Kerstins Bücherreich

„Der Bücherwurm liest sogar die Bücher, die er rezensiert.“ Gabriel Laub (1928-98)

 

Autor:

Martin Krist
Verlag: Selfpublishing
ASIN: B07FN5QS1W
E-Book: 232 Seiten
Persönliche
Wertung:

 

 

Kommissar Henry Frei ermittelt wieder

Inhalt:

In Berlin ist ein Serienmörder am Werk. Die Opfer scheinen absolut willkürlich ausgewählt und die Ermittler hinken immer ein wenig hinterher. Kriminalkommissar Henry Frei muss sich wieder an seinen früheren Chef und Freund Oskar Marek wenden, der immer mehr zum Verdächtigen wird. Doch wer hält die Polizei wirklich zum Narren? Und warum kann die gerade noch überglückliche Rebecca ihrem Freund Andreas, dem sie eigentlich einen Heiratsantrag machen wollte, plötzlich überhaupt nicht mehr trauen?

Meine Meinung:

Mit „Stille Schwester“ knüpft Martin Krist unmittelbar an den ersten Henry Frei-Thriller „Böses Kind“ an. Es ist nicht unbedingt nötig, diesen zu kennen, erhöht jedoch das Lesevergnügen. Einige Fragen aus dem ersten Band werden nun beantwortet, noch viel mehr neue jedoch aufgeworfen.

Der tempohafte Schreibstil des Autors sollte einem liegen. Schauplätze und Personen wechseln sehr häufig nach oft kurzen Kapiteln, die auch noch meist mit einem Cliffhanger enden. In einer E-Mail, die der Kommissar offenbar ganz am Ende erhält, lässt Martin Krist auch den Täter wieder zu Wort kommen, was ich immer unglaublich interessant finde, wobei mich seine Motivation diesmal nicht wirklich überzeugte.

Richtig spannend wurde es für mich auch erst im letzten Drittel, wo es dann wirklich Schlag auf Schlag ging. Einige Nebenschauplätze, auch die Story um Rebecca und Andreas, fand ich nicht wirklich notwendig, aber dann wäre der Roman ja noch kürzer geraten. Über allem schwebt natürlich die mehrere Romane übergreifende Story um Marek und seine verschwundene Tochter Alanna, auf deren Auflösung ich wirklich gespannt bin. Auch das komische Verhalten von Frei gibt jede Menge Rätsel auf. Daher ist zu hoffen, dass der nächste Teil nicht gar zu lange auf sich warten lässt.

Kerstin hat am Freitag, November 23rd, 2018 | Geschrieben unter: Krist, Martin,Thriller/Krimi | RSS 2.0 | TB | Comments off

 

Autor:

Nova Meierhenrich
Verlag: Edelbooks
ISBN-10: 3841906362
Klappen-broschur: 217 Seiten
Persönliche
Wertung:

 

 

Beeindruckend offenes Familienporträt – Enttabuisierung einer Volkskrankheit

Inhalt:

Wer die Moderatorin und Schauspielerin Nova Meierhenrich durch die Medien kennt, würde nie vermuten, welch traurige Familiengeschichte sie seit Jahren mit sich herumträgt. Zu gut versteht sie es, den Schein zu wahren, zu funktionieren. Mit ihren Angehörigen kämpfte sie viele Jahre erfolglos den Kampf gegen die häufig unterschätzte Krankheit Depression, die ihr schlussendlich doch den Vater stahl. Sie selbst geriet in den Strudel einer Co-Depression, die eine Therapie notwendig machte. In ihrem Buch möchte Nova Meierhenrich mit Vorurteilen der Krankheit gegenüber aufräumen, Betroffenen und vor allem auch Angehörigen Hilfestellung geben, die ihr und ihrer Familie über Jahre gefehlt hat.

Meine Meinung:

Da ich von dem Thema Depression als Angehöriger persönlich betroffen bin, hat mich die Ankündigung dieses Romans direkt angesprochen. Schon der Titel – „Wenn Liebe nicht reicht“ – sagt sehr viel aus, denn manchmal ist es tatsächlich so, dass alle Liebe, alle Aufopferung, alles verzweifelte Hoffen nicht ausreicht, den Kampf gegen diese heimtückische Krankheit zu gewinnen.

Auch das Cover ist sehr ansprechend. In schwarz-weiß gehalten, zeigt es eine Frau, der man das Leid ansieht, die aber auch mit einer gewissen Hoffnung in die Zukunft blickt.

Beeindruckend offen und ehrlich gibt Nova Einblick in die Leidensgeschichte ihres Vaters, die Reaktionen des Umfelds, die nach wie vor vorhandenen Missstände bei der Behandlung der Krankheit. Mit ihrer Mutter – ihrer engsten Bezugsperson – arbeitet sie systematisch den Verlauf auf, legt auch ihre Zweifel offen, ob nicht an manchen Stellen auch anders hätte gehandelt werden können. Das muss unheimlich schwer gewesen sein und hat mich sehr beeindruckt.

Ich habe mich an so vielen Stellen wiederfinden können, die Angst, die Verzweiflung und auch die Hoffnung so gut nachvollziehen können. Ganz wichtig finde ich, dass so offen wie selten über diese Krankheit gesprochen wurde, die einen weitaus größeren Personenkreis betrifft, als man vermuten möchte.

Die erklärenden Beiträge des Psychiaters Dr. Mazda Adli, einem führenden Depressionsforscher an der Berliner Charité, fand ich sehr aufschlussreich und vor allem für jedermann verständlich dargelegt.

Das Buch sollte für jeden, der auch nur im Ansatz mit dem Thema in Berührung kommt, zur Pflichtlektüre werden. Es berührt, klärt auf und gibt Hilfestellung in einem manchmal vergeblichen Kampf, der es dennoch wert ist, gekämpft zu werden.

Ich danke dem Verlag Edelbooks und Lovelybooks für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares.

Kerstin hat am Mittwoch, Oktober 31st, 2018 | Geschrieben unter: Meierhenrich, Nova,Sachbuch | RSS 2.0 | TB | Comments off

 

Autor:

Rose Snow
Verlag: Ravensburger Buchverlag
ISBN-10: 3473401692
Gebundene Ausgabe 415 Seiten
Persönliche
Wertung:

 

Magische Gaben im mystischen Cornwall

Inhalt:

June möchte gern in Oxford studieren und Anwältin werden. Ihr letztes Schuljahr bei ihrem Onkel in Cornwall zu verbringen, scheint ihr die beste Vorbereitung darauf zu sein. Doch anders als erwartet, landet sie nicht allein bei ihrem Onkel in einem kleinen Cottage, sondern in einem großen Herrenhaus, das sie sich mit den geheimnisvollen und ziemlich unwiderstehlichen Brüdern Blake und Preston teilen muss.

Mitten im Wirrwarr der Gefühle, denen sie sich stellen muss, erwacht in ihr eine magische Gabe, die sie erkennen lässt, ob ihr Gegenüber die Wahrheit sagt. Und noch weitere Geheimnisse scheinen sich um ihre Familie zu ranken, oder sogar ein Fluch?

Meine Meinung:

Ich habe schon einige Bücher von Rose Snow mit großer Begeisterung gelesen, weswegen ich mich auch sehr gern um dieses Exemplar beim Portal vorablesen bemüht habe. Aus persönlichen Gründen konnte ich die letzten Monate kaum lesen, sodass ich erst heute meinen Eindruck des Buches loswerden kann.

Beginnen wir mit dem Cover. Es gibt den Inhalt des Buches recht gut wieder. Wir haben eine Hauptfigur, Cornwall findet Erwähnung und es strahlt insgesamt eine gewisse Magie aus. Besonders mag ich, dass sich unter dem Schutzumschlag, den ich stets abmache, das Cover wiederfindet.

Cornwall mit seinen Mythen und Legenden ist als Setting sehr passend und kommt auch in einigen Szenen gut zur Geltung, sodass man Lust bekommt, es als Reiseziel vorzumerken.

Die Hauptfiguren waren mir weitestgehend sympathisch, wobei es mir Blake noch am meisten angetan hat. Allerdings ist die Konstellation hübsches Mädchen, neu an der Schule, in das sich natürlich die beiden heißesten Jungs verlieben, nicht wirklich neu und wirkt so langsam ermüdend. Auch dass einer besonders den Bad Boy gibt, ist keine Überraschung. Dennoch verursachen die Zusammentreffen der Jungs mit June immer ein gewisses Prickeln und man fragt sich unvermittelt, auf wen ihre Wahl fallen wird. Die Nebenfiguren, besonders Grayson, fand ich extrem gut gelungen.

Die Idee mit den Gaben ist sehr interessant, bietet sie doch unglaubliches Potenzial, welches sich sicher erst in den Folgebänden voll entfalten wird. Insgesamt passiert mir allerdings ein bisschen zu wenig in dem Buch. Es wirkt eher wie ein sehr langer Prolog auf die eigentliche Geschichte. Ein Liebesdreieck bahnt sich an und die Gabe wird entdeckt, mehr findet eigentlich nicht statt. Erst zum Schluss ist die Rede von einem Fluch, der die Familie betrifft.

Ein wenig nervig waren die vielen Wiederholungen des ach so guten Aussehens der Jungs (blaue Augen, muskulöser Körper) und des unwiderstehlichen Duftes. Das zieht das Buch unnötig in die Länge und June mutiert hier zum völlig naiven Teenager, der nichts mehr um sich herum wahrnimmt.

Trotz der kleinen Kritikpunkte lässt sich das Buch gut lesen, was am wirklich guten Schreibstil der Autorinnen liegt, und das Ende macht auch neugierig auf die Fortsetzungen, die ich mir sicher nicht entgehen lassen werde.

Ich danke vorablesen.de und dem Ravensburger Buchverlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares.

Kerstin hat am Samstag, Oktober 20th, 2018 | Geschrieben unter: All Age/Jugend,Fantasy/Paranormal,Snow, Rose | RSS 2.0 | TB | Comments off

 

Autor:

Valentina May

Verlag: Edel-Elements
ASIN: B074GYMR6Z
E-Book: 263 Seiten
Persönliche
Wertung:

 

 

Happy End auf Gut Abendroth?

Inhalt:

Stephanie von Abendroth ist als Immobilienmaklerin in London erfolgreich. Als sie von ihrem Lebenspartner und ihrer besten Freundin hintergangen wird, verliert sie ihren guten Ruf und ein Neubeginn in einer anderen Stadt scheint der einzige Ausweg. Andererseits hat sie aber auch Sehnsucht nach ihrer Heimat und beschließt, vorerst auf Gut Abendroth zurückzukehren. An ihrer Seite ist dabei der geheimnisvolle Oliver, der sie nicht nur einmal aus einer brenzligen Situation rettet, denn Stephanie wird Opfer eines Überfalls. Sollte ihr Bruder Jacob doch noch am Leben sein und ist er gar der Unbekannte, dem Stephanie immer wieder begegnet? Und welche wahren Pläne verfolgt Oliver?

Meine Meinung:

Mit „Frühlingserwachen“ findet die Trilogie um die Schwestern von Gut Abendroth ihren Abschluss. Anders als in den Vorgängerbänden bin ich mit der Hauptfigur diesmal bis zum Ende nicht so ganz warm geworden. Irgendwie erfolgt der Wandel von der High Society-Lady zur Landmaus etwas zu abrupt. Olivers Intension hingegen ist gut nachvollziehbar, seine Zweifel und Bedenken verständlich dargestellt.

Es gibt einige spannende Stellen, wo die Geschichte Fahrt aufnimmt, aber auch zwischendurch ein paar Längen. Im Epilog wird die Geschichte von Jacob verhältnismäßig schnell abgespult. Die Fakten prasseln auf den Leser nieder, sodass man teilweise überfordert wird. Insgesamt kann man mit dem Ende dieser dramatischen Familiensaga jedoch zufrieden sein und der tolle, bildhafte Schreibstil der Autorin ist auch im Abschlussband ein großes Plus.

Der Roman lässt sich einzeln lesen, aber im Gesamtpaket macht die Geschichte der Abendroths einfach mehr Spaß. Wer also Familiendrama mit ein bisschen Romantik mag, macht mit dieser Trilogie sicher keinen Fehlgriff.

Kerstin hat am Mittwoch, August 1st, 2018 | Geschrieben unter: Frauen,Liebesroman,May, Valentina | RSS 2.0 | TB | Comments off

 

Autor:

Sebastian Fitzek
Verlag: Droemer
ISBN-10: 3426199203
Gebundene Ausgabe 361 Seiten
Persönliche
Wertung:

 

Öffne nie fremde Pakete …

Zum Inhalt:

Die Psychiaterin Emma Stein wird während eines Hotelaufenthalts Opfer des „Friseurs“. Dieser schert Prostituierten die Haare, vergewaltigt und tötet sie. Emma passt nicht ins Profil, vor allem entkommt sie lebend, weshalb ihre Umwelt, auch ihr Mann, am Wahrheitsgehalt ihrer Aussage zweifelt. Sie hat ihr Baby verloren und traut sich seit Monaten nicht mehr aus dem Haus, von Ängsten völlig in Beschlag genommen. Da bittet der Postbote sie, ein Paket für einen unbekannten Nachbarn anzunehmen. Für Emma ein Grund ihrer Paranoia freie Bahn zu lassen …

Meine Meinung:

Nachdem ich sonst jeden Fitzek der letzten Jahre direkt nach Erscheinen gelesen habe, wollte es mir diesmal aus Zeitgründen nicht gelingen. Dabei hat mich mein Lieblings-Thrillerautor auch diesmal nicht enttäuscht. Innerhalb kürzester Zeit habe ich den Roman verschlungen und jede noch so kleine Unterbrechung fiel mir schwer. Das titelgebende Paket spielt nicht die große Rolle, von der man ausgegangen ist, jedoch tut das der Spannung keinen Abbruch. An der Stelle möchte ich auch gleich mal die tolle Aufmachung der Hardcover-Ausgabe in Form eines Paketes loben.

Hauptfigur Emma Stein handelt ganz sicher nicht rational und oft recht unberechenbar, aber schließlich ist sie stark traumatisiert, sodass ihr nicht wirklich ein Vorwurf zu machen ist. Mögen sich auch viele darüber beschweren, ich mag die kurzen Kapitel und die – vielleicht nicht immer notwendigen – Cliffhanger. Genau das liebe ich an Fitzek, er lässt mich einfach alles um mich herum vergessen. Einiges war vorhersehbar, anderes wieder nicht. Ich hatte zum Beispiel eine andere Täterfigur auf dem Schirm.

Alles in allem hat mich dieser Fitzek wieder restlos überzeugt und ich freue mich schon darauf, bald die „Flugangst“ lesen zu können. Ich mag einige deutsche Thriller-Autoren, aber dieser steht nach wie vor ganz oben auf der Liste.

Kerstin hat am Donnerstag, Juli 26th, 2018 | Geschrieben unter: Fitzek, Sebastian,Thriller/Krimi | RSS 2.0 | TB | Comments off

 

Autor:

Ruth Jones
Verlag: Harper Collins
ISBN-10: 3959672020
Gebundene Ausgabe 480 Seiten
Persönliche
Wertung:
,5

 

Wenn Begehren den Verstand ausschaltet

Inhalt:

Callum ist glücklich verheiratet, die Geburt seines dritten Kindes steht bevor. Da begegnet ihm die achtzehn Jahre jüngere Studentin Kate. Es ist Liebe auf den ersten Blick. Ein verzehrendes Verlangen führt zu einer Affäre der beiden. Als diese auffliegt, entscheidet sich Callum jedoch für seine Familie und bricht Kate damit das Herz.

Siebzehn Jahre später, auch Kate ist inzwischen verheiratet und hat eine kleine Tochter, begegnen sie sich wieder – und begehren sich wie am ersten Tag. Werden sie ihre zweite Chance nutzen und mit ihrem Egoismus ihre Familien ins Unglück stürzen?

Meine Meinung:

Der Debütroman von Ruth Jones hat mich, obwohl ich aus persönlichen Gründen etwas länger dafür gebraucht habe, von der ersten Seite an gepackt. Callum und Kate sind nicht wirklich sympathische Charaktere, eher im Gegenteil. Durch ihre Verhaltensweise verletzen sie ihre Umwelt und tun sich schlussendlich selbst am meisten weh. Aber die Autorin schafft es ausgezeichnet, das Auf und Ab der Gefühle der beiden, die alles verzehrende Leidenschaft, die jede Grenze sprengt, rüberzubringen. Ich habe mit ihnen genauso mitgelitten wie mit ihren Angehörigen, den eigentlichen Leidtragenden dieser stürmischen Liebesbeziehung.

Obwohl der Fokus klar auf Callum und Kate liegt und durch die wechselnden Perspektiven ein umfassender Einblick in die Gefühlswelt möglich ist, gibt es mit den jeweiligen Ehepartnern Belinda und Matt sowie seiner Studienfreundin Hetty auch interessante Nebencharaktere, die das Ganze immer wieder etwas auflockern und ebenso auf falsche Obsessionen hinweisen.

Als Leser fragt man sich unmittelbar, wie man selbst in gewissen Situationen handeln würde, ob alle Entscheidungen des eigenen Lebens wohl die richtigen waren. Der Schreibstil ist absolut flüssig und stets fesselnd. Das Ende vielleicht nicht für jedermann befriedigend, aber alles in allem sehr realistisch und nachvollziehbar. Denn es ist nun einmal so im Leben, dass das Gras auf der anderen Seite in den meisten Fällen eben doch nicht grüner ist. Doch man wird es nie erfahren, wenn man in Starre verharrt und nicht wenigstens den Versuch unternimmt, sein Glück zu finden.

Allen, die eine intensive Liebesgeschichte mögen, kann ich das Buch wirklich ans Herz legen.

Das Buch wurde mir von Harper Collins als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt, wofür ich mich herzlich bedanke.

Kerstin hat am Dienstag, Juli 10th, 2018 | Geschrieben unter: Frauen,Jones, Ruth,Liebesroman,Literatur allg. | RSS 2.0 | TB | Comments off

lesung_saleschAm Freitag, dem 8. Juni 2018, durfte ich in unserer Bibliothek einer Lesung von Barbara Salesch beiwohnen. Die dem breiten Publikum als TV-Richterin bekannt gewordene Juristin wusste von der ersten Minute an, ihr Publikum in den Bann zu ziehen.

Aus ihrem Buch „Ich liebe die Anfänge! Von der Lust auf Veränderung“ las sie nur wenige Passagen direkt. Vielmehr fasste sie ihre vier einschneidenden Lebensabschnitte – Kindheit/Jugend, Studium und Arbeit als Richterin, TV-Karriere und schlussendlich ihr jetziges Dasein als Künstlerin – mit eigenen Worten zusammen. Dabei glänzte sie mit unheimlich viel Esprit, Charme und Eloquenz. Es war den gefesselten Zuhörern unmöglich, von der Lebensgeschichte dieser vielseitigen Frau nicht fasziniert zu sein.

Mich persönlich machten einige Themen auch nachdenklich, vor allem was die Gleichstellung der Frau betrifft, aber schafften es auch, mir ein Stück weit Mut saleschundichzu vermitteln, dass in jedem Neuanfang auch eine Chance wohnt, für mich gerade ein sehr aktuelles Thema.

Nach der Lesung nahm sich Frau Salesch noch die Zeit, alle Autogrammwünsche zu erfüllen, signierte fleißig die zu erwerbenden Bücher und stand für Fotos zur Verfügung.

Ich habe das Buch noch nicht gelesen, an welchem ich selbstverständlich nicht vorbeigehen konnte, aber ich freue mich darauf, tiefer in diese Biografie einzutauchen. Denn mein Fazit der Lesung – Barbara Salesch ist eine patente, lebensbejahende und nie den Mut verlierende Frau, die man sich als Beispiel nehmen sollte.

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Kerstin hat am Sonntag, Juni 10th, 2018 | Geschrieben unter: Allgemein | RSS 2.0 | TB | Comments off

 

Autor:

Elisabeth Herrmann
Verlag: cbj Verlag
ISBN-10: 3570165132
Gebundene Ausgabe 474 Seiten
Persönliche
Wertung:

 

Unbequemes Thema großartig verpackt

Zum Inhalt:

Das Chocolaterie-Geschäft ihrer Eltern in Meißen soll eines Tages der große Bruder übernehmen. Also sucht Mia nach beruflichen Alternativen und entscheidet sich, Journalismus zu studieren. Für die Aufnahmeprüfung soll ein Familienfoto recherchiert werden. Dies ist schnell gefunden, denn schon immer hängt im Laden das Bild von einem riesengroßen Nashorn aus Schokolade, dazu Gottlob Herder aus Lüneburg und der kleine Jakob Arnholt, Mias Urgroßvater. Jakob ist schwarz und einst aus der Kolonie „Deutsch-Südwestafrika“ ins Land gekommen.

Mia interessiert sich brennend für seine Geschichte und macht sich auf den Weg nach Lüneburg, wo die Nachkommen von Gottlob Herder noch immer eine große Schokoladenfabrik führen. Ein Mord und mehrere Anschläge auf ihr Leben zeigen, dass sie einem Geheimnis auf der Spur ist, das keinesfalls ans Tageslicht dringen soll.

Meine Meinung:

Der neue Jugendroman von Elisabeth Herrmann hat mich wirklich begeistert. Es mag weniger Thriller drin sein als in dem letzten, den ich von ihr gelesen habe – „Die Mühle“. Dieser erschien mir aber auch für die Altersgruppe fast zu heftig.

Die Schokoladenherstellung bildet für den Roman nur die Rahmenhandlung, Hauptthema ist die wenig rühmliche Rolle Deutschlands in der Kolonialzeit, die nach wie vor ein Tabuthema zu sein scheint, obwohl die Vernichtung der Herero inzwischen als Völkermord anerkannt wurde. Ich zumindest hatte zu dem Thema bisher so gut wie noch gar nichts gelesen oder auch von der Schule her behalten, weshalb ich auch immer wieder begeistert bin, wie toll die Autorin geschichtlich brisantes Material mit einer spannenden Story zu verknüpfen vermag.

Der Roman ist wirklich keine Minute langweilig und es macht großen Spaß gemeinsam mit Mia die verworrenen Rätsel einer längst vergangenen Zeit aufzudecken. Sie ist eine tolle Hauptfigur, mit der ich mich sofort identifizieren konnte. Ein Mord und mehrere Anschläge auf das Leben halten die Spannung auch enorm hoch, es werden einige Spuren gelegt, um schließlich dann doch bei einem von mir nicht vermuteten Täter zu landen. Auch eine kleine Liebesgeschichte bahnt sich an, die aber absolut nicht überhand, jedoch ein süßes Ende nimmt.

Der Schreibstil von Elisabeth Herrmann ist einfach großartig, flüssig zu lesen, immer auf dem Punkt und von mitreißender Qualität. Das Buch ist kein splattermäßiger Thriller, sondern bietet nebenbei auch noch Einblick in ein dunkles Kapitel deutscher Geschichte, vor dem wir auch heute noch keinesfalls die Augen verschließen sollten.

Absolut überzeugend und definitiv zu empfehlen für den anspruchsvollen jungen, aber auch älteren Leser.

Ich danke dem cbj-Verlag für die Bereitstellung eines Leseexemplares.

Kerstin hat am Sonntag, Mai 27th, 2018 | Geschrieben unter: All Age/Jugend,Herrmann, Elisabeth,Thriller/Krimi | RSS 2.0 | TB | Comments off

 

Autor:

Michael E. Vieten
Verlag: Abacus Verlag
ASIN: B07B7R9GW3
E-Book: 296 Seiten
Persönliche
Wertung:
,5

 

 

Der Mensch ist des Menschen Wolf

Inhalt:

Im Wolfsgehege eines Tierparks im Hunsrück werden menschliche Überreste gefunden. Ein willkommener Anlass für die Gegner der Einrichtung, die eine Schließung aufgrund finanzieller Interessen befürworten, die Angst der Menschen in der näheren Umgebung zu schüren. Christine Bernard beginnt zu ermitteln und schnell kristallisieren sich mehrere mögliche Spuren heraus. Wer steckt wirklich hinter dem feigen Mord? Die Kommissarin gibt alles und gerät dabei erneut mehr als einmal selbst in Lebensgefahr.

Meine Meinung:

Inzwischen hat Michael E. Vieten den 4. Band um Christine Bernard vorgelegt. Die vorherigen Fälle werden teilweise kurz angeschnitten, es ist aber nicht nötig, diese vorab gelesen zu haben.

Mit der Einbeziehung des Wolfes in seinen Kriminalfall nimmt sich der Autor erneut eines aktuellen Themas an, denn die zunehmende Wiederansiedlung des Wolfes in Deutschland ruft sowohl Gegner als auch Befürworter dieses großartigen Tieres auf den Plan, womit ausgedrückt sein sollte, auf welcher Seite ich mich sehe.

Es ist deutlich zu spüren, dass der Autor auf Kritik reagiert. Die hohe Attraktivität der Kommissarin ist diesmal gar kein Thema, auch die Namensbezeichnungen sind angenehmer zu lesen. Christine ist weit weniger starrsinnig, hat also auch eine Entwicklung durchgemacht und die allzu häufigen spontanen Perspektivwechsel wurden ebenfalls reduziert.

Der Leser bekommt interessante Hintergrundinfos zum Wolf an sich und die vielfältigen Spuren ermöglichen ein Miträtseln bis zum Schluss. Das Ende ist auch nicht wirklich vorhersehbar, wenn auch gut nachvollziehbar. Durch gute polizeiliche Ermittlungsarbeit erschließt sich Schritt für Schritt die Lösung. Dennoch wird es nie langweilig und an einigen Stellen, wenn sich Christine doch mal wieder allein dem Gegner stellt, sogar so richtig spannend.

Das Einfließen ihres Privatlebens im genau richtigen Umfang macht die Kommissarin noch sympathischer und menschlicher.

Alles in allem ein wirklich gut recherchierter und aufbereiteter Kriminalfall, der auch Leser mit empfindlicherem Gemüt überzeugen sollte. Es bleibt auf jeden Fall spannend bei Christine Bernard und ich werde ihre Tätigkeit als Kommissarin bestimmt weiterverfolgen.

Ich danke dem Autor bzw. dem Abacus Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares.

Kerstin hat am Sonntag, Mai 20th, 2018 | Geschrieben unter: Thriller/Krimi,Vieten, Michael E. | RSS 2.0 | TB | Keine Kommentare

 

Autor:

Rose Snow
Verlag: Selfpublishing
ISBN-10: 1980665850
TB: 337 Seiten
Persönliche
Wertung:
,5

 

 

Modernes Märchen über die Suche nach der wahren Liebe

Inhalt:

Im britischen Königshaus gibt der Zweitgeborene, Prinz Henry, gern den Partyprinz und forciert Schlagzeilen geradezu. Die Liebe ist für ihn nur ein Spiel, bis er eines Tages den Schauspielerinnen Haley und Maxine begegnet. Beide haben von Beginn an eine unwiderstehliche Anziehungskraft auf ihn.

Seit Jahrhunderten soll ein Fluch über der Königsfamilie liegen und nur ein Kuss der wahren Liebe in einer bestimmten Vollmondnacht ist in der Lage, ihn zu brechen. Prinz Henry glaubt natürlich nicht daran, doch die Zufälle häufen sich und schlussendlich muss er eine Entscheidung treffen.

Meine Meinung:

Mit „Der Prinz und die Schauspielerin“ legt das Autorenduo Rose Snow einen märchenhaften Roman vor, der für sich allein steht und nichts mit ihren anderen Reihen zu tun hat.

Parallelen zum tatsächlichen britischen Königshaus sind unverkennbar und sicher beabsichtigt. Aber auch an die Serie „The Royals“ fühlte ich mich oft erinnert und hatte an diesen Doppeldeutigkeiten besonders viel Spaß.

Die Perspektive wechselt zwischen Henry, dem Prinzen und Haley sowie Maxine. Da jeder seine eigene Sicht auf gewisse Situationen schildert, kommt es schon mal zu Überschneidungen, aber das fand ich besonders interessant und nicht etwa störend. Sympathisch waren die Damen irgendwie beide, da wäre auch mir eine Entscheidung schwergefallen. Aber in diesem Fall muss man wohl einfach sein Herz sprechen lassen.

Genial gelöst auch die Einschübe der „echten“ und der „unechten“ Liebe. Hier konnte der Leser wunderbar miträtseln, wer nun wer ist. Auch ich habe meine Meinung mehrmals über den Haufen geworfen. An einer Stelle, meine ich, wird zu viel verraten, aber da auch durch die gespielten Märchen auf einer Geburtstagsfeier (tolle Idee übrigens, wäre ich sofort dabei) ständig die Haarfarben der Damen wechseln, hatte ich zum Ende hin auch wieder keinen Plan. Die Auflösung ist wunderschön und alle finden ihr Happy End. Wer nun welchen Traumprinzen bekommt, müsst ihr schon selbst lesen.

Ein wirklich schöner Ausflug in die Welt der Märchen, voller Romantik und großer Gefühle, auf den Rose Snow mich wieder einmal mitgenommen haben.

Ich danke den Autorinnen für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares, was meine Meinung aber nicht beeinflusst hat.

Kerstin hat am Dienstag, Mai 1st, 2018 | Geschrieben unter: Fantasy/Paranormal,Liebesroman,Snow, Rose | RSS 2.0 | TB | Keine Kommentare
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