Kerstins Bücherreich

„Der Bücherwurm liest sogar die Bücher, die er rezensiert.“ Gabriel Laub (1928-98)

 

Autor:

Tanya Carpenter
Verlag: Edel Elements
ASIN: B084WYVTGP
E-Book: 358 Seiten
Persönliche
Wertung:

 

 

Ein Leben auf der Flucht

Inhalt:

Die junge Angelique Renier könnte glücklicher nicht sein. Pierre, der jüngste Sohn des Comte de Frené, scheint ihre Gefühle zu erwidern und beide planen ein gemeinsames Leben. Doch ausgerechnet Pierres Bruder Jean, der von schwarzer Magie besessen ist, macht dem Paar einen Strich durch die Rechnung. Er beansprucht Angelique, die er für eine Hexe hält, für sich und vergewaltigt sie. Schwanger wendet sie sich hilfesuchend an den Comte, doch der glaubt eher seinem Sohn und macht ihr den Prozess, woraufhin sie mit ihrer Familie sein Land verlassen muss. So ohne Weiteres will Jean sie aber nicht gehen lassen und es kommt zur Katastrophe. Nur Angelique und ihre Mutter können schwer verletzt fliehen. Doch damit beginnt ihre beschwerliche Zukunft erst und ein Schicksalsschlag nach dem anderen trifft die junge Frau. Wird sie ihre große Liebe jemals wiedersehen?

Meine Meinung:

Die Schicksalsreise der Angelique Renier hat mir gut gefallen. Für einen historischen Roman wird auf die Geschichte mit Ausnahme eines Krieges etwas wenig Bezug genommen, aber für mich stand ohnehin eher das Leben des Liebespaares im Mittelpunkt. Die Zeit mit ihren entsprechenden Vorurteilen und Sanktionen gegenüber Frauen im Allgemeinen und Heilerinnen im Speziellen wird auf jeden Fall gut veranschaulicht.

Der Einstieg in den Roman erfolgt recht sanft mit der zart erblühenden Liebe zwischen Angelique und Pierre. Nach ihrer erzwungenen Trennung begleitet der Leser beide auf ihrem weiteren Weg. Pierre, der Angelique tot wähnt, frönt im Krieg seiner Todessehnsucht. Und Angelique trifft wahrhaft ein Schicksalsschlag nach dem anderen, bald mehr, als ein einzelner Mensch ertragen kann. Besonders der letzte ging mir doch sehr ans Herz. Andererseits widerfährt ihr, so schlimm die Vorfälle alle sind, doch auch immer wieder großes Glück in den schwärzesten Stunden.

Ich mochte beide Hauptfiguren, auch wenn sie nicht durch irgendwelche Besonderheiten hervorstechen. Die Antagonisten des Romans, allen voran Jean, haben da schon ein anderes Kaliber. Es fehlt auch nicht an sympathischen Nebenfiguren.

Kleiner Wermutstropfen: Für ein Verlagsbuch mit Lektorat und Korrektorat enthält das Buch relativ viele orthografische Fehler.

Insgesamt ist „Purpurnacht“ aber eine spannend zu lesende Geschichte, die die Gegebenheiten der Zeit gut einfängt, mit überraschenden Wendungen und harten Schicksalsschlägen punktet und schlussendlich ein zufriedenstellendes Ende bietet. Wer reine Historie sucht, ist eher fehl am Platz, aber auf eine packende Schicksalsreise mit verdientem Happy End kann man sich allemal freuen.

Kerstin hat am Mittwoch, Juli 15th, 2020 | Geschrieben unter: Abenteuer,Carpenter, Tanya,Frauen,Historisch,Liebesroman | RSS 2.0 | TB | Comments off

 

Autor:

Blake Crouch
Verlag: Goldmann
ISBN-13: 978-3442206018
Klappenbroschur: 421 Seiten
Persönliche
Wertung:

 

 

Gefährliche Manipulation von Erinnerungen

Inhalt:

Eine neuartige Krankheit greift um sich. Menschen erinnern sich plötzlich an ein anderes Leben. In diesem Zwiespalt der Gefühle sehen einige den Suizid als einzigen Ausweg. Detektive Barry Sutton forscht nach und bekommt die Gelegenheit, den Tod seiner Teenagertochter zu verhindern, indem er sein Leben ab einem gewissen Zeitpunkt einfach neu lebt. Eine gefährliche Technologie, erfunden von Helena Smith, macht dies möglich. Schon bald gerät diese in falsche Hände und narzisstische, machtbesessene Gegner bringen die Menschheit an ihren Abgrund. Barry und Helena finden zusammen und versuchen mit allen Mitteln, dies zu verhindern. Ein aussichtsloses Unterfangen, wie es scheint.

Meine Meinung:

Eine absolut faszinierende Idee, die der Autor äußerst gekonnt in seinem Roman umsetzt. Ich bin ja Science Fiction-Themen und vor allem Zeitreisen nicht abgeneigt, aber es gehört schon eine gehörige Portion Durchhaltevermögen und Konzentration dazu, hier nicht den Überblick zu verlieren.

In der ersten Hälfte, die den Werdegang von Helena und Barry beleuchtet, kann der Leser durch die Zeitangaben noch relativ gut folgen. Die Handlung ist packend, die Idee und die Möglichkeiten des erfundenen Erinnerungsstuhls scheinen grenzenlos. Mir hat der Schreibstil von Crouch sehr gut gefallen. Auch die Hauptfiguren wirken authentisch. Ihre anfängliche Begeisterungsfähigkeit, die auch als Naivität durchgehen könnte, ist durchaus nachzuvollziehen. Letzten Endes wollen sie nur alles zum Besseren wenden und das bis zum Schluss.

Das letzte Drittel des Buches konnte mich dann nicht mehr so sehr begeistern. Sei es die wissenschaftlichen Erklärungen, denen zu folgen ich nicht mehr wirklich in der Lage war, aber auch die Wiederholungen durch die häufigen gescheiterten Versuche, die Welt zu retten. Hier kommt der „Und täglich grüßt das Murmeltier“-Effekt zum Tragen, was ich so gar nicht mag. Das viele Hin und Her mit den Zeitsprüngen ist irgendwann einfach nur noch verwirrend. Die Liebesgeschichte der Hauptprotagonisten ist wirklich süß, wobei ich bei einer derart langen gemeinsam verbrachten Zeit den Bestand ein wenig anzweifeln möchte.

Insgesamt macht das Szenario einfach nur Angst. Es gehört nicht viel dazu, sich vorzustellen, dass an solchen Ideen bereits geforscht wird. Und ich bin überzeugt, dass die Menschheit heute noch nicht in der Lage wäre, verantwortungsvoll mit einer solchen Technologie umzugehen und schlussendlich alles in der beschriebenen Katastrophe enden würde. Bleibt also zu hoffen, dass das Geschriebene noch lange Fiction bleibt. Für Scifi-Fans allemal eine fesselnde Geschichte, die ich gern weiterempfehle.

Kerstin hat am Mittwoch, Juli 1st, 2020 | Geschrieben unter: Crouch, Blake,Thriller/Krimi | RSS 2.0 | TB | Comments off

 

Autor:

Val McDermid
Verlag: Knaur
ISBN-13: 978-3426524916
Taschenbuch: 461 Seiten
Persönliche
Wertung:

 

 

Hätte man mehr draus machen können

Inhalt:

An die vierzig Skelette junger Mädchen werden bei Bauarbeiten im Garten eines katholischen Waisenhauses gefunden. Haben die strengen Nonnen ihren Anteil daran? Dann taucht ganz in der Nähe eine zweite Gruppe Leichen auf. Diesmal junge Männer, die ganz offenbar ermordet wurden. Viel Ermittlungsarbeit für die Spezialeinheit aus Yorkshire. Leider können sie nicht auf die Kompetenz von Carol Jordan und Tony Hill zurückgreifen, denn Erstere hat den Polizeidienst quittiert und orientiert sich gerade neu und Tony sitzt eine vierjährige Haftstrafe ab.

Meine Meinung:

Ich bin eigentlich noch nie von Val McDermid enttäuscht worden, besonders die ersten Bände der Tony-Hill-Reihe haben mich stets in ihren Bann gezogen. Irgendwann bin ich dann ausgestiegen, weswegen mir auch einiges Hintergrundwissen zur jetzigen Lage von Jordan und Hill fehlt. Auf beide wird zwar im Buch Bezug genommen, aber eher in persönlicher Hinsicht. Zu den Ermittlungen tragen sie wenig bis gar nichts bei, weshalb dieser elfte Fall eigentlich nicht ihrer genannt werden sollte.

Mir gefiel bei der Autorin immer, wie auch der Täter zu Wort kommt, seine kruden oder perfiden Gedankengänge offenbart. Das tut er hier anfangs auch kurz, dann ist er bis zum Ende still. Seine Identität ist schon früh bekannt, was dem Roman ganz eindeutig die Spannung nimmt und es gibt danach kaum Überraschungsmomente. Beide Fälle werden eigentlich nicht wirklich aufgeklärt, es macht fast den Eindruck also würden ein paar Kapitel fehlen.

Durch ihren flüssigen Schreibstil und die akkurate Wortwahl gelingt es McDermid dennoch, den Leser über längere Zeit zu fesseln. Die Ortsbeschreibungen sind sehr gelungen und Ermittlungsschritte logisch. Neuleser dürften mit der Vielzahl an Charakteren ein wenig überfordert sein.

Für einen Thriller passiert mir einfach zu wenig im „Knochengarten“, es ist einfach nur ein Krimipuzzle, das zu lösen es nicht mal besonders viel Engagement bedarf. Ich werde mir dann doch wohl lieber noch mal ein paar der älteren Hill/Jordan-Romane zu Gemüte führen.

Kerstin hat am Mittwoch, Juni 24th, 2020 | Geschrieben unter: McDermid, Val,Thriller/Krimi | RSS 2.0 | TB | Comments off

 

Autor:

Heinz Rudolf Kunze
Verlag: Adeo
ISBN-13: 978-3863342524
Gebundene Ausgabe 315 Seiten
Persönliche
Wertung:
,5

 

 

Zeitgeschichten, die einen näheren Blick wert sind

Inhalt:

Heinz Rudolf Kunze – den meisten sicher als Sänger bekannt – ist noch viel mehr. Der studierte Germanist entpuppt sich als wahrer Wortakrobat. Und so zeigt er auch in seiner neuesten literarischen Veröffentlichung seine enorme Vielseitigkeit. 200 Zeitgeschichten bringt er an den Leser, mal nachdenklich, mal poetisch, mal witzig. Es geht um Politik, ums Älterwerden, Liebe und Glück. Mal als Gedicht, gereimt oder auch nicht, mal im Fließtext, aber immer originell.

Meine Meinung:

Ich habe bisher nichts von Kunze gelesen, bewundere ihn aber als Sänger inzwischen schon ein paar Jahrzehnte. Seine oft bissigen, tiefgründigen und nachdenklich machenden Songtexte haben mich bewogen, mir dieses Buch näher anzuschauen.

Zugegebenermaßen haben mich seine Texte, chronologisch angeordnet nach ihrer Entstehung, ein wenig zwiegespalten zurückgelassen. Er nimmt kein Blatt vor den Mund und legt zielsicher den Finger in so manche Wunde unserer Gesellschaft. Ironisch, bissig, hin und wieder aber auch ziemlich albern. Die Betrachtung der eigenen Endlichkeit, der Kampf mit dem Älterwerden – alle Achtung, den Mann muss so einiges umtreiben. Dabei baut er gekonnt auf Wortspiele, überrascht immer wieder mit diversen Wortneuschöpfungen.

Ich habe immer nur 2 bis 3 Geschichten/Gedichte auf einmal gelesen, was sich als richtig herausstellte, muss man doch bei einigem intensiver drüber nachdenken, um den Sinn zu verstehen. Das ist mir dennoch nicht immer gelungen. Anderes wieder war einfach nur genial formuliert und sollte ein noch größeres Publikum finden.

Kritik am Schulsystem scheint häufig durch und wohl auch deshalb wurde in alter Rechtschreibung gedruckt. Für mich schon von Berufs wegen leider sehr gewöhnungsbedürftig.

Fazit: Kunze ist ein Mensch, der was zu sagen hat und dabei kein Blatt vor den Mund nimmt. Manche seiner Texte gehen tief, erschließen sich erst bei mehrmaligem Lesen, dafür aber mit umso größerer Wucht. Intellektuell herausfordernd, aber immer irgendwie besonders.

Kerstin hat am Donnerstag, Mai 21st, 2020 | Geschrieben unter: Biografie,Humor,Kunze, Heinz Rudolf,Literatur allg.,Sachbuch | RSS 2.0 | TB | Comments off

 

Autor:

Michael Meisheit
Verlag: Heyne
ISBN-13: 978-3453439825
Taschenbuch: 446 Seiten
Persönliche
Wertung:

 

 

Atemlose Spannung von der ersten Seite an

Zum Inhalt:

Einem Forscherteam ist es gelungen, Menschen einen Chip in den Sehnerv zu implantieren, durch den alles, was sie sehen, live und für jeden sichtbar auf Bildschirme übertragen wird. Die Markteinführung ist von langer Hand und mit großem Aufwand geplant. Tage zuvor entdeckt eine ehemalige Mitarbeiterin die Streams und wird Zeuge eines Mordes. Offenbar wissen die Probanden nichts von dem Chip und sollen nach und nach ausgeschaltet werden. Sie wendet sich an eine Kollegin von früher und diese an die Polizei. Für Nina Kreutzer und Tim Börde beginnt ein Wettlauf mit der Zeit, denn keiner weiß, wer die Probanden sind und der Killer ist gnadenlos.

Meine Meinung:

Wow, ich habe schon länger keinen so spannenden Thriller gelesen. Bereits mit dem Prolog fesselt der Autor und zieht den Leser in die Geschichte. Dann geht es Schlag auf Schlag. Lange ist der Killer seinen Verfolgern einen Schritt voraus, was ganz schön an den Nerven zerrt. Durch geschickte Cliffhanger und den Wechsel der Perspektiven zwischen Ermittlern und Profikiller entsteht das Bedürfnis, das Buch gar nicht mehr aus der Hand zu legen. Die Handlung erstreckt sich gerade mal über ca. 2 oder 3 Tage, aber dabei passiert so viel, dass man kaum folgen kann. Schlussendlich kommt es zu einem mörderischen Showdown, der dann noch mal alles toppt.

Die entstehende Liebesgeschichte zwischen Ärztin und Polizist passt nicht wirklich in den Zeitrahmen, wird aber auch nur ganz kurz angerissen, sodass es sich nicht störend auswirkt. Ich mochte beide Hauptfiguren, obwohl sich Tim schon nach kurzer Zeit ziemlich dem Einfluss von Nina ergibt. Ein paar Klischees werden bedient, kein Böser kommt davon, dafür ein paar zu viele der Guten. Dennoch sind die wirklich wichtigen Personen wunderbarerweise vom Glück begünstigt.

Die Möglichkeiten dieser Technologie sind gar nicht mal so abwegig und daher schon irgendwo beängstigend. Alles in allem ein perfekt inszenierter Plot, der sicher auch vor der Kamera ein Highlight darstellen würde. Nicht umsonst schreibt der Autor auch Drehbücher und arbeitet im Fernsehgeschäft. Es besteht also die Hoffnung auf eine Verfilmung.

Ich kann jedem Fan rasanter Thriller mit einem kleinen Scifi-Touch den Roman nur wärmstens empfehlen und werde Michael Meisheit im Auge behalten.

Kerstin hat am Sonntag, Mai 17th, 2020 | Geschrieben unter: Meisheit, Michael,Thriller/Krimi | RSS 2.0 | TB | Comments off

 

Autor:

Sabine Lay
Verlag: Penguin Verlag
ISBN-13: 978-3328103912
Taschenbuch: 414 Seiten
Persönliche
Wertung:

 

 

Freundschaft forever – auch auf Hawaii?

Inhalt:

Die vier Freundinnen Izzy, Mel, Kerstin und Sarah sind fast nur noch durch ihren Chat „44ever“ verbunden und haben sich länger nicht gesehen. Der Kontakt dort verläuft eher oberflächlich, jede hat ihre kleinen Geheimnisse, die sie nicht teilen mag. Umso überraschender die Einladung von Izzy nach Hawaii, die dort gemeinsam mit den anderen ihren 40. Geburtstag feiern möchte. Nach kurzem Zögern stimmen alle dem Treffen zu, doch wer schließlich fehlt, ist Izzy, die sich immer wieder entschuldigen lässt. Der Rest des Kleeblatts verfällt dem Zauber der Insel und nach und nach brechen die Dämme und lange Verschwiegenes kommt ans Tageslicht. Als Izzy endlich erscheint, ist es für alle ein Schock …

Meine Meinung:

Ich kenne die Autorin schon länger, vor allem durch ihre Hawaii-Romane und hatte daher in etwa eine Ahnung, was mich bei dem Buch erwartet. Sabine Lay hat mich auch diesmal nicht enttäuscht. Wie kaum eine andere versteht sie es, Hawaii zu meinem größten Sehnsuchtsziel zu machen. Bildgewaltig und emotionsgeladen präsentiert sie die Schönheiten dieses Traumsettings. Man merkt der Autorin an, dass sie schon sehr oft vor Ort war und sie beschreibt das so plastisch, dass man meint, diese Reise selbst schon in der Realität unternommen zu haben. Das schöne Cover ist vom Verlag natürlich passend gewählt worden.

Die vier Freundinnen sind sehr unterschiedlich, jedoch spürt man in jeder Zeile ihre innige Verbundenheit. Nach der langen Zeit der Trennung müssen sie erst wieder zusammenwachsen, aber zum Schluss passt schließlich kein Blatt mehr zwischen sie. Es hat mir sehr gefallen, wie sie sich nach und nach geöffnet und ihre Seelen bloßgelegt haben. Die Freundschaft ist das beherrschende Thema, aber auch der Humor und Romantik kommen nicht zu kurz. Und es gibt auch schmerzliche Momente, die richtig ans Eingemachte gehen und mich so manche Träne gekostet haben. Mehr möchte ich dazu nicht sagen, man muss es lesen. Die liebenswerten Nebencharaktere des Buches sind ein zusätzliches Plus.

Die Perspektive wechselt zwischen Mel, Kerstin und Sarah, wodurch man ihren Gedanken und Gefühlen aus erster Hand folgen kann. Kurze Kapitel verleiten zum ständigen Weiterlesen, aber mich hatte das Buch ohnehin von der ersten Seite an in seinen Bann gezogen, sodass ich kaum aufhören konnte zu lesen. Es ist die perfekte Lektüre, sich aus dem Alltag wegzuträumen und bietet dennoch emotionale Tiefe, Motivation, über Neuanfänge nachzudenken und vor allem die unbändige Kraft der Freundschaft.

Eine absolute Leseempfehlung, um einfach mal abzuschalten, sich wegzuträumen und mit einem wohligen Gefühl wieder aufzutauchen.

Kerstin hat am Donnerstag, April 23rd, 2020 | Geschrieben unter: Frauen,Landgraeber, Sabine,Lay, Sabine,Liebesroman | RSS 2.0 | TB | Comments off

 

Autor:

David Safier
Verlag: Kindler
ISBN-13: 978-3463406640
Klappen-
broschur:
330 Seiten
Persönliche
Wertung:

 

 

Auf der Suche nach dem Glück

Inhalt:

Steinzeitfrau Urga wurde während eines Eissturms – inklusive Minimammut – eingefroren und bekommt, dem Klimawandel sei Dank, in der modernen Zeit eine zweite Chance auf das Glück. Dieses zu finden, ist gar nicht so einfach, wie man meinen möchte. Auch Felix und seine Tochter Maya sind mit ihrem derzeitigen Leben nicht wirklich zufrieden. Werden ihre gemeinsamen Bemühungen, das Glück zu finden, von Erfolg gekrönt sein?

Meine Meinung:

Mein großer Favorit unter David Safiers Büchern ist und bleibt „Mieses Karma“. Dieses habe ich geliebt und mich auch deshalb für „Aufgetaut“ interessiert. Die Idee ist an sich faszinierend, aber es wurde zu wenig draus gemacht. Die Handlung plätschert so dahin und es kommt nicht wirklich Spannung auf.

Ich will nicht abstreiten, dass ich die eine oder andere Szene recht amüsant fand, aber zum Brüllen komisch war rein gar nichts. Vieles wiederholt sich auch zu oft, um noch lustig zu sein. Von den Protagonisten hat sich einzig Urga mit ihrem Mammut in mein Herz geschlichen. Allerdings fand ich ihre Anpassung an die modernen Zeiten dann doch etwas zu reibungslos. Auch wenn sie ihrer Zeit im Denken weit voraus schien, mutet es doch sehr erstaunlich an, wie sie bereits nach Stunden Sprache versteht und spricht und sich über kaum etwas wundert.

Alle anderen Figuren lassen einen mehr oder weniger kalt, der Kapitän hätte vielleicht noch Potenzial gehabt. Vor allem aber Maya zeigt mit ihrer neumalklugen Art leicht nervige Tendenzen. In Verbindung mit Felix‘ Glücksapp finden sich natürlich auch alle altbekannten Glückskekssprüche wieder, die man schon tausendmal gehört und gelesen hat. Da kann sich schlussendlich jeder den passenden für sich und seinen Weg zum Glück heraussuchen.

Das Cover ist wie gewohnt witzig und passend zum Inhalt gestaltet. Insgesamt bietet „Aufgetaut“ leichte Unterhaltung, mit ein klein wenig Ansporn, darüber nachzudenken, was im Leben wirklich zählt. Gut zu lesen, jedoch kaum länger in Erinnerung bleibend.

Kerstin hat am Mittwoch, April 15th, 2020 | Geschrieben unter: Humor,Safier, David | RSS 2.0 | TB | Comments off

 

Autor:

Sarah Saxx
Verlag: Selfpublishing
ISBN-13: 978-3750452640
Taschenbuch: 344 Seiten
Persönliche
Wertung:

Wenn der heiße Nachbar dich nicht loslässt

Inhalt:

Jamies Neustart in New York steht unter einem guten Stern. Neben einem fantastischen Job hat sie auch ein hübsches Apartment gefunden. Und erst der Nachbar von gegenüber, der wenig von Gardinen zu halten scheint. Was für eine Sahneschnitte! Erst zögernd, denn beide sind gebrannte Kinder, dann umso leidenschaftlicher lassen sich die beiden auf einen prickelnden Flirt zwischen zwei Fensterscheiben ein. Dummerweise haben sie eine weitere Gemeinsamkeit, die einer weitergehenden Beziehung diametral entgegensteht.

Meine Meinung:

Endlich bin ich mal dazugekommen, einen Roman von Sarah Saxx zu lesen, was ich mir schon lange vorgenommen hatte. Wow, was für ein toller Schreibstil. Die Autorin hat es mit ihrer Geschichte geschafft, mich sofort in ihren Bann zu ziehen. Tolle Idee mit dem heißen Nachbarn, wobei ich mir die Umsetzung ein wenig schwierig vorstelle.

Ich fand den Aufbau und die Entwicklung der Beziehung sehr spannend. Genau das richtige Tempo, immer einen Schritt weiter – gespickt mit heißen, anregenden Szenen, die nie die Grenzen des guten Geschmacks unterlaufen – bis zur ersten leidenschaftlichen Nacht. Der dramatische Wendepunkt und die Reaktionen der beiden darauf – immer im Hinblick auf die jeweiligen schmerzhaften Erfahrungen in der Vergangenheit – fielen passend aus.

Beide Charaktere sind mir schnell ans Herz gewachsen und ich fand besonders schön, wie die jeweilige Familie inkl. bester Freunde hinter den Protagonisten stand.

So war „Dirty Neighbor“ schließlich für mich ein rundum gelungenes Lesevergnügen, mit der richtigen Portion Spannung, Leidenschaft und großer Gefühle, das ich uneingeschränkt weiterempfehlen kann. Mein nächstes Sarah Saxx-Buch wird sicher nicht lange auf sich warten lassen.

Kerstin hat am Mittwoch, April 1st, 2020 | Geschrieben unter: Saxx, Sarah | RSS 2.0 | TB | Comments off

 

Autor:

Markus Thiele
Verlag: Benevento Verlag
ISBN-13: 978-3710900914
Gebundene Ausgabe: 407 Seiten
Persönliche
Wertung:

Was ist Recht, was Gerechtigkeit?

Inhalt:

Es ist die größte berufliche Herausforderung für Strafverteidiger Hannes Jansen. Er soll einen Polizisten vertreten, der des Mordes an einem Asylbewerber angeklagt ist. Neue Beweise lassen auch Hannes an seiner Unschuld zweifeln, aber es ist nicht seine Aufgabe, Recht zu sprechen. Der Zufall will es, dass er sich ausgerechnet in die Pathologin Sophie Tauber verliebt, die ihm kurz darauf als Gegner vor Gericht gegenübersteht. Er muss eine Entscheidung treffen, die ihm alles abverlangt.

Auch über Sophies Vergangenheit liegen Schatten, die sie lüften möchte. Dabei stößt sie auf ein Familiengeheimnis, das bis in die Zeit des NS-Regimes zurückreicht. Wird sie ihren verschollenen Vater finden und kann sie ihm verzeihen, dass er sie noch ungeboren im Stich ließ?

Meine Meinung:

Markus Thieles Roman „Echo des Schweigens“ ist angelehnt an die wahren Geschehnisse um den Tod von Oury Jalloh im Jahr 2005, dessen Hintergründe bis heute ungeklärt sind. Mich hat der Autor von der ersten Seite an mit seiner Schreibweise in den Bann gezogen. Obwohl der Gerichtsprozess schlussendlich weniger Raum einnimmt, als von mir anfänglich erwartet, vermittelt Markus Thiele, der selbst Rechtsanwalt ist, verständlich seine Erfahrungen. Mir war bisher nicht bewusst, in welchen starken Gewissenskonflikt man als Anwalt im Falle der Schuld seines Klienten geraten kann. Ein Beruf, der definitiv nichts für mich wäre.

Natürlich beruht die Liebesgeschichte von Sophie und Hannes und erst recht ihre sich langsam aufdeckende gemeinsame Vergangenheit auf ein bisschen zu viel Zufall, aber sei es drum, es ist ein Roman. Erst spät eröffnen sich die Zusammenhänge und es wird wild in der Zeit umhergesprungen. Da es aber gut gekennzeichnet war und die handelnden Personen nicht überhandnahmen, störte mich das keineswegs. Im Gegenteil, der im Nazideutschland handelnde Teil wusste mich besonders zu faszinieren, berühren mich Schicksale aus dieser Zeit doch immer wieder sehr.

Dem Autor gelingt es, den Schwerpunkten seines Romans die für meinen Geschmack genau richtige Wichtung zu geben. Die Liebesgeschichte findet nur am Rande statt, bietet gegenüber den beiden anderen eher dramatischen Teilen (hochbrisanter aktueller Gerichtsfall und Verbrechen im NS-Deutschland, beide an wahre Ereignisse angelehnt) jedoch eine willkommene positive Ausrichtung.

Wer einen reinen Justizthriller erwartet, wird vielleicht ein wenig enttäuscht sein. Es ist eher eine dramatische Familiengeschichte, wo die Hauptprotagonisten sich am Ende in einem Gerichtsprozess gegenüberstehen und zwischen Moral und dem Wunsch nach Gerechtigkeit den richtigen Weg finden müssen. Für mich eine interessante Neuentdeckung auf dem Buchmarkt und unbedingt weiterzuempfehlen.

Kerstin hat am Sonntag, März 22nd, 2020 | Geschrieben unter: Historisch,Literatur allg.,Thiele, Markus,Thriller/Krimi | RSS 2.0 | TB | Comments off

 

Autor:

Michael Tsokos
Verlag: Knaur
ISBN-13: 978-3426524404
Klappen-broschur: 350 Seiten
Persönliche
Wertung:

 

 

Brandheiße Fortsetzung, die es in sich hat

Zum Inhalt:

Nach den aufwühlenden Ereignissen am Kieler Institut für Rechtsmedizin, die nicht nur Paul Herzfeld, sondern auch seine Verlobte nachhaltig im täglichen Leben beeinflussen, verordnet ihm sein Chef eine Auszeit. Er soll vertretungsweise die Pathologie in Itzehoe übernehmen, nachdem sein Vorgänger dort Suizid beging. Doch wirkliche Ruhe gibt es in Herzfelds Leben nicht. Er stößt auf jede Menge Ungereimtheiten, was den Tod von Dr. Petersen betrifft und wird bei seinen Nachforschungen von mehreren Stellen ausgebremst. Er ahnt nicht, dass er in ein Wespennest gestoßen hat und ihm schon bald eine Profikillerin auf den Fersen ist. Es gilt einen unfassbaren Skandal aufzudecken, sofern ihm die Zeit dafür bleibt …

Meine Meinung:

Die Fortsetzung von „Abgeschlagen“, die zeitlich unmittelbar nach den dortigen Ereignissen einsetzt, hat mir ausgesprochen gut gefallen. Das Buch ist von der ersten Seite an superspannend und die kurzen, prägnanten Kapitel verführen zum ständigen Weiterlesen.

Anders als in Band 1 ist hier lange unklar, worum es eigentlich geht und erst nach und nach an der Seite von Paul Herzfeld kommt der Leser an die Hintergründe eines riesigen Skandals. Eine eiskalte Killerin, rasante Verfolgungsjagden und aufzudeckende Geheimnisse, was will ein Thrillerleser mehr.

Gekonnt lässt Michael Tsokos auch wieder Fälle aus seiner eigenen rechtsmedizinischen Praxis in die Geschichte einfließen, die sicher nicht für jedermann leicht verdaulich beschrieben sind, aber trotzdem enorm interessant. Wer hier zimperlich ist, sollte kein True Crime lesen.

Die zweite ständige Bedrohung für Paul Herzfeld, die aus Band 1 resultiert und zum Ende des Buches zur Gewissheit wird, heizt die Neugier auf den Abschlussband der Trilogie natürlich extrem an und lässt die Wartezeit bis dahin schwer erträglich erscheinen.

Kerstin hat am Montag, Februar 24th, 2020 | Geschrieben unter: Thriller/Krimi,Tsokos, Michael | RSS 2.0 | TB | Comments off
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