Kerstins Bücherreich

„Der Bücherwurm liest sogar die Bücher, die er rezensiert.“ Gabriel Laub (1928-98)

 

Autor:

Nora Roberts
Verlag: Heyne
ISBN-13: 978-3453422506
Taschenbuch: 542 Seiten
Persönliche
Wertung:
,5

 

 

Überleben, wenn die Welt den Bach runtergeht

 

Zum Inhalt:

Eine verheerende Seuche kommt über die Menschheit und löscht einen Großteil aus. Nur wenige scheinen dagegen immun zu sein. Einige von ihnen entdecken an sich besondere Gaben und setzen sie teils zum Guten, teils zum Schlechten ein. Nach der Flucht aus New York findet sich eine größere Gruppe zu einer Gemeinschaft zusammen und sie versuchen in „New Hope“ den Neuaufbau. Doch das Böse ist ihnen auf den Fersen und Lana, deren ungeborene Tochter die „Auserwählte“ sein soll, muss erneut fliehen.

Meine Meinung:

Ich lese sowohl gern Romane von Nora Roberts als auch Dystopien, weswegen ich mich für das neue Buch der Erfolgsautorin sofort interessiert habe. Leider konnte mich der erste Band der Schatten-Trilogie nicht vollständig überzeugen. Allein wie lange ich mich daran aufgehalten habe, zeigt mir, dass es mich nicht so richtig fesseln konnte. Nur sehr selten kommt wirkliche Spannung auf.

Der Fantasy-Anteil hat für meinen Geschmack überhandgenommen, zumal die Katastrophe und ihre schrecklichen Auswirkungen genug Spannungspotential geboten hätten, ohne dass es vor Hexen, Feen, Gestaltwandlern und dergleichen wimmelt. Mir fehlte insgesamt die Leichtigkeit, aber auch die Romantik die üblicherweise den Geschichten der Autorin innewohnen.

Es gibt mehrere Handlungsstränge, die erst spät zusammengeführt werden und es fällt mitunter schwer, die Vielzahl der Personen auseinanderzuhalten. Zum Schluss konzentriert sich jedoch alles nur noch auf Lana und man kann nur hoffen, dass auch die anderen in den Folgebänden erneut eine Rolle spielen und nicht nur als Statisten herhalten mussten. Über die Ursachen der Katastrophe, was es mit den Immunen auf sich hat und wohin das Ganze führen soll, erfährt man nichts. Hier ist wohl Geduld gefragt, denn die Folgebände erscheinen erst im September 2019 bzw. 2020. Vielleicht habe ich ja bis dahin Lust, die Story weiterzuverfolgen, denn interessant ist sie im Ansatz allemal. Für diesen ersten Teil vergebe ich 3,5 Sterne.

Ich danke dem Heyne Verlag herzlich für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares.

Kerstin hat am Mittwoch, Februar 27th, 2019 | Geschrieben unter: Abenteuer,Fantasy/Paranormal,Roberts, Nora,Science Fiction | RSS 2.0 | TB | Comments off

 

Autor:

Martina Wolf, Sabine Reiv
Verlag: Selfpublishing
ISBN: 9781533065537
Taschenbuch: 403 Seiten
Persönliche
Wertung:

 

 

Schlimmes Schicksal – Ausführung mehr als mangelhaft

Inhalt:

Die Schwestern Martina Wolf und Sabine Reiv haben in ihrer Kindheit Unvorstellbares erleben müssen. Ihr Alltag war gezeichnet von psychischer und physischer Gewalt. Sie haben lang gezögert, ihre Erlebnisse zu veröffentlichen, sich dann aber doch dafür entschieden, um aufzurütteln, die Mitmenschen zu animieren, genauer hinzuschauen und vielleicht rechtzeitig einzugreifen, denn ihnen war dies nicht vergönnt.

Meine Meinung:

Ich möchte die Erlebnisse der Schwestern keinesfalls kleinreden und bewundere sie für ihren Mut, ihre Kindheit auf diesem Weg der Öffentlichkeit nahezubringen. Obwohl einiges unglaubwürdig erscheint, was ich selbstverständlich nicht beurteilen kann, ist es ein wirklich schlimmes Schicksal, das betroffen macht. So weit, so gut. Dafür bin ich auch gewillt, mit viel Augenzudrücken, zwei Sterne in meine Bewertung einfließen zu lassen. Ich wünsche den Autorinnen positive Reaktionen und dass die gemeinsame Aufarbeitung des Erlebten sie persönlich vorwärts bringt.

Nun aber zu den negativen Punkten. Das Buch musste im Selfpublishing erscheinen, denn kein Verlag hätte hier auch nur im Ansatz an eine Veröffentlichung gedacht, zumindest nicht in dieser Form. Jedem Lektor hätten sich die Fußnägel aufgerollt bei dem notwendigen Überarbeitungspotenzial.

Kurzum, das Buch wurde weder lektoriert noch korrigiert. Auf der einen Seite stehen die unzähligen orthografischen Fehler, kaum ein Satz kommt ohne aus, die das flüssige Lesen fast unmöglich machen. Es müssen hunderte, wenn nicht an die tausend sein. Kommas völlig willkürlich, Groß- und Kleinschreibung, Wörter zusammengeschrieben, die niemals zusammengehören und eine furchtbare Grammatik. Dazu kommen jede Menge unnötige Füllwörter, stetige Wiederholungen, krude Satzkonstruktionen. Wenn man eine Sache zum zehnten Mal im gleichen Wortlaut liest, wird es dadurch nicht eindringlicher, sonst nervt irgendwann einfach nur.

Mein Mann hat das Buch auf einer Messe gekauft, ich hätte bereits beim fehlerhaften Klappentext Abstand genommen. In meinem Regal wird es trotz Signatur ganz sicher nicht landen. Vielleicht gab es ja inzwischen eine Überarbeitung und wir haben eine der ersten gedruckten Versionen bekommen. Ansonsten kann ich nicht verstehen, wie Amazon, die wie ich weiß bei fehlerhaften Manuskripten sonst immer sehr kritisch mit ihren Selfpublishern umgehen, dieses Machwerk weiterhin anbieten kann. Handwerklich einfach nur grottenschlecht, ein Ghostwriter wäre hier sicher die beste Lösung gewesen (macht jeder Promi so, der keine Ahnung vom Schreiben hat).

Es ist wirklich schade, aber die Ausführung überschattet den eigentlichen Inhalt des Buches so, dass es ein einziges Ärgernis ist, so viel Geld dafür ausgegeben zu haben.

Kerstin hat am Freitag, Januar 18th, 2019 | Geschrieben unter: Biografie,Reiv, Sabine,Wolf, Martina | RSS 2.0 | TB | Comments off

 

Autor:

Kerstin Hohlfeld
Verlag: Ullstein Verlag
ISBN: 978-3-548-29174-1
Taschenbuch: 247 Seiten
Persönliche
Wertung:

 

 

Was wirklich zählt …

Inhalt:

Sophia hat alles, was man sich wünschen kann. Sie leitet eine große Werbekampagne, achtet auf Aussehen und vor allem Figur und bewohnt mit ihrem Freund Lukas eine tolle Wohnung. Nur ihre Familie passt so gar nicht in ihr aktuelles Weltbild. Die sind ihr mit ihren traditionellen Werten und altmodischen Ansichten eher peinlich, was sie sie bei dem unvermeidlichen Adventsessen auch deutlich spüren lässt. Doch dann begeht sie einen folgenschweren Fehler und steht plötzlich kurz vor dem Weihnachtsfest ganz allein da. Ist es zu spät aufzuwachen und ihren Mitmenschen zu zeigen, was wirklich in ihr steckt?

Meine Meinung:

Ich war aus persönlichen Gründen ein wenig zu spät dran für diesen zweiten (nach „Bevor die Stadt erwacht“) Weihnachtsroman von Kerstin Hohlfeld, aber das tat meiner Begeisterung keinen Abbruch. Natürlich passt die warmherzige Geschichte am besten in die schönste Zeit des Jahres, aber weiß ganz sicher auch zu jeder anderen Zeit, die Herzen zu berühren.

Die Autorin hat hier wunderbare Charaktere erschaffen. Sophia selbst macht es dem Leser anfangs schwer, sie zu mögen, ist sie doch so in ihrer karrierebetonten Welt gefangen, dass sie all ihre Mitmenschen, besonders die Familie, dir ihr stets herzlich entgegenkommt, vor den Kopf stößt. Aber es ist nie zu spät und die Wandlung, die die Hauptfigur durchmacht, ist sehr gut nachzuvollziehen. Die Liebesgeschichte zwischen Sophia und Lukas spielt eher eine Nebenrolle, vielmehr liegt der Fokus auf dem Zusammenhalt der Familie, Nächstenliebe, Hilfsbereitschaft und den wirklich wichtigen Werten in der heutigen schnellen Zeit. Dass erneut soziale Brennpunktthemen angesprochen werden, fand ich richtig gut.

Kerstin Hohlfeld hat einen unglaublich fesselnden Schreibstil, sodass die Seiten nur so dahingeflogen sind. Es ist ihr gelungen, mich emotional tief zu berühren, was nicht ohne ein paar Tränen am Ende abging, und ein paar eigene Gedanken wieder ins rechte Licht zu rücken.

Ich kann den Roman Weihnachtsliebhabern und allen, die es werden wollen, nur wärmstens empfehlen. Er bringt die eigentliche Bedeutung des Fests der Liebe gekonnt zum Ausdruck und sorgt in der kalten Jahreszeit für ein anheimelnd wohliges Gefühl.

Kerstin hat am Dienstag, Januar 15th, 2019 | Geschrieben unter: Frauen,Hohlfeld, Kerstin,Liebesroman,Spirituell | RSS 2.0 | TB | Comments off

 

Autor:

Julia Hanel
Verlag: Ullstein
ISBN: 978-3-548-29118-5
Taschenbuch: 412 Seiten
Persönliche
Wertung:
,5

 

 

Es ist nie zu spät für einen Neuanfang

Inhalt:

Kurz vor der Hochzeit verliert Sophie ihren Verlobten Maximilian durch einen tragischen Autounfall. Sie ringt mit sich, tritt dann aber doch die von ihm geplanten Flitterwochen auf Bali allein an, was sie bereits im Flieger bereut. Denn Maximilians Platz wurde vergeben an den ziemlich nervigen Fotografen Niklas. Dieser läuft ihr auf Bali erneut über den Weg und rettet sie aus einer unangenehmen Situation. Im Luxushotel fällt ihr die Decke auf den Kopf und so entschließt sie sich, Niklas auf seiner Fototour zu begleiten und besondere Orte aufzusuchen, wo sie jeweils ein Bild von Maximilian hinterlässt. Die Reise und vor allem Niklas helfen ihr, ihr Leben zu überdenken und einer neuen Liebe eine Chance zu geben.

Meine Meinung:

Nach ihren bisher ausgesprochen humorigen Romanen widmet sich Julia Hanel mit „Dein Bild für immer“ einem ernsteren Thema. Dennoch gibt es einige lustige Stellen, was der lange vorherrschenden Traurigkeit etwas die Spitze nimmt.

Der Leser kann sich gut in Sophie hineinversetzen, die mit ihrem schlimmen Verlust sehr zu kämpfen hat. Aber auch Niklas mit seinem ungestümen Temperament blickt auf dramatische Momente in seinem Leben zurück und so verstehen es beide, sich gegenseitig zu heilen. Ich mochte die Hauptcharaktere sehr, allerdings haben auch die Nebenfiguren, wie Sophies Schwester oder die kleine Greta, mein Herz erwärmt.

Das Setting ist sehr schön beschrieben und macht Lust, Bali selbst eines Tages einen Besuch abzustatten. Man merkt dem Roman an, dass die Autorin selbst vor Ort und abseits der Touristenrouten unterwegs war.

Zwischen Sophie und Niklas entwickelt sich ganz gemächlich eine sehr schöne Liebesgeschichte, was bei ihrer beider Vorgeschichte auch absolut nachvollziehbar ist. Durch die permanent wechselnden Perspektiven kann man sich in die Gefühle und Gedanken der Hauptfiguren auch sehr gut hineinversetzen.

Eine herzerwärmende Geschichte, die sich leicht und flüssig liest und im Inneren berührt.

Kerstin hat am Mittwoch, Januar 2nd, 2019 | Geschrieben unter: Frauen,Hanel, Julia,Liebesroman | RSS 2.0 | TB | Comments off

 

Autor:

Martin Krist
Verlag: Selfpublishing
ASIN: B07FN5QS1W
E-Book: 232 Seiten
Persönliche
Wertung:

 

 

Kommissar Henry Frei ermittelt wieder

Inhalt:

In Berlin ist ein Serienmörder am Werk. Die Opfer scheinen absolut willkürlich ausgewählt und die Ermittler hinken immer ein wenig hinterher. Kriminalkommissar Henry Frei muss sich wieder an seinen früheren Chef und Freund Oskar Marek wenden, der immer mehr zum Verdächtigen wird. Doch wer hält die Polizei wirklich zum Narren? Und warum kann die gerade noch überglückliche Rebecca ihrem Freund Andreas, dem sie eigentlich einen Heiratsantrag machen wollte, plötzlich überhaupt nicht mehr trauen?

Meine Meinung:

Mit „Stille Schwester“ knüpft Martin Krist unmittelbar an den ersten Henry Frei-Thriller „Böses Kind“ an. Es ist nicht unbedingt nötig, diesen zu kennen, erhöht jedoch das Lesevergnügen. Einige Fragen aus dem ersten Band werden nun beantwortet, noch viel mehr neue jedoch aufgeworfen.

Der tempohafte Schreibstil des Autors sollte einem liegen. Schauplätze und Personen wechseln sehr häufig nach oft kurzen Kapiteln, die auch noch meist mit einem Cliffhanger enden. In einer E-Mail, die der Kommissar offenbar ganz am Ende erhält, lässt Martin Krist auch den Täter wieder zu Wort kommen, was ich immer unglaublich interessant finde, wobei mich seine Motivation diesmal nicht wirklich überzeugte.

Richtig spannend wurde es für mich auch erst im letzten Drittel, wo es dann wirklich Schlag auf Schlag ging. Einige Nebenschauplätze, auch die Story um Rebecca und Andreas, fand ich nicht wirklich notwendig, aber dann wäre der Roman ja noch kürzer geraten. Über allem schwebt natürlich die mehrere Romane übergreifende Story um Marek und seine verschwundene Tochter Alanna, auf deren Auflösung ich wirklich gespannt bin. Auch das komische Verhalten von Frei gibt jede Menge Rätsel auf. Daher ist zu hoffen, dass der nächste Teil nicht gar zu lange auf sich warten lässt.

Kerstin hat am Freitag, November 23rd, 2018 | Geschrieben unter: Krist, Martin,Thriller/Krimi | RSS 2.0 | TB | Comments off

 

Autor:

Nova Meierhenrich
Verlag: Edelbooks
ISBN-10: 3841906362
Klappen-broschur: 217 Seiten
Persönliche
Wertung:

 

 

Beeindruckend offenes Familienporträt – Enttabuisierung einer Volkskrankheit

Inhalt:

Wer die Moderatorin und Schauspielerin Nova Meierhenrich durch die Medien kennt, würde nie vermuten, welch traurige Familiengeschichte sie seit Jahren mit sich herumträgt. Zu gut versteht sie es, den Schein zu wahren, zu funktionieren. Mit ihren Angehörigen kämpfte sie viele Jahre erfolglos den Kampf gegen die häufig unterschätzte Krankheit Depression, die ihr schlussendlich doch den Vater stahl. Sie selbst geriet in den Strudel einer Co-Depression, die eine Therapie notwendig machte. In ihrem Buch möchte Nova Meierhenrich mit Vorurteilen der Krankheit gegenüber aufräumen, Betroffenen und vor allem auch Angehörigen Hilfestellung geben, die ihr und ihrer Familie über Jahre gefehlt hat.

Meine Meinung:

Da ich von dem Thema Depression als Angehöriger persönlich betroffen bin, hat mich die Ankündigung dieses Romans direkt angesprochen. Schon der Titel – „Wenn Liebe nicht reicht“ – sagt sehr viel aus, denn manchmal ist es tatsächlich so, dass alle Liebe, alle Aufopferung, alles verzweifelte Hoffen nicht ausreicht, den Kampf gegen diese heimtückische Krankheit zu gewinnen.

Auch das Cover ist sehr ansprechend. In schwarz-weiß gehalten, zeigt es eine Frau, der man das Leid ansieht, die aber auch mit einer gewissen Hoffnung in die Zukunft blickt.

Beeindruckend offen und ehrlich gibt Nova Einblick in die Leidensgeschichte ihres Vaters, die Reaktionen des Umfelds, die nach wie vor vorhandenen Missstände bei der Behandlung der Krankheit. Mit ihrer Mutter – ihrer engsten Bezugsperson – arbeitet sie systematisch den Verlauf auf, legt auch ihre Zweifel offen, ob nicht an manchen Stellen auch anders hätte gehandelt werden können. Das muss unheimlich schwer gewesen sein und hat mich sehr beeindruckt.

Ich habe mich an so vielen Stellen wiederfinden können, die Angst, die Verzweiflung und auch die Hoffnung so gut nachvollziehen können. Ganz wichtig finde ich, dass so offen wie selten über diese Krankheit gesprochen wurde, die einen weitaus größeren Personenkreis betrifft, als man vermuten möchte.

Die erklärenden Beiträge des Psychiaters Dr. Mazda Adli, einem führenden Depressionsforscher an der Berliner Charité, fand ich sehr aufschlussreich und vor allem für jedermann verständlich dargelegt.

Das Buch sollte für jeden, der auch nur im Ansatz mit dem Thema in Berührung kommt, zur Pflichtlektüre werden. Es berührt, klärt auf und gibt Hilfestellung in einem manchmal vergeblichen Kampf, der es dennoch wert ist, gekämpft zu werden.

Ich danke dem Verlag Edelbooks und Lovelybooks für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares.

Kerstin hat am Mittwoch, Oktober 31st, 2018 | Geschrieben unter: Meierhenrich, Nova,Sachbuch | RSS 2.0 | TB | Comments off

 

Autor:

Rose Snow
Verlag: Ravensburger Buchverlag
ISBN-10: 3473401692
Gebundene Ausgabe 415 Seiten
Persönliche
Wertung:

 

Magische Gaben im mystischen Cornwall

Inhalt:

June möchte gern in Oxford studieren und Anwältin werden. Ihr letztes Schuljahr bei ihrem Onkel in Cornwall zu verbringen, scheint ihr die beste Vorbereitung darauf zu sein. Doch anders als erwartet, landet sie nicht allein bei ihrem Onkel in einem kleinen Cottage, sondern in einem großen Herrenhaus, das sie sich mit den geheimnisvollen und ziemlich unwiderstehlichen Brüdern Blake und Preston teilen muss.

Mitten im Wirrwarr der Gefühle, denen sie sich stellen muss, erwacht in ihr eine magische Gabe, die sie erkennen lässt, ob ihr Gegenüber die Wahrheit sagt. Und noch weitere Geheimnisse scheinen sich um ihre Familie zu ranken, oder sogar ein Fluch?

Meine Meinung:

Ich habe schon einige Bücher von Rose Snow mit großer Begeisterung gelesen, weswegen ich mich auch sehr gern um dieses Exemplar beim Portal vorablesen bemüht habe. Aus persönlichen Gründen konnte ich die letzten Monate kaum lesen, sodass ich erst heute meinen Eindruck des Buches loswerden kann.

Beginnen wir mit dem Cover. Es gibt den Inhalt des Buches recht gut wieder. Wir haben eine Hauptfigur, Cornwall findet Erwähnung und es strahlt insgesamt eine gewisse Magie aus. Besonders mag ich, dass sich unter dem Schutzumschlag, den ich stets abmache, das Cover wiederfindet.

Cornwall mit seinen Mythen und Legenden ist als Setting sehr passend und kommt auch in einigen Szenen gut zur Geltung, sodass man Lust bekommt, es als Reiseziel vorzumerken.

Die Hauptfiguren waren mir weitestgehend sympathisch, wobei es mir Blake noch am meisten angetan hat. Allerdings ist die Konstellation hübsches Mädchen, neu an der Schule, in das sich natürlich die beiden heißesten Jungs verlieben, nicht wirklich neu und wirkt so langsam ermüdend. Auch dass einer besonders den Bad Boy gibt, ist keine Überraschung. Dennoch verursachen die Zusammentreffen der Jungs mit June immer ein gewisses Prickeln und man fragt sich unvermittelt, auf wen ihre Wahl fallen wird. Die Nebenfiguren, besonders Grayson, fand ich extrem gut gelungen.

Die Idee mit den Gaben ist sehr interessant, bietet sie doch unglaubliches Potenzial, welches sich sicher erst in den Folgebänden voll entfalten wird. Insgesamt passiert mir allerdings ein bisschen zu wenig in dem Buch. Es wirkt eher wie ein sehr langer Prolog auf die eigentliche Geschichte. Ein Liebesdreieck bahnt sich an und die Gabe wird entdeckt, mehr findet eigentlich nicht statt. Erst zum Schluss ist die Rede von einem Fluch, der die Familie betrifft.

Ein wenig nervig waren die vielen Wiederholungen des ach so guten Aussehens der Jungs (blaue Augen, muskulöser Körper) und des unwiderstehlichen Duftes. Das zieht das Buch unnötig in die Länge und June mutiert hier zum völlig naiven Teenager, der nichts mehr um sich herum wahrnimmt.

Trotz der kleinen Kritikpunkte lässt sich das Buch gut lesen, was am wirklich guten Schreibstil der Autorinnen liegt, und das Ende macht auch neugierig auf die Fortsetzungen, die ich mir sicher nicht entgehen lassen werde.

Ich danke vorablesen.de und dem Ravensburger Buchverlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares.

Kerstin hat am Samstag, Oktober 20th, 2018 | Geschrieben unter: All Age/Jugend,Fantasy/Paranormal,Snow, Rose | RSS 2.0 | TB | Comments off

 

Autor:

Valentina May

Verlag: Edel-Elements
ASIN: B074GYMR6Z
E-Book: 263 Seiten
Persönliche
Wertung:

 

 

Happy End auf Gut Abendroth?

Inhalt:

Stephanie von Abendroth ist als Immobilienmaklerin in London erfolgreich. Als sie von ihrem Lebenspartner und ihrer besten Freundin hintergangen wird, verliert sie ihren guten Ruf und ein Neubeginn in einer anderen Stadt scheint der einzige Ausweg. Andererseits hat sie aber auch Sehnsucht nach ihrer Heimat und beschließt, vorerst auf Gut Abendroth zurückzukehren. An ihrer Seite ist dabei der geheimnisvolle Oliver, der sie nicht nur einmal aus einer brenzligen Situation rettet, denn Stephanie wird Opfer eines Überfalls. Sollte ihr Bruder Jacob doch noch am Leben sein und ist er gar der Unbekannte, dem Stephanie immer wieder begegnet? Und welche wahren Pläne verfolgt Oliver?

Meine Meinung:

Mit „Frühlingserwachen“ findet die Trilogie um die Schwestern von Gut Abendroth ihren Abschluss. Anders als in den Vorgängerbänden bin ich mit der Hauptfigur diesmal bis zum Ende nicht so ganz warm geworden. Irgendwie erfolgt der Wandel von der High Society-Lady zur Landmaus etwas zu abrupt. Olivers Intension hingegen ist gut nachvollziehbar, seine Zweifel und Bedenken verständlich dargestellt.

Es gibt einige spannende Stellen, wo die Geschichte Fahrt aufnimmt, aber auch zwischendurch ein paar Längen. Im Epilog wird die Geschichte von Jacob verhältnismäßig schnell abgespult. Die Fakten prasseln auf den Leser nieder, sodass man teilweise überfordert wird. Insgesamt kann man mit dem Ende dieser dramatischen Familiensaga jedoch zufrieden sein und der tolle, bildhafte Schreibstil der Autorin ist auch im Abschlussband ein großes Plus.

Der Roman lässt sich einzeln lesen, aber im Gesamtpaket macht die Geschichte der Abendroths einfach mehr Spaß. Wer also Familiendrama mit ein bisschen Romantik mag, macht mit dieser Trilogie sicher keinen Fehlgriff.

Kerstin hat am Mittwoch, August 1st, 2018 | Geschrieben unter: Frauen,Liebesroman,May, Valentina | RSS 2.0 | TB | Comments off

 

Autor:

Sebastian Fitzek
Verlag: Droemer
ISBN-10: 3426199203
Gebundene Ausgabe 361 Seiten
Persönliche
Wertung:

 

Öffne nie fremde Pakete …

Zum Inhalt:

Die Psychiaterin Emma Stein wird während eines Hotelaufenthalts Opfer des „Friseurs“. Dieser schert Prostituierten die Haare, vergewaltigt und tötet sie. Emma passt nicht ins Profil, vor allem entkommt sie lebend, weshalb ihre Umwelt, auch ihr Mann, am Wahrheitsgehalt ihrer Aussage zweifelt. Sie hat ihr Baby verloren und traut sich seit Monaten nicht mehr aus dem Haus, von Ängsten völlig in Beschlag genommen. Da bittet der Postbote sie, ein Paket für einen unbekannten Nachbarn anzunehmen. Für Emma ein Grund ihrer Paranoia freie Bahn zu lassen …

Meine Meinung:

Nachdem ich sonst jeden Fitzek der letzten Jahre direkt nach Erscheinen gelesen habe, wollte es mir diesmal aus Zeitgründen nicht gelingen. Dabei hat mich mein Lieblings-Thrillerautor auch diesmal nicht enttäuscht. Innerhalb kürzester Zeit habe ich den Roman verschlungen und jede noch so kleine Unterbrechung fiel mir schwer. Das titelgebende Paket spielt nicht die große Rolle, von der man ausgegangen ist, jedoch tut das der Spannung keinen Abbruch. An der Stelle möchte ich auch gleich mal die tolle Aufmachung der Hardcover-Ausgabe in Form eines Paketes loben.

Hauptfigur Emma Stein handelt ganz sicher nicht rational und oft recht unberechenbar, aber schließlich ist sie stark traumatisiert, sodass ihr nicht wirklich ein Vorwurf zu machen ist. Mögen sich auch viele darüber beschweren, ich mag die kurzen Kapitel und die – vielleicht nicht immer notwendigen – Cliffhanger. Genau das liebe ich an Fitzek, er lässt mich einfach alles um mich herum vergessen. Einiges war vorhersehbar, anderes wieder nicht. Ich hatte zum Beispiel eine andere Täterfigur auf dem Schirm.

Alles in allem hat mich dieser Fitzek wieder restlos überzeugt und ich freue mich schon darauf, bald die „Flugangst“ lesen zu können. Ich mag einige deutsche Thriller-Autoren, aber dieser steht nach wie vor ganz oben auf der Liste.

Kerstin hat am Donnerstag, Juli 26th, 2018 | Geschrieben unter: Fitzek, Sebastian,Thriller/Krimi | RSS 2.0 | TB | Comments off

 

Autor:

Ruth Jones
Verlag: Harper Collins
ISBN-10: 3959672020
Gebundene Ausgabe 480 Seiten
Persönliche
Wertung:
,5

 

Wenn Begehren den Verstand ausschaltet

Inhalt:

Callum ist glücklich verheiratet, die Geburt seines dritten Kindes steht bevor. Da begegnet ihm die achtzehn Jahre jüngere Studentin Kate. Es ist Liebe auf den ersten Blick. Ein verzehrendes Verlangen führt zu einer Affäre der beiden. Als diese auffliegt, entscheidet sich Callum jedoch für seine Familie und bricht Kate damit das Herz.

Siebzehn Jahre später, auch Kate ist inzwischen verheiratet und hat eine kleine Tochter, begegnen sie sich wieder – und begehren sich wie am ersten Tag. Werden sie ihre zweite Chance nutzen und mit ihrem Egoismus ihre Familien ins Unglück stürzen?

Meine Meinung:

Der Debütroman von Ruth Jones hat mich, obwohl ich aus persönlichen Gründen etwas länger dafür gebraucht habe, von der ersten Seite an gepackt. Callum und Kate sind nicht wirklich sympathische Charaktere, eher im Gegenteil. Durch ihre Verhaltensweise verletzen sie ihre Umwelt und tun sich schlussendlich selbst am meisten weh. Aber die Autorin schafft es ausgezeichnet, das Auf und Ab der Gefühle der beiden, die alles verzehrende Leidenschaft, die jede Grenze sprengt, rüberzubringen. Ich habe mit ihnen genauso mitgelitten wie mit ihren Angehörigen, den eigentlichen Leidtragenden dieser stürmischen Liebesbeziehung.

Obwohl der Fokus klar auf Callum und Kate liegt und durch die wechselnden Perspektiven ein umfassender Einblick in die Gefühlswelt möglich ist, gibt es mit den jeweiligen Ehepartnern Belinda und Matt sowie seiner Studienfreundin Hetty auch interessante Nebencharaktere, die das Ganze immer wieder etwas auflockern und ebenso auf falsche Obsessionen hinweisen.

Als Leser fragt man sich unmittelbar, wie man selbst in gewissen Situationen handeln würde, ob alle Entscheidungen des eigenen Lebens wohl die richtigen waren. Der Schreibstil ist absolut flüssig und stets fesselnd. Das Ende vielleicht nicht für jedermann befriedigend, aber alles in allem sehr realistisch und nachvollziehbar. Denn es ist nun einmal so im Leben, dass das Gras auf der anderen Seite in den meisten Fällen eben doch nicht grüner ist. Doch man wird es nie erfahren, wenn man in Starre verharrt und nicht wenigstens den Versuch unternimmt, sein Glück zu finden.

Allen, die eine intensive Liebesgeschichte mögen, kann ich das Buch wirklich ans Herz legen.

Das Buch wurde mir von Harper Collins als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt, wofür ich mich herzlich bedanke.

Kerstin hat am Dienstag, Juli 10th, 2018 | Geschrieben unter: Frauen,Jones, Ruth,Liebesroman,Literatur allg. | RSS 2.0 | TB | Comments off
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