumstände mehr als fraglich. Er wird verhaftet, will aber nur von Christine Bernard verhört werden. Schnell entwickelt sich zwischen ihm und der noch unerfahrenen Kollegin ein psychologisches Katz-und-Maus-Spiel. Den Täter zu überführen, verlangt der Kommissarin alles ab und bringt sie nicht nur einmal in Lebensgefahr.

Meine Meinung:

Der erste Ermittlerkrimi um Christine Bernard bietet solide Psychospannung, überrascht mit unerwarteten Wendungen und ist durchgängig spannend. Es ist erschreckend zu lesen, wie Lebensumstände und stetige Ablehnung schlussendlich einen Menschen, der sicher ursprünglich nichts Böses wollte, zu einem Außenseiter und schließlich skrupellosen Täter werden lassen. Einige seiner Äußerungen haben mich echt zum Nachdenken angeregt.

Stilistisch gab es für mich ein paar Stolpersteine im Roman. Die zu häufig wechselnden Perspektiven, manchmal von Satz zu Satz, oder auch die Darstellung der Namen, mal komplett, dann nur Vorname, dann wieder nur Nachname und das bis zum Ende, gefielen mir nicht so. Auch sollten Perspektivfiguren keine Wertungen zu sich selbst vornehmen, wobei mir auf die Attraktivität von Christine besonders viel Augenmerk gelegt wurde. Schlussendlich hat auch das Korrektorat ein paar zu viele Schnitzer übersehen, die das Lesevergnügen ein wenig trübten.

Abgesehen von diesen kleineren Kritikpunkten machen es aber die Handlung und auch die Figuren wieder wett. Christine ist taff, mutig und entschlossen. Oftmals ein wenig übereifrig, was Alleingänge angeht, aber das darf man durchaus ihrer Unerfahrenheit und dem Ermittlungseifer zuschreiben. Ihre männlichen Kollegen bleiben etwas blass, aber das kann sich in den nächsten Bänden ja noch ändern. Gespannt bin ich auch auf die Entwicklung der weiblichen Nebenfiguren (Ärztin, Psychologin) und wie es mit Christines Liebesleben weitergeht.

Das Cover ist sehr atmosphärisch und passt ausgezeichnet zum Inhalt. Die Darstellung der Polizeiarbeit erscheint mir recht realistisch und zeugt von ausgiebiger Recherche des Autors. Ich werde auf jeden Fall auch die nachfolgenden Bände lesen und bewerten.

Fans solider Kriminalromane, die in menschliche Abgründe blicken und durch psychologische Spannung punkten, kann ich „Der Fall Siebenschön“ aus der Reihe Christine Bernard durchaus empfehlen.

Ich danke dem Autor bzw. dem Abacus Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares.

Kerstin at Sonntag, Juli 23rd, 2017 | Filed under: Thriller/Krimi,Vieten, Michael E. | RSS 2.0 | TB | No Comments

 

Autor:

Jeff Menapace
Verlag: Heyne Verlag
ISBN-10: 3453677099
Taschenbuch: 336 Seiten
Persönliche
Wertung:

 

 

Ein letztes Spiel muss noch gespielt werden

Zum Inhalt:

Amy Lambert und ihre Kinder leiden noch immer sehr unter dem Verlust des Ehemannes und Vaters. Von den größten Schuldgefühlen wird auch Domino Taylor geplagt, der Patricks Tod nicht verhindern konnte. So ist er auch weiter für die Lamberts da, beschützt und umsorgt sie, obwohl die Gefahr eigentlich gebannt sein sollte. Was er nicht ahnt, Monica Kemp hat überlebt und sich ein finales Spiel für ihn ausgedacht, um den Tod ihres Vaters zu rächen.

Meine Meinung:

Nachdem ich bereits Band 1 und 2 der Trilogie mit Vergnügen gelesen hatte, durfte auch der Abschluss nicht fehlen. Allerdings ist hier der Klappentext irreführend, denn die Lamberts sind nur Randfiguren. Der Autor konzentriert sich in diesem Band auf Domino und Monica, die sich einen erbarmungslosen Showdown liefern.

Ein paar Dinge haben sich mir nicht wirklich erschlossen, wie das Überleben von Monica oder auch die Beziehung zwischen Domino und Ben. Auch habe ich ein wenig bedauert, dass Calebs Verhalten zum Ende des ersten Bandes doch nicht mehr aufgegriffen wurde. Aber es bestände natürlich eine Möglichkeit hier Jahre später noch mal anzusetzen, denn noch ist er ja recht klein.

Insgesamt hat mich die Handlung von der ersten Seite an gepackt. Die vielen kurzen Kapitel verführen natürlich auch zum regelrechten Verschlingen der Seiten. Monicas Plan, sich eine Helferin an die Seite zu holen, fand ich toll, aber dass zwei derartige Charaktere, wenn sie nicht verwandt sind, zu Problemen führen können, hätte sie sich eigentlich denken können. Hier wurde ihr ihre übergroße Selbstüberschätzung zum Verhängnis. Kelly fand ich richtig schön böse.

Domino mutiert fast zum Übermenschen, aber als Elitesoldat sei ihm das zugestanden. Die Spiele, die er im Labyrinth absolvieren musste, erinnern stark an Saw und haben mich ob Monicas Einfallsreichtum schon sehr begeistert. Das Ende kommt ein wenig abrupt und hinterlässt daher auch einen etwas unbefriedigenden Eindruck. Aber es ist alles schlüssig, nachvollziehbar und der Seelenfrieden für die Lamberts nun endgültig wiederhergestellt.

Wie auch schon bei den Vorgängerbänden sollte man als Leser nicht zimperlich sein, was brutale Morde und Foltermethoden betrifft. Nicht umsonst erschien die Trilogie bei Heyne Hardcore.

Ich kann die Reihe als Gesamtwerk dem Thriller-/Horror-Leser durchaus empfehlen, auch wenn es bei allen drei Bänden kleinere Abstriche zu machen gilt. Die Grundidee überzeugt und alle Bücher bieten spannende Unterhaltung mit originellen Ideen.

Ich danke dem Heyne Verlag herzlich für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares.

Kerstin at Donnerstag, Juli 20th, 2017 | Filed under: Menapace, Jeff,Thriller/Krimi | RSS 2.0 | TB | No Comments
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