Kerstins Bücherreich

„Der Bücherwurm liest sogar die Bücher, die er rezensiert.“ Gabriel Laub (1928-98)

 

Autor:

Adriana Jakob
Verlag: Selfpublishing
ISBN-10: 978-3748163299
Taschenbuch: 371 Seiten
Persönliche
Wertung:

 

 

Mord im Freundeskreis

Inhalt:

Als Kommissar Rauch nach einem feucht-fröhlichen Klassentreffen mit einem Kater erwacht, rechnet er nicht damit, umgehend mit einem äußerst persönlichen Fall konfrontiert zu werden. Denn ausgerechnet in der Turnhalle seiner alten Schule wird eine Leiche gefunden. Und Rauch kennt nicht nur das Opfer sehr gut, sondern vermutlich auch den Täter. Er weigert sich jedoch, daran zu glauben, dass einer seiner engsten Freunde ein Mörder sein könnte. Seine geschätzte Kollegin und Fallanalytikerin Dr. Sophie Hagen hilft ihm bei den Ermittlungen, bei denen Rauch den Täter vorerst bewusst außerhalb seines Freundeskreises auf die Spur kommen will.

Meine Meinung:

Die erfolgreiche Autorin Adriana Popescu wagt sich mit neuem Pseudonym erstmals ins Krimi-Genre, welches sie persönlich sehr schätzt. Ich war gern bereit, ihren Kommissar Rauch bei seinem ersten Fall zu begleiten.

Das Buch liest sich äußerst flüssig, hält unter anderem auch aufgrund der kurzen und dialoglastigen Kapitel konstant ein hohes Spannungsniveau und lässt den Leser bis zur Auflösung miträtseln. Auf dem Weg dahin gibt es die ein oder andere überraschende Wendung. Genau so, wie ich es mag. Allerdings hat der Kommissar an der erfolgreichen Klärung des Falls keinen wirklich großen Anteil. Beinahe täglich fliegt ihm quasi ein neues Detail zu, wobei auch Kollege Zufall keine kleine Rolle spielt, und schlussendlich setzt sich das Puzzle eher selbsttätig zusammen.

Dass der Autorin ihr Stuttgart sehr am Herzen liegt, spürt man auf jeder Seite. Obwohl ich die Stadt noch nie besucht habe, wird alles so bildhaft beschrieben, dass ich mir vieles gut vorstellen konnte und der Wunsch in mir erwachte, ihr einmal einen Besuch abzustatten.

Besonders gelungen fand ich die Charakterisierung der Figuren. Nicht nur Rauch und seine Kollegin Hagen sind eindrucksvoll skizziert mit all ihren persönlichen Problemen, auch die weiteren Nebenfiguren wie EDV-Genie Frederike Jansen, der Gerichtsmediziner oder auch Kollege Dörflinger machen einen sehr sympathischen Eindruck, sodass man einfach mehr von ihnen lesen möchte. Es gibt keine explizite Liebesgeschichte, aber so ein bisschen unterschwellig ist bei Hagen und Rauch etwas zu spüren. Ich glaub, da geht noch was. Zu sehr leidet Rauch unter einem möglichen Verlust seiner Kollegin.

Was mir ein wenig Schwierigkeiten bereitet hat beim Lesen waren die Namen. Es wird von der Person relativ willkürlich mal mit Vor-, mal mit Nachnamen, mal mit Berufsbezeichnung gesprochen. Da Sophie nun aber mit Hagen auch noch einen Nachnamen hat, der ebenfalls als Vorname vorkommt und in meinem näheren Umfeld sehr präsent ist, hatte ich mitunter Schwierigkeiten bei der Geschlechterzuordnung.

Die Mischung zwischen persönlichen Befindlichkeiten der Ermittler und dem Fortgang der Ermittlungen war perfekt ausgeglichen, sodass nichts auf der Strecke blieb. Potential für weitere spannende Fälle ist auf jeden Fall gegeben und ich kann den Krimi Liebhabern weniger blutrünstiger Geschichten, die dafür aber viel Lokalkolorit und ausgefeilte Charaktere zu bieten haben, sehr empfehlen.

Kerstin hat am Montag, Juli 1st, 2019 | Geschrieben unter: Jakob, Adriana,Popescu, Adriana,Thriller/Krimi | RSS 2.0 | TB | Comments off

 

Autor:

Kristina Valentin
Verlag: Diana Verlag
ISBN-10: 3453359615
Taschenbuch: 333 Seiten
Persönliche
Wertung:

 

 

Im Einklang mit der Natur

Inhalt:

In einer kleinen Pension im idyllischen Örtchen Lindenbühl treffen Klara und Romy aufeinander. Die eine hingebungsvolle Besitzerin, deren Lebenswerk durch ein Bauprojekt in Gefahr gerät und deren Träume noch in eine ganz andere Richtung gehen. Die andere tief verzweifelt aufgrund eines unerfüllten Kinderwunsches, der sogar ihre Ehe in Gefahr bringt. Der wunderschöne Garten ist für beide Trost und Erdung. Kann er helfen, ihnen den richtigen Weg zu weisen?

Meine Meinung:

Der zweite von Kristina Valentin bei Diana erschienene Roman ist ein sehr ruhiges Buch. Und gerade das hat mir besonders gefallen. Ich konnte mich sehr gut fallen lassen und vom täglichen Alltagsstress Abstand nehmen. Der Garten mit all seinen Eigenheiten wurde von der Autorin wunderbar beschrieben und obwohl ich wahrlich kein großer Gärtner bin, momentan leider nicht mal Zugang zu einem Garten habe, zog es mich unweigerlich raus in die Natur und ich war versucht, auch mal einen Baum zu umarmen. Man spürt deutlich Kristinas Liebe zur Natur und wie wichtig ihr der richtige Umgang mit ihr ist. Es steckt auf jeden Fall Magie im Buch, vielleicht an der einen oder anderen Stelle ein wenig überzogen. Der feinsinnige Humor, den ich bei der Verfasserin schon seit Jahren so liebe, ist ebenfalls Bestandteil.

Die Hauptfiguren Klara und Romy, aus deren Perspektive immer im Wechsel erzählt wird, waren mir direkt sympathisch. Aber auch den Nebenfiguren, wie anderen Gästen oder auch den liebenswerten Lindenbühlern, versteht es die Autorin, Leben einzuhauchen. Das Buch bietet weder große Überraschungen hinsichtlich des Endes noch übermäßige Dramatik. Eben ein stilles Wunder, für das man sich öffnen muss. Der Anhang mit Balkon- und Gartentipps passt perfekt zum Buch und ich freue mich schon auf mein nächstes Waldbaden.

Fans der Autorin, vor allem aber Natur- und Gartenliebhaber können mit dem Buch absolut nichts falsch machen. Nehmt euch eine Auszeit und taucht ab in die verträumte Welt von Lindenbühl.

Ich danke dem Diana-Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares.

Kerstin hat am Dienstag, Juni 11th, 2019 | Geschrieben unter: Frauen,Liebesroman,Literatur allg.,Valentin, Kristina | RSS 2.0 | TB | Comments off

Dämonenblut_Alle Teile Klein

 

Das Dutzend ist voll! Gerade ist mit “Tyson” der letzte Band erschienen. Für mich ein Anlass, heute einmal auf die wunderbare Dämonen-Reihe von Katy Mendes hinzuweisen. Ich durfte diese von Beginn an als Korrektor begleiten, was meine Meinung als Leser jedoch keinesfalls beeinflusst.

Die Reihe startet mit “Elios” in der Dämonenwelt Justpan. Spätestens aber als das Geschehen mit den Folgebänden ins Moskau der Jetztzeit verlagert wurde, war ich angefixt. Und die Bücher wurden einfach von Band zu Band besser. Unglaublich fantasievoll ersann die Autorin für jeden der Dämonen die passende Geschichte. Aber es treiben keinesfalls nur Dämonen ihr Unwesen in diesem paranormalen Universum, auch “normale” Menschen, Hexen und Vampire müssen hart für eine positive Wendung ihres Schicksals kämpfen.

Mich begeisterte, wie viele völlig unterschiedliche Storylines der Feder von Katy Mendes entsprangen. Natürlich hat sicher jeder Leser seine heimlichen Lieblinge. Mir sind besonders Diabas, Lynette, Jacob und Alexej ans Herz gewachsen und es war jedes Mal ein Fest, wenn es ein Wiederlesen mit den geliebten Charakteren in den Folgebänden gab. Der Abschied fällt nicht leicht, aber man soll ja aufhören, wenn es am schönsten ist.

Wer abwechslungsreiche Geschichten voller Emotionen (nicht selten musste ich mir eine Träne aus dem Augenwinkel wischen), Liebe, Dramatik und Spannung liebt, der kann mit den Dämonen von Katy Mendes nichts falsch machen. Schaut sie euch näher an, es lohnt sich!

Kerstin hat am Mittwoch, Juni 5th, 2019 | Geschrieben unter: Allgemein,Mendes, Katy | RSS 2.0 | TB | Comments off

 

Autor:

Sebastian Fitzek
Verlag: Droemer
ISBN-10: 978-3426277829
Gebundene Ausgabe 254 Seiten
Persönliche
Wertung:

 

 

Was ist es, das im Leben zählt?

Zum Inhalt:

Ein Kompass für das große Abenteuer namens Leben – so der Untertitel des neuen Buches von Bestsellerautor Sebastian Fitzek. Diesmal kein Thriller, sondern ein Ratgeber für seine noch sehr jungen Kinder, um sie auf ihrem Lebensweg zu unterstützen. Und da dieses Buch nicht als Vermächtnis beim Notar hinterlegt, sondern der breiten Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt wurde, auch ein Buch für alle, die manchmal zweifeln, einen Sinn in ihrem Dasein suchen und vielleicht vom Weg abgekommen sind.

Meine Meinung:

Zugegeben, ich bin ein großer Fitzek-Fan, zwar nicht der ersten Stunde, aber schon recht lange. Von diesem, seinem neuesten Werk erfuhr ich, als er es in einer Talkshow vorstellte. Was dort darüber erzählt wurde und gewisse Auszüge haben in mir schnell den Wunsch geweckt, es lesen zu wollen und schon bald bekam ich es auch geschenkt.

So gern ich seine Thriller lese, dieses, sein wohl persönlichstes Buch, hat mich mehr als alle zuvor beeindruckt. Ich bin ein Mensch mit geringem Selbstwertgefühl, der oft zweifelt, eigentlich ständig auf der Suche nach einem Sinn ist. Zu neunzig Prozent gibt mir dieser Ratgeber tatsächlich Antworten auf meine Fragen, ich muss sie nur noch verinnerlichen und danach leben. Dafür danke ich Sebastian wirklich sehr.

Am liebsten hätte ich mit Lineal und Textmarker gearbeitet, so viele kluge Worte und Thesen enthält dieses Buch. Viele davon für die meisten wahrscheinlich selbstverständlich, aber danach zu handeln, ist sicher ungleich schwerer. Definitiv werde ich es irgendwann noch einmal lesen, was wirklich selten vorkommt.

Die eingeflossenen persönlichen Episoden aus dem Leben des Autors haben mich beeindruckt und ihn nur noch sympathischer wirken lassen. Seine Kinder können sich wirklich glücklich schätzen, so einen Vater zu haben. Seine tiefe Liebe zu ihnen klingt aus jeder Zeile. Es gibt wunderbar humorvolle Stellen, aber auch ernste Themen. Die perfekte Balance in einem Buch, das Mut macht, seinen eigenen Weg zu gehen und nicht das Leben anderer zu leben.

Ich kann es einfach nur wärmstens empfehlen, ob für jüngere Semester und den eigenen Weg oder auch wie in Fitzeks Fall für Eltern, um ihren Kindern einen kleinen Reisekompass mitzugeben.

Kerstin hat am Dienstag, Mai 21st, 2019 | Geschrieben unter: Fitzek, Sebastian,Sachbuch | RSS 2.0 | TB | Comments off

 

Autor:

Emil Horowitz
Verlag: Selfpublishing
ASIN: B07FLZFPCS
E-Book: 131 Seiten
Persönliche
Wertung:

 

 

Alles nur aus Angst

Inhalt:

Die Zeit, in der wir leben, ist von verschiedensten Ängsten geprägt. Diese machen die Menschen anfällig für demokratiefeindliche und autoritäre Strömungen. Das Sachbuch von Emil Horowitz erklärt die historischen Zusammenhänge, beschäftigt sich mit den Methoden, wie der Rechtspopulismus Angst zur Erreichung seiner Ziele einsetzt, und wirft einen entlarvenden Blick auf das alle Bereiche umfassende Netzwerk der Neuen Rechten aus Finanziers, Denkfabriken, Kaderschmieden und Medien.

Meine Meinung:

Niemandem kann es entgangen sein, dass in den vergangenen Jahren ein alarmierender Rechtsruck unsere demokratische Welt bedroht. Doch wer beschäftigt sich schon genauer mit den Hintergründen, analysiert, wie groß die Gefahr bereits ist und wohin es führt, wenn nicht der fortschreitenden Verrohung des gesellschaftlichen Klimas aus Hass und Intoleranz Einhalt geboten wird. Emil Horowitz hat es getan und damit auch mir in einigen Bereichen die Augen etwas weiter geöffnet.

Gerade die Kapitel zu den verschiedenen Angstformen – treffen doch viele davon auf mich persönlich zu – haben mir sehr zu denken gegeben. Allerdings sind mir diese sehr wohl bewusst und ich sehe mich tatsächlich als entsprechend gefestigt gegenüber Manipulationsmanövern und Angstprojektionen von außen. Es war jedoch sehr spannend zu lesen, wie diverse Ängste bis hin zu Burn-out-Szenarien den Betroffenen zu einem empfänglichen Opfer der Neuen Rechten machen.

Hohen Rechercheaufwand hat der Autor betrieben, um darzustellen, dass die Entnazifizierung gut gedacht, jedoch schlecht umgesetzt wurde. An diversen konkreten Beispielen weist er nach, was für strategisch bedeutsame Positionen Personen mit nationalsozialistischer Vergangenheit im Nachkriegsdeutschland einnehmen konnten. Für mich persönlich teilweise etwas zu ausführlich und dementsprechend mühselig zu lesen. Gleiches gilt für die Aufstellung der Finanziers, Organisationen, Publizisten und diverser Initiativen, die rechtes Gedankengut fördern und transportieren.

Zusammenhänge zwischen Angst sowie Totalitarismus, Freiheit und Bildung sind verständlich dargestellt. Es ist an der Zeit, den Kampf (natürlich nicht mit Waffen) aufzunehmen und der Neuen Rechten mit gleichen Mitteln entgegenzutreten. Das Buch bietet keine endgültige Lösung, wie die Gefahr gebannt werden kann, und kann nur Denkanstöße liefern. Ich möchte jedem freiheitsliebenden und demokratiebewussten Menschen jedoch nahelegen, sich der Thematik nicht zu verschließen und aktiv seine Wertevorstellungen zu verteidigen.

Kerstin hat am Mittwoch, Mai 8th, 2019 | Geschrieben unter: Horowitz, Emil,Sachbuch | RSS 2.0 | TB | Comments off

 

Autor:

Melinda Metz
Verlag: Knaur
ISBN-10: 978-3-426-52321-6
Taschenbuch: 351 Seiten
Persönliche
Wertung:

 

 

Ein Kätzchen auf Liebesmission

Inhalt:

Jamie hat dank einer Erbschaft das Glück, einen Neuanfang in Hollywood wagen zu können. Es soll ihr Jahr werden, wo sie sich einer neuen beruflichen Herausforderung stellen und vor allem um Männer, die ihr bisher nie gutgetan haben, einen großen Bogen machen möchte. Ihr Kater MacGyver, der seinen Namen völlig zu Recht verdient, ist da anderer Meinung. Sein Frauchen ist einsam, er kann es riechen. Also geht er auf Liebesmission und wird zum Dieb auf vier Pfoten, wobei er äußerst kreativ vorgeht. Denn auch andere einsame Menschen in seinem neuen Umfeld brauchen dringend seine Hilfe.

Meine Meinung:

Um mich als großer Katzenliebhaber war es bereits beim Blick auf das süße Cover des Buches geschehen. Und auch danach hat MacGyver umgehend mein Herz gestohlen. Es ist einfach entzückend, ihn auf seinen Raubzügen zu begleiten und dementsprechend haben mir auch die Passagen aus seiner Sicht am besten gefallen. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass das eine oder andere Tier so viel Einfühlungsvermögen für sein Herrchen bzw. Frauchen aufbringt. Auch meine Kater haben bei großer Traurigkeit meinerseits schon mit mir mitgelitten.

Alles in allem ist es eine warmherzige Liebesgeschichte, die sicherlich recht vorhersehbar daherkommt, aber dennoch durch die Komponente des süßen Meisterdiebs einen äußerst charmanten Touch erhält. Ich mochte auch Jamie und David sehr und sie haben ihr Glück verdient. Wohlmeinende Freunde und teils skurrile Nachbarn wirbeln die ganze Geschichte gehörig durcheinander und der Humor kommt dabei keinesfalls zu kurz.

Der Leser sollte keine hochtrabende Literatur erwarten, sondern sich einfach mal fallen- und unterhalten lassen von einem wunderbar leichten Roman voller Romantik, Witz und Charme. Natürlich werden Katzenliebhaber ein ganz besonderes Vergnügen empfinden und ich bin mir sicher, jeder von ihnen ist gespannt auf weitere Abenteuer mit Mac.

Ich danke vorablesen.de und dem Knaur Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares.

Kerstin hat am Dienstag, Mai 7th, 2019 | Geschrieben unter: Humor,Liebesroman,Metz, Melinda,Tiergeschichten | RSS 2.0 | TB | Comments off

 

Autor:

Nina Laurin
Verlag: Knaur
ISBN: 978-3-426-65411-8
Klappen-broschur: 376 Seiten
Persönliche
Wertung:

 

 

Wenn der böse Zwilling dich in den Abgrund zieht

Zum Inhalt:

Andrea Boudreaux hat ihr Leben mehr schlecht als recht im Griff. Es ist zwölf Jahre her, dass sie schwer verletzt der Flammenhölle entkam, bei der ihre Eltern den Tod fanden. Ihr Zwillingsbruder Eli, ein Sonnyboy und bei allen beliebt, wurde damals des Mordes bezichtigt und weggesperrt. Inzwischen ist er wieder auf freiem Fuß und dringend tatverdächtig, ein junges Mädchen aus Andreas Umfeld getötet zu haben. Schnell wird ihr bewusst, dass Eli auf einem Rachefeldzug ist. Wird er auch vor ihr nicht Halt machen?

Meine Meinung:

„Böser als du denkst“ ist mein erster Thriller von Nina Laurin. Die Autorin hat es geschafft, mich an das Buch zu fesseln. Vor allem spielt sie gekonnt mit den Erwartungen des Lesers, lässt ihn immer wieder schwanken, wer gut, wer böse, wer Täter, wer Opfer ist. Letzten Endes ist nichts, wie es scheint und es gibt immer wieder Überraschungen.

Durch die Zeitsprünge in die Vergangenheit vor dem Brand werden das Leben und die unterschiedliche Entwicklung der Zwillinge gut beleuchtet. Handlungsweisen in der Jetztzeit dadurch nachvollziehbarer. Dennoch fehlt immer das letzte Stückchen Wahrheit, das dem Ganzen einen Sinn verleiht.

Zugegeben, einige Entwicklungen konnte ich als geübter Thrillerleser gut voraussehen, anderes hat schlussendlich auch mich auf die falsche Fährte gelockt. Das Buch endet in einem atemberaubenden Showdown, der keine Fragen offen lässt, aber dennoch Zweifel, ob man sich diesen Ausgang gewünscht hätte.

Das Buch ist ein gelungener Coup für Thrillerfans, denen es mehr um die Psyche als um das Vergießen von literweise Blut geht, und glänzt durch seine Undurchschaubarkeit sowie die gekonnte Verwirrung, in die der Leser versetzt wird.

Ich danke dem Knaur Verlag herzlich für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares.

Kerstin hat am Donnerstag, April 11th, 2019 | Geschrieben unter: Laurin, Nina,Thriller/Krimi | RSS 2.0 | TB | Comments off

 

Autor:

Sebastian Fitzek
Verlag: Droemer
ISBN-10: 978-3426281536
Gebundene Ausgabe 377 Seiten
Persönliche
Wertung:

 

 

Albtraum in der Psychiatrie

Zum Inhalt:

Till Berkhoffs siebenjähriger Sohn Max wurde vor einem Jahr entführt und alles deutet darauf hin, dass er eines der Opfer des sadistischen Mörders Guido Tramnitz ist. Dieser sitzt zwischenzeitlich im Hochsicherheitstrakt einer psychiatrischen Anstalt ein. Getrieben von dem Wunsch, von seinem Sohn Abschied zu nehmen, lässt sich Till mithilfe seines Schwagers, der bei der Polizei arbeitet, in die Klinik einschleusen und nimmt einiges auf sich, um in Tramnitz‘ Nähe zu gelangen und von ihm die Wahrheit zu erfahren. Doch damit beginnt erst ein Albtraum unvorstellbaren Ausmaßes.

Meine Meinung:

Nachdem mich einige der letzten Fitzeks nicht mehr vollständig überzeugen konnten, hat der Meister des Psychothrillers sich mit „Der Insasse“ selbst übertroffen. Endlich hatte ich mal wieder das berauschende Gefühl, alles stehen und liegen lassen zu müssen, um mit dem Buch voranzukommen und der Lösung entgegenzufiebern. Das hat mir in letzter Zeit viel zu oft gefehlt.

Wir haben einen abgrundtief bösen Mörder, der sich in seiner Rolle gefällt und in der Anstalt bestens aufgehoben fühlt. Seine Taten sind sadistisch, aber die Beschreibung bleibt so weit an der Oberfläche, dass es gut zu verkraften ist, auch wenn es um Kinder geht. Wer hier noch empfindlich reagiert, sollte keine Thriller lesen. Es gibt nicht zu viele Hauptfiguren, sodass man gut folgen kann, obwohl so ziemlich jeder in und um diese Anstalt als keinesfalls „normal“ gelten kann.

Ja, die Grundidee ist an einen gewissen Blockbuster angelehnt, was die Story um Till Berkhoff ein wenig vorhersehbar macht, wenn man ihn kennt. Nichtsdestotrotz versteht es Fitzek, die Spannung von der ersten bis zur letzten Minute aufrecht zu erhalten. Zum Ende hin wird sie nahezu unerträglich. Und er schafft es dennoch, eine für mich überraschende Wendung einzubauen. Er stiftet Verwirrung, die sich schlussendlich aber erklärbar auflöst, womit ich z. B. beim „Nachtwandler“ größere Schwierigkeiten hatte.

Deutliche Sprache, kurze, prägnante Sätze, mit Cliffhanger endende Kapitel. Das ist genau der Fitzek, den ich mag. Also alles bestens. Ich bin zufrieden mit seinem neuesten Werk und halte es sowohl für Neuleser also auch Wiedereinsteiger sehr gelungen.

Kerstin hat am Freitag, März 8th, 2019 | Geschrieben unter: Fitzek, Sebastian,Thriller/Krimi | RSS 2.0 | TB | Comments off

 

Autor:

Nora Roberts
Verlag: Heyne
ISBN: 978-3453422506
Taschenbuch: 542 Seiten
Persönliche
Wertung:
,5

 

 

Überleben, wenn die Welt den Bach runtergeht

Zum Inhalt:

Eine verheerende Seuche kommt über die Menschheit und löscht einen Großteil aus. Nur wenige scheinen dagegen immun zu sein. Einige von ihnen entdecken an sich besondere Gaben und setzen sie teils zum Guten, teils zum Schlechten ein. Nach der Flucht aus New York findet sich eine größere Gruppe zu einer Gemeinschaft zusammen und sie versuchen in „New Hope“ den Neuaufbau. Doch das Böse ist ihnen auf den Fersen und Lana, deren ungeborene Tochter die „Auserwählte“ sein soll, muss erneut fliehen.

Meine Meinung:

Ich lese sowohl gern Romane von Nora Roberts als auch Dystopien, weswegen ich mich für das neue Buch der Erfolgsautorin sofort interessiert habe. Leider konnte mich der erste Band der Schatten-Trilogie nicht vollständig überzeugen. Allein wie lange ich mich daran aufgehalten habe, zeigt mir, dass es mich nicht so richtig fesseln konnte. Nur sehr selten kommt wirkliche Spannung auf.

Der Fantasy-Anteil hat für meinen Geschmack überhandgenommen, zumal die Katastrophe und ihre schrecklichen Auswirkungen genug Spannungspotential geboten hätten, ohne dass es vor Hexen, Feen, Gestaltwandlern und dergleichen wimmelt. Mir fehlte insgesamt die Leichtigkeit, aber auch die Romantik die üblicherweise den Geschichten der Autorin innewohnen.

Es gibt mehrere Handlungsstränge, die erst spät zusammengeführt werden und es fällt mitunter schwer, die Vielzahl der Personen auseinanderzuhalten. Zum Schluss konzentriert sich jedoch alles nur noch auf Lana und man kann nur hoffen, dass auch die anderen in den Folgebänden erneut eine Rolle spielen und nicht nur als Statisten herhalten mussten. Über die Ursachen der Katastrophe, was es mit den Immunen auf sich hat und wohin das Ganze führen soll, erfährt man nichts. Hier ist wohl Geduld gefragt, denn die Folgebände erscheinen erst im September 2019 bzw. 2020. Vielleicht habe ich ja bis dahin Lust, die Story weiterzuverfolgen, denn interessant ist sie im Ansatz allemal. Für diesen ersten Teil vergebe ich 3,5 Sterne.

Ich danke dem Heyne Verlag herzlich für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares.

Kerstin hat am Mittwoch, Februar 27th, 2019 | Geschrieben unter: Abenteuer,Fantasy/Paranormal,Roberts, Nora,Science Fiction | RSS 2.0 | TB | Comments off

 

Autor:

Martina Wolf, Sabine Reiv
Verlag: Selfpublishing
ISBN: 9781533065537
Taschenbuch: 403 Seiten
Persönliche
Wertung:

 

 

Schlimmes Schicksal – Ausführung mehr als mangelhaft

Inhalt:

Die Schwestern Martina Wolf und Sabine Reiv haben in ihrer Kindheit Unvorstellbares erleben müssen. Ihr Alltag war gezeichnet von psychischer und physischer Gewalt. Sie haben lang gezögert, ihre Erlebnisse zu veröffentlichen, sich dann aber doch dafür entschieden, um aufzurütteln, die Mitmenschen zu animieren, genauer hinzuschauen und vielleicht rechtzeitig einzugreifen, denn ihnen war dies nicht vergönnt.

Meine Meinung:

Ich möchte die Erlebnisse der Schwestern keinesfalls kleinreden und bewundere sie für ihren Mut, ihre Kindheit auf diesem Weg der Öffentlichkeit nahezubringen. Obwohl einiges unglaubwürdig erscheint, was ich selbstverständlich nicht beurteilen kann, ist es ein wirklich schlimmes Schicksal, das betroffen macht. So weit, so gut. Dafür bin ich auch gewillt, mit viel Augenzudrücken, zwei Sterne in meine Bewertung einfließen zu lassen. Ich wünsche den Autorinnen positive Reaktionen und dass die gemeinsame Aufarbeitung des Erlebten sie persönlich vorwärts bringt.

Nun aber zu den negativen Punkten. Das Buch musste im Selfpublishing erscheinen, denn kein Verlag hätte hier auch nur im Ansatz an eine Veröffentlichung gedacht, zumindest nicht in dieser Form. Jedem Lektor hätten sich die Fußnägel aufgerollt bei dem notwendigen Überarbeitungspotenzial.

Kurzum, das Buch wurde weder lektoriert noch korrigiert. Auf der einen Seite stehen die unzähligen orthografischen Fehler, kaum ein Satz kommt ohne aus, die das flüssige Lesen fast unmöglich machen. Es müssen hunderte, wenn nicht an die tausend sein. Kommas völlig willkürlich, Groß- und Kleinschreibung, Wörter zusammengeschrieben, die niemals zusammengehören und eine furchtbare Grammatik. Dazu kommen jede Menge unnötige Füllwörter, stetige Wiederholungen, krude Satzkonstruktionen. Wenn man eine Sache zum zehnten Mal im gleichen Wortlaut liest, wird es dadurch nicht eindringlicher, sonst nervt irgendwann einfach nur.

Mein Mann hat das Buch auf einer Messe gekauft, ich hätte bereits beim fehlerhaften Klappentext Abstand genommen. In meinem Regal wird es trotz Signatur ganz sicher nicht landen. Vielleicht gab es ja inzwischen eine Überarbeitung und wir haben eine der ersten gedruckten Versionen bekommen. Ansonsten kann ich nicht verstehen, wie Amazon, die wie ich weiß bei fehlerhaften Manuskripten sonst immer sehr kritisch mit ihren Selfpublishern umgehen, dieses Machwerk weiterhin anbieten kann. Handwerklich einfach nur grottenschlecht, ein Ghostwriter wäre hier sicher die beste Lösung gewesen (macht jeder Promi so, der keine Ahnung vom Schreiben hat).

Es ist wirklich schade, aber die Ausführung überschattet den eigentlichen Inhalt des Buches so, dass es ein einziges Ärgernis ist, so viel Geld dafür ausgegeben zu haben.

Kerstin hat am Freitag, Januar 18th, 2019 | Geschrieben unter: Biografie,Reiv, Sabine,Wolf, Martina | RSS 2.0 | TB | Comments off
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