Kerstins Bücherreich

„Der Bücherwurm liest sogar die Bücher, die er rezensiert.“ Gabriel Laub (1928-98)

Archives: Februar 2018

 

Autor:

Arno Strobel
Verlag: Fischer TB
ISBN-10: 359629617X
Taschenbuch: 368 Seiten
Persönliche
Wertung:

 

 

Diesmal im Kopf der Opfer

Inhalt:

Max Bischoff ist nach einer Zwangspause nach seinem wohl schwersten Fall wieder zurück im Dienst im KK 11. Er und sein Partner Horst Böhmer werden mit einem Täter konfrontiert, der mit einer Fliegenmaske wahllos in Häuser einbricht, alle Bewohner bis auf einen tötet und die Botschaft hinterlässt: Erzähl es den anderen! Die Ermittlungen verlaufen zäh, denn die Opfer scheinen nichts gemein zu haben. Dann gibt es einen Anruf aus der Psychiatrie. Der verurteilte und dort einsitzende Mörder Siegfried Fissmann weiß Details zu den Morden, die nur der Täter wissen kann. Da es sonst keine Anhaltspunkte gibt, müssen sich die Kommissare auf ein Psychospiel mit dem Patienten einlassen und geraten dabei selbst an ihre emotionalen Grenzen.

Meine Meinung:

Mit „Kalte Angst“ legt Arno Strobel nun den zweiten Thriller der Max Bischoff-Trilogie vor. Da es einige Anspielungen auf das erlebte Trauma der Hauptfigur in Band 1 (Tiefe Narbe) gibt, ist es für ein besseres Verständnis sinnvoll, mit diesem Roman zu beginnen. Zudem ist da die romanübergreifende Geschichte um Bischoffs an den Rollstuhl gefesselte Schwester, die im Gesamtbild ebenfalls schlüssiger wird und wohl in Band 3 auf ein spannendes Finale zusteuert.

Der Roman ist wie alle Strobels durchgängig flüssig zu lesen und hält auch ein gutes Spannungslevel, das lediglich im Mittelteil ein wenig abfällt. Durch die langwierigen Ermittlungen, die auch noch selten von Erfolg gekrönt sind, hat man es eben doch mehr mit einem Krimi als einem Thriller zu tun. Die atemberaubende Spannung und schnellen Wendungen, die ich aus anderen Thrillern des Autors kenne, haben mir ein wenig gefehlt.

Der Blutdruck schießt jeweils in die Höhe, wenn in die Perspektive des Täters bzw. in diesem Fall eher in die des überlebenden Opfers gewechselt wird. Hier wird nicht zimperlich zur Sache gegangen und das Grauen überträgt sich sehr gut auf den Leser. Mir waren es der Leichen fast ein wenig zu viel und die Ermittlungsweise der Beamten zu gradlinig. Wenn sie sich schon auf Fissmann mit seinem Täterwissen einlassen, hätten sie ihn auch besser durchleuchten können.

So bildete die Auflösung aber trotz allem eine Überraschung und hatte so wohl kaum vorhergesehen werden können. Insgesamt ergab sich ein rundes, wenn auch verstörendes Bild. Der Cliffhanger am Ende ist mehr als gemein und macht es nicht unbedingt einfach, nun ein Jahr auf Band 3 warten zu müssen.

Kerstin at Dienstag, Februar 20th, 2018 | Filed under: Strobel, Arno,Thriller/Krimi | RSS 2.0 | TB | No Comments

 

Autor:

Adriana Popescu
Verlag: cbt
ASIN: B077QJYL6N
E-Book: 65 Seiten (inkl. Leseprobe)
Persönliche
Wertung:

 

 

Neugierig machendes Prequel

Zum Inhalt:

Die besten Freundinnen Fritzi und Isa wollen einen gemeinsamen Urlaub auf Rügen verbringen und planen bereits im Februar alles bis ins kleinste Detail, wohl wissend, dass einige der Wünsche gar nicht im finanziellen Rahmen liegen. Besonders Fritzi sehnt eine Auszeit von ihrem Zuhause herbei, ist hier ein Streit zwischen ihren Eltern doch an der Tagesordnung.

Als es jedoch endlich Sommer ist, befindet sich Fritzi zwar auf dem Weg nach Rügen, jedoch ohne Isa. Ihr sicherlich nicht selbst gewähltes Ziel ist eine Einrichtung für psychisch erkrankte Teenager. Was ist zwischen den Freundinnen passiert, woraus diese einschneidende Wendung resultierte?

Meine Meinung:

Eine meiner liebsten Autorinnen – Adriana Popescu – beweist hier einmal mehr ihr Herz für ihre Leser und gibt mit diesem kostenlosen kleinen Prequel zu „Mein Sommer auf dem Mond“, welches am 12. März 2018 erscheinen wird, einen ersten Einblick in das Leben ihrer Protagonistin Fritzi. Man lernt in den wenigen Kapiteln das Mädchen und ihre Sehnsüchte schon sehr gut kennen.

Wie ich es von der Autorin kenne und liebe, fließt bereits hier jede Menge Popkultur in die Geschichte ein. Vor allem ihre Bewunderung für das Harry Potter-Universum scheint sie auf ihre weibliche Hauptfigur übertragen zu haben.

„Schöne Grüße vom Mond“ enthält außerdem eine längere Leseprobe zum sich bald anschließenden Roman, die extrem neugierig auf die restliche Geschichte und die Abenteuer der so unterschiedlichen Teenager in einem diesmal etwas anderen Setting macht. Ich jedenfalls kann den Erscheinungstermin kaum erwarten und vielen Fans von Adriana wird es sicher ebenso ergehen. Danke!

Kerstin at Dienstag, Februar 13th, 2018 | Filed under: All Age/Jugend,Popescu, Adriana | RSS 2.0 | TB | No Comments

 

Autor:

Arno Strobel
Verlag: Fischer TB
ISBN-10: 3596296161
Taschenbuch: 364 Seiten
Persönliche
Wertung:

 

 

Arno Strobel in Serie – gelungenes Experiment

Inhalt:

Max Bischoff ist neu bei der Düsseldorfer Mordkommission. Sein Faible für moderne Ermittlungsmethoden wird von seinem Partner Horst Böhmer größtenteils belächelt, was ständig zu kleinen Sticheleien führt. Im Großen und Ganzen ergänzen sich beide jedoch gut, was bei ihrem ersten großen Fall auch nötig ist.

Ein stadtbekannter Journalist taucht blutüberströmt auf dem Polizeirevier auf. Das Blut gehört zu einer seit 2 Jahren vermissten Schauspielerin, von der nach wie vor jede Spur fehlt. Statt der Lösung des Falls näher zu kommen, wird er immer rätselhafter und eine wie Müll entsorgte Frauenleiche macht es nicht einfacher. Im Umkreis der Ermittlungen begegnet Max die große Liebe, deren Verschwinden ihn an seine emotionale Grenze bringt.

Meine Meinung:

Ich bin seit Jahren ein großer Fan von Arno Strobel, wobei mir das eine Buch mehr, das andere weniger gefallen hat. Dennoch verpasse ich keine Veröffentlichung, auch wenn es diesmal recht lange gedauert hat, mir den Auftakt seiner Thriller-Trilogie um Max Bischoff vorzunehmen, da Band 2 bereits erhältlich ist, den ich direkt im Anschluss lesen werde.

Mir hat „Tiefe Narbe“ eigentlich recht gut gefallen. Diesmal rückt Arno Strobel die Polizeiarbeit eindeutig in den Vordergrund. Die beiden Ermittler sind mit ihren unterschiedlichen Ansätzen nun keineswegs Neuerfindungen, aber durchaus sympathisch, wobei Max, aus dessen Sicht erzählt wird, dem Leser eindeutig näher kommt. Auch sein privates Umfeld inkl. der im Rollstuhl sitzenden Schwester fand ich gut gezeichnet, von der sicher noch viel in den Folgebänden zu lesen sein wird.

Die kursiv hervorgehobenen Passagen, die quasi „im Kopf des Mörders“ stattfinden, sind detailliert beschrieben, grausam und verstörend, aber gerade das mag ich.

Der Versuch, falsche Spuren zu legen, wirkt ein wenig bemüht, aber zumindest bei mir hat es funktioniert und ich wusste lange nicht so recht, wo der Hase nun langläuft. Die Ermittler schießen sich etwas zu extrem auf einen Verdächtigen ein, die so oft erwähnten modernen Ermittlungsmethoden finden eigentlich keine Anwendung und letztes Endes bringt ein Zufall Max auf die richtige Spur. Die eingebaute Liebesgeschichte hinterlässt einen etwas bitteren Nachgeschmack, verwandelt sie doch den mit über dreißig durchaus erwachsenen Max in einen fast sabbernden Teenager, der alles um sich herum vergisst, jegliche Regeln ignoriert und bereits nach wenigen Tagen von der großen Liebe träumt. Das war dann selbst mir ein wenig zu viel des Guten. Das Ende war dann doch ein wenig überraschend, bietet aber die richtige Ausgangsbasis für die Folgebände um Max Bischoff.

Ich werde die Reihe auf jeden Fall weiterverfolgen und denke, dass die meisten Strobel-Fans dem etwas anderen Stil des Autors etwas abgewinnen dürften.

Kerstin at Sonntag, Februar 11th, 2018 | Filed under: Strobel, Arno,Thriller/Krimi | RSS 2.0 | TB | No Comments
Kerstins Bücherreich Besucher: web site traffic statistics