Kerstins Bücherreich

„Der Bücherwurm liest sogar die Bücher, die er rezensiert.“ Gabriel Laub (1928-98)

 

Autor:

Ernest Nybørg
Verlag: Verlag Edition AV
ISBN-13: 978-3868412109
Taschenbuch: 320 Seiten
Persönliche
Wertung:

 

 

Die Spur des Geldes

Inhalt:

Eher durch Zufall stößt die Journalistin Lena Halberg auf der Suche nach einer neuen Story auf den mysteriösen Selbstmord eines Bankers. Sie nimmt die Fährte auf und wird in den Panama-Papers fündig. Martin Kurkov, ein eiskalter Finanzhai, der sich gern als Kunst-Mäzen und Förderer des jungen Cellisten Andrej Majinski präsentiert, scheint in diverse krumme Geschäfte verwickelt zu sein. Wie schmutzig diese sind und dass sich Lena auf der Jagd nach Beweisen in höchste Gefahr begibt, bemerkt sie fast zu spät.

Meine Meinung:

Eigentlich schien die Geschichte um Lena Halberg mit dem letzten Teil der Trilogie (Paris ‘97, New York ‘01 und London ‘05) von Ernest Nybørg beendet, aber die Journalistin ist zurück und kein bisschen ruhiger geworden. Sie lebt mittlerweile in der Nähe von Bozen und arbeitet für einen italienischen Sender. Nachdem sie einen Aufhänger gefunden hat, verbeißt sie sich in gewohnter Manier in die Story und trotzt jeder Gefahr. Das tut sie für meinen Geschmack manchmal ein wenig zu verantwortungslos und ohne Rücksicht auf ihr Umfeld.

Der Autor hat einmal mehr hervorragend recherchiert und bedient sich echter Pressemeldungen, um daraus eine spannende Story zu konstruieren. Diese wirkt denn auch äußerst authentisch und wirklichkeitsnah. Die Spannung nimmt diesmal etwas langsamer Fahrt auf und auch der Leser muss eine anfängliche Verwirrung aufgrund recht vieler Schauplätze in Kauf nehmen. Die Jagd nach Informationen und verschiedenste Verbrechen führen quer über den Erdball und verdichten sich zu einem Sog, dem man sich spätestens ab der Hälfte des Buches nicht mehr entziehen kann.

Natürlich sind die Hintergründe der Bücher der Trilogie aufgrund ihrer Brisanz und Öffentlichkeitswirksamkeit für viele sicher noch spannender zu lesen, ich bilde da keine Ausnahme, aber wer sich für politische Verstrickungen speziell auf dem Finanzsektor interessiert, ist mit diesem Roman definitiv gut bedient. Ein Thriller, der einen mitfiebern lässt, aber auch nachdenklich macht.

Kerstin hat am Dienstag, Dezember 3rd, 2019 | Geschrieben unter: Nybørg, Ernest,Thriller/Krimi | RSS 2.0 | TB | Comments off

 

Autor:

Susanne Rubin
Verlag: Heyne
ISBN-13: 978-3453423138
Taschenbuch: 458 Seiten
Persönliche
Wertung:

 

 

Ergreifendes Familienschicksal einer Kaffeehändlerdynastie

Zum Inhalt:

Im Jahr 1896 lässt sich der Hamburger Kaufmann Paul Magnussen auf einen Deal mit dem Bankier Ferdinand Claasen ein, um sein Unternehmen voranzubringen. Für einen großzügigen Kredit soll er dessen älteste Tochter Amalia heiraten. Doch eigentlich ist es ihre schöne Schwester Helene, für die vom ersten Augenblick an sein Herz höherschlägt.

2018 findet Melina Peters im Nachlass ihrer Großmutter einen Ordner voll mit Informationen über die Familie Magnussen. Sie nimmt es als Zeichen, sich bei dem traditionsreichen Familienunternehmen zu bewerben und wird die persönliche Assistentin des Juniorchefs Leonard Magnussen, für den sie bald mehr empfindet, als gut für sie ist. Wie tief sie jedoch selbst in die Familiengeschichte verstrickt ist, hätte sie sich nie träumen lassen.

Meine Meinung:

Schon lange habe ich mich auf den Roman von Susanne Rubin gefreut, die ich bereits unter ihrem Pseudonym Susanne Schomann sehr zu schätzen gelernt habe. „Die Frau des Kaffeehändlers“ hat einfach alles, was man von einer packenden Familiensaga erwarten darf. Nicht eine Minute habe ich mich bei diesem Buch gelangweilt und sowohl die Ausflüge in die Vergangenheit (1896 und 1945) als auch den Handlungsstrang, der in der Jetztzeit spielt, sehr genossen.

Susanne Rubin hat einen wunderbaren Schreibstil, sehr bildhaft, detailreich, aber auch romantisch. Sie spielt gekonnt mit den Gefühlen der Leser. Ich war einige Male den Tränen nah, die Schicksale der Protagonisten lassen einfach niemanden kalt. Die durchaus verzwickten Familiengeheimnisse werden häppchenweise aufgelöst, sodass die Spannung bis fast zur letzten Seite auf hohem Niveau bleibt. Man will einfach immer weiterlesen und ist regelrecht traurig, dass es dann doch schon vorbei ist.

Man merkt der Autorin ihre Liebe zu ihrer Heimatstadt Hamburg an, aber auch, dass sie zu einer guten Tasse Kaffee nicht Nein sagen würde. Ihre Recherchen zum Kaffeehandel der damaligen Zeit sind unverkennbar.

Die Charaktere sind sehr gut ausgearbeitet, besonders Amalia glänzt als starke und energiegeladene Frau, die ihrer Zeit weit voraus ist und auch unbequeme Wege nicht scheut.

Der Roman hat mich rundum bestens unterhalten und kann Liebhabern von dramatischen Liebesgeschichten mit einer Prise Historie nur empfohlen werden.

Ich freue mich bereits jetzt auf den nächsten Roman der Autorin, der im September 2020 wieder bei Heyne erscheinen wird.

Kerstin hat am Donnerstag, November 7th, 2019 | Geschrieben unter: Historisch,Liebesroman,Rubin, Susanne,Schomann, Susanne | RSS 2.0 | TB | Comments off

 

Autor:

Ursula Poznanski
Verlag: Loewe Verlag
ISBN-13: 978-3743200494
Gebundene Ausgabe 509 Seiten
Persönliche
Wertung:

 

Solider Nachfolger, kommt aber an Teil 1 nicht ran

Inhalt:

Nick Dunmore kann es kaum glauben, als auf seinem Handy das Icon von Erebos auftaucht, ein Fantasy-Rollenspiel, das ihn vor zehn Jahren fest im Griff hatte und beinahe seine Zukunft zunichte gemacht hätte. Selbstverständlich will er nichts damit zu tun haben, doch Erebos findet Mittel und Wege, ihn zum Mitspielen zu animieren.

Derek hingegen, im Alter von sechzehn Jahren wie damals Nick, zögert nicht lange und lässt sich schnell von der Spielewelt gefangen nehmen. Auch als er in der realen Welt Aufgaben erledigen muss, die für ihn keinen Sinn ergeben, ist sein Misstrauen nur marginal vorhanden. Beide ahnen nicht, welches Ziel Erebos verfolgt und werden zu willigen Schachfiguren.

Meine Meinung:

Ich habe nachgeschaut, Erebos habe ich 2011 gelesen. Zu lange her, um sich an alle Details zu erinnern. Aber ich weiß noch sehr gut, wie mich das Buch damals in seinen Bann geschlagen hat. Als ich erfuhr, es würde eine Fortsetzung geben, war ich hellauf begeistert und habe das Buch direkt bei Erscheinen geordert.

Es fing auch ganz gut an und schnell war ich wieder von Erebos‘ Spielewelt gefangen genommen. Aber dann kam auch bald die Ernüchterung. Alles plätscherte nur so dahin, so richtige Spannung gab es erst wieder zum Ende. Viel Neues hat Erebos dann doch nicht zu bieten, außer dass es inzwischen sämtliche technischen Geräte nach seinem Belieben manipulieren kann und man quasi nie ohne Beobachtung ist. Das wirkt in manchen Teilen dann schon wieder unglaubwürdig, wobei andere Möglichkeiten, wie z. B. soziale Medien, fast gar nicht Anwendung finden.

Positiv ist, dass durch die unterschiedlich verteilten Aufgaben, die Erebos stellt, der Leser unmöglich herausfinden kann, um was es eigentlich geht. Bis fast zum Schluss bleibt daher das eigentliche Ziel undurchsichtig, was auch dazu führt, dass die Grundspannung bestehen bleibt, weil man einfach wissen will, worauf alles hinausläuft. Aber Suchtgefahr besteht meines Erachtens diesmal nicht.

Die Auflösung selbst fand ich dann auch ein wenig an den Haaren herbeigezogen. War es wirklich nötig, dafür Erebos zu reaktivieren, wenn mit den vorhandenen Informationen sicher auch auf anderem Weg das gleiche Ergebnis erzielt hätte werden können?

Das Buch kann auch ohne Kenntnis des ersten Bandes gelesen werden. Wie gesagt, sind meine Erinnerungen auch nur bruchstückhaft und ich hatte keine Probleme, mich zurechtzufinden. Wer einen echten Pageturner lesen mag, sollte dennoch zum Erstling greifen und sich dann selbst ein Bild über die Fortsetzung machen.

Meiner Meinung nach ein solider Nachfolger, aber nichts wirklich Aufregendes und man hätte auch gut darauf verzichten können.

Kerstin hat am Sonntag, Oktober 20th, 2019 | Geschrieben unter: Abenteuer,All Age/Jugend,Poznanski, Ursula | RSS 2.0 | TB | Comments off

 

Autor:

Jana Voosen
Verlag: Heyne Verlag
ISBN-13: 978-3453423114
Taschenbuch: 349 Seiten
Persönliche
Wertung:

 

 

Wie viel kann eine Liebe aushalten?

Zum Inhalt:

Der Hamburger „Zeitgeist“-Verlag will eine Sonderausgabe zum Beginn des Zweiten Weltkrieges bringen, der sich zum 80. Mal jährt. Die nach wie vor nicht so ganz ernst genommene Journalistin Marie sieht hier ihre Chance, sich zu profilieren. Ihr Noch-Ehemann Simon weist sie auf eine Anzeige hin, in der das Ehepaar Hansen ihr 79. Ehejubiläum feiert. Das betagte Paar wäre genau der richtige Aufhänger für eine spannende Geschichte, denkt sich Marie und macht sich auf den Weg ins Alte Land.

Klara ist erst 17, als sie von ihrem Jugendfreund Fritz schwanger wird. Um den Skandal möglichst gering zu halten, heiraten die beiden. Ihr Glück währt nicht von langer Dauer, denn der Zweite Weltkrieg bricht an und Fritz muss an die Front. Klara schlägt sich mehr schlecht als recht mit ihrem kleinen Sohn Paul in Hamburg durch. Sie hilft dennoch ihrem älteren Nachbarn, der allerdings ein Geheimnis hegt. Dieses bringt sie in große Gefahr und ihre Ehe ins Wanken.

Meine Meinung:

Ich lese immer wieder gern Geschichten, die zu Kriegszeiten spielen, wo manche Menschen über sich hinausgewachsen sind. Daher hat mich die Buchbeschreibung von „Für immer die Deine“ auch sofort angesprochen. Das Buch hat mir dann letztlich mehr gegeben, als ich mir davon versprochen hatte.

Die dramatische Lebens- und Liebesgeschichte des Ehepaares Hansen zieht den Leser von der ersten Seite an in seinen Bann. Die wenigen glücklichen Zeiten, die die beiden vor Kriegsbeginn miteinander haben, berühren ebenso wie die dann folgenden Entbehrungen, einschneidenden Veränderungen und grausamen Ereignisse. Klara ist nicht ohne Fehler, aber genau das macht sie so authentisch. Bis zuletzt bangt man um die große Liebe der Hansens und auch Marie wird klar, dass Verzeihen einen Großteil zu einer langjährigen Lebensgemeinschaft beiträgt und überträgt es auf ihr eigenes Leben.

Ich war wie Klara beim Lesen hin- und hergerissen zwischen Verantwortung, schlechtem Gewissen, aber auch überbordenden Gefühlen in einer Welt, wo nichts mehr ist, wie es mal war. Jana Voosens Roman hat mich tief bewegt und einmal mehr gewisse Wertevorstellungen überdenken lassen. Uneingeschränkte Empfehlung für Leser tiefgründiger Liebesgeschichten, die einen so schnell nicht loslassen.

Ich danke dem Heyne Verlag herzlich für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares.

Kerstin hat am Mittwoch, August 28th, 2019 | Geschrieben unter: Historisch,Liebesroman,Voosen, Jana | RSS 2.0 | TB | Comments off

Autor:

Kiri Johansson
Verlag: Heyne
ISBN-13: 978-3453423503
Taschenbuch: 384 Seiten
Persönliche
Wertung:
,5

 

 

Ergreifender Neubeginn auf rauer Insel

Zum Inhalt:

Als Merits Beziehung zerbricht und sie kurzerhand eine neue Wohnung braucht, die in Berlin gar nicht so leicht zu finden ist, nimmt sie spontan das Angebot an, den Sommer über ein Haus in Reykjavik samt Kater zu hüten. Nicht damit gerechnet hat sie, dass es einen weiteren Mitbewohner gibt. Kristján ist von seiner neuen Nachbarin, die sein ruhiges Leben ordentlich durcheinanderwirbelt, anfangs wenig begeistert, hat er doch genug eigene Probleme. Haben die beiden dennoch eine Chance auf eine neue Liebe?

Meine Meinung:

Ich habe mich sehr gefreut, dass unter dem offenen Pseudonym Kiri Johansson seit langer Zeit mal wieder etwas Neues von Jeanine Krock auf dem Buchmarkt erscheint, deren fantastische, magische Romane ich immer sehr gern gelesen habe.

Ganz ohne Magie geht es auch diesmal nicht ab, dafür sorgt schon das sagenumwobene Setting, denn der Glaube an Elfen und Trolle spielt auf Island noch immer eine große Rolle. Überhaupt nimmt die Vulkaninsel mit ihrer wilden Natur einen besonderen Platz im Roman ein. Der Leser erfährt durch die bildhaften Beschreibungen der Autorin sehr viel über Land und Leute, was den Wunsch erweckt, das alles einmal mit eigenen Augen sehen zu wollen.

Das Cover erweckt den Eindruck einer locker-leichten Liebesgeschichte, aber das ist ganz und gar nicht der Fall. Beide Protagonisten haben schweres Gepäck zu tragen und stellen sich nur langsam ihrer Vergangenheit. Sensibel und einfühlsam nimmt Kiri Johansson sich die Zeit, ihre Traumata aufzudecken. Kristján bleibt bis zum Ende etwas undurchsichtig, dafür lernt man Merit, aus deren Sicht auch meist erzählt wird, mit allen Facetten kennen. Wie sie neue Freunde findet, sich wieder ihrem künstlerischen Talent öffnet und schlussendlich auch der Liebe eine neue Chance gibt, ist berührend beschrieben.

Mir hat auch sehr gefallen, dass die Figuren nicht bis zum Ende umeinander herumschleichen, sondern sich, natürlich in gegenseitigem Einverständnis, nehmen, worauf sie Lust haben. Liebenswerte Nebenfiguren tragen ebenfalls zur rundum gelungenen Geschichte bei.

Somit kann ich für diesen tiefgründigen, sehr informativen Roman über einen Neubeginn im Ausland nur meine wärmste Empfehlung aussprechen.

Ich danke dem Heyne Verlag herzlich für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares.

Kerstin hat am Dienstag, Juli 30th, 2019 | Geschrieben unter: Frauen,Johansson, Kiri,Krock, Jeanine,Liebesroman | RSS 2.0 | TB | Comments off

 

Autor:

Adriana Jakob
Verlag: Selfpublishing
ISBN-13: 978-3748163299
Taschenbuch: 371 Seiten
Persönliche
Wertung:

 

 

Mord im Freundeskreis

Inhalt:

Als Kommissar Rauch nach einem feucht-fröhlichen Klassentreffen mit einem Kater erwacht, rechnet er nicht damit, umgehend mit einem äußerst persönlichen Fall konfrontiert zu werden. Denn ausgerechnet in der Turnhalle seiner alten Schule wird eine Leiche gefunden. Und Rauch kennt nicht nur das Opfer sehr gut, sondern vermutlich auch den Täter. Er weigert sich jedoch, daran zu glauben, dass einer seiner engsten Freunde ein Mörder sein könnte. Seine geschätzte Kollegin und Fallanalytikerin Dr. Sophie Hagen hilft ihm bei den Ermittlungen, bei denen Rauch den Täter vorerst bewusst außerhalb seines Freundeskreises auf die Spur kommen will.

Meine Meinung:

Die erfolgreiche Autorin Adriana Popescu wagt sich mit neuem Pseudonym erstmals ins Krimi-Genre, welches sie persönlich sehr schätzt. Ich war gern bereit, ihren Kommissar Rauch bei seinem ersten Fall zu begleiten.

Das Buch liest sich äußerst flüssig, hält unter anderem auch aufgrund der kurzen und dialoglastigen Kapitel konstant ein hohes Spannungsniveau und lässt den Leser bis zur Auflösung miträtseln. Auf dem Weg dahin gibt es die ein oder andere überraschende Wendung. Genau so, wie ich es mag. Allerdings hat der Kommissar an der erfolgreichen Klärung des Falls keinen wirklich großen Anteil. Beinahe täglich fliegt ihm quasi ein neues Detail zu, wobei auch Kollege Zufall keine kleine Rolle spielt, und schlussendlich setzt sich das Puzzle eher selbsttätig zusammen.

Dass der Autorin ihr Stuttgart sehr am Herzen liegt, spürt man auf jeder Seite. Obwohl ich die Stadt noch nie besucht habe, wird alles so bildhaft beschrieben, dass ich mir vieles gut vorstellen konnte und der Wunsch in mir erwachte, ihr einmal einen Besuch abzustatten.

Besonders gelungen fand ich die Charakterisierung der Figuren. Nicht nur Rauch und seine Kollegin Hagen sind eindrucksvoll skizziert mit all ihren persönlichen Problemen, auch die weiteren Nebenfiguren wie EDV-Genie Frederike Jansen, der Gerichtsmediziner oder auch Kollege Dörflinger machen einen sehr sympathischen Eindruck, sodass man einfach mehr von ihnen lesen möchte. Es gibt keine explizite Liebesgeschichte, aber so ein bisschen unterschwellig ist bei Hagen und Rauch etwas zu spüren. Ich glaub, da geht noch was. Zu sehr leidet Rauch unter einem möglichen Verlust seiner Kollegin.

Was mir ein wenig Schwierigkeiten bereitet hat beim Lesen waren die Namen. Es wird von der Person relativ willkürlich mal mit Vor-, mal mit Nachnamen, mal mit Berufsbezeichnung gesprochen. Da Sophie nun aber mit Hagen auch noch einen Nachnamen hat, der ebenfalls als Vorname vorkommt und in meinem näheren Umfeld sehr präsent ist, hatte ich mitunter Schwierigkeiten bei der Geschlechterzuordnung.

Die Mischung zwischen persönlichen Befindlichkeiten der Ermittler und dem Fortgang der Ermittlungen war perfekt ausgeglichen, sodass nichts auf der Strecke blieb. Potential für weitere spannende Fälle ist auf jeden Fall gegeben und ich kann den Krimi Liebhabern weniger blutrünstiger Geschichten, die dafür aber viel Lokalkolorit und ausgefeilte Charaktere zu bieten haben, sehr empfehlen.

Kerstin hat am Montag, Juli 1st, 2019 | Geschrieben unter: Jakob, Adriana,Popescu, Adriana,Thriller/Krimi | RSS 2.0 | TB | Comments off

 

Autor:

Kristina Valentin
Verlag: Diana Verlag
ISBN-13: 978-3453359611
Taschenbuch: 333 Seiten
Persönliche
Wertung:

 

 

Im Einklang mit der Natur

Inhalt:

In einer kleinen Pension im idyllischen Örtchen Lindenbühl treffen Klara und Romy aufeinander. Die eine hingebungsvolle Besitzerin, deren Lebenswerk durch ein Bauprojekt in Gefahr gerät und deren Träume noch in eine ganz andere Richtung gehen. Die andere tief verzweifelt aufgrund eines unerfüllten Kinderwunsches, der sogar ihre Ehe in Gefahr bringt. Der wunderschöne Garten ist für beide Trost und Erdung. Kann er helfen, ihnen den richtigen Weg zu weisen?

Meine Meinung:

Der zweite von Kristina Valentin bei Diana erschienene Roman ist ein sehr ruhiges Buch. Und gerade das hat mir besonders gefallen. Ich konnte mich sehr gut fallen lassen und vom täglichen Alltagsstress Abstand nehmen. Der Garten mit all seinen Eigenheiten wurde von der Autorin wunderbar beschrieben und obwohl ich wahrlich kein großer Gärtner bin, momentan leider nicht mal Zugang zu einem Garten habe, zog es mich unweigerlich raus in die Natur und ich war versucht, auch mal einen Baum zu umarmen. Man spürt deutlich Kristinas Liebe zur Natur und wie wichtig ihr der richtige Umgang mit ihr ist. Es steckt auf jeden Fall Magie im Buch, vielleicht an der einen oder anderen Stelle ein wenig überzogen. Der feinsinnige Humor, den ich bei der Verfasserin schon seit Jahren so liebe, ist ebenfalls Bestandteil.

Die Hauptfiguren Klara und Romy, aus deren Perspektive immer im Wechsel erzählt wird, waren mir direkt sympathisch. Aber auch den Nebenfiguren, wie anderen Gästen oder auch den liebenswerten Lindenbühlern, versteht es die Autorin, Leben einzuhauchen. Das Buch bietet weder große Überraschungen hinsichtlich des Endes noch übermäßige Dramatik. Eben ein stilles Wunder, für das man sich öffnen muss. Der Anhang mit Balkon- und Gartentipps passt perfekt zum Buch und ich freue mich schon auf mein nächstes Waldbaden.

Fans der Autorin, vor allem aber Natur- und Gartenliebhaber können mit dem Buch absolut nichts falsch machen. Nehmt euch eine Auszeit und taucht ab in die verträumte Welt von Lindenbühl.

Ich danke dem Diana-Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares.

Kerstin hat am Dienstag, Juni 11th, 2019 | Geschrieben unter: Frauen,Liebesroman,Literatur allg.,Valentin, Kristina | RSS 2.0 | TB | Comments off

Dämonenblut_Alle Teile Klein

 

Das Dutzend ist voll! Gerade ist mit “Tyson” der letzte Band erschienen. Für mich ein Anlass, heute einmal auf die wunderbare Dämonen-Reihe von Katy Mendes hinzuweisen. Ich durfte diese von Beginn an als Korrektor begleiten, was meine Meinung als Leser jedoch keinesfalls beeinflusst.

Die Reihe startet mit “Elios” in der Dämonenwelt Justpan. Spätestens aber als das Geschehen mit den Folgebänden ins Moskau der Jetztzeit verlagert wurde, war ich angefixt. Und die Bücher wurden einfach von Band zu Band besser. Unglaublich fantasievoll ersann die Autorin für jeden der Dämonen die passende Geschichte. Aber es treiben keinesfalls nur Dämonen ihr Unwesen in diesem paranormalen Universum, auch “normale” Menschen, Hexen und Vampire müssen hart für eine positive Wendung ihres Schicksals kämpfen.

Mich begeisterte, wie viele völlig unterschiedliche Storylines der Feder von Katy Mendes entsprangen. Natürlich hat sicher jeder Leser seine heimlichen Lieblinge. Mir sind besonders Diabas, Lynette, Jacob und Alexej ans Herz gewachsen und es war jedes Mal ein Fest, wenn es ein Wiederlesen mit den geliebten Charakteren in den Folgebänden gab. Der Abschied fällt nicht leicht, aber man soll ja aufhören, wenn es am schönsten ist.

Wer abwechslungsreiche Geschichten voller Emotionen (nicht selten musste ich mir eine Träne aus dem Augenwinkel wischen), Liebe, Dramatik und Spannung liebt, der kann mit den Dämonen von Katy Mendes nichts falsch machen. Schaut sie euch näher an, es lohnt sich!

Kerstin hat am Mittwoch, Juni 5th, 2019 | Geschrieben unter: Allgemein,Mendes, Katy | RSS 2.0 | TB | Comments off

 

Autor:

Sebastian Fitzek
Verlag: Droemer
ISBN-13: 978-3426277829
Gebundene Ausgabe 254 Seiten
Persönliche
Wertung:

 

Was ist es, das im Leben zählt?

 

Zum Inhalt:

Ein Kompass für das große Abenteuer namens Leben – so der Untertitel des neuen Buches von Bestsellerautor Sebastian Fitzek. Diesmal kein Thriller, sondern ein Ratgeber für seine noch sehr jungen Kinder, um sie auf ihrem Lebensweg zu unterstützen. Und da dieses Buch nicht als Vermächtnis beim Notar hinterlegt, sondern der breiten Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt wurde, auch ein Buch für alle, die manchmal zweifeln, einen Sinn in ihrem Dasein suchen und vielleicht vom Weg abgekommen sind.

Meine Meinung:

Zugegeben, ich bin ein großer Fitzek-Fan, zwar nicht der ersten Stunde, aber schon recht lange. Von diesem, seinem neuesten Werk erfuhr ich, als er es in einer Talkshow vorstellte. Was dort darüber erzählt wurde und gewisse Auszüge haben in mir schnell den Wunsch geweckt, es lesen zu wollen und schon bald bekam ich es auch geschenkt.

So gern ich seine Thriller lese, dieses, sein wohl persönlichstes Buch, hat mich mehr als alle zuvor beeindruckt. Ich bin ein Mensch mit geringem Selbstwertgefühl, der oft zweifelt, eigentlich ständig auf der Suche nach einem Sinn ist. Zu neunzig Prozent gibt mir dieser Ratgeber tatsächlich Antworten auf meine Fragen, ich muss sie nur noch verinnerlichen und danach leben. Dafür danke ich Sebastian wirklich sehr.

Am liebsten hätte ich mit Lineal und Textmarker gearbeitet, so viele kluge Worte und Thesen enthält dieses Buch. Viele davon für die meisten wahrscheinlich selbstverständlich, aber danach zu handeln, ist sicher ungleich schwerer. Definitiv werde ich es irgendwann noch einmal lesen, was wirklich selten vorkommt.

Die eingeflossenen persönlichen Episoden aus dem Leben des Autors haben mich beeindruckt und ihn nur noch sympathischer wirken lassen. Seine Kinder können sich wirklich glücklich schätzen, so einen Vater zu haben. Seine tiefe Liebe zu ihnen klingt aus jeder Zeile. Es gibt wunderbar humorvolle Stellen, aber auch ernste Themen. Die perfekte Balance in einem Buch, das Mut macht, seinen eigenen Weg zu gehen und nicht das Leben anderer zu leben.

Ich kann es einfach nur wärmstens empfehlen, ob für jüngere Semester und den eigenen Weg oder auch wie in Fitzeks Fall für Eltern, um ihren Kindern einen kleinen Reisekompass mitzugeben.

Kerstin hat am Dienstag, Mai 21st, 2019 | Geschrieben unter: Fitzek, Sebastian,Sachbuch | RSS 2.0 | TB | Comments off

 

Autor:

Emil Horowitz
Verlag: Selfpublishing
ASIN: B07FLZFPCS
E-Book: 131 Seiten
Persönliche
Wertung:

 

 

Alles nur aus Angst

Inhalt:

Die Zeit, in der wir leben, ist von verschiedensten Ängsten geprägt. Diese machen die Menschen anfällig für demokratiefeindliche und autoritäre Strömungen. Das Sachbuch von Emil Horowitz erklärt die historischen Zusammenhänge, beschäftigt sich mit den Methoden, wie der Rechtspopulismus Angst zur Erreichung seiner Ziele einsetzt, und wirft einen entlarvenden Blick auf das alle Bereiche umfassende Netzwerk der Neuen Rechten aus Finanziers, Denkfabriken, Kaderschmieden und Medien.

Meine Meinung:

Niemandem kann es entgangen sein, dass in den vergangenen Jahren ein alarmierender Rechtsruck unsere demokratische Welt bedroht. Doch wer beschäftigt sich schon genauer mit den Hintergründen, analysiert, wie groß die Gefahr bereits ist und wohin es führt, wenn nicht der fortschreitenden Verrohung des gesellschaftlichen Klimas aus Hass und Intoleranz Einhalt geboten wird. Emil Horowitz hat es getan und damit auch mir in einigen Bereichen die Augen etwas weiter geöffnet.

Gerade die Kapitel zu den verschiedenen Angstformen – treffen doch viele davon auf mich persönlich zu – haben mir sehr zu denken gegeben. Allerdings sind mir diese sehr wohl bewusst und ich sehe mich tatsächlich als entsprechend gefestigt gegenüber Manipulationsmanövern und Angstprojektionen von außen. Es war jedoch sehr spannend zu lesen, wie diverse Ängste bis hin zu Burn-out-Szenarien den Betroffenen zu einem empfänglichen Opfer der Neuen Rechten machen.

Hohen Rechercheaufwand hat der Autor betrieben, um darzustellen, dass die Entnazifizierung gut gedacht, jedoch schlecht umgesetzt wurde. An diversen konkreten Beispielen weist er nach, was für strategisch bedeutsame Positionen Personen mit nationalsozialistischer Vergangenheit im Nachkriegsdeutschland einnehmen konnten. Für mich persönlich teilweise etwas zu ausführlich und dementsprechend mühselig zu lesen. Gleiches gilt für die Aufstellung der Finanziers, Organisationen, Publizisten und diverser Initiativen, die rechtes Gedankengut fördern und transportieren.

Zusammenhänge zwischen Angst sowie Totalitarismus, Freiheit und Bildung sind verständlich dargestellt. Es ist an der Zeit, den Kampf (natürlich nicht mit Waffen) aufzunehmen und der Neuen Rechten mit gleichen Mitteln entgegenzutreten. Das Buch bietet keine endgültige Lösung, wie die Gefahr gebannt werden kann, und kann nur Denkanstöße liefern. Ich möchte jedem freiheitsliebenden und demokratiebewussten Menschen jedoch nahelegen, sich der Thematik nicht zu verschließen und aktiv seine Wertevorstellungen zu verteidigen.

Kerstin hat am Mittwoch, Mai 8th, 2019 | Geschrieben unter: Horowitz, Emil,Sachbuch | RSS 2.0 | TB | Comments off
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