Kerstins Bücherreich

„Der Bücherwurm liest sogar die Bücher, die er rezensiert.“ Gabriel Laub (1928-98)

Rezension: “Paris, du und ich”

 

Autor:

Adriana Popescu
Verlag: cbj
ISBN-10: 3570172325
Klappenbroschur: 350 Seiten
Persönliche
Wertung:

 


Liebeserklärung an Paris und die Liebe

Zum Inhalt:

Die sechzehnjährige Emma ist rettungslos verknallt in Austauschschüler Alain und seine Abreise im Sommer erträgt sie kaum. Doch sie hat einen Plan. In den Herbstferien will sie ihn in ihrer Lieblingsstadt Paris besuchen, und es soll eine Überraschung werden. Die gelingt ihr, wenn auch anders als geplant. Denn Alain entpuppt sich als gnadenloser Lügner, der seit Langem eine feste Freundin hat und Emma steht plötzlich ohne Unterkunft da und mit einem Herzen, das in Scherben liegt.

Nachdem sie sich einige Zeit in einem Hostel vergraben hat, will sie wenigstens Paris eine Chance geben. In einem Café trifft sie auf Vincent, ein ebenso Verlassener, der seiner Liebe hinterhertrauert. Beide beschließen, Herzschmerzfreunde zu werden und gemeinsam Paris zu entdecken. Dabei haben sie viel Spaß, ihre Wunden beginnen zu heilen und die Stadt der Liebe hat offenbar noch einiges mit ihnen vor.

Meine Meinung:

Hier ist nun das zweite Jugendbuch von Adriana Popescu, dem ich schon seit dem Auslesen von „Ein Sommer und vier Tage“ entgegengefiebert habe. Wie immer schafft es die Autorin mich mitzunehmen auf eine Reise. Eine Reise nicht nur an einen bezaubernden Ort, sondern auch durch die Zeit, in meine Jugend, weg aus dem Hier und Jetzt.

Diesmal verschlägt es die Protagonisten und den Leser nach Paris, in die Stadt der Liebe. Ich selbst war noch nie in Frankreich, aber Adriana beschreibt „ihr“ Paris so bildhaft und in liebevollen Details, dass man meint, das alte Pflaster von Montmartre unter den eigenen Füßen zu spüren. Wer hier nicht Lust auf einen Städte-Kurztrip bekommt, ist selber schuld. Wie immer, was ich besonders an der Autorin liebe, ist der Roman gespickt mit Anspielungen auf diverse Film-, Literatur- und Musikhighlights.

Die zaghafte Liebesgeschichte zwischen Emma und Vincent ist einfach bezaubernd. Sehr gut wird der Unterschied zwischen oberflächlicher Liebelei, die vorwiegend auf dem Aussehen beruht, und den tiefen Gefühlen, die stetig wachsen und dabei die Helden sie selbst sein lassen, deutlich. Ein Pink Flamingo sollte eben zu sich stehen und nicht versuchen, eine graue Taube zu sein.

Auch dieses Buch der Autorin hat wieder so viel mehr, was sich gar nicht in Worten ausdrücken lässt. Da sind so viele zitierwürdige Sätze, die ich gleich mehrmals laut vor mich hinsprechen musste, weil sie einfach so schön sind. Ans Herz gehende Szenen, vor allem mit Nebenfigur Jean-Luc, und jede Menge Sehnsuchtsmomente, die die Geschichte noch lange nachklingen lassen.

Die schöne Aufmachung sollte ebenfalls nicht unerwähnt bleiben. Das Mädchen auf dem Cover hat irgendwie etwas ganz Besonderes an sich.

„Paris, du und ich“ ist ein Wohlfühlroman für jedes Alter, nicht nur für Jugendliche, der Mut machen sollte, seinen Träumen zu folgen, mögen sie auch noch so groß sein.

Ich danke dem cbj-Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares.

This entry was posted on Montag, 1. August 2016 and is filed under "All Age/Jugend, Liebesroman, Popescu, Adriana". You can follow any responses to this entry with RSS 2.0. You can leave a response here, or send a trackback from your own site.

1 Comment

  1. Liebe Kerstin,
    was für eine großartige Rezension, ich bin ganz sprachlos! Danke für die schönen Worte, die du für Emma & Vincent gefunden hast!

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