Kerstins Bücherreich

„Der Bücherwurm liest sogar die Bücher, die er rezensiert.“ Gabriel Laub (1928-98)

Category: Neuhaus, Nele

 

Autor:

Nele Neuhaus
Verlag: Ullstein
ISBN-10:

3550080166

Gebundene Ausgabe 474 Seiten
Persönliche
Wertung:
,5

Serienzuge-
hörigkeit:

6. Taunus-Krimi mit den Ermittlern
Oliver von Bodenstein und Pia Kirchhoff

 

Brisantes Thema, solide verpackt

Inhalt:

Die Leiche eines jungen Mädchens wird gefunden, das keiner zu vermissen scheint. Offensichtlich wurde sie schwer misshandelt, doch die Ermittlungen von Pia Kirchhoff und Oliver Bodenstein laufen ins Leere. Schnell wird der Fokus auf den brutalen Überfall auf eine Fernsehmoderatorin gelenkt, die offensichtlich einer brisanten Story auf der Spur war. Eine weitere Leiche wird gefunden und die Ermittler müssen feststellen, dass sie in ein wahres Wespennest gestochen haben, dessen Abgründe bis in höchste Ebenen reichen.

Meine Meinung:

Mit „Böser Wolf“ legt Nele Neuhaus bereits ihren 6. Taunus-Krimi vor, in dem Pia Kirchhoff und Oliver Bodenstein die Hauptermittler sind. Ein paar Tage sind für mich seit der Lektüre schon vergangen, aber es fällt mir dieses Mal auch besonders schwer, meine Meinung in Worte zu fassen.

Mein erster Neuhaus war „Schneewittchen“, welches mich restlos begeistert hat. Schon beim Nachfolger „Wer Wind sät“ wurden mir bereits zu viele verschiedene Themen ins Buch gepackt und beim aktuellen Roman wird das erneut auf die Spitze getrieben. Eine sehr lange Zeit gibt es verschiedene Handlungsstränge, die scheinbar nichts miteinander zu tun haben, dazu unheimlich viele Figuren, unter denen zu differenzieren nicht leichtfällt. Natürlich wird am Ende alles gekonnt verwoben und macht im Nachhinein Sinn, jedoch ist der Einstieg dadurch recht schleppend.

Am meisten war ich enttäuscht von der Vorhersehbarkeit. Ich hatte dieses Mal an keiner Stelle einen Aha-Effekt, obwohl ich gerade das besonders mag. Schon oft habe ich zum Thema Kindesmissbrauch gelesen und es ist sicher nicht einfach, so etwas zu schreiben, aber die Story drumherum, das Aufgebausche zu einer fast weltweiten Verschwörung, wo quasi jeder der oberen Zehntausend seine dreckigen Finger im Spiel hatte, ging mir dann doch zu weit, zumal in solchen Fällen selten die Schuldigen gefasst werden, was das Ende des Buches bestätigt. Auch die dramatische persönliche Komponente wäre meines Erachtens nicht notwendig gewesen.

Nichtsdestotrotz ist „Böser Wolf“ ein, wenn auch etwas überfrachteter, Krimi, der fast durchgehend für Spannung sorgt und einige dramatische Höhepunkte aufzuweisen hat. Ich tendiere bei meiner Wertung zu 3,5 Sternen und runde, wo diese Wertung nicht möglich ist, aufgrund des insgesamt positiven Gesamteindrucks auf. Nicht das beste Werk der Autorin, aber durchaus lesenswert.

Kerstin at Donnerstag, Mai 9th, 2013 | Filed under: Neuhaus, Nele,Thriller/Krimi | RSS 2.0 | TB | No Comments

 

Autor:

Nele Neuhaus
Verlag: Ullstein
ISBN-10: 3548283519
Taschenbuch 560 Seiten
Persönliche
Wertung:
Serienzuge-hörigkeit: 5. Taunus-Krimi mit den Ermittlern
Oliver von Bodenstein und Pia Kirchhoff

Mord und Lügen im Taunus

Zum Inhalt:

Nach einem Urlaub in China kaum auf deutschem Boden gelandet wird Kriminalkommissarin Pia Kirchhoff von ihrem Chef Oliver von Bodenstein an einen Tatort beordert. Im Firmengebäude der WindPro GmbH wird die halb verweste Leiche eines Nachtwächters gefunden. Auf der Suche nach dem Mörder stoßen die Ermittler des K 11 auf eine Bürgerinitiative, die sich gegen die Errichtung eines Windparks im Taunus ausspricht. Dann geschieht ein weiterer brutaler Mord und die Zahl der Verdächtigen wächst ständig. Pia Kirchhoff kämpft gegen ein Konglomerat aus Lügen, Korruption und Hass, wobei ihr der auf Liebespfaden wandelnde Oliver von Bodenstein keine große Hilfe ist.

Meine Meinung:

In „Wer Wind sät“ setzt Erfolgsautorin Nele Neuhaus ihr Ermittler-Duo Kirchhoff und Bodenstein bereits zum fünften Mal gemeinsam auf die Lösung eines Kriminalfalls an. Der Roman ist wie immer mit sehr viel Lokalkolorit ausgeschmückt, man merkt der Autorin ihre Liebe zur Heimat an. Durch ständige Perspektivenwechsel und auch Rückblenden in die Vergangenheit bleibt der Roman stets abwechslungsreich und die Spannung auf ausreichend hohem Niveau. Es werden sehr viele Charaktere mit überwiegend negativen Eigenschaften eingeführt, sodass die Zahl der Verdächtigen schnell wächst. Glaubt man als Leser sich endlich auf einen Täter festlegen zu können, hat Nele Neuhaus doch immer wieder eine überraschende Wendung parat.

Sie packt in ihr mit über 550 Seiten recht umfangreiches Werk Themen wie Missbrauch, Hörigkeit, Massenpanik, Klimaverschwörung und auch eine Geiselnahme, was fast ein wenig viel anmutet. Dennoch ist alles untereinander perfekt verwoben. Auf die Hintergründe der Klimalüge hätte durchaus noch näher eingegangen werden können, schließlich ist der Leser ja auch Verbraucher und somit Leidtragender von politischen Entscheidungen.

Da ich von der Autorin bisher leider nur den Vorgänger „Schneewittchen muss sterben“ kenne, kann ich zu den ersten drei Romanen keinen Vergleich ziehen und so auch die Entwicklung der Ermittlerfiguren nicht recht beurteilen. Auf jeden Fall gelang es Nele Neuhaus mit ihrem vierten Roman noch ein ganzes Stück mehr, mich völlig in die Geschichte zu katapultieren, weswegen ich diesem Werk auch einen Punkt Abzug geben muss, weil einfach diese besondere Sogwirkung fehlte. Dennoch ist der neue Taunus-Krimi allemal eine Empfehlung wert.

Kerstin at Freitag, August 26th, 2011 | Filed under: Neuhaus, Nele,Thriller/Krimi | RSS 2.0 | TB | No Comments

 

Autor:

Nele Neuhaus
Verlag: List
ISBN-10: 3548609821
Taschenbuch 537 Seiten
Persönliche
Wertung:
Serienzuge-
hörigkeit:
4. Taunus-Krimi mit den Ermittlern
Oliver von Bodenstein und Pia Kirchhoff

 

Packender Taunus-Krimi mit vielen Verdächtigen

Zum Inhalt:

Tobias Sartorius kehrt nach zehn Jahren Haft, die er für die Ermordung zweier 17jähriger Mädchen abgesessen hat, in sein Heimatdorf Altenhain zurück. Dort ist nichts mehr, wie es einmal war. Die Gaststätte seines Vaters ist seit langem bankrott, der Hof gleicht einem Müllplatz und Tobias wird sofort offen angefeindet. Kurz darauf fällt sogar seine inzwischen von seinem Vater geschiedene Mutter einem heimtückischen Anschlag zum Opfer.

Als die Leiche eines der Mädchen gefunden wird, stellen die bearbeitenden Kriminalbeamten Pia Kirchhoff und Oliver von Bodenstein Ungereimtheiten in der damaligen Abwicklung des Falles fest. Die junge Amelie ist fasziniert von den Abgründen, die sich in dem verschlafenen Dorf offenbaren und ermittelt auf eigene Faust. Nicht lange danach verschwindet sie spurlos und für die Dorfbewohner steht der Täter bereits fest. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt, denn sowohl Amelie als auch der erneut verdächtigte Tobias schweben in großer Gefahr.

Meine Meinung:

„Schneewittchen muss sterben“ ist bereits der vierte Roman der im Taunus lebenden Autorin Nele Neuhaus mit den Ermittlern Oliver von Bodenstein und Pia Kirchhoff. Es werden jedoch keinerlei Vorkenntnisse aus den ersten Bänden benötigt. Ganz wunderbar gelingt es der Autorin in einem gerade mal zwanzig Tage umfassenden Zeitraum eine Fülle von Spuren zu legen, die den Leser dieses exzellenten Kriminalromans begeistert miträtseln lassen. Zu keinem Zeitpunkt lässt die Spannung nach, immer wieder gibt es neue Wendungen, neue Verdächtige. Teilweise verführen richtig gemeine Cliffhanger zum sofortigen Weiterlesen, egal was der Wecker anzeigt.

Es ist für mich gut vorstellbar, wie in einem kleinen Dorf eine verschworene Gemeinschaft entstehen kann, wo jeder am liebsten seine eigenen Leichen im Keller behalten möchte. Die einzelnen Charaktere sind dann auch sehr bildhaft dargestellt, man kann mit den leidenden Eltern der toten Mädchen ebenso mitfühlen wie mit den Sorgen privater Art der Ermittler. Insgesamt gelingt es der Autorin hervorragend, alles miteinander zu verknüpfen und ein rundum gelungenes Porträt einer von Lügen, Verrat, Eitelkeit und Machtsucht geprägten Gemeinschaft zu zeichnen.

Der Roman hat mich auf jeden Fall veranlasst, auch die vorher erschienenen Bände der Reihe einer näheren Betrachtung zu unterziehen, denn deutsche Autoren müssen sich auch in diesem Genre keinesfalls vor ihren amerikanischen Kollegen verstecken.

Kerstin at Dienstag, Juli 12th, 2011 | Filed under: Neuhaus, Nele,Thriller/Krimi | RSS 2.0 | TB | No Comments
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