Kerstins Bücherreich

„Der Bücherwurm liest sogar die Bücher, die er rezensiert.“ Gabriel Laub (1928-98)

Category: All Age/Jugend

 

Autor:

Karen Ashley
Verlag: Lübbe
ISBN-13: 978-3404184316
Klappen-broschur: 384 Seiten
Persönliche
Wertung:

 

 

Hochemotionaler Trilogie-Auftakt, bei dem kein Auge trocken bleibt

Inhalt:

Der Überfürsorge ihrer Eltern entflohen, will April nach überstandener schwerer Krankheit einen Neuanfang in San Francisco wagen und ihr Medizinstudium endlich zum Abschluss bringen. Ihre Beziehung scheitert, eine bezahlbare Bleibe ist nur in WG-Form möglich. Dafür kommt nur eine Frau infrage, denn mit Männern ist April durch, aber es kommt anders. Obwohl sie dem Musiker Storm, dessen äußerliche Narben von großem Schmerz erzählen, anfangs skeptisch gegenübersteht, schleicht er sich bald in ihr Herz. Dabei hat sie keine Ahnung, wie kaputt auch seine Seele ist. Wird es den beiden gelingen, sich gegenseitig zu heilen und der Liebe eine Chance zu geben?

Meine Meinung:

„Stärker als die Nacht“ ist der Auftakt einer herzzerreißenden Liebesgeschichte, die mich wie lange kein Buch mehr auf eine Achterbahnfahrt der Gefühle geschickt hat. Die beiden Hauptfiguren haben wirklich jeweils ein Päckchen zu tragen, das nicht ohne ist. Da spielen Themen wie die schreckliche Krankheit Leukämie, aber auch Medikamentenmissbrauch, PTBS, Drogen und auch der Tod eine Rolle.

Ich habe mich vom ersten Auftreten an in April wie auch Storm als Charaktere verliebt. Sie sind einfach echt, ihre dramatischen Lebensgeschichten gehen unter die Haut und ihre Handlungsweisen waren für mich an jedem Punkt nachvollziehbar. Es gibt aber ebenso bezaubernde Nebencharaktere und vor allem Tierliebhaber werden den Wirbelwind namens Sky auf jeden Fall in ihr Herz schließen.

Es gibt traurige Momente, aber ebenso lustige, einfach ein Wechselbad an Emotionen. Die wenigen Sexszenen gehen nicht zu sehr ins Detail, sind dabei aber so intensiv, dass sie einem den Atem rauben und eine Gänsehaut verursachen. Die Autorin versteht es total, den Leser in ihren Bann zu ziehen. Ein Sog, dem man sich kaum entziehen kann. Sie verwendet dabei immer wieder so schöne Formulierungen, die meine Augen feucht werden ließen.

Das dramatische Ende schreit natürlich nach der Fortsetzung und zum Glück erscheinen die Folgebände in keinem zu großen Abstand (Nov. 21 und Febr. 22). Ich bin schon jetzt sehr gespannt, was das Schicksal noch für April und Storm bereithält und kann diese Trilogie jedem Leser von hochemotionalen Liebesgeschichten nur wärmstens an Herz legen.

Kerstin at Dienstag, August 24th, 2021 | Filed under: All Age/Jugend,Ashley, Karen,Liebesroman | RSS 2.0 | TB | Comments off

 

Autor:

Margit Ruile
Verlag: Loewe
ISBN-13: 978-3743203242
Klappen-broschur: 315 Seiten
Persönliche
Wertung:

 

 

Ebenso spannende wie erschreckende Zukunftsvision

Inhalt:

Der 17-jährige Vincent hat seit er denken kann einen so niedrigen Sozialpunktestand, dass er trotz großer Intelligenz für kein Studium in Frage kommt. Um seinen Vater, einen erfolglosen Maler, mit dem er seit dem Tod der Mutter allein lebt, zu unterstützen, repariert er heimlich mechanische Haustiere. Der Kontakt mit einer alten Dame, deren Katze er reparieren soll, führt ihn geradewegs in die „Simulation“, quasi eine digitale Spiegelwelt zur realen, die immer mehr ein Eigenleben entwickelt hat. Damit die Menschheit nicht gänzlich zum Spielball einer künstlichen Intelligenz wird, muss sich Vincent mit seinen neu gewonnenen Freunden auf ein gefährliches Abenteuer begeben.

Meine Meinung:

Für eine gute Dystopie bin ich immer zu haben und wenn sie künstliche Intelligenzen beinhaltet sowieso. Wobei das gewählte Zukunftsszenario gar nicht mal so absurd erscheint und durchaus Potenzial zur Verwirklichung hat. Das gegebene Sozialpunktesystem ist in einigen Ländern ja schon gelebte Realität oder zumindest in der Planungsphase.

Vincent ist ein intelligentes Kerlchen, der im Laufe der Geschichte über sich hinauswächst. Ein klein bisschen Verliebtheit spielt eine Rolle, aber auch das Finden von loyalen Freunden, die alles füreinander riskieren. Hier fand ich besonders gut, dass einige Nebencharaktere überraschende Wandlungen durchmachten und man eigentlich immer auf alles gefasst sein musste.

Dass die Autorin vom Film kommt, merkt man dem Buch an. Es geht quasi Schlag auf Schlag und läuft vor dem Leser wie ein Film ab. Kaum eine Minute des Durchatmens bleibt den Protagonisten. So ist die Spannung auch konstant auf sehr hohem Niveau.

Ein bisschen mehr Hintergrundgeschichte hätte mir gefallen, statt nur actionreich durch die Handlung zu hetzen. Auch meine ich, ein paar logische Fehler entdeckt zu haben. Um Realität und virtuelle Welt und ihre Funktionsweise begreifen zu können, gehört schon auch ein bisschen technisches Verständnis dazu. Am Ende bleiben einige Fragen offen und ein stetig weiter notwendiger Kampf gegen die KI scheint unumgänglich und damit vielleicht auch eine Fortsetzung der Geschichte, was mich freuen würde.

Alles in allem ein intelligenter Scifi-Thriller über die Gefahr, dass die Technik den Menschen eines Tages zu ersetzen versucht. Spannung und Action für jugendliche Leser zwischen 14 und 16, aber natürlich auch ältere Fans von digitalen Welten und Dystopien.

Kerstin at Donnerstag, Januar 28th, 2021 | Filed under: Abenteuer,All Age/Jugend,Ruile, Margit,Science Fiction | RSS 2.0 | TB | Comments off

 

Autor:

Ursula Poznanski
Verlag: Loewe Verlag
ISBN-13: 978-3743200494
Gebundene Ausgabe 509 Seiten
Persönliche
Wertung:

 

Solider Nachfolger, kommt aber an Teil 1 nicht ran

Inhalt:

Nick Dunmore kann es kaum glauben, als auf seinem Handy das Icon von Erebos auftaucht, ein Fantasy-Rollenspiel, das ihn vor zehn Jahren fest im Griff hatte und beinahe seine Zukunft zunichte gemacht hätte. Selbstverständlich will er nichts damit zu tun haben, doch Erebos findet Mittel und Wege, ihn zum Mitspielen zu animieren.

Derek hingegen, im Alter von sechzehn Jahren wie damals Nick, zögert nicht lange und lässt sich schnell von der Spielewelt gefangen nehmen. Auch als er in der realen Welt Aufgaben erledigen muss, die für ihn keinen Sinn ergeben, ist sein Misstrauen nur marginal vorhanden. Beide ahnen nicht, welches Ziel Erebos verfolgt und werden zu willigen Schachfiguren.

Meine Meinung:

Ich habe nachgeschaut, Erebos habe ich 2011 gelesen. Zu lange her, um sich an alle Details zu erinnern. Aber ich weiß noch sehr gut, wie mich das Buch damals in seinen Bann geschlagen hat. Als ich erfuhr, es würde eine Fortsetzung geben, war ich hellauf begeistert und habe das Buch direkt bei Erscheinen geordert.

Es fing auch ganz gut an und schnell war ich wieder von Erebos‘ Spielewelt gefangen genommen. Aber dann kam auch bald die Ernüchterung. Alles plätscherte nur so dahin, so richtige Spannung gab es erst wieder zum Ende. Viel Neues hat Erebos dann doch nicht zu bieten, außer dass es inzwischen sämtliche technischen Geräte nach seinem Belieben manipulieren kann und man quasi nie ohne Beobachtung ist. Das wirkt in manchen Teilen dann schon wieder unglaubwürdig, wobei andere Möglichkeiten, wie z. B. soziale Medien, fast gar nicht Anwendung finden.

Positiv ist, dass durch die unterschiedlich verteilten Aufgaben, die Erebos stellt, der Leser unmöglich herausfinden kann, um was es eigentlich geht. Bis fast zum Schluss bleibt daher das eigentliche Ziel undurchsichtig, was auch dazu führt, dass die Grundspannung bestehen bleibt, weil man einfach wissen will, worauf alles hinausläuft. Aber Suchtgefahr besteht meines Erachtens diesmal nicht.

Die Auflösung selbst fand ich dann auch ein wenig an den Haaren herbeigezogen. War es wirklich nötig, dafür Erebos zu reaktivieren, wenn mit den vorhandenen Informationen sicher auch auf anderem Weg das gleiche Ergebnis erzielt hätte werden können?

Das Buch kann auch ohne Kenntnis des ersten Bandes gelesen werden. Wie gesagt, sind meine Erinnerungen auch nur bruchstückhaft und ich hatte keine Probleme, mich zurechtzufinden. Wer einen echten Pageturner lesen mag, sollte dennoch zum Erstling greifen und sich dann selbst ein Bild über die Fortsetzung machen.

Meiner Meinung nach ein solider Nachfolger, aber nichts wirklich Aufregendes und man hätte auch gut darauf verzichten können.

Kerstin at Sonntag, Oktober 20th, 2019 | Filed under: Abenteuer,All Age/Jugend,Poznanski, Ursula | RSS 2.0 | TB | Comments off

 

Autor:

Rose Snow
Verlag: Ravensburger Buchverlag
ISBN-10: 3473401692
Gebundene Ausgabe 415 Seiten
Persönliche
Wertung:

 

Magische Gaben im mystischen Cornwall

Inhalt:

June möchte gern in Oxford studieren und Anwältin werden. Ihr letztes Schuljahr bei ihrem Onkel in Cornwall zu verbringen, scheint ihr die beste Vorbereitung darauf zu sein. Doch anders als erwartet, landet sie nicht allein bei ihrem Onkel in einem kleinen Cottage, sondern in einem großen Herrenhaus, das sie sich mit den geheimnisvollen und ziemlich unwiderstehlichen Brüdern Blake und Preston teilen muss.

Mitten im Wirrwarr der Gefühle, denen sie sich stellen muss, erwacht in ihr eine magische Gabe, die sie erkennen lässt, ob ihr Gegenüber die Wahrheit sagt. Und noch weitere Geheimnisse scheinen sich um ihre Familie zu ranken, oder sogar ein Fluch?

Meine Meinung:

Ich habe schon einige Bücher von Rose Snow mit großer Begeisterung gelesen, weswegen ich mich auch sehr gern um dieses Exemplar beim Portal vorablesen bemüht habe. Aus persönlichen Gründen konnte ich die letzten Monate kaum lesen, sodass ich erst heute meinen Eindruck des Buches loswerden kann.

Beginnen wir mit dem Cover. Es gibt den Inhalt des Buches recht gut wieder. Wir haben eine Hauptfigur, Cornwall findet Erwähnung und es strahlt insgesamt eine gewisse Magie aus. Besonders mag ich, dass sich unter dem Schutzumschlag, den ich stets abmache, das Cover wiederfindet.

Cornwall mit seinen Mythen und Legenden ist als Setting sehr passend und kommt auch in einigen Szenen gut zur Geltung, sodass man Lust bekommt, es als Reiseziel vorzumerken.

Die Hauptfiguren waren mir weitestgehend sympathisch, wobei es mir Blake noch am meisten angetan hat. Allerdings ist die Konstellation hübsches Mädchen, neu an der Schule, in das sich natürlich die beiden heißesten Jungs verlieben, nicht wirklich neu und wirkt so langsam ermüdend. Auch dass einer besonders den Bad Boy gibt, ist keine Überraschung. Dennoch verursachen die Zusammentreffen der Jungs mit June immer ein gewisses Prickeln und man fragt sich unvermittelt, auf wen ihre Wahl fallen wird. Die Nebenfiguren, besonders Grayson, fand ich extrem gut gelungen.

Die Idee mit den Gaben ist sehr interessant, bietet sie doch unglaubliches Potenzial, welches sich sicher erst in den Folgebänden voll entfalten wird. Insgesamt passiert mir allerdings ein bisschen zu wenig in dem Buch. Es wirkt eher wie ein sehr langer Prolog auf die eigentliche Geschichte. Ein Liebesdreieck bahnt sich an und die Gabe wird entdeckt, mehr findet eigentlich nicht statt. Erst zum Schluss ist die Rede von einem Fluch, der die Familie betrifft.

Ein wenig nervig waren die vielen Wiederholungen des ach so guten Aussehens der Jungs (blaue Augen, muskulöser Körper) und des unwiderstehlichen Duftes. Das zieht das Buch unnötig in die Länge und June mutiert hier zum völlig naiven Teenager, der nichts mehr um sich herum wahrnimmt.

Trotz der kleinen Kritikpunkte lässt sich das Buch gut lesen, was am wirklich guten Schreibstil der Autorinnen liegt, und das Ende macht auch neugierig auf die Fortsetzungen, die ich mir sicher nicht entgehen lassen werde.

Ich danke vorablesen.de und dem Ravensburger Buchverlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares.

Kerstin at Samstag, Oktober 20th, 2018 | Filed under: All Age/Jugend,Fantasy/Paranormal,Snow, Rose | RSS 2.0 | TB | Comments off

 

Autor:

Elisabeth Herrmann
Verlag: cbj Verlag
ISBN-10: 3570165132
Gebundene Ausgabe 474 Seiten
Persönliche
Wertung:

 

Unbequemes Thema großartig verpackt

Zum Inhalt:

Das Chocolaterie-Geschäft ihrer Eltern in Meißen soll eines Tages der große Bruder übernehmen. Also sucht Mia nach beruflichen Alternativen und entscheidet sich, Journalismus zu studieren. Für die Aufnahmeprüfung soll ein Familienfoto recherchiert werden. Dies ist schnell gefunden, denn schon immer hängt im Laden das Bild von einem riesengroßen Nashorn aus Schokolade, dazu Gottlob Herder aus Lüneburg und der kleine Jakob Arnholt, Mias Urgroßvater. Jakob ist schwarz und einst aus der Kolonie „Deutsch-Südwestafrika“ ins Land gekommen.

Mia interessiert sich brennend für seine Geschichte und macht sich auf den Weg nach Lüneburg, wo die Nachkommen von Gottlob Herder noch immer eine große Schokoladenfabrik führen. Ein Mord und mehrere Anschläge auf ihr Leben zeigen, dass sie einem Geheimnis auf der Spur ist, das keinesfalls ans Tageslicht dringen soll.

Meine Meinung:

Der neue Jugendroman von Elisabeth Herrmann hat mich wirklich begeistert. Es mag weniger Thriller drin sein als in dem letzten, den ich von ihr gelesen habe – „Die Mühle“. Dieser erschien mir aber auch für die Altersgruppe fast zu heftig.

Die Schokoladenherstellung bildet für den Roman nur die Rahmenhandlung, Hauptthema ist die wenig rühmliche Rolle Deutschlands in der Kolonialzeit, die nach wie vor ein Tabuthema zu sein scheint, obwohl die Vernichtung der Herero inzwischen als Völkermord anerkannt wurde. Ich zumindest hatte zu dem Thema bisher so gut wie noch gar nichts gelesen oder auch von der Schule her behalten, weshalb ich auch immer wieder begeistert bin, wie toll die Autorin geschichtlich brisantes Material mit einer spannenden Story zu verknüpfen vermag.

Der Roman ist wirklich keine Minute langweilig und es macht großen Spaß gemeinsam mit Mia die verworrenen Rätsel einer längst vergangenen Zeit aufzudecken. Sie ist eine tolle Hauptfigur, mit der ich mich sofort identifizieren konnte. Ein Mord und mehrere Anschläge auf das Leben halten die Spannung auch enorm hoch, es werden einige Spuren gelegt, um schließlich dann doch bei einem von mir nicht vermuteten Täter zu landen. Auch eine kleine Liebesgeschichte bahnt sich an, die aber absolut nicht überhand, jedoch ein süßes Ende nimmt.

Der Schreibstil von Elisabeth Herrmann ist einfach großartig, flüssig zu lesen, immer auf dem Punkt und von mitreißender Qualität. Das Buch ist kein splattermäßiger Thriller, sondern bietet nebenbei auch noch Einblick in ein dunkles Kapitel deutscher Geschichte, vor dem wir auch heute noch keinesfalls die Augen verschließen sollten.

Absolut überzeugend und definitiv zu empfehlen für den anspruchsvollen jungen, aber auch älteren Leser.

Ich danke dem cbj-Verlag für die Bereitstellung eines Leseexemplares.

Kerstin at Sonntag, Mai 27th, 2018 | Filed under: All Age/Jugend,Herrmann, Elisabeth,Thriller/Krimi | RSS 2.0 | TB | Comments off

 

Autor:

Adriana Popescu
Verlag: cbt
ISBN-10: 3570311988
Klappen-
broschur:
398 Seiten
Persönliche
Wertung:

 

 

Hab dich – Einmal Mond und zurück

Zum Inhalt:

Die 16jährige Fritzi hatte sich ihren Sommer ganz anders vorgestellt, nämlich als großes Abenteuer mit ihrer besten Freundin Isa. Doch nun macht sie nicht Urlaub auf Rügen, wie es geplant war, sondern findet sich zwar ebenfalls auf der Insel, jedoch in einer Einrichtung für psychisch erkrankte Teenager wieder. Sie landet bei den „Astronauten“ und muss sich mit der schüchternen Sarah ein Zimmer teilen sowie sich den Launen des sportbesessenen Tim stellen. Und dann ist da noch Basti, ein wirklich crazy Typ, der sich jedoch schnell in ihr Herz schleicht. Jeder von ihnen verbirgt ein Geheimnis und versucht, dessen Lüftung tunlichst zu verhindern. Doch um wirklich eine Chance auf Heilung zu bekommen, müssen die Jugendlichen sich aufeinander einlassen, ihre Mauern fallen lassen und ihrer Freundschaft eine Chance geben.

Meine Meinung:

Bereits das Prequel zum Roman – „Schöne Grüße vom Mond“ – hat mich neugierig auf das neue Jugendbuch von Adriana Popescu gemacht. Da sie zudem eine meiner Lieblingsautorinnen ist, war es keine Frage, dass ich mich diesem schnellstmöglich widme. Ich habe es in kürzester Zeit verschlungen und bin wieder einmal begeistert vom unverkennbaren Schreibstil der Autorin.

Obwohl die Geschichte ein eher ernsteres Thema beinhaltet, fehlen keineswegs der Humor und die Spritzigkeit, die einen echten Popescu ausmachen. Die vier Jugendlichen sind so unterschiedlich wie die Gründe, die sie nach Rügen gebracht haben. Diese werden im Verlaufe des Buches erst nach und nach aufgedeckt und gehen jeder für sich tief unter die Haut. Als Leser fühlt man sich hin- und hergerissen und man weiß gar nicht, mit wem man nun mehr mitleiden soll. So gibt es auch Schockmomente, die das Blut in den Adern gefrieren lassen und fast Angst vorm Weiterlesen verursachen. Die Teenager machen in der kurzen Zeit, die sie quasi zwangsweise aneinandergebunden werden, eine erstaunliche Entwicklung durch.

Natürlich ist die zarte Liebesgeschichte zwischen Fritzi und Basti etwas ganz Besonderes. Hier versteht die Autorin es wunderbar, sich in die Gefühlswelt eines Teenagers hineinzuversetzen, der zum ersten Mal von seinen Emotionen überwältigt wird. Aber auch das Setting war ein Highlight, da die Ostsee für mich seit meiner Kindheit nichts von ihrer Faszination verloren hat. Der Insel Rügen wird hier in all ihrer Schönheit ein Denkmal gesetzt.

Wie jedes Mal bei einem Popescu-Roman sind es aber die unzähligen Anspielungen auf Filme, Serien und Musik, die für mich das Tüpfelchen auf dem i bedeuten. Nicht jeder Leser wird alles nachvollziehen können, aber für mich als Cineast und Serien-Junkie war es wieder ein absolutes Fest. Allein die Kapitelunterschriften haben ausnahmslos Bezug zu einem Film und passen dennoch ideal zum Inhalt des selbigen. Schon dafür mein allergrößter Respekt. Wenn es dann noch von aufschreibwürdigen Zitaten nur so wimmelt, dann bleibt mir nur, auch dieses Buch in die Liste meiner Lieblingsbücher aufzunehmen und natürlich es von ganzem Herzen weiterzuempfehlen, sowohl der Gruppe der jungen Leser ab 13/14 als auch den jung Gebliebenen Literaturliebhabern, denn Adriana Popescu ist eine wahrlich großartige Geschichtenerzählerin.

Ich danke dem cbt-Verlag für die Bereitstellung eines Leseexemplares.

Kerstin at Montag, März 19th, 2018 | Filed under: All Age/Jugend,Popescu, Adriana | RSS 2.0 | TB | 1 Comment

 

Autor:

Adriana Popescu
Verlag: cbt
ASIN: B077QJYL6N
E-Book: 65 Seiten (inkl. Leseprobe)
Persönliche
Wertung:

 

 

Neugierig machendes Prequel

Zum Inhalt:

Die besten Freundinnen Fritzi und Isa wollen einen gemeinsamen Urlaub auf Rügen verbringen und planen bereits im Februar alles bis ins kleinste Detail, wohl wissend, dass einige der Wünsche gar nicht im finanziellen Rahmen liegen. Besonders Fritzi sehnt eine Auszeit von ihrem Zuhause herbei, ist hier ein Streit zwischen ihren Eltern doch an der Tagesordnung.

Als es jedoch endlich Sommer ist, befindet sich Fritzi zwar auf dem Weg nach Rügen, jedoch ohne Isa. Ihr sicherlich nicht selbst gewähltes Ziel ist eine Einrichtung für psychisch erkrankte Teenager. Was ist zwischen den Freundinnen passiert, woraus diese einschneidende Wendung resultierte?

Meine Meinung:

Eine meiner liebsten Autorinnen – Adriana Popescu – beweist hier einmal mehr ihr Herz für ihre Leser und gibt mit diesem kostenlosen kleinen Prequel zu „Mein Sommer auf dem Mond“, welches am 12. März 2018 erscheinen wird, einen ersten Einblick in das Leben ihrer Protagonistin Fritzi. Man lernt in den wenigen Kapiteln das Mädchen und ihre Sehnsüchte schon sehr gut kennen.

Wie ich es von der Autorin kenne und liebe, fließt bereits hier jede Menge Popkultur in die Geschichte ein. Vor allem ihre Bewunderung für das Harry Potter-Universum scheint sie auf ihre weibliche Hauptfigur übertragen zu haben.

„Schöne Grüße vom Mond“ enthält außerdem eine längere Leseprobe zum sich bald anschließenden Roman, die extrem neugierig auf die restliche Geschichte und die Abenteuer der so unterschiedlichen Teenager in einem diesmal etwas anderen Setting macht. Ich jedenfalls kann den Erscheinungstermin kaum erwarten und vielen Fans von Adriana wird es sicher ebenso ergehen. Danke!

Kerstin at Dienstag, Februar 13th, 2018 | Filed under: All Age/Jugend,Popescu, Adriana | RSS 2.0 | TB | No Comments

 

Autor:

Anna Pfeffer
Verlag: cbj
ISBN-10: 3570173976
Klappenbroschur: 330 Seiten
Persönliche
Wertung:

 

Witziger Chatroman über das Kennenlernen fernab vom Offensichtlichen

Zum Inhalt:

Anton hat alles, was sich ein Teenager nur wünschen kann, außer einer Freundin, denn die hat ihn kurzerhand sitzenlassen. Dabei plante er doch einen Trip nach New York mit ihr. Das Ticket ist gebucht, also sucht er übers Internet gleichnamigen Ersatz. Es meldet sich auch tatsächlich eine Olivia und ein witziger Schlagabtausch per WhatsApp beginnt zwischen beiden. Dabei lernen sie Seiten an sich kennen, die sie so nicht erwartet hätten. Wird es zu der gemeinsamen Reise kommen?

Meine Meinung:

Dies war nun schon mein dritter Jugendroman von Anna Pfeffer aka Rose Snow, und ich muss gestehen, ich war wieder begeistert. Ich mag das Autorinnen-Duo einfach unheimlich gern, weshalb ich ihre Bücher quasi blind kaufe. Daher ist mir auch erst beim Einstieg ins Buch aufgefallen, dass es sich hier um einen reinen Chatroman handelt. Ich finde das klasse! Zum einen fliegt man nur so durch die Seiten, zum anderen weckt das sehr schöne Erinnerungen bei mir. Denn ich habe – ähnlich wie Anton und Liv – meinen Mann erst durch eine längere Chat-Phase so richtig gut kennengelernt, wie es im persönlichen Gespräch aufgrund meiner Introvertiertheit vielleicht nie möglich gewesen wäre.

Der Austausch zwischen den Protagonisten ist wunderbar witzig, gespickt mit unzähligen Anspielungen auf Filme, Musiker und Lifestyle. Wirkt vor allem Anton anfangs sehr oberflächlich, so macht er doch im Verlaufe des Buches eine tolle Entwicklung durch. Überhaupt haben sich die beiden so viel zu geben und während ihres Austausches geht ein richtiger Wandel in ihnen vor. Das fand ich großartig. Natürlich hat man die ganze Zeit über so ein bestimmtes Gefühl und das Ende, was wirklich total emotional ergreifend war, hat mich darin bestätigt. Irgendwie ging es mir dann fast etwas zu schnell und ich hätte das Paar gern noch eine Weile durch New York begleitet.

Ob die Zeitangaben, besonders im Sekundenbereich, jetzt immer realistisch waren, sei dahingestellt, das habe ich irgendwann auch gar nicht mehr wahrgenommen. Auch die ausgefeilte Sprache der beiden ist wahrscheinlich nicht die heutzutage übliche, aber schließlich soll das Buch ja auch lesbar sein und ich bin mir sicher, dass sich die angesprochene Altersgruppe wunderbar mit den Figuren identifizieren kann. Mir war es ein Leichtes und ich bin schon einiges älter. Also lasst euch dieses Lesevergnügen nicht entgehen, denn ein solches ist es zweifellos.

Ich danke dem cbj-Verlag für die Bereitstellung eines Leseexemplares.

Kerstin at Mittwoch, September 13th, 2017 | Filed under: All Age/Jugend,Humor,Pfeffer, Anna | RSS 2.0 | TB | No Comments

 

Autor:

Caleb Roehrig
Verlag: cbj
ISBN-10: 3570173348
Klappenbroschur: 414 Seiten
Persönliche
Wertung:

 

 

Gelungenes Debüt – jedoch ohne große Überraschungen

Zum Inhalt:

Flynn ist wie vor den Kopf gestoßen, als am Vorabend von Halloween die Polizei vor seinem Haus steht und ihm mitteilt, dass seine Freundin January als vermisst gilt. Seit sie durch die Neuverheiratung ihrer Mutter die Schule wechseln musste, hatten sie nur noch wenig Kontakt und ihr letztes Zusammentreffen endete im Streit. Denn obwohl er January sehr mag, gehen seine Gefühle in eine andere Richtung, was er jedoch weder seiner Umgebung noch sich selbst eingestehen will.

Flynn kann Januarys Verschwinden jedoch nicht einfach so hinnehmen und beginnt auf eigene Faust zu ermitteln. Dabei lernt er Seiten seiner (Ex)-Freundin kennen, die er nie für möglich gehalten hätte. Dass sie Opfer eines Verbrechens wurde, wird zunehmend wahrscheinlicher. Schließlich gerät Flynn selbst in Lebensgefahr, als er dem Täter zu nahe kommt, der inzwischen erneut zugeschlagen hat.

Meine Meinung:

Caleb Roehrigs Debütroman ist ein solider Jugendthriller, der durchaus gut zu unterhalten weiß, aber schlussendlich keine wirklich großen Überraschungen bietet.

Die Story insgesamt und auch Flynns „Problem“ sind nicht neu, aber der Autor erzählt die Geschichte mit viel Herzblut und Einfühlungsvermögen. Obwohl es anfangs ein paar mehr mögliche Verdächtige gibt, die mit Januarys Verschwinden zu tun haben könnten, findet sich dann doch recht schnell der wahre Täter. Hier hätten mir ein paar mehr Umwege und Fallstricke gefallen.

Warum Fynn in seinen Ermittlungen hier eher Erfolg hat als die Profis – sprich Polizei – erschließt sich mir nicht. Dennoch bleibt die Spannung aufgrund einiger Cliffhanger auf einem hohen Niveau und es fällt leicht, am Buch dranzubleiben. Gegen Ende geht es auch richtig zur Sache, da braucht es beim jugendlichen Leser schon etwas Nervenstärke.

Die Aufklärung zu Januarys Verschwinden erfolgt erst ganz am Ende, gestaltet sich jedoch genau so, wie ich sie mir bereits am Anfang ausgemalt hatte und von daher wenig überraschend. Wahrscheinlich bin ich für diese Art Jugendthriller dann doch schon ein wenig zu alt bzw. zu thrilleraffin. Der Zielgruppe – Lesern ab vierzehn Jahren – wird jedoch durchaus spannende Unterhaltung geboten. Der Roman punktet mit einer sympathischen Hauptfigur, die altersentsprechend, also auch schon mal recht naiv, handelt, aber mutig seinen Weg geht.

Daher kann ich „Niemand wird sie finden“ uneingeschränkt dem jugendlichen Thriller-Einsteiger empfehlen.

Ich danke dem cbj-Verlag für die Bereitstellung eines Leseexemplares.

Kerstin at Sonntag, Juni 11th, 2017 | Filed under: All Age/Jugend,Roehrig, Caleb,Thriller/Krimi | RSS 2.0 | TB | No Comments

 

Autor:

Janet Clark
Verlag: cbj
ISBN-10: 3570173666
Gebundene Ausgabe 391 Seiten
Persönliche
Wertung:

 

 

Indianerlegenden und erste Liebe – Auftakt gelungen

Zum Inhalt:

Die großen Ferien stehen vor der Tür, worauf sich die 16-jährige Josie aber nicht wirklich freuen kann, denn das bedeutet für sie nur wieder viel Arbeit auf der familieneigenen Pferde-Ranch. Doch dann begegnet sie Ray, dessen grüne Augen ihr fortan nicht mehr aus dem Kopf gehen. Als er auch noch als Hilfsarbeiter auf der Ranch anheuert, spielen ihre Gefühle völlig verrückt. Doch bald schon geschehen auf der Ranch und auch in Angels Keep, wo ihre Freunde leben, mysteriöse Ereignisse, wofür es scheinbar keine Erklärung gibt. Nie hätte Josie geahnt, was für ein aufregender Sommer vor ihr liegt …

Meine Meinung:

„Ewig dein“ ist mein erstes Jugendbuch von Janet Clark und der Auftakt einer spannenden Dilogie mit Mystery-Elementen. Dass es mit der Geschichte weitergeht, empfinde ich auch als unbedingt notwendig, denn zu viele Fragen bleiben am Ende offen.

Ich-Erzählerin Josie berichtet rückblickend über die Ereignisse des Sommers und spricht dabei den Leser öfter mal direkt an. Das ist anfangs etwas eigenartig, aber man gewöhnt sich schnell daran. Josie ist ein nettes Mädchen, das sich viel für die Familie und ihre Freunde einsetzt. Sie war mir direkt sympathisch. Der geheimnisvolle Ray hat natürlich ebenfalls seine Stärken. Auch wenn seine Gefühlslage nicht ganz so präsent ist, taugt er dennoch als Liebesromanheld. Die Nebenfiguren wie Freunde, Bruder sowie Vater von Josie sind gut charakterisiert und entwickeln sich während der Geschichte weiter.

Als altes Pferdemädchen hat mich natürlich auch das Setting – der Roman spielt die meiste Zeit auf der Pferderanch – begeistert. Wer jetzt aber eine seichte Liebesgeschichte mit Pferden erwartet, liegt falsch. Durch die Einbeziehung der im angrenzenden Reservat lebenden Yowama (ein Indianerstamm, auch Greenies genannt) bringt die Autorin jede Menge Geheimnisvolles, sprich Mythen und Legenden ins Spiel, was dem Roman eine große Spannung und Sogwirkung verleiht. Dazu trägt auch der flüssige und sehr angenehm zu lesende Schreibstil bei.

Das Einzige, was mich ein wenig gestört hat, ist der Beginn der Liebesgeschichte. Gerade zu Anfang haben Josie und Ray nicht wirklich viel miteinander zu tun und bumm sind die großen, unsterblichen Gefühle da. Woher diese kommen, bleibt im Dunkeln. Da es eines der Hauptthemen ist, gibt es hierfür leider einen Punkt Abzug.

Auf Josies Dilemma näher einzugehen, würde zu viel verraten, nur so viel, sie hat wirklich keine leichte Entscheidung zu treffen. Was den Thrill-Teil anbelangt, so legt die Autorin verschiedene Spuren und bietet auch überraschende Wendungen. Dennoch bleibt, wie schon gesagt, so einiges offen und ich bin wirklich sehr gespannt, worauf das Ganze noch hinauslaufen und wie die Zukunft von Josie und Ray aussehen wird. Daher hoffe ich auch, dass Band 2 nicht zu lange auf sich warten lässt.

Ich danke dem cbj-Verlag für die Bereitstellung eines Leseexemplares.

Kerstin at Montag, Mai 15th, 2017 | Filed under: Abenteuer,All Age/Jugend,Clark, Janet,Fantasy/Paranormal,Thriller/Krimi | RSS 2.0 | TB | No Comments
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