Kerstins Bücherreich

„Der Bücherwurm liest sogar die Bücher, die er rezensiert.“ Gabriel Laub (1928-98)

Category: Thriller/Krimi

 

Autor:

Wulf Dorn
Verlag: Heyne
ISBN-13: 978-3453434028
Taschenbuch: 429 Seiten
Persönliche
Wertung:
,5

 

 

Ein Trigger genügt – und dein Leben steht auf dem Kopf

Zum Inhalt:

Die Psychiaterin Ellen Roth übernimmt eine Patientin ihres Lebensgefährten, der Urlaub in Australien macht. Die Frau wurde schwer misshandelt und ist traumatisiert – und plötzlich spurlos verschwunden. Der Schwarze Mann, vor dem sie höllische Angst hatte, nimmt nun auch Ellen ins Visier. Eine mörderische Jagd voller Angst, Gewalt und Paranoia beginnt. Und Ellen bleibt nicht viel Zeit …

Meine Meinung:

Als kürzlich der zweite Teil der „Trigger“-Reihe von Wulf Dorn erschien, nahm ich das zum Anlass, auch endlich mal Band 1 zu lesen, der bereits über 10 Jahre in meinem Regal schlummerte. Obwohl ich auch weitere Bücher des Autors besitze und ihn auf einer Lesung auf der Leipziger Buchmesse schon mal persönlich treffen konnte, war mir dies bisher nicht gelungen. Die guten Bewertungen und äußerst positiven Empfehlungen namhafter Kollegen gaben mir ein gutes Gefühl.

Das Thema wurde vom Autor gut umgesetzt und auch seinen Schreibstil fand ich recht angenehm zu lesen. Allerdings wurde meinen hohen Erwartungen dann doch nicht ganz entsprochen. Es gab durchaus spannende Szenen und Gänsehautmomente, aber wirklich durchgängig konnte die Spannung nicht aufrechterhalten werden. Es dauert einige Zeit, ehe der Thriller wirklich in Gang kommt und je näher man der Lösung kommt, die sich dann doch recht zeitig vor Ende abzeichnet, umso unglaubwürdiger erschienen mir einige Szenen. Ich bin nicht ganz sicher, ob sich wirklich alles logisch erklären lässt, dafür müsste man wohl das Buch noch mal ganz intensiv lesen. Bei mir blieben auf jeden Fall einige Fragen ungeklärt.

Geschickt legt der Autor ein paar Spuren, sodass es an Verdächtigen nicht mangelt, aber der geübte Thriller-Leser sollte sich so leicht nicht hinters Licht führen lassen. Zumindest war bei mir der Überraschungseffekt am Ende lange nicht so groß, wie es oft bei Sebastian Fitzek der Fall ist. Ich bin nun kein Experte, was psychische Krankheiten betrifft, aber finde das entworfene Szenario schon recht außergewöhnlich.

Insgesamt ist Dorns Erstlingswerk ein solider Psychothriller, aber ich hoffe wirklich, dass er sich in den nachfolgenden Büchern bzw. dem zweiten Teil der Reihe noch steigern kann. Ich werde ihm auf jeden Fall eine Chance geben.

Kerstin at Sonntag, April 24th, 2022 | Filed under: Dorn, Wulf,Thriller/Krimi | RSS 2.0 | TB | Comments off

 

Autor:

Frank Kodiak
Verlag: Droemer
ISBN-13: 978-3-426-30764-9
Taschen-
buch:
425 Seiten
Persönliche
Wertung:

 

Bestell dir, wen du willst

Zum Inhalt:

Den Verdacht, dass bei der Hilfsorganisation „Amissa“ etwas im Argen liegt, können die Privatdetektive Rica und Jan Kantzius bisher nicht beweisen. Eine neue Spur lockt Jan nach Grömitz, wo er geheime Informationen bekommen soll. Doch alles geht schief, die Zeugin wird ermordet, Jan entkommt nur knapp und bei seiner Rückkehr ist seine Frau entführt worden. Er kann sie zum Glück finden und sie stoßen bei ihren Ermittlungen auf „Missing Order“, wo man sich offenbar für genug Geld alles bestellen kann. Auch einen Menschen, um seine wildesten Fantasien auszuleben …

Meine Meinung:

Dieser zweite Band der Amissa-Trilogie hat mich restlos überzeugt. Was für ein Pageturner. Selten habe ich Seite für Seite solche Spannung erlebt. Hier geht es wirklich Schlag auf Schlag und es kommt keine Minute Langeweile auf. Durch zeitlichen Versatz gibt es sogar immer wieder überraschende Plot-Twists.

Es ist nicht unbedingt nötig, Band 1 gelesen zu haben, da einiges davon erklärt wird, aber ich war froh, Jan und Rica bereits zu kennen und konnte mich so leichter in ihre Denkweise hineinversetzen. Bei dem, was sie durchmachen müssen, kann ich auch ihre Handlungen gut nachvollziehen.

Das Buch schont den Leser nicht mit erschreckenden Szenarien, schwächere Gemüter sind hier wohl fehl am Platz. Die Brutalität und Perfidität der menschlichen Gier scheint keine Grenzen zu kennen. Man hat kein Herz, wenn man hier nicht extrem mit den Opfern mitleidet.

Der Roman endet mit einem enormen Cliffhanger, der das Warten auf Band 3 schwer erträglich macht. Ich hoffe, es wird wieder im November so weit sein. Auf jeden Fall kann ich das Buch jedem empfehlen, der atemlose Spannung bei einem Thriller sucht.

Kerstin at Sonntag, April 3rd, 2022 | Filed under: Kodiak, Frank,Thriller/Krimi,Winkelmann, Andreas | RSS 2.0 | TB | Comments off

 

Autor:

Mark Benecke
Verlag: Benevento
ISBN-13: 978-3710901409
Gebundene Ausgabe 239 Seiten
Persönliche
Wertung:

 

 

Wahrheit oder Verschwörungsglaube?

Inhalt:

Ein rätselhaftes Verbrechen hält Bevölkerung wie Polizei in Atem. Zwei junge Frauen werden völlig blutentleert und zur Schau gestellt aufgefunden. Aus den Schneewittchen-Morden werden Vampir-Morde und ein Täter aus der dunklen Szene ist schnell gefunden. Doch hat er überhaupt das nötige Know-how? Der hinzugezogene Ermittler Bastian Becker ist sich da nicht so sicher, stößt aber bei den ermittelnden Beamten, die froh sind, etwas vorweisen zu können, auf Granit. Derweil entwickeln Verschwörungstheorien im Netz ihre ganz eigene Dynamik.

Meine Meinung:

Ich bin tatsächlich ein Fan von Mark Benecke, dessen großes Wissen ich bewundere, und war daher auf seinen ersten Krimi sehr gespannt.

Leider bietet er nicht wirklich viel Neues. Etwas ungewöhnliche Morde, auf die allerdings kaum detailliert eingegangen wird, den allseits bekannten Ermittler, genial, aber mit psychischem Knacks. Wirklich neu ist, dass der Autor die Querdenker-Szene – vermutlich aus aktuellem Anlass und/oder persönlichen Erfahrungen – ins Geschehen mit einflicht. Letzten Endes liefert diese auch den entscheidenden Hinweis.

Um einen wirklich interessanten Fall aufzubauen, der sich auch mit der Intention des Täters näher beschäftigt, ist das Buch schlicht zu dünn. Es liest sich recht gut weg, keine Frage, aber die Handlung plätschert ziemlich blutarm vor sich hin und erst ganz zum Ende kommt ein wenig Spannung auf. Überraschende Wendungen sucht man leider vergeblich und die Lust am Miträtseln wird auch kaum befriedigt.

Alles in allem keine schlechte Krimikost, aber hier ist definitiv noch Luft nach oben. Ich bin da aber hoffnungsfroh, denn sowohl Autor als auch Figuren haben entsprechendes Potential.

Kerstin at Dienstag, Februar 22nd, 2022 | Filed under: Benecke, Mark,Thriller/Krimi | RSS 2.0 | TB | Comments off

 

Autor:

Hillary Rodham Clinton
Louise Penny
Verlag: HarperCollins
ISBN-13: 978-3749903184
Gebundene Ausgabe 560 Seiten
Persönliche
Wertung:

 

Politthriller mit gehöriger Spannung, aber leicht unrealistisch

Zum Inhalt:

In Europas Großstädten ereignen sich drei Terroranschläge auf Busse. Das nächste Ziel scheint in Amerika zu liegen, von Atombomben ist die Rede. Die gerade erst im Amt vereidigte Außenministerin Ellen Adams versucht alles in ihrer Macht Stehende, dies zu verhindern, wobei nicht hilfreich ist, dass der aktuelle Präsident ihr eher feindlich gesinnt ist. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt, der Ellen rund um den Globus führt und in so manche gefährliche Situation bringt.

Meine Meinung:

Natürlich war es auch der Name Clinton, der mich verleitet hat, dieses Buch zur Hand zu nehmen, sollte man doch meinen, durch ihre Person einiges an Insiderwissen der amerikanischen Politik mitzunehmen. Das ist in wenigen Teilen auch gelungen, aber im Großen möchte man doch lieber hoffen, dass hier die Fiktion die größere Rolle spielt und es nicht wirklich so abläuft.

Was man dem Buch zugutehalten muss, es ist von der ersten bis zur letzten Seite spannend. Kein langes Palavern, unermüdlicher Einsatz der taffen Außenministerin, die eine Art Superwoman gibt, während der amtierende Präsident nur in seinem Oval Office zu sitzen scheint, um auf ihre Antworten zu warten. Es gibt überraschende Wendungen und einen wirklich atemberaubenden Showdown bis zur letzten Sekunde.

Die Charaktere aller bleiben abseits ihrer beruflichen Leistungen recht blass. Die Seitenhiebe auf den ehemaligen Präsidenten Trump, aber auch auf aktuelle Machthaber sind unmöglich zu überlesen, recht plakativ und bilden wohl eine kleine Abrechnung der gescheiterten Politikerin. Nichtsdestotrotz haben sie mich das eine oder andere Mal schmunzeln lassen.

Wie die Außenministerin mit den verschiedensten Machthabern umspringt, schließlich haben alle sofort für sie Zeit zu haben, wenn sie irgendwo landet, den russischen Präsidenten sogar ziemlich plump erpresst, kann ich mir in der Realität nicht wirklich vorstellen. Aber gut, es ist eine fiktive Geschichte und einige reale Bezüge sind wohl leider dennoch vorhanden.

Mich hat das Buch, reißerisch oder nicht, auf jeden Fall ziemlich gut unterhalten und ich finde die beiden Autorinnen ergänzen sich perfekt, sodass ich eine Fortsetzung zu lesen durchaus in Erwägung ziehen würde.

Kerstin at Sonntag, Februar 13th, 2022 | Filed under: Clinton Rodham, Hillary,Penny, Luise,Thriller/Krimi | RSS 2.0 | TB | Comments off

 

Autor:

Frank Kodiak
Verlag: Droemer
ASIN: B086SL7M5K
E-Book: 400 Seiten
Persönliche
Wertung:

 

 

Vermisste Teenager in Gefahr

Zum Inhalt:

Die Privatdetektive Rica und Jan Kantzius arbeiten unter anderem für die Hilfsorganisation „Amissa“, die es sich zum Ziel gemacht hat, weltweit nach vermissten Personen zu suchen. Durch Zufall werden sie Zeugen, wie ein junges Mädchen auf die Autobahn läuft und tödlich verletzt wird. Ein Zettel und ein letztes geflüstertes Wort an Jan geben Rätsel auf. Sie beginnen zu ermitteln und stoßen auf die Spur mehrerer vermisster Teenager, die kurz nach einem Umzug spurlos verschwanden. Abgründige Machenschaften tun sich auf und bei Amissa scheint mehr im Argen zu liegen als gedacht.

Meine Meinung:

Dieser Roman von Andreas Winkelmann ist mein erster unter seinem Pseudonym Frank Kodiak. Ich fand es eine nette Abwechslung, dass hier mehr oder weniger eigenständig agierende Ermittler die Hauptfiguren darstellen und nicht irgendwelche Polizisten mit einem seelischen Knacks. Was nicht heißt, dass nicht auch Jan und Rica ihr Päckchen zu tragen haben.

Jan war früher selbst Polizist, nimmt aber zwischenzeitlich das Gesetz lieber in die eigenen Hände und geht dabei nicht eben zimperlich vor. Sein Ruhepol ist die Frau an seiner Seite, die so gar nicht zu ihm zu passen scheint, aber einen beruhigenden Einfluss auf ihn hat. Sie arbeitet für Amissa, ist geniale Hackerin und hat die Erfahrung der Zwangsprostitution am eigenen Leib erfahren müssen.

Das Schicksal der Mädchen ist nicht eben neu, die Drahtzieher sind es ebenso wenig. Dass es verschiedene Opfer und Täter sind und die Geschehnisse zeitversetzt erzählt werden, erfordert erhöhte Aufmerksamkeit vom Leser. Die Schilderungen sind teilweise recht brutal, was auch nicht jedermanns Sache sein dürfte. Der Schreibstil ist angenehm flüssig zu lesen und die Spannung wird quasi ununterbrochen aufrechterhalten.

Der Roman hat mich definitiv gut unterhalten und neugierig, nicht zuletzt aufgrund des Cliffhangers, auf die Fortsetzung gemacht, die ich bald anschließen werde.

Kerstin at Sonntag, Februar 6th, 2022 | Filed under: Kodiak, Frank,Thriller/Krimi,Winkelmann, Andreas | RSS 2.0 | TB | Comments off

 

Autor:

Michael Meisheit
Verlag: Heyne
ISBN-13: 978-3453424487
Taschenbuch: 416 Seiten
Persönliche
Wertung:
,5

 

 

Mach dich unsichtbar oder sie werden dich finden

Zum Inhalt:

Tina fühlt sich verfolgt. Womit sie nicht rechnete, ist, dass ihr ein lukratives Jobangebot unterbreitet wird. Sie soll einige Wochen in London ein ganz normales Luxusleben führen, allerdings in dieser Zeit jeden Kontakt zu ihrem alten Leben abbrechen. Sie zögert, als jedoch ihr geliebter Vater stirbt, nimmt sie das Angebot überstürzt an, da auch der finanzielle Aspekt ihr keine Alternative lässt. Schon bald erkennt sie, wozu sie wirklich benutzt wird und sie wird gefährlich für ihre Auftraggeber. Eine gnadenlose Jagd beginnt, denn überall sind Kameras und mit Watch kann jeder ihrer Schritte nachvollzogen werden.

Meine Meinung:

Nachdem mir bereits der erste Thriller des Autors „Wir sehen dich sterben“ sehr gefallen hat, sprach mich auch der Klappentext dieses Buches an. Eine künstliche Intelligenz, die mittels Überwachungskameras in ganz Europa jeden deiner Schritte verfolgen kann – klingt auf jeden Fall spannend. Und nach einem Technik-Thriller. Dies ist er allerdings eher weniger und der Klappentext lässt auch nicht vermuten, dass es hier um einen kriminellen arabischen Clan und recht simple Motive geht. Wer eher nicht so gern von Politik, Terrorismus oder eben Clan-Kriminalität liest, sollte besser die Finger davon lassen.

Mir hat der Einblick in die Arbeit von Europol, wenn auch größtenteils fiktiv, gut gefallen. Natürlich ist auch die Verfolgung von Tina sehr spannend dargestellt. Ihr Charakter selbst mutet manchmal extrem naiv, wenn nicht gar lebensmüde an. Die amourösen Verwicklungen haben mich nicht gestört.

Seine Erfahrung im Filmgeschäft weiß der Autor auch in diesem Thriller wieder auszuspielen. Die rasante Story läuft wie ein Film ab, man kann kaum Atem schöpfen und ich könnte mir den Stoff auch sehr gut auf der Leinwand vorstellen. Das System Watch liegt wahrscheinlich nicht so weit in der Zukunft, wie man meinen möchte, schließlich findet Überwachung gerade in heutiger Zeit tagtäglich und oft ungewollt bereits statt. Ein zweischneidiges Schwert – sicher wichtig und sinnvoll in der Verbrechensbekämpfung, jedoch äußerst gefährlich, wenn das System unterwandert und zu eigenen Zwecken benutzt wird.

Ein spannender Thriller im Clan-Milieu mit hohem Technikeinsatz und einer über sich hinauswachsenden Protagonistin.

Kerstin at Sonntag, Dezember 5th, 2021 | Filed under: Meisheit, Michael,Thriller/Krimi | RSS 2.0 | TB | Comments off

 

Autor:

Marc Meller
Verlag: Ullstein
ISBN-13: 978-3548063829
Taschenbuch: 409 Seiten
Persönliche
Wertung:
,5

 

 

Eine Stadt im Chaos

Zum Inhalt:

Der perfide Massenmörder Janus ist zurück, denn er hat noch eine Rechnung offen. Mit Hannah, die als eine der wenigen sein letztes Exit-Game überlebt und ihm etwas sehr Wichtiges genommen hat. Sein ausgeklügelter Plan: Er stürzt eine ganze Stadt ins Chaos und lockt Hannah erneut in eine Falle, der sie und ihre überrumpelten Mitstreiter, eine Gruppe Umweltaktivisten, nur durch das Lösen cleverer Rätsel entkommen können. Parallel versucht Hauptkommissar Kappler vom LKA (inzwischen Hannahs väterlicher Freund) alles, um Hannah aus Janus‘ Fängen zu befreien, was sich zu einem Wettlauf gegen die Zeit gestaltet.

Meine Meinung:

Nach dem offenen Ende von „Raum der Angst“ war zu erwarten, dass es eine Fortsetzung geben wird und ich war sehr erfreut, dass Janus zu einer neuen Spielrunde ansetzt. Seine Strategie, wie er Köln ins Chaos stürzt, um die Gesetzeshüter zu beschäftigen und freie Bahn für sein „Spiel“ mit Hannah zu haben, fand ich sehr kreativ und realitätsnah umgesetzt. Man sollte besser nicht länger darüber nachdenken, wie einfach so etwas in der computerbasierten Welt von heute gelingen kann.

Hannah läuft ihrem Gegenspieler quasi bewusst in die Arme, weil sie endlich einen Schlussstrich ziehen will unter die Ereignisse von vor neun Monaten, die sie nach wie vor belasten. Immerhin hat sie viele ihrer damaligen Mitstreiter brutal sterben sehen. Das macht etwas mit einem. Es ist nicht unbedingt notwendig, den 1. Band zu kennen, steigert aber das Lesevergnügen, wenn einem die Hauptfiguren Hannah, Janus und Kappler bereits bekannt sind.

Es gibt nicht so viele Rätsel wie beim ersten Streich von Janus und der Thriller ist auch nicht ganz so opferlastig. Hannah hat nun schon ihre Erfahrungen und kommt an einigen Stellen recht altklug und überheblich daher, was sie nicht gerade sympathisch macht. Auch werden die einzelnen Mitspieler etwas weniger intensiv beleuchtet, weshalb keine so große Bindung stattfindet.

Die Spannung ist das gesamte Buch über auf hohem Niveau und nimmt zum Ende noch mal richtig Fahrt auf. Hannah entwickelt sich immer mehr zur Superheldin, aber auch darüber kann man hinwegsehen. Insgesamt bietet der Thriller actionreiche Unterhaltung und lässt das Adrenalin kaum abflauen. Von mir 4,5 Sterne für die kleinen angesprochenen Mängel, jedoch trotzdem eine Empfehlung für Escape-Room-Thriller-Fans.

Kerstin at Samstag, Oktober 30th, 2021 | Filed under: Meller, Marc,Thriller/Krimi | RSS 2.0 | TB | Comments off

 

Autor:

Alexander Hartung
Verlag: Verlag Edition M
ISBN-13: 978-2496708813
Taschenbuch: 283 Seiten
Persönliche
Wertung:

 

 

Actionreicher Serienauftakt um Streifenpolizistin

Inhalt:

Die Hamburger Streifenpolizistin Alina Grimm kennt ihren Kiez, der angeblich vierte Mord eines unauffindbaren Serienmörders macht sie neugierig und sie beginnt auf eigene Faust zu ermitteln. Das passt jemandem ganz und gar nicht, sie wird in einen Hinterhalt gelockt und verletzt. Zudem werden ihr Drogen untergeschoben, die zur Suspendierung führen. Nun möchte Alina erst recht der Sache auf den Grund gehen und sie erhält dabei unerwartete Unterstützung.

Meine Meinung:

„Nichts als Staub“, der Auftakt einer neuen Reihe um die Ermittlerin Alina Grimm, war mein erster Krimi von Alexander Hartung. Die sehr temporeiche Geschichte hat mich gut unterhalten. Der Autor bringt hier so ziemlich alles zur Sprache, was das Krimigenre zu bieten hat – Mord, Drogen, Korruption, Erpressung.

Die Charakterdarstellung der Hauptfigur macht deutlich, dass sie als Streifenpolizistin deutlich unterfordert ist. Wie es der Zufall will, bekommt sie zahlungskräftige und in Gestalt von Elias auch schlagkräftige Unterstützung. Ein zwielichtiger ehemaliger Schulkamerad und ein verrückter Professor machten das Quartett komplett und einer zukünftigen Detektei steht nichts im Weg. Die Nebenfiguren sind allerdings schon sehr klischeebehaftet. Auch der Kollege Zufall rettet nach meinem Geschmack einmal zu oft den Agierenden den Allerwertesten.

Gefallen hat mir das hohe Tempo. Ein Plan, einmal gefasst, wird im nächsten Kapitel umgehend in die Tat umgesetzt, ohne langes Hin- und Herfahren, Nebenbeschreibungen oder gründliche Vorbereitung. So wird die Spannung auch bis zum Schluss konstant aufrechterhalten.

Der Krimi bietet spannende Unterhaltung, wenn es auch teilweise ein wenig an Glaubwürdigkeit mangelt. Dennoch ist für jeden was dabei und ich bin an der Fortsetzung der Reihe durchaus interessiert.

Kerstin at Montag, September 13th, 2021 | Filed under: Hartung, Alexander,Thriller/Krimi | RSS 2.0 | TB | Comments off

 

Autor:

Alex Michaelides
Verlag: Droemer
ISBN-13: 978-3-426-28215-1
Taschenbuch (Klappenbroschur): 352 Seiten
Persönliche
Wertung:

 

 

Brutale Morde am College

Zum Inhalt:

Als die junge Studentin Zoe völlig aufgelöst ihre Tante Mariana Andros, eine Traumatherapeutin, anruft, weil sie vermutet, dass ihre beste Freundin Tara ermordet wurde, eilt diese umgehend zu ihr nach Cambridge. Nach kurzem Zögern beginnt sie eigene Nachforschungen anzustellen und verdächtigt schon nach kurzer Zeit den charismatischen, aber undurchschaubaren Professor Fosca, dessen Steckenpferd griechische Tragödien sind. Er hat in einer Art Geheimbund eine Gruppe junger hübscher Mädchen um sich geschart, aus deren Mitte es bald ein weiteres Opfer zu beklagen gibt. Mariana wagt sich immer tiefer in die Abgründe und muss schon bald selbst um ihr Leben bangen.

Meine Meinung:

Ich kenne den hochgelobten Debütroman „Die stumme Patientin“ des Autors nicht und bin daher völlig erwartungsfrei an das Buch gegangen. Trotz ein paar kleiner Längen in der Mitte muss ich sagen, dass mich das Buch gut unterhalten hat und auch zu fesseln wusste.

Der Bezug zu den griechischen Tragödien wird gut in die Geschichte eingeflochten, nimmt aber nicht überhand. Interessanteste Figur ist zweifelsohne der bereits zu Beginn zum Mörder hochstilisierte Professor Fosca, der ganz sicher Dreck am Stecken hat, selbstredend der Täter aber nicht sein kann. Die Hauptfigur Mariana war mir an sich schon sympathisch, allerdings agiert sie von ihrer Ausbildung und Erfahrung als Therapeutin ausgehend schon extrem naiv und blauäugig, indem sie ihrem Hauptverdächtigen derart nahe kommt.

Die Atmosphäre und Abläufe am altehrwürdigen College werden stimmungsvoll wiedergegeben und ich konnte mich sehr gut in das Setting hineinversetzen. Sowohl Titel als auch Klappentext sind ein wenig irreführend, denn verschwunden ist bzw. vermisst wird zu keiner Zeit eine Studentin. Sie werden einfach nur brutal ermordet und sofort gefunden. Zum Ende nimmt der Thriller noch einmal richtig Fahrt auf und mit dem überraschenden Twist habe ich tatsächlich nicht gerechnet. Das kommt nicht sehr oft vor, weshalb es für mich einen großen Pluspunkt darstellt.

Wer das College-Setting mag und sich von einem Thriller mal wieder richtig überraschen lassen will, wird trotz einiger Längen im Mittelteil mit „Die verschwundenen Studentinnen“ sicher keinen Fehlgriff machen.

Kerstin at Donnerstag, Juli 29th, 2021 | Filed under: Michaelides, Alex,Thriller/Krimi | RSS 2.0 | TB | Comments off

 

Autor:

Andreas Winkelmann
Verlag: Rowohlt
ISBN-13: 978-3-499-00040-9
Taschenbuch: 381 Seiten
Persönliche
Wertung:

 

 

Dir läuft die Zeit davon …

Inhalt:

Lennart Wolff verfolgt einen vermeintlichen Einbrecher und endet mit einem Messer im Auge. Rebecca Oswald, im Rollstuhl sitzende Polizistin, glaubt ihren Augen nicht zu trauen, als ein älterer Herr mit dem Fahrrad an ihr vorbeifährt, auf dessen Gepäckträger sich ein menschlicher Fuß befindet. Und Joggerin Eva Probst kann gerade noch ihrer Freundin ihr Unbehagen mitteilen, dass sie sich beobachtet fühlt, bevor sie auf schreckliche Art zu Tode kommt. Hauptkommissar Jens Kerner hat alle Hände voll zu tun, zwischen diesen Verbrechen eine Verbindung herzustellen, so unwahrscheinlich sie auch scheinen mag. Doch der Mörder hat seine eigene Agenda, er will eine Karte erstellen, wie sie die Welt noch nicht gesehen hat …

Meine Meinung:

„Die Karte“ war tatsächlich mein erster Roman der Kerner-und-Oswald-Reihe von Andreas Winkelmann. Das habe ich an einigen Stellen, wo auf vorherige Fälle verwiesen wurde, ein wenig bedauert. Ich kann so auch keine Vergleiche ob der Qualität anstellen. Auf jeden Fall ist es aber nicht vonnöten, die Vorgängerbände zu kennen.

Insgesamt hat mich der Thriller gut unterhalten. Die Spannung bleibt durchweg auf einem hohen Niveau, es gibt überraschende Wendungen und einen aufregenden Showdown. Die Ermittlungsarbeit wurde überzeugend dargestellt und auch das persönliche Geplänkel zwischen Becca und Jens fand in einem gesunden Rahmen statt. Die Sicht des Täters im Präsens ist faszinierend zu lesen und der schnelle Wechsel zwischen den verschiedenen Handlungssträngen, die kontinuierlich aufeinander zu laufen, sorgt für ein hohes Tempo.

Ein paar Sachen haben mich dennoch gestört, weshalb ich nicht die höchste Punktzahl ansetzen kann. Die sich als Auflösung ergebende Motivation des Täters hat für mich keinen wirklichen Zusammenhang mit dem eigentlichen Aufhänger des Thrillers. Das Thema mit dem Fitness-Tracker und der Lauf-App verläuft sich irgendwie und hätte doch viel mehr Potenzial gehabt. Die weitere Auswahl der Opfer scheint mir zu weit hergeholt. Und muss jede taffe, selbstständige Frau auch gleich einen Hass auf Männer hegen? Das nimmt ein wenig überhand.

Trotzdem kann man den Thriller gut und flüssig weglesen und ich werde den Autor auf jeden Fall im Auge behalten.

Kerstin at Donnerstag, Juli 1st, 2021 | Filed under: Thriller/Krimi,Winkelmann, Andreas | RSS 2.0 | TB | Comments off
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