Kerstins Bücherreich

„Der Bücherwurm liest sogar die Bücher, die er rezensiert.“ Gabriel Laub (1928-98)

Rezension: “Im Kopf des Mörders – Tiefe Narbe”

 

Autor:

Arno Strobel
Verlag: Fischer TB
ISBN-10: 3596296161
Taschenbuch: 364 Seiten
Persönliche
Wertung:

 

 

Arno Strobel in Serie – gelungenes Experiment

Inhalt:

Max Bischoff ist neu bei der Düsseldorfer Mordkommission. Sein Faible für moderne Ermittlungsmethoden wird von seinem Partner Horst Böhmer größtenteils belächelt, was ständig zu kleinen Sticheleien führt. Im Großen und Ganzen ergänzen sich beide jedoch gut, was bei ihrem ersten großen Fall auch nötig ist.

Ein stadtbekannter Journalist taucht blutüberströmt auf dem Polizeirevier auf. Das Blut gehört zu einer seit 2 Jahren vermissten Schauspielerin, von der nach wie vor jede Spur fehlt. Statt der Lösung des Falls näher zu kommen, wird er immer rätselhafter und eine wie Müll entsorgte Frauenleiche macht es nicht einfacher. Im Umkreis der Ermittlungen begegnet Max die große Liebe, deren Verschwinden ihn an seine emotionale Grenze bringt.

Meine Meinung:

Ich bin seit Jahren ein großer Fan von Arno Strobel, wobei mir das eine Buch mehr, das andere weniger gefallen hat. Dennoch verpasse ich keine Veröffentlichung, auch wenn es diesmal recht lange gedauert hat, mir den Auftakt seiner Thriller-Trilogie um Max Bischoff vorzunehmen, da Band 2 bereits erhältlich ist, den ich direkt im Anschluss lesen werde.

Mir hat „Tiefe Narbe“ eigentlich recht gut gefallen. Diesmal rückt Arno Strobel die Polizeiarbeit eindeutig in den Vordergrund. Die beiden Ermittler sind mit ihren unterschiedlichen Ansätzen nun keineswegs Neuerfindungen, aber durchaus sympathisch, wobei Max, aus dessen Sicht erzählt wird, dem Leser eindeutig näher kommt. Auch sein privates Umfeld inkl. der im Rollstuhl sitzenden Schwester fand ich gut gezeichnet, von der sicher noch viel in den Folgebänden zu lesen sein wird.

Die kursiv hervorgehobenen Passagen, die quasi „im Kopf des Mörders“ stattfinden, sind detailliert beschrieben, grausam und verstörend, aber gerade das mag ich.

Der Versuch, falsche Spuren zu legen, wirkt ein wenig bemüht, aber zumindest bei mir hat es funktioniert und ich wusste lange nicht so recht, wo der Hase nun langläuft. Die Ermittler schießen sich etwas zu extrem auf einen Verdächtigen ein, die so oft erwähnten modernen Ermittlungsmethoden finden eigentlich keine Anwendung und letztes Endes bringt ein Zufall Max auf die richtige Spur. Die eingebaute Liebesgeschichte hinterlässt einen etwas bitteren Nachgeschmack, verwandelt sie doch den mit über dreißig durchaus erwachsenen Max in einen fast sabbernden Teenager, der alles um sich herum vergisst, jegliche Regeln ignoriert und bereits nach wenigen Tagen von der großen Liebe träumt. Das war dann selbst mir ein wenig zu viel des Guten. Das Ende war dann doch ein wenig überraschend, bietet aber die richtige Ausgangsbasis für die Folgebände um Max Bischoff.

Ich werde die Reihe auf jeden Fall weiterverfolgen und denke, dass die meisten Strobel-Fans dem etwas anderen Stil des Autors etwas abgewinnen dürften.

This entry was posted on Sonntag, 11. Februar 2018 and is filed under "Strobel, Arno, Thriller/Krimi". You can follow any responses to this entry with RSS 2.0. You can leave a response here, or send a trackback from your own site.

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