Kerstins Bücherreich

„Der Bücherwurm liest sogar die Bücher, die er rezensiert.“ Gabriel Laub (1928-98)

Category: Liebesroman

 

Autor:

Kate Lynn Mason
Verlag: Digital Publishers
ASIN: B0B9TV1C8N
E-Book: 308 Seiten
Persönliche
Wertung:

 

 

 

So hat er nicht gewettet …

Inhalt:

Der sich für unwiderstehlich haltende Womanizer Nate Westbrook lässt nichts anbrennen und hat auf einer Firmenfeier Sex mit einer Kollegin. Dummerweise wird er dabei von einem missgünstigen Kollegen gefilmt und schließlich erpresst, ihm einen wichtigen Auftrag abzutreten, es sei denn, er verführt die neue, sehr unnahbare und zugeknöpfte Kollegin Amelia Heart. Nach anfänglichem Zögern nimmt Nate die Herausforderung an. Doch er hat nicht mit seinen Gefühlen gerechnet, die plötzlich mit ihm durchzugehen scheinen.

Meine Meinung:

Ich habe schon ein paar Romane von Kate Lynn Mason gelesen und mag ihren lockeren Schreibstil. „Office Desires“ ist eine nette kleine Büroromanze, die aufgrund der Länge mit nicht allzu viel Tiefgang, dafür aber mit der einen oder anderen wirklich prickelnden Szene zu punkten weiß. Das Feuer zwischen Nate und Amy brennt lichterloh und vermag sicher die Libido so mancher Leserin anzuheizen.

Ich mochte beide Charaktere sehr, die bei näherem Hinschauen so viel mehr zu bieten haben, als es auf den ersten Blick scheint. Beide sind anfangs fest entschlossen, dass sie für Beziehungen jeder Art nicht geeignet sind. Aber die Liebe lässt nun mal nicht mit sich verhandeln und die Entwicklung, die beide durchmachen, bevor sie sich völlig darauf einlassen, ist sehr schön beschrieben. Natürlich fehlt es auch nicht an einem Bösewicht und seine Handlungen bringen zum Ende hin sogar noch mal etwas Spannung in die Geschichte.

Insgesamt rundum ein angenehmes, prickelndes Lesevergnügen für zwischendurch, das mit interessanten Charakteren, einer Vielzahl von heißen erotischen Szenen, ein wenig Humor sowie einem Tick Spannung überzeugen kann.

Kerstin at Montag, Januar 23rd, 2023 | Filed under: Erotik,Frauen,Liebesroman,Mason, Kate Lynn,Sunday, Kate | RSS 2.0 | TB | Comments off

 

Autor:

Lilly Lucas
Verlag: Knaur
ISBN-13: 978-3426528617
Klappen-
broschur:
352 Seiten
Persönliche
Wertung:

 

Cherry Hill – ein Ort zum Träumen

Zum Inhalt:

Bereits mit 25 Jahren muss Juniper McCarthy die Verantwortung für die Obstfarm ihrer Familie übernehmen, nachdem ihr Vater plötzlich verstorben war und ihre Mutter erkrankt. Deshalb und weil sie seinen eigenen Träumen nicht im Weg stehen wollte, hat June ihrer großen Liebe Henry, den sie beim Studium in Portland kennenlernte, den Laufpass gegeben. Was keiner in ihrer Familie weiß, sie haben sogar geheiratet. Was zum Problem wird, als Henry plötzlich mitten in der heißesten Erntephase vor ihr steht und die Scheidung will.

Meine Meinung:

Ich kannte bisher von Lilly Lucas nur Romane, die sie als Julia Hanel veröffentlicht hat. Diese und das persönliche Kennenlernen auf einer Convention veranlassten mich, alles von ihr zu kaufen. Endlich fand ich nun auch die Zeit, mich ihrer Young Adult-Romane zu widmen, denn bereits die Leseprobe von „A place to love“ hatte mich voll begeistert.

Das Buch hat es nach langer Zeit wieder mal geschafft, dass ich alles um mich herum vergesse und sich meine Gesamtstimmung von Tag zu Tag ins Positive kehrte. Zum einen ist da das zauberhafte Setting. Eine verträumte Kleinstadt mit außergewöhnlichen Charakteren und natürlich die Obstfarm Cherry Hill, die von der vaterlosen Familie so aufopferungsvoll am Leben gehalten wird, allen voran natürlich von Juniper.

Ich kann ihre damalige Entscheidung durchaus nachvollziehen, denn der Charakterzug ist mir persönlich nicht fremd. Nicht zu vergessen, wie jung sie damals war und dass es auf den ersten Blick keinen anderen Ausweg zu geben schien. Auch dass nach vier vergangenen Jahren die Gefühle, die ja schließlich nur mit viel Arbeit und Ablenkung unterdrückt waren, direkt wieder aufflammen, war vorauszusehen. Henry ist ein toller Mann und beweist wahre Größe, June all ihre falschen Entscheidungen zu verzeihen. Aber schließlich liebt er sie so tief, dass es gar nicht anders geht.

Ich habe es geliebt, den beiden bei ihrem wachsenden Glück zuzusehen, aber auch bei den dramatischen Momenten mitgelitten. Der wunderbare Familienzusammenhalt und auch die Einführung der so unterschiedlichen Schwestern machen unbändige Lust auf deren Geschichten und ich freue mich schon sehr, wie es bald mit Lilac weitergeht.

Die feine Prise Humor, die ich an der Autorin schon immer geliebt habe, rundet das perfekte Lesevergnügen aufs Beste ab. Dazu ein herrlich romantischer, emotionaler und bildhafter Schreibstil, der Fans des Genres einfach verzaubern muss. Ich kann mich gar nicht genug freuen, dass ich auch die „Green Valley Love“-Reihe noch vor mir habe.

Kerstin at Donnerstag, August 18th, 2022 | Filed under: All Age/Jugend,Hanel, Julia,Liebesroman,Lucas, Lilly | RSS 2.0 | TB | Comments off

 

Autor:

Rebekka Weiler
Verlag: Ravensburger
ISBN-13: 978-3473586233
Klappen-
broschur
440 Seiten
Persönliche
Wertung:

 

Vom Mut der Vergebung zur Liebe – ein Herzensbuch

Inhalt:

Die Welt ist für Mia nicht mehr, wie sie war, als ihr bester Freund Brant auf einer Party niedergestochen wird. Noch vier Jahre danach kämpft sie täglich mit ihrer Trauer, sucht Hilfe bei einer Therapeutin und in einer Trauergruppe. Als eines Tages plötzlich sein Mörder, Nathan Dawson, vor ihr steht, kommt alles wieder hoch, und ihre Wut und der Hass brechen sich Bahn. Das Schicksal will, dass sie sich häufiger begegnen, und Mia beginnt, über den Tellerrand zu schauen und sich für die Wahrheit zu interessieren. Dabei entwickelt sie Gefühle für Nate, die sie nie für möglich gehalten hätte.

Meine Meinung:

Wow, ein Roman, der ein wahres Gefühlsbeben in mir ausgelöst hat. Das zart gestaltete Cover, aber vor allem auch die Thematik haben mich sofort für die Geschichte eingenommen. Wie schwer muss es sein, plötzlich dem Mörder seines besten Freundes gegenüberzustehen?

Die Autorin nimmt sich viel Zeit, das langsame Näherkommen ihrer Hauptfiguren zu beschreiben. Stück für Stück dringt sie in ihre Gefühlswelten ein und erzählt auf wunderbare Art, wie aus tiefstem Hass zarte Gefühle bis hin zu Liebe entstehen können. Mia habe ich für ihren Mut bewundert, nie aufzugeben, alles zu hinterfragen und die Standhaftigkeit, zu ihren Gefühlen zu stehen, auch gegen alle äußeren Widerstände. Nathan in seiner Verletzlichkeit, sich mit der Opferrolle abfindend, hat mir oft beinahe das Herz gebrochen. Wie er langsam wieder Hoffnung schöpft und eine lohnenswerte Zukunft für sich erkennt, ist einfach herzzerreißend. Spätestens beim Epilog aus seiner Sicht gab es für meine Tränen kein Halten mehr.

Der Roman enthält enorm viele wunderbare Sätze, die man sich am liebsten in ein Buch der besonderen Zitate übertragen möchte, so schön sind sie. Es steckt so viel Wahrheit in allem, gerade auch was die Art zu trauern, die für jeden anders ist, betrifft. Dass die Autorin hier eigene Erfahrungen einbringt und ihr ganzes Herzblut in die Story gesteckt hat, dringt aus jeder Zeile.

Aber auch die Nebenschauplätze und –figuren tragen zur Vollkommenheit der Geschichte bei. Da ist das Dilemma von Mias Bruder, die zauberhafte Grandma von Nathan oder auch Luna, die knuffigste und verständnisvollste Hündin überhaupt. Ich hätte auch mit einem Einzelband und dem jetzigen Abschluss gut leben können, bin aber dennoch gespannt, was sich Rebekka Weiler noch an Herausforderungen und Dramen für ihre Protagonisten im zweiten Teil der Dilogie ausgedacht hat.

Auf jeden Fall aber kann ich Lesern tiefgründiger, das Herz im Innersten berührender Geschichten diesen gefühlvollen Roman unumwunden empfehlen.

Kerstin at Mittwoch, Juni 15th, 2022 | Filed under: All Age/Jugend,Liebesroman,Weiler, Rebekka | RSS 2.0 | TB | Comments off

 

Autor:

Leonie Lastella
Verlag: Diana Verlag
ISBN-13: 978-3453361133
Taschenbuch: 319 Seiten
Persönliche
Wertung:

 

 

Manchmal muss man einfach springen, um das Glück zu finden

Inhalt:

Jette, die mit ihrem fünfjährigen Sohn Piet und ihrem Vater auf einem Hausboot im Hamburger Hafen lebt, hat ihre beruflichen Träume auf Eis gelegt. Ein ungeliebter Job, was hauptsächlich an der Chefin liegt, in einer Eventagentur sichert ihr und ihren Lieben das Auskommen, denn die Reederei der Familie kann vom Vater und Bruder nur mehr schlecht als recht am Laufen gehalten werden. Als plötzlich Piets Erzeuger vor der Tür steht und Anteil am Leben seines Sohnes haben möchte, bringt das Jettes Leben ziemlich durcheinander, zumal ihre Gefühle ohnehin schon Achterbahn fahren, muss sie sich doch eingestehen, dass sie restlos verliebt in ihren Jugendfreund Mats ist.

Meine Meinung:

Obwohl ich mit Leonie Lastella dem Namen nach und auch persönlich auf einer Buchmesse schon in Berührung gekommen bin, ist dies mein erster Roman, den ich von ihr gelesen habe. Und ich muss sagen, es ist ein herzerwärmendes Buch, welches mich wunderbar aus dem manchmal tristen Alltag entführen konnte.

Ich war bisher nur jeweils auf Stippvisite in Hamburg, aber die bildhaften Beschreibungen der Autorin haben mir die Stadt wieder ein ganzes Stück nähergebracht. Mein Herz schlägt ohnehin für den Norden, von dem ich viel zu weit entfernt wohne, sodass mir das ganze maritime Flair sehr gefallen hat und die Leidenschaft der Protagonisten zu ihrer Heimat absolut nachvollziehbar war.

Jette ist eine tolle Frau, die ihr eigenes Lebensglück hintenanstellt, um ihren Sohn und den Rest der Familie abgesichert zu wissen. Jedoch ist es der kleine Piet, der mein Herz quasi im Sturm und nachhaltig erobert hat. Seine Macken, seine Leidenschaft, seine ganze Lebensfreude – der Kleine ist einfach zuckersüß. Aber auch viele der anderen Figuren haben es geschafft, Eindruck bei mir zu hinterlassen.

Neben der recht offensichtlichen Liebesgeschichte ist es vor allem auch das Thema Freundschaft, was den Roman zu einem Wohlfühlbuch macht. Der Halt untereinander ist unverrückbar, jeder steht für den anderen ein und eilt sofort zu Hilfe, wenn Not am Mann ist. Eine Konstellation, die man sich im Privaten nur wünschen kann.

Ganz wunderbar fand ich auch den Humor der Autorin, der immer wieder durchblitzt. Großartig gleich zu Beginn die Starbucks-Szene, in der ich mich so dermaßen wiederfinden konnte.

Jette und Mats schließlich hätte ich zum Aufbau ihrer Liebesbeziehung gern etwas mehr Zeit gegönnt, die einfach nie vorhanden war. Aber wenn Gefühle bereits so lange schwelen, kann es ja eigentlich nur gut werden.

Ich kann „Ankerliebe“ jedem von Herzen empfehlen, dem ein nordisches Setting entgegenkommt und für den Liebe, Freundschaft und Loyalität nicht nur Worte sind.

Kerstin at Freitag, April 29th, 2022 | Filed under: Frauen,Lastella, Leonie,Liebesroman | RSS 2.0 | TB | Comments off

 

Autor:

Barbara Leciejewski
Verlag: Ullstein
ISBN-13: 978-3-86493-174-1
Klappen-
broschur
427 Seiten
Persönliche
Wertung:

 

Berührt auf mehr als einer Ebene

Inhalt:

Nach dem plötzlichen Unfalltod ihres Verlobten Jeremias hat sich Anna komplett zurückgezogen. Sie verlässt nur für das Nötigste die Wohnung, spricht mit Jeremias, lässt sonst niemanden an sich heran, und das bereits seit 6 Jahren. Dann wird sie gezwungen, ihre gemeinsame Wohnung und damit ihren Rückzugsort aufzugeben und landet nach langer Suche schließlich in einer Rentner-WG. Jeder der Mitbewohner hat sein eigenes Päckchen zu tragen und erst Anna gelingt es, dass sie ihre Herzen öffnen und ihre Geschichten teilen. Gleichsam ein Weg für Anna, ihre Trauer hinter sich zu lassen und das Leben und die Liebe wieder zu feiern.

Meine Meinung:

Dies war mein erster Roman von Barbara Leciejewski, auch wenn „Fritz und Emma“ von ihr bereits im Bücherregal darauf wartet, gelesen zu werden. Was nach Lektüre dieses Buches sicher nicht mehr so lange dauern wird.

Bereits das Cover fand ich wunderschön und eine Leseprobe hat mich direkt in den Bann dieser tollen Geschichte gezogen. Trauer und Verlust spielen eine große Rolle, aber sie gehören zum Leben dazu. Das Buch vermittelt, dass es trotz allem irgendwie weitergeht, dass es gute Gründe gibt, dem Leben immer wieder eine neue Chance auf das Glück zu geben. Die Autorin hat einen sehr angenehmen Schreibstil. Man fliegt nur so durch die Seiten und ich konnte mir das WG-Leben, wo sich der überwiegende Teil der Handlung abspielt, sehr bildhaft vorstellen.

Das größte Plus aber sind die einzelnen Charaktere. Neben der Hauptfigur Anna hat sich auch jeder der anderen nach und nach in mein Herz geschlichen. Je näher man sie kennenlernt und erst mal hinter ihre gut gehüteten Fassaden blickt, umso liebenswerter erscheinen sie einem. Ihre Schicksale gehen zu Herzen, berühren auf vielen Ebenen und sorgen für die eine oder andere Träne im Augenwinkel. Aber es gibt ebenso humorige Momente, vor allem mit dem charmanten Nachbarn Anders.

Wie Anna es schafft, zu jedem einzelnen ihrer Mitbewohner eine Verbindung aufzubauen, ihre Lebensgeschichten aus ihnen herauszukitzeln und dabei auch selbst zu wachsen und neuen Mut zu schöpfen, ist einfach wunderschön zu lesen. Es hatte direkt etwas Schmerzhaftes, diese tollen Figuren nun wieder sich selbst zu überlassen, weil man irgendwie das Gefühl hatte, ein Teil dieser tollen WG zu sein. „Für immer und noch ein bisschen länger“ ist ein Wohlfühlbuch, was ich jedem empfehlen kann, der sich für die Schicksale seiner Mitmenschen interessiert.

Kerstin at Donnerstag, März 24th, 2022 | Filed under: Frauen,Leciejewski, Barbara,Liebesroman,Literatur allg. | RSS 2.0 | TB | Comments off

 

Autor:

Sabine Lay
Verlag: Penguin Verlag
ISBN-13: 978-3328106173
Taschenbuch: 431 Seiten
Persönliche
Wertung:

 

 

Schicksalstage auf Hawaii

Inhalt:

Während einer Reise nach Hawaii zum Hochzeitstag, die der zerrütteten Ehe von Laura und Mark eine Wendung geben soll, entdeckt Laura im alten Königspalast eine Fotografie, die die Königin mit einer Frau zeigt, die ihr zum Verwechseln ähnelt. Das Bild geht Laura nicht mehr aus dem Kopf. Kurz darauf erliegt Lauras Mann einem Herzinfarkt und sie muss ihr Leben komplett neu ordnen. Kurzerhand kehrt sie nach Hawaii zurück, folgt der Spur des Fotos und macht dabei eine unglaubliche Entdeckung. Auch ein attraktiver Hawaiianer weckt in ihr den Wunsch, dieses Paradies nie mehr zu verlassen.

Meine Meinung:

Nachdem mir bereits „Hibiskustage“, der erste von Sabine Lay im Penguin Verlag erschienene Roman, ausnehmend gut gefallen hat, war es keine Frage, dass ich zu einer weiteren Reise auf die Trauminseln bereit war. Gerade jetzt in der kalten Jahreszeit vermag das Buch, das Leserherz mit Wärme zu fluten.

Und mir hat es tatsächlich sogar noch einen Tick besser gefallen als der vorherige Roman. Das liegt wohl daran, dass er die Geschichten zweier starker Frauen auf zwei verschiedenen Zeitebenen erzählt. Im Wechsel erfahren wir so vom Schicksal der Luise Winter um 1887/1888, das wahrhaftig kein einfaches war, und erleben natürlich das Neuaufblühen von Laura, die nach einer unglücklichen Ehe zum ersten Mal im Leben ihren eigenen Träumen und Wünschen folgt.

Durch die Rückblenden zu Luise hatte der Leser immer einen kleinen Wissensvorsprung und es war extrem spannend, wie Laura Puzzleteil für Puzzleteil ihrer Spur folgte. Es ist nicht abzustreiten, dass hier auch der ein oder andere Zufall zu viel eine Rolle spielt, aber wenn am Ende so eine schöne Geschichte daraus entsteht, kann ich gern darüber hinwegsehen.

Ich weiß, dass die Autorin die Inseln mehrmals selbst besucht hat und das merkt man ihren Beschreibungen der Natur und kulinarischen Köstlichkeiten auch an. Einige gastronomische Einrichtungen kommen in all ihren Hawaii-Romanen vor und ich empfinde es zwischenzeitlich wie ein Heimkommen, wenn einer ihrer Protagonisten dort wieder einkehrt.

Neben den bewundernswerten starken Hauptcharakteren hat Sabine Lay auch wieder ganz wunderbare Nebenfiguren erschaffen, die man einfach ins Herz schließen muss. Jede hat irgendwie ihre eigene, teils traurige Geschichte, die sie umso authentischer macht. Ein wenig blass bleibt lediglich Kimo, der vielleicht neue Mann an Lauras Seite. Auch ihrer Liebesgeschichte hätte ich gern ein wenig mehr Entwicklungsmöglichkeit gegönnt. Man bekommt den Eindruck, dass es am Ende von null auf hundert bei ihnen geht.

Trotz allem ist es dem Buch wieder wunderbar gelungen, mich an mein Traumsetting zu katapultieren. Wie gern würde ich mit all den liebenswerten Menschen auch mal abends bei einem Gläschen Wein auf der Lanai sitzen, im Meer mit den Schildkröten schwimmen, lange Strandspaziergänge machen oder einem Luau beiwohnen. Da das wohl ein Traum bleiben wird, ist es meine große Hoffnung, dass Sabine Lay mich mit ihren Romanen noch oft dorthin entführen wird.

Kerstin at Sonntag, März 6th, 2022 | Filed under: Frauen,Historisch,Landgraeber, Sabine,Lay, Sabine,Liebesroman | RSS 2.0 | TB | Comments off

 

Autor:

Karen Ashley
Verlag: Lübbe
ISBN-13: 978-3404184583
Klappen-broschur: 381 Seiten
Persönliche
Wertung:

 

 

Für die wahre Liebe ist kein Weg zu weit

Inhalt:

Tief verletzt hat April San Francisco und vor allem Storm den Rücken gekehrt und ist zurück nach Deutschland geflogen. Sie will sich ganz auf ihre Karriere konzentrieren und die finale Prüfung fürs Medizinstudium ablegen. Dafür braucht sie ihre ganze Kraft, doch gerade die verlässt sie schon bald nach ihrer Ankunft. Ist ihre Krankheit zurück? Wird sie nach Storm auch noch ihr Leben verlieren?

Storm ist nicht bereit, seine große Liebe aufzugeben. Als er endlich ihren Aufenthaltsort ausfindig gemacht hat, reist er ihr umgehend hinterher, nicht ahnend, dass er nicht nur um ihre Liebe kämpfen, sondern auch um ihr Leben bangen muss.

Meine Meinung:

„Weiter als der Ozean“ setzt die ergreifende Liebesgeschichte von April und Storm fort und geht dabei emotionstechnisch direkt wieder in die Vollen. Das Paar hatte sich ja bereits im ersten Band in mein Herz geschlichen, sodass mich das Wiedersehen mit den Figuren begeistert hat.

Da ich Aprils Reaktion auf Storms Vergangenheit ohnehin ein wenig überzogen fand, war es schön zu lesen, dass es ihm recht schnell gelingt, die alten Gefühle neu zu entfachen. Was er alles unternimmt und wie sehr er sich um April sorgt, ist einfach wunderschön mitzuerleben. Die erotischen Szenen sind noch ein wenig heißer und man schwebt mit den beiden auf Wolke sieben, aus der sie am Ende des Buches wieder knallhart landen. Aber es muss natürlich auch im dritten Teil, der im Februar 22 erscheinen wird, noch etwas zu erzählen geben.

Das Setting Deutschland in diesem Band bietet nun nicht ganz so viel Begeisterungspotenzial, was aber mit dem Kurztrip auf den letzten Seiten wieder wettgemacht wird. Wen April und Storms Liebesgeschichte in Band 1 ans Herz gegangen ist, wird auch in diesem wieder mit ihnen mitfiebern und sich an der Tiefe ihrer Liebe erfreuen. Einmal mehr volle Punktzahl für eine absolute Wohlfühlgeschichte.

Kerstin at Samstag, November 27th, 2021 | Filed under: All Age/Jugend,Ashley, Karen,Frauen,Liebesroman | RSS 2.0 | TB | Comments off

 

Autor:

Susanne Rubin
Verlag: Heyne
ISBN-13: 978-3-453-42546-0
Taschenbuch: 427 Seiten
Persönliche
Wertung:

 

 

Unverhofftes Erbe

Zum Inhalt:

Der Inhaber des traditionsreichen Hotel Jacoby in Hamburg verstirbt und vererbt den Besitz an einen völlig Fremden, den Schriftsteller Ryan Maclane aus Schottland. Emily Magnussen führt übergangsweise die Geschäfte und fühlt sich direkt zu dem interessanten Mann hingezogen. Gemeinsam gehen sie dem Geheimnis des Erbes auf den Grund.

Sechzig Jahre zuvor führt Lina-Marie Jacoby das Hotel, hat es erfolgreich durch die Kriegsjahre gebracht. Stets an ihrer Seite ihr Chefkoch Martin. Eine Liebe, die lange unerfüllt bleiben muss. Was sie viele Jahre später von einer Hebamme erfährt, stellt ihre Familiengeschichte auf den Kopf und hat bis in die Gegenwart reichende Konsequenzen.

Meine Meinung:

Auch mit ihrem neuen Roman hat mich Susanne Rubin wieder völlig mitgerissen. Wer geheimnisvolle Familiengeschichten liebt, die auf verschiedenen Zeitebenen spielen, kommt an der Autorin einfach nicht vorbei.

Dieses Mal gibt es mit Emily Magnussen ein Wiedersehen mit einer Nebenfigur aus „Die Frau des Kaffeehändlers“, wo sie die Schwester der Hauptfigur spielte. Nun darf auch sie ihr Glück finden, worüber ich mich sehr gefreut habe. Auch ihr „Love Interest“ Ryan war mir sehr sympathisch, aber ich habe ohnehin ein Herz für Schotten. Natürlich schaffen es auch Lina-Marie und ihre große Liebe Martin, den Leser zu berühren.

Die in der Vergangenheit spielenden Szenen (1899, 1918/19 und spätere und vor allem 1958) üben eine besondere Faszination aus. Das große Familiengeheimnis kommt erst auf den letzten 100 Seiten zur Sprache, aber das macht gar nichts, denn die Geschichte des Hotel Jacoby ist zu jeder Zeit eine beeindruckende. Man taucht mit der ersten Seite ein, liebt und leidet mit den Protagonisten, und wundert sich am Ende, dass die Lektüre wie im Rausch vergangen ist.

Für mich hatte dieser Roman wieder alles, was Unterhaltung in Bestform bedeutet. Herzzerreißende Liebesgeschichten, Familiendrama, große Emotionen, historische Einblicke und mit Hamburg ein bezauberndes Setting. Weiterempfehlung zu hundert Prozent.

Kerstin at Mittwoch, Oktober 6th, 2021 | Filed under: Historisch,Liebesroman,Rubin, Susanne,Schomann, Susanne | RSS 2.0 | TB | Comments off

 

Autor:

Holly Miller
Verlag: Blanvalet
ISBN-13: 978-3-7645-0733-6
Klappen- broschur: 493 Seiten
Persönliche
Wertung:
,5

 

Kann man seinem Schicksal entrinnen?

Inhalt:

Joel hat sich von der Welt zurückgezogen, denn er leidet sehr unter seinen Träumen. Diese zeigen ihm die Zukunft der Menschen, die er liebt, gute Dinge, aber auch das Schlimmste. Mal kann er eingreifen und das Unglück abwenden, mal ist er machtlos. Sich zu verlieben, kommt für ihn nicht infrage. Doch dann begegnet er Callie und sie wirft alle seine Vorsätze über den Haufen.

Auch Callie hat sich eingeigelt seit dem Tod ihrer besten Freundin und versagt sich selbst ihre größten Träume. Erst Joel gibt ihr den Mut, wieder an sich zu glauben und ihrer Bestimmung zu folgen. Beide gehen auf in ihrer Liebe zueinander und langsam heilen ihre Wunden, doch dann träumt Joel von Callies Zukunft. Wird es ihm gelingen, sie glücklich zu machen oder muss er sie gehen lassen?

Meine Meinung:

Was tatsächlich nicht von der Hand zu weisen ist: Die Geschichte wirkt noch lange nach und hat mich bis in meine Träume verfolgt. Vor allem natürlich die Frage, wie würdest du dich entscheiden? Würdest du wissen wollen, was deine Zukunft für dich bereithält?

Klappentext und auch Meinungen zum Buch (hinterer Buchdeckel) weisen ja bereits darauf hin, dass man mit einer großen, aber bittersüßen und auch schmerzhaften Liebesgeschichte rechnen muss. Dementsprechend war ich vorbereitet, worauf es hinausläuft, auch wenn ein letzter Funke Hoffnung auf ein Happy End bis zur letzten Seite in mir gebrannt hat.

Neben den Hauptcharakteren Joel und Callie enthält das Buch fast ausschließlich nette Figuren, die man mehr oder weniger ins Herz schließen kann. Erstere hätte ich gern noch ein bisschen besser kennengelernt. Bei Joel geht es fast ausschließlich um seine Gabe oder eher den Fluch, vom Schicksal seiner Liebsten zu träumen. Hier wäre ich gern noch näher dabei gewesen, hätte die Träume hautnah verfolgen wollen. Auch Callie bleibt bis auf ihre Liebe zur Natur recht blass.

Wie die beiden sich zaghaft auf ihre Liebe einlassen, einfach gar nicht anders können und diese dann auch leben, ist jedoch zauberhaft geschrieben. Man gönnt ihnen ihr Glück so sehr, umso schlimmer dann der Tag, an dem Joel den unvermeidlichen Traum hat und Callie nichts Genaues darüber wissen will. Lest selbst, wie er sich entscheidet und die Zukunft für beide sich gestaltet.

Die Geschichte ist jeweils abwechselnd aus der Sicht von Joel und Callie im Präsens geschrieben, sodass man schon recht nah an ihnen dran ist. Es gibt zwischenzeitlich Längen und auch Strecken, wo recht wenig passiert. Über allem schwebt immer diese melancholische Stimmung, die man mögen muss.

So traurig und schmerzhaft, aber auch bittersüß alles ist, ich habe dennoch schon emotionalere Lovestorys gelesen. Ich bin recht nah am Wasser gebaut, aber es hat sich hier tatsächlich kein Tränenfluss eingestellt, selbst beim unvermeidlichen Ende nicht. Ich weiß nicht so recht, woran es lag. An den tiefen Emotionen wurde zumindest bei mir nur gekratzt.

Dennoch habe ich Joel und Callie gern auf ihrer Reise begleitet und kann das Buch allen Lesern von traurig-schönen Liebesgeschichten a la „Ein ganzes halbes Jahr“ empfehlen.

Kerstin at Montag, August 30th, 2021 | Filed under: Fantasy/Paranormal,Liebesroman,Miller, Holly | RSS 2.0 | TB | Comments off

 

Autor:

Karen Ashley
Verlag: Lübbe
ISBN-13: 978-3404184316
Klappen-broschur: 384 Seiten
Persönliche
Wertung:

 

 

Hochemotionaler Trilogie-Auftakt, bei dem kein Auge trocken bleibt

Inhalt:

Der Überfürsorge ihrer Eltern entflohen, will April nach überstandener schwerer Krankheit einen Neuanfang in San Francisco wagen und ihr Medizinstudium endlich zum Abschluss bringen. Ihre Beziehung scheitert, eine bezahlbare Bleibe ist nur in WG-Form möglich. Dafür kommt nur eine Frau infrage, denn mit Männern ist April durch, aber es kommt anders. Obwohl sie dem Musiker Storm, dessen äußerliche Narben von großem Schmerz erzählen, anfangs skeptisch gegenübersteht, schleicht er sich bald in ihr Herz. Dabei hat sie keine Ahnung, wie kaputt auch seine Seele ist. Wird es den beiden gelingen, sich gegenseitig zu heilen und der Liebe eine Chance zu geben?

Meine Meinung:

„Stärker als die Nacht“ ist der Auftakt einer herzzerreißenden Liebesgeschichte, die mich wie lange kein Buch mehr auf eine Achterbahnfahrt der Gefühle geschickt hat. Die beiden Hauptfiguren haben wirklich jeweils ein Päckchen zu tragen, das nicht ohne ist. Da spielen Themen wie die schreckliche Krankheit Leukämie, aber auch Medikamentenmissbrauch, PTBS, Drogen und auch der Tod eine Rolle.

Ich habe mich vom ersten Auftreten an in April wie auch Storm als Charaktere verliebt. Sie sind einfach echt, ihre dramatischen Lebensgeschichten gehen unter die Haut und ihre Handlungsweisen waren für mich an jedem Punkt nachvollziehbar. Es gibt aber ebenso bezaubernde Nebencharaktere und vor allem Tierliebhaber werden den Wirbelwind namens Sky auf jeden Fall in ihr Herz schließen.

Es gibt traurige Momente, aber ebenso lustige, einfach ein Wechselbad an Emotionen. Die wenigen Sexszenen gehen nicht zu sehr ins Detail, sind dabei aber so intensiv, dass sie einem den Atem rauben und eine Gänsehaut verursachen. Die Autorin versteht es total, den Leser in ihren Bann zu ziehen. Ein Sog, dem man sich kaum entziehen kann. Sie verwendet dabei immer wieder so schöne Formulierungen, die meine Augen feucht werden ließen.

Das dramatische Ende schreit natürlich nach der Fortsetzung und zum Glück erscheinen die Folgebände in keinem zu großen Abstand (Nov. 21 und Febr. 22). Ich bin schon jetzt sehr gespannt, was das Schicksal noch für April und Storm bereithält und kann diese Trilogie jedem Leser von hochemotionalen Liebesgeschichten nur wärmstens an Herz legen.

Kerstin at Dienstag, August 24th, 2021 | Filed under: All Age/Jugend,Ashley, Karen,Liebesroman | RSS 2.0 | TB | Comments off
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