Kerstins Bücherreich

„Der Bücherwurm liest sogar die Bücher, die er rezensiert.“ Gabriel Laub (1928-98)

 

Autor:

Valentina May

Verlag: Edel-Elements
ASIN: B074GYMR6Z
E-Book: 263 Seiten
Persönliche
Wertung:

 

 

Happy End auf Gut Abendroth?

Inhalt:

Stephanie von Abendroth ist als Immobilienmaklerin in London erfolgreich. Als sie von ihrem Lebenspartner und ihrer besten Freundin hintergangen wird, verliert sie ihren guten Ruf und ein Neubeginn in einer anderen Stadt scheint der einzige Ausweg. Andererseits hat sie aber auch Sehnsucht nach ihrer Heimat und beschließt, vorerst auf Gut Abendroth zurückzukehren. An ihrer Seite ist dabei der geheimnisvolle Oliver, der sie nicht nur einmal aus einer brenzligen Situation rettet, denn Stephanie wird Opfer eines Überfalls. Sollte ihr Bruder Jacob doch noch am Leben sein und ist er gar der Unbekannte, dem Stephanie immer wieder begegnet? Und welche wahren Pläne verfolgt Oliver?

Meine Meinung:

Mit „Frühlingserwachen“ findet die Trilogie um die Schwestern von Gut Abendroth ihren Abschluss. Anders als in den Vorgängerbänden bin ich mit der Hauptfigur diesmal bis zum Ende nicht so ganz warm geworden. Irgendwie erfolgt der Wandel von der High Society-Lady zur Landmaus etwas zu abrupt. Olivers Intension hingegen ist gut nachvollziehbar, seine Zweifel und Bedenken verständlich dargestellt.

Es gibt einige spannende Stellen, wo die Geschichte Fahrt aufnimmt, aber auch zwischendurch ein paar Längen. Im Epilog wird die Geschichte von Jacob verhältnismäßig schnell abgespult. Die Fakten prasseln auf den Leser nieder, sodass man teilweise überfordert wird. Insgesamt kann man mit dem Ende dieser dramatischen Familiensaga jedoch zufrieden sein und der tolle, bildhafte Schreibstil der Autorin ist auch im Abschlussband ein großes Plus.

Der Roman lässt sich einzeln lesen, aber im Gesamtpaket macht die Geschichte der Abendroths einfach mehr Spaß. Wer also Familiendrama mit ein bisschen Romantik mag, macht mit dieser Trilogie sicher keinen Fehlgriff.

Kerstin hat am Mittwoch, August 1st, 2018 | Geschrieben unter: Frauen,Liebesroman,May, Valentina | RSS 2.0 | TB | Comments off

 

Autor:

Sebastian Fitzek
Verlag: Droemer
ISBN-10: 3426199203
Gebundene Ausgabe 361 Seiten
Persönliche
Wertung:

 

Öffne nie fremde Pakete …

Zum Inhalt:

Die Psychiaterin Emma Stein wird während eines Hotelaufenthalts Opfer des „Friseurs“. Dieser schert Prostituierten die Haare, vergewaltigt und tötet sie. Emma passt nicht ins Profil, vor allem entkommt sie lebend, weshalb ihre Umwelt, auch ihr Mann, am Wahrheitsgehalt ihrer Aussage zweifelt. Sie hat ihr Baby verloren und traut sich seit Monaten nicht mehr aus dem Haus, von Ängsten völlig in Beschlag genommen. Da bittet der Postbote sie, ein Paket für einen unbekannten Nachbarn anzunehmen. Für Emma ein Grund ihrer Paranoia freie Bahn zu lassen …

Meine Meinung:

Nachdem ich sonst jeden Fitzek der letzten Jahre direkt nach Erscheinen gelesen habe, wollte es mir diesmal aus Zeitgründen nicht gelingen. Dabei hat mich mein Lieblings-Thrillerautor auch diesmal nicht enttäuscht. Innerhalb kürzester Zeit habe ich den Roman verschlungen und jede noch so kleine Unterbrechung fiel mir schwer. Das titelgebende Paket spielt nicht die große Rolle, von der man ausgegangen ist, jedoch tut das der Spannung keinen Abbruch. An der Stelle möchte ich auch gleich mal die tolle Aufmachung der Hardcover-Ausgabe in Form eines Paketes loben.

Hauptfigur Emma Stein handelt ganz sicher nicht rational und oft recht unberechenbar, aber schließlich ist sie stark traumatisiert, sodass ihr nicht wirklich ein Vorwurf zu machen ist. Mögen sich auch viele darüber beschweren, ich mag die kurzen Kapitel und die – vielleicht nicht immer notwendigen – Cliffhanger. Genau das liebe ich an Fitzek, er lässt mich einfach alles um mich herum vergessen. Einiges war vorhersehbar, anderes wieder nicht. Ich hatte zum Beispiel eine andere Täterfigur auf dem Schirm.

Alles in allem hat mich dieser Fitzek wieder restlos überzeugt und ich freue mich schon darauf, bald die „Flugangst“ lesen zu können. Ich mag einige deutsche Thriller-Autoren, aber dieser steht nach wie vor ganz oben auf der Liste.

Kerstin hat am Donnerstag, Juli 26th, 2018 | Geschrieben unter: Fitzek, Sebastian,Thriller/Krimi | RSS 2.0 | TB | Comments off

 

Autor:

Ruth Jones
Verlag: Harper Collins
ISBN-10: 3959672020
Gebundene Ausgabe 480 Seiten
Persönliche
Wertung:
,5

 

Wenn Begehren den Verstand ausschaltet

Inhalt:

Callum ist glücklich verheiratet, die Geburt seines dritten Kindes steht bevor. Da begegnet ihm die achtzehn Jahre jüngere Studentin Kate. Es ist Liebe auf den ersten Blick. Ein verzehrendes Verlangen führt zu einer Affäre der beiden. Als diese auffliegt, entscheidet sich Callum jedoch für seine Familie und bricht Kate damit das Herz.

Siebzehn Jahre später, auch Kate ist inzwischen verheiratet und hat eine kleine Tochter, begegnen sie sich wieder – und begehren sich wie am ersten Tag. Werden sie ihre zweite Chance nutzen und mit ihrem Egoismus ihre Familien ins Unglück stürzen?

Meine Meinung:

Der Debütroman von Ruth Jones hat mich, obwohl ich aus persönlichen Gründen etwas länger dafür gebraucht habe, von der ersten Seite an gepackt. Callum und Kate sind nicht wirklich sympathische Charaktere, eher im Gegenteil. Durch ihre Verhaltensweise verletzen sie ihre Umwelt und tun sich schlussendlich selbst am meisten weh. Aber die Autorin schafft es ausgezeichnet, das Auf und Ab der Gefühle der beiden, die alles verzehrende Leidenschaft, die jede Grenze sprengt, rüberzubringen. Ich habe mit ihnen genauso mitgelitten wie mit ihren Angehörigen, den eigentlichen Leidtragenden dieser stürmischen Liebesbeziehung.

Obwohl der Fokus klar auf Callum und Kate liegt und durch die wechselnden Perspektiven ein umfassender Einblick in die Gefühlswelt möglich ist, gibt es mit den jeweiligen Ehepartnern Belinda und Matt sowie seiner Studienfreundin Hetty auch interessante Nebencharaktere, die das Ganze immer wieder etwas auflockern und ebenso auf falsche Obsessionen hinweisen.

Als Leser fragt man sich unmittelbar, wie man selbst in gewissen Situationen handeln würde, ob alle Entscheidungen des eigenen Lebens wohl die richtigen waren. Der Schreibstil ist absolut flüssig und stets fesselnd. Das Ende vielleicht nicht für jedermann befriedigend, aber alles in allem sehr realistisch und nachvollziehbar. Denn es ist nun einmal so im Leben, dass das Gras auf der anderen Seite in den meisten Fällen eben doch nicht grüner ist. Doch man wird es nie erfahren, wenn man in Starre verharrt und nicht wenigstens den Versuch unternimmt, sein Glück zu finden.

Allen, die eine intensive Liebesgeschichte mögen, kann ich das Buch wirklich ans Herz legen.

Das Buch wurde mir von Harper Collins als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt, wofür ich mich herzlich bedanke.

Kerstin hat am Dienstag, Juli 10th, 2018 | Geschrieben unter: Frauen,Jones, Ruth,Liebesroman,Literatur allg. | RSS 2.0 | TB | Comments off

lesung_saleschAm Freitag, dem 8. Juni 2018, durfte ich in unserer Bibliothek einer Lesung von Barbara Salesch beiwohnen. Die dem breiten Publikum als TV-Richterin bekannt gewordene Juristin wusste von der ersten Minute an, ihr Publikum in den Bann zu ziehen.

Aus ihrem Buch „Ich liebe die Anfänge! Von der Lust auf Veränderung“ las sie nur wenige Passagen direkt. Vielmehr fasste sie ihre vier einschneidenden Lebensabschnitte – Kindheit/Jugend, Studium und Arbeit als Richterin, TV-Karriere und schlussendlich ihr jetziges Dasein als Künstlerin – mit eigenen Worten zusammen. Dabei glänzte sie mit unheimlich viel Esprit, Charme und Eloquenz. Es war den gefesselten Zuhörern unmöglich, von der Lebensgeschichte dieser vielseitigen Frau nicht fasziniert zu sein.

Mich persönlich machten einige Themen auch nachdenklich, vor allem was die Gleichstellung der Frau betrifft, aber schafften es auch, mir ein Stück weit Mut saleschundichzu vermitteln, dass in jedem Neuanfang auch eine Chance wohnt, für mich gerade ein sehr aktuelles Thema.

Nach der Lesung nahm sich Frau Salesch noch die Zeit, alle Autogrammwünsche zu erfüllen, signierte fleißig die zu erwerbenden Bücher und stand für Fotos zur Verfügung.

Ich habe das Buch noch nicht gelesen, an welchem ich selbstverständlich nicht vorbeigehen konnte, aber ich freue mich darauf, tiefer in diese Biografie einzutauchen. Denn mein Fazit der Lesung – Barbara Salesch ist eine patente, lebensbejahende und nie den Mut verlierende Frau, die man sich als Beispiel nehmen sollte.

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Kerstin hat am Sonntag, Juni 10th, 2018 | Geschrieben unter: Allgemein | RSS 2.0 | TB | Comments off

 

Autor:

Elisabeth Herrmann
Verlag: cbj Verlag
ISBN-10: 3570165132
Gebundene Ausgabe 474 Seiten
Persönliche
Wertung:

 

Unbequemes Thema großartig verpackt

Zum Inhalt:

Das Chocolaterie-Geschäft ihrer Eltern in Meißen soll eines Tages der große Bruder übernehmen. Also sucht Mia nach beruflichen Alternativen und entscheidet sich, Journalismus zu studieren. Für die Aufnahmeprüfung soll ein Familienfoto recherchiert werden. Dies ist schnell gefunden, denn schon immer hängt im Laden das Bild von einem riesengroßen Nashorn aus Schokolade, dazu Gottlob Herder aus Lüneburg und der kleine Jakob Arnholt, Mias Urgroßvater. Jakob ist schwarz und einst aus der Kolonie „Deutsch-Südwestafrika“ ins Land gekommen.

Mia interessiert sich brennend für seine Geschichte und macht sich auf den Weg nach Lüneburg, wo die Nachkommen von Gottlob Herder noch immer eine große Schokoladenfabrik führen. Ein Mord und mehrere Anschläge auf ihr Leben zeigen, dass sie einem Geheimnis auf der Spur ist, das keinesfalls ans Tageslicht dringen soll.

Meine Meinung:

Der neue Jugendroman von Elisabeth Herrmann hat mich wirklich begeistert. Es mag weniger Thriller drin sein als in dem letzten, den ich von ihr gelesen habe – „Die Mühle“. Dieser erschien mir aber auch für die Altersgruppe fast zu heftig.

Die Schokoladenherstellung bildet für den Roman nur die Rahmenhandlung, Hauptthema ist die wenig rühmliche Rolle Deutschlands in der Kolonialzeit, die nach wie vor ein Tabuthema zu sein scheint, obwohl die Vernichtung der Herero inzwischen als Völkermord anerkannt wurde. Ich zumindest hatte zu dem Thema bisher so gut wie noch gar nichts gelesen oder auch von der Schule her behalten, weshalb ich auch immer wieder begeistert bin, wie toll die Autorin geschichtlich brisantes Material mit einer spannenden Story zu verknüpfen vermag.

Der Roman ist wirklich keine Minute langweilig und es macht großen Spaß gemeinsam mit Mia die verworrenen Rätsel einer längst vergangenen Zeit aufzudecken. Sie ist eine tolle Hauptfigur, mit der ich mich sofort identifizieren konnte. Ein Mord und mehrere Anschläge auf das Leben halten die Spannung auch enorm hoch, es werden einige Spuren gelegt, um schließlich dann doch bei einem von mir nicht vermuteten Täter zu landen. Auch eine kleine Liebesgeschichte bahnt sich an, die aber absolut nicht überhand, jedoch ein süßes Ende nimmt.

Der Schreibstil von Elisabeth Herrmann ist einfach großartig, flüssig zu lesen, immer auf dem Punkt und von mitreißender Qualität. Das Buch ist kein splattermäßiger Thriller, sondern bietet nebenbei auch noch Einblick in ein dunkles Kapitel deutscher Geschichte, vor dem wir auch heute noch keinesfalls die Augen verschließen sollten.

Absolut überzeugend und definitiv zu empfehlen für den anspruchsvollen jungen, aber auch älteren Leser.

Ich danke dem cbj-Verlag für die Bereitstellung eines Leseexemplares.

Kerstin hat am Sonntag, Mai 27th, 2018 | Geschrieben unter: All Age/Jugend,Herrmann, Elisabeth,Thriller/Krimi | RSS 2.0 | TB | Comments off

 

Autor:

Michael E. Vieten
Verlag: Abacus Verlag
ASIN: B07B7R9GW3
E-Book: 296 Seiten
Persönliche
Wertung:
,5

 

 

Der Mensch ist des Menschen Wolf

Inhalt:

Im Wolfsgehege eines Tierparks im Hunsrück werden menschliche Überreste gefunden. Ein willkommener Anlass für die Gegner der Einrichtung, die eine Schließung aufgrund finanzieller Interessen befürworten, die Angst der Menschen in der näheren Umgebung zu schüren. Christine Bernard beginnt zu ermitteln und schnell kristallisieren sich mehrere mögliche Spuren heraus. Wer steckt wirklich hinter dem feigen Mord? Die Kommissarin gibt alles und gerät dabei erneut mehr als einmal selbst in Lebensgefahr.

Meine Meinung:

Inzwischen hat Michael E. Vieten den 4. Band um Christine Bernard vorgelegt. Die vorherigen Fälle werden teilweise kurz angeschnitten, es ist aber nicht nötig, diese vorab gelesen zu haben.

Mit der Einbeziehung des Wolfes in seinen Kriminalfall nimmt sich der Autor erneut eines aktuellen Themas an, denn die zunehmende Wiederansiedlung des Wolfes in Deutschland ruft sowohl Gegner als auch Befürworter dieses großartigen Tieres auf den Plan, womit ausgedrückt sein sollte, auf welcher Seite ich mich sehe.

Es ist deutlich zu spüren, dass der Autor auf Kritik reagiert. Die hohe Attraktivität der Kommissarin ist diesmal gar kein Thema, auch die Namensbezeichnungen sind angenehmer zu lesen. Christine ist weit weniger starrsinnig, hat also auch eine Entwicklung durchgemacht und die allzu häufigen spontanen Perspektivwechsel wurden ebenfalls reduziert.

Der Leser bekommt interessante Hintergrundinfos zum Wolf an sich und die vielfältigen Spuren ermöglichen ein Miträtseln bis zum Schluss. Das Ende ist auch nicht wirklich vorhersehbar, wenn auch gut nachvollziehbar. Durch gute polizeiliche Ermittlungsarbeit erschließt sich Schritt für Schritt die Lösung. Dennoch wird es nie langweilig und an einigen Stellen, wenn sich Christine doch mal wieder allein dem Gegner stellt, sogar so richtig spannend.

Das Einfließen ihres Privatlebens im genau richtigen Umfang macht die Kommissarin noch sympathischer und menschlicher.

Alles in allem ein wirklich gut recherchierter und aufbereiteter Kriminalfall, der auch Leser mit empfindlicherem Gemüt überzeugen sollte. Es bleibt auf jeden Fall spannend bei Christine Bernard und ich werde ihre Tätigkeit als Kommissarin bestimmt weiterverfolgen.

Ich danke dem Autor bzw. dem Abacus Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares.

Kerstin hat am Sonntag, Mai 20th, 2018 | Geschrieben unter: Thriller/Krimi,Vieten, Michael E. | RSS 2.0 | TB | Keine Kommentare

 

Autor:

Rose Snow
Verlag: Selfpublishing
ISBN-10: 1980665850
TB: 337 Seiten
Persönliche
Wertung:
,5

 

 

Modernes Märchen über die Suche nach der wahren Liebe

Inhalt:

Im britischen Königshaus gibt der Zweitgeborene, Prinz Henry, gern den Partyprinz und forciert Schlagzeilen geradezu. Die Liebe ist für ihn nur ein Spiel, bis er eines Tages den Schauspielerinnen Haley und Maxine begegnet. Beide haben von Beginn an eine unwiderstehliche Anziehungskraft auf ihn.

Seit Jahrhunderten soll ein Fluch über der Königsfamilie liegen und nur ein Kuss der wahren Liebe in einer bestimmten Vollmondnacht ist in der Lage, ihn zu brechen. Prinz Henry glaubt natürlich nicht daran, doch die Zufälle häufen sich und schlussendlich muss er eine Entscheidung treffen.

Meine Meinung:

Mit „Der Prinz und die Schauspielerin“ legt das Autorenduo Rose Snow einen märchenhaften Roman vor, der für sich allein steht und nichts mit ihren anderen Reihen zu tun hat.

Parallelen zum tatsächlichen britischen Königshaus sind unverkennbar und sicher beabsichtigt. Aber auch an die Serie „The Royals“ fühlte ich mich oft erinnert und hatte an diesen Doppeldeutigkeiten besonders viel Spaß.

Die Perspektive wechselt zwischen Henry, dem Prinzen und Haley sowie Maxine. Da jeder seine eigene Sicht auf gewisse Situationen schildert, kommt es schon mal zu Überschneidungen, aber das fand ich besonders interessant und nicht etwa störend. Sympathisch waren die Damen irgendwie beide, da wäre auch mir eine Entscheidung schwergefallen. Aber in diesem Fall muss man wohl einfach sein Herz sprechen lassen.

Genial gelöst auch die Einschübe der „echten“ und der „unechten“ Liebe. Hier konnte der Leser wunderbar miträtseln, wer nun wer ist. Auch ich habe meine Meinung mehrmals über den Haufen geworfen. An einer Stelle, meine ich, wird zu viel verraten, aber da auch durch die gespielten Märchen auf einer Geburtstagsfeier (tolle Idee übrigens, wäre ich sofort dabei) ständig die Haarfarben der Damen wechseln, hatte ich zum Ende hin auch wieder keinen Plan. Die Auflösung ist wunderschön und alle finden ihr Happy End. Wer nun welchen Traumprinzen bekommt, müsst ihr schon selbst lesen.

Ein wirklich schöner Ausflug in die Welt der Märchen, voller Romantik und großer Gefühle, auf den Rose Snow mich wieder einmal mitgenommen haben.

Ich danke den Autorinnen für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares, was meine Meinung aber nicht beeinflusst hat.

Kerstin hat am Dienstag, Mai 1st, 2018 | Geschrieben unter: Fantasy/Paranormal,Liebesroman,Snow, Rose | RSS 2.0 | TB | Keine Kommentare

 

Autor:

Sandra Henke
Verlag: Selfpublishing
ASIN: B079R6X8DC
E-Book: 221 Seiten
Persönliche
Wertung:

 

 

Melancholisches Liebesmärchen voller Poesie

Inhalt:

Die 21-jährige Stella ist unglücklich, denkt sogar an Suizid. Ihre lieblosen Eltern sind hilflos und schicken sie von einem Psychologen zum anderen. Ihre letzte Hoffnung – ein Sanatorium in Cornwall. Hier begegnet sie am Rande des Abgrunds dem Maler Simon, der ihrem Jugendschwarm Paul Gold so ähnlich sieht. Zum ersten Mal erfährt sie Aufmerksamkeit und Zuwendung. Doch einiges ist rätselhaft an Simon und als Stella seinem Geheimnis auf die Spur kommt, droht ihr empfindsames Herz endgültig zu zerbrechen.

Meine Meinung:

Ich habe schon einige Romane von Sandra Henke gelesen. Sie konnte mich sowohl im erotischen Bereich überzeugen als auch in der Spannungsliteratur unter dem Pseudonym Laura Wulff. Besonders aber mag ich ihre locker-leichten Romane der Herzchenkonfetti-Reihe. Dieser dritte Band – der im Übrigen völlig unabhängig von den anderen gelesen werden kann – ist allerdings ganz anders, aber deshalb nicht weniger schön.

Die anfänglich melancholische Grundstimmung entfaltet sich nach und nach zu einer Liebesgeschichte voller Hoffnung und Emotionen. Der leise Roman braucht keine besonderen Höhepunkte oder ein aufregendes Setting, um sich dem Leser ganz tief ins Herz zu schleichen. Die Hauptfiguren mit ihrer breiten Palette an Gefühlen tun das ihrige dafür.

Stella habe ich sofort ins Herz geschlossen, dieses vernachlässigte Mädchen, das sich ihr Leben lang nur nach Liebe sehnt. Wie sie sich nach und nach öffnet und wieder Mut und Kraft für die Zukunft schöpft, ist einfach wunderbar beschrieben. Simon war mir ebenfalls sympathisch, auch wenn er mir nicht ganz so nahekam. Er versteht es, seine Gefühle in Farben auf die Leinwand zu bringen, aber weiß auch mit Worten zu überzeugen. Worte, die ihm natürlich die Autorin in den Mund gelegt hat, und das macht sie grandios. So viele Textstellen sprühen nur so vor Poesie und lassen die Fantasie auf Reisen gehen.

Neben der Entwicklung der zarten Liebesgeschichte gibt es auch überraschende Wendungen und eine Prise Dramatik, sodass man sich zum Schluss umso mehr am Happy End der Protagonisten erfreuen kann und das Buch mit einem wirklich guten Gefühl zuklappt. Wer es etwas tiefgründiger mag, ist mit „Mein Herz ist ein Chamäleon“ genau an der richtigen Adresse.

Ich danke Sandra Henke für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares.

Kerstin hat am Sonntag, April 15th, 2018 | Geschrieben unter: Frauen,Henke, Sandra,Liebesroman | RSS 2.0 | TB | Keine Kommentare

 

Autor:

A. J. Finn
Verlag: Blanvalet
ISBN-10: 3764506415
Klappen-
broschur:
541 Seiten
Persönliche
Wertung:

 

Spannendes Psychopuzzle und Hommage an Film noir

Inhalt:

Anna Fox leidet nach einem schweren Trauma unter Depressionen und Agoraphobie, kann also ihr großes Haus in New York nicht verlassen. Die Kinderpsychologin hilft in Online-Foren ebenfalls Betroffenen, spielt Schach am Computer, sieht mit Vorliebe Schwarz-Weiß-Filme und bei allem trinkt sie viel zu viel und nimmt wahllos Medikamente. Außerdem beobachtet sie mit Vorliebe ihre Nachbarn. Als sie Zeuge eines Verbrechens wird, ist sie nicht in der Lage zu helfen. Sie findet sich nach einem Zusammenbruch vor ihrem Haus im Krankenhaus wieder und ihren Beteuerungen wird nicht geglaubt. Hat sie sich alles nur eingebildet? So langsam beginnt Anna selbst, an sich zu zweifeln.

Meine Meinung:

Mit „The Woman in the Window“ hat A. J. Finn wirklich ein beeindruckendes Debüt hingelegt, ob es nun der Spannungsbestseller des Jahres ist, bleibt abzuwarten, immerhin liegt die Hälfte ja noch vor uns.

Ich-Erzählerin Anna ist eigentlich zu kaputt, um wirklich sympathisch zu sein, aber ihren Schmerz aufgrund des durchlebten Traumas, welches erst nach und nach zur Sprache kommt, konnte ich gut nachvollziehen. Für meinen Geschmack startet das Buch etwas zu gemächlich, erst nach ca. 200 Seiten passiert wirklich was. Hier hätten ein paar Kürzungen dem Lesefluss gutgetan. So ist es lediglich eine Aufzählung von Annas relativ eintönigem Tagesablauf, mit dem ständigen Verweis auf ihren Alkohol- und Tablettenmissbrauch. Eigentlich müsste sie es ja besser wissen und bei den Mengen wundert es mich ehrlich, dass sie nicht schon längst mal in der Notaufnahme gelandet ist bzw. unrettbar im Haus ihr Leben ausgehaucht hat, da sie ja kaum Kontakt zur Außenwelt hat.

Danach nimmt der Thriller wirklich Fahrt auf und war am Ende ganz nach meinem Geschmack. Eine unerwartete Wendung folgt auf die andere und die Auflösung konnte zumindest mich trotzdem überraschen, wobei ich dem Täter da in einer Hinsicht auch zustimmen muss. Doch Drogen und Alkohol haben da wohl ihr vernichtendes Werk bereits aufgenommen und so einige Gehirnzellen sind dabei auf der Strecke geblieben.

Annas Vorliebe für Schwarz-Weiß-Filme wird in großem Umfang zelebriert und Fans des Film noir kommen sicher voll auf ihre Kosten. So gibt es diverse Einschübe zu Filmszenen sowie –zitaten mit den großen Stars dieser Ära.

Der Autor schafft es auch wirklich sehr geschickt, kaum merkbare Spuren zu legen und schließlich den Kreis der Verdächtigen stets offen zu halten. Ebenso wie Anna an sich selbst, zweifelt auch der Leser irgendwann daran, was nun Wirklichkeit und was Einbildung ist. Die oft relativ kurzen und knackigen Kapitel fördern das Lesetempo und gegen Ende mochte ich das Buch wirklich kaum noch weglegen.

Ich könnte mir das Buch wirklich extrem gut als Film vorstellen, hier ist auch kein großer Aufwand nötig, weswegen Hollywood wohl schon voll dabei ist. Fans des psychologischen Thrills kann ich das Buch trotz einiger Längen am Anfang wärmstens empfehlen.

Ich danke dem Blanvalet Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares.

Kerstin hat am Donnerstag, April 12th, 2018 | Geschrieben unter: Finn, A. J.,Thriller/Krimi | RSS 2.0 | TB | Keine Kommentare

 

Autor:

Kristina Valentin
Verlag: Diana
ISBN-10: 3453359232
Taschenbuch: 288 Seiten
Persönliche
Wertung:

 

 

Der Sommer, der alles verändert

Inhalt:

Katharina lebt nach einem schweren Schicksalsschlag nur noch für ihre Kinder und ihren Beruf. Sie selbst bleibt dabei leider auf der Strecke. Aufgrund eines Auslandaufenthalts ihrer Freundin Kerstin soll sie deren Haus für längere Zeit hüten. Die Chance, endlich im Grünen zu leben, wo ihre Kinder die Natur entdecken können, nimmt sie sofort wahr. Doch zum Arrangement gehört auch Nachbar David, den sie unterstützen soll, weil er im Rollstuhl sitzt. Er bietet ihr sogar einen Job an, bringt ihr Lachen zurück und schon bald möchte sie in seinen blauen Augen versinken. Doch nicht nur sie hat eine schmerzliche Vergangenheit, auch David fällt es nicht leicht, sich der Liebe zu öffnen.

Meine Meinung:

Immer mal wieder was Neues. Bisher veröffentlichte Kristina Valentin ihre Romane stets unter ihren Pseudonymen Kristina Günak bzw. Kristina Steffan. Zum Glück ist die Autorin medial gut unterwegs, sodass auch diese Neuveröffentlichung einer meiner liebsten Autorinnen mir nicht entgehen konnte.

Auf den ersten Seiten dachte ich dann, wow, wieder ein echter Günak/Steffan, denn der feine Humor, den ich so an ihr liebe, kam voll zur Geltung. Aber mit zunehmender Lesezeit kristallisierte sich dann doch heraus, warum hier wohl ein neues Pseudonym gewählt wurde. Denn trotz des meist sehr humorvollen Untertons geht es in diesem Liebesroman auch um große Verluste und schmerzliche Erfahrungen. Kristina nimmt sich hier eines Themas an, das nicht sehr oft in Romanen behandelt wird und wenn, dann doch eher negativ belastet ist.

Sie bricht mit ihrer Figur David eine Lanze für Menschen mit Behinderung, die wenn auch nicht mit beiden Beinen, so doch aber mit ganzem Herzen im Leben stehen und ihre Einschränkungen zum größten Teil der Umwelt verdanken. Sie führen ein weitestgehend normales Leben, ihr Umfeld macht sie zu etwas Besonderem, im schlimmsten Fall Bemitleidenswertem. David ist ein cooler Typ, witzig und beruflich erfolgreich. Dennoch hat auch er seine Dämonen zu bekämpfen, wie wohl jeder Mensch.

Bei Katharina hat die Autorin einiges von sich selbst einfließen lassen, ist oder war sie doch selbst auch als Mediatorin tätig. Ich konnte mir darunter nie so wirklich etwas vorstellen, jetzt bin ich schlauer. Die Figur war mir sofort sympathisch und ihre Angst um die Kinder und vor der Zukunft extrem gut nachvollziehbar. Sie ist dermaßen in ihrem Hamsterrad gefangen, dass sie erst durch David merkt, dass ihr Herz schon längst Heilung erfahren hat und offen für Neues ist.

Meines Erachtens schafft Kristina Valentin ganz hervorragend den Balanceakt, die Behinderung (den Rollstuhl) und alle damit verbundenen Probleme zum Thema zu machen, ohne es besonders hervorzuheben. Es gehört einfach dazu und ist vor allem kein Grund, einer großen Liebe keine Chance zu geben. Es braucht viel Mut, über seinen Schatten zu springen und seinem Herzen einen Schubs in die richtige Richtung zu geben. Genau das lehren uns die Protagonisten in ihrem unvergesslichen Sommer und ich habe sie unheimlich gern dabei begleitet. Und wenn dann noch Einhörnchen um die Ecke kommen, kann eigentlich alles nur noch gut werden. Klare Leseempfehlung für Liebhaber von Romanen mit Tiefgang, die der Seele Flügel verleihen.

Ich danke dem Diana-Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares.

Kerstin hat am Freitag, März 30th, 2018 | Geschrieben unter: Frauen,Günak, Kristina,Humor,Liebesroman,Steffan, Kristina,Valentin, Kristina | RSS 2.0 | TB | Keine Kommentare
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