Kerstins Bücherreich

„Der Bücherwurm liest sogar die Bücher, die er rezensiert.“ Gabriel Laub (1928-98)

Category: Thriller/Krimi

 

Autor:

Clemens Murath
Verlag: Heyne Hardcore
ISBN-13: 978-3-453-27282-8
Klappen-broschur: 428 Seiten
Persönliche
Wertung:

 

Frank Bosman, der zweite Einsatz – knallhart, kompromisslos, mitreißend

Zum Inhalt:

Zwischenzeitlich haben die Kosovo-Albaner das Drogengeschäft in Berlin fest im Griff. Deren Oberboss und ehemaliger Warlord Remi Ekrem zieht von Albanien aus die Fäden. LKA-Ermittler Frank Bosman will ihn endlich zur Strecke bringen und tut sich mit UN-Sonderermittlerin Elaine Szolnay zusammen, die eben diesen wegen Kriegsverbrechen im Kosovo-Krieg vor den Internationalen Strafgerichtshof bringen will. Sie stellen ihm eine Falle und … scheitern. Je tiefer die Ermittler in Ekrems Geschäfte eintauchen, umso gefährlicher wird es für sie persönlich. Und für Erfolge muss man auch schon mal mit den Wölfen heulen.

Meine Meinung:

Ich muss gestehen, der zweite Band um den knallharten Ermittler Frank Bosman von Heyne Hardcore hat mir sogar noch besser gefallen. Es kommt definitiv keine Minute Langeweile auf und die Spannung ist durchweg auf hohem Niveau.

Anders als beim Vorgänger „Der Libanese“ beschränkt sich das Setting dieses Mal nicht auf Berlin, sondern führt auch zu einer Zelle Rechtsradikaler in Sachsen, die den Umsturz planen und nebenbei unfassbare Verbrechen begehen, und nach Albanien in der heutigen sowie weit vergangenen Zeit während des Kosovo-Krieges.

Wirklich Gute gibt es in diesem Krimi nicht. Aufseiten der Polizei sind Korruption, Unterschlagung, Selbstjustiz und kompromisslose Härte sowie Gewalt an der Tagesordnung. Auch wenn man einiges menschlich vielleicht nachvollziehen kann, ist es doch starker Tobak.

Die Handlung ist komplex, werden doch verschiedenste Themen aufgegriffen: Drogenhandel, Rechtsradikale, Organhandel, Flüchtlinge, Reichsbürger, Kriegsverbrechen und die Glamourwelt von Film und Fernsehen. Das Ganze untermalt mit einem schwarzen Humor, der zwischen deutschen Buchdeckeln selten so zum Tragen kommt.

Der Autor peitscht den Leser gnadenlos durch die Handlung, man ist hin- und hergerissen zwischen Mitleid mit Frank Bosman und den Seinen und Abscheu gegenüber seinen Handlungen. Nichts für empfindliche Gemüter, aber sehr zu empfehlen, wenn man auf knallharte Action steht.

Kerstin at Mittwoch, September 14th, 2022 | Filed under: Murath, Clemens,Thriller/Krimi | RSS 2.0 | TB | Comments off

 

Autor:

Florian Schwiecker, Michael Tsokos
Verlag: Knaur
ISBN-13: 978-3426528440
Taschenbuch: 335 Seiten
Persönliche
Wertung:

 

 

Solide Fortsetzung der Justizkrimi-Reihe

Zum Inhalt:

Rechtsanwalt Rocco Eberhardt, gefeierter Verteidiger oftmals zwielichtiger Mandanten, findet sich plötzlich auf der anderen Seite des Rechts wieder. Ein hochrangiger Politiker, im besten Falle zukünftiger Oberbürgermeister von Berlin, soll in einen Skandal von höchster Brisanz verwickelt sein und um diesen zu vertuschen, auch vor Mord nicht zurückschrecken. Über lange Jahre wurden Pflegekinder von Berliner Jugendämtern im Rahmen eines Experimentes bewusst an pädophile Männer vermittelt. Dies klagen die Opfer Jörg Grünwald und Timo Krampe an. Kurz darauf wird Jörg tot aufgefunden und auch Timos Leben scheint in Gefahr. Wird Rocco unter Mithilfe von Rechtsmediziner Justus Jarmer die Wahrheit aufdecken?

Meine Meinung:

Nachdem mir schon der Auftaktband der Krimi-Reihe von Schwiecker und Tsokos sehr gut gefallen hat, wollte ich natürlich unbedingt wissen, was die beiden noch so auf Lager haben. Dass der Aufhänger des Romans, hier als Granther-Experiment bezeichnet, einen wahren Hintergrund hat, ist mehr als erschreckend. Wie viel Leid wurde hier bewusst provoziert bzw. billigend in Kauf genommen.

Das Buch lässt sich gewohnt gut lesen und die kurzen Kapitel und Perspektivwechsel kommen meinem bevorzugten Lesestil sehr entgegen, da ich oft nicht viel Zeit finde, mich länger am Stück mit dem Text zu befassen.

Anwalt und Rechtsmediziner bilden einmal mehr ein eingespieltes Team, wobei mir Justus Jarmer zunehmend sympathischer wird. Die ganz großen Spannungsmomente fehlten allerdings für mich, die Geschichte plätschert eher so dahin und bietet erst am Schluss durch eine unvorhergesehene Wendung einen Überraschungseffekt. Auf die Auffrischung der Jugendliebe von Verteidiger und Staatsanwältin hätte auch gut verzichtet werden können.

Im Großen und Ganzen bietet das Buch aber abwechslungsreiche Unterhaltung und schafft mit der Thematisierung dieses Skandals hoffentlich auch weitere Möglichkeiten der Aufarbeitung und damit Entschädigung der Opfer. Das ganz große Ding war die Story bzw. deren Umsetzung für mich noch nicht, aber ich werde die Reihe auf jeden Fall weiter verfolgen.

Kerstin at Donnerstag, Juli 28th, 2022 | Filed under: Schwiecker, Florian,Thriller/Krimi,Tsokos, Michael | RSS 2.0 | TB | Comments off

 

Autor:

Sebastian Fitzek / Micky Beisenherz
Verlag: Droemer
ISBN-13: 978-3-426-28273-1
Gebundene Ausgabe 332 Seiten
Persönliche
Wertung:
,5

 

Thematisch ein echter Fitzek, der Humor zu aufgesetzt

Zum Inhalt:

Ein Patient der Psychiatrie gibt an, die kleine Pia entführt zu haben. Sein Wissen will er nur preisgeben, wenn ihm Literaturagent David Dolla ein lukratives Angebot für eine True-Crime-Story verschafft. Was dieser zunächst für einen Scherz hält, nimmt ernste Ausmaße an, als seine Verlobte verletzt und auch der Rest seiner Familie bedroht wird.

Meine Meinung:

Vorab, ich bin ein großer Fan von Sebastian Fitzek. Für diesen Roman hat sich der Autor Unterstützung in Person von Micky Beisenherz geholt. Mir selbst bisher unbekannt, sollte dieser für eine ordentliche Portion Humor in einem Thriller sorgen. Ein gewagtes Experiment, das vermutlich nicht jedermanns Geschmack trifft.

Es ist ohne Frage das Besondere an diesem Buch, für mich jedoch auch sein größtes Manko. Ich habe nichts gegen einen guten Witz, konnte mit den meisten Anspielungen auf die Medienwelt etwas anfangen und auch das eine oder andere Mal herzhaft lachen oder zumindest amüsiert schmunzeln. Einige „Vergleiche“ haben mich jedoch auch die Augen rollen lassen in Anbetracht ihrer Flachheit. Punktum – es ist einfach zu viel des Guten. Besonders am Anfang der Geschichte nimmt es so überhand, dass man der Story kaum folgen kann. Es wird mit der Zeit weniger (oder man gewöhnt sich schlicht daran) und dann nimmt auch die Spannung ihren Lauf. Schlussendlich bereue ich es nicht, bis zum Ende durchgehalten zu haben.

Nimmt man den Humor mal beiseite, bekommt der Leser einen echten Fitzek geboten. Spannung, ein wenig Brutalität, viele überraschende Wendungen und immer wieder Aha-Momente. In der Hinsicht bleibt kein Wunsch offen. Es klärt sich alles zufriedenstellend und wirkt im Ergebnis genial ausgeklügelt. Auch die Nebenfiguren – überwiegend Freunde des Agenten – sind in ihrer Skurrilität erfrischend.

Wer nicht einen typischen Fitzek erwartet und Sinn für manchmal auch ein wenig flachen Humor hat, sollte dem Buch ruhig mal eine Chance geben.

Kerstin at Sonntag, Juli 3rd, 2022 | Filed under: Beisenherz, Micky,Fitzek, Sebastian,Thriller/Krimi | RSS 2.0 | TB | Comments off

 

Autor:

Wulf Dorn
Verlag: Heyne
ISBN-13: 978-3453270954
Taschenbuch: 491 Seiten
Persönliche
Wertung:
,5

 

 

Gelungene Fortsetzung – wenn Rache zum Lebensziel wird

Zum Inhalt:

Nach der Ermordung seiner Partnerin ist das Leben des Ex-Psychiaters Mark Behrendt aus den Fugen geraten. Einzige Stütze ist seine Freundin Doreen. Als sich der Mörder erneut bei ihm meldet, Doreen entführt und für ihre Freilassung eine schreckliche Tat von Mark verlangt, beginnt für ihn ein Wettlauf mit der Zeit.

Meine Meinung:

Da seit Band 1 der „Trigger“-Reihe von Wulf Dorn mittlerweile mehr als 10 Jahre vergangen sind, hatte ich den Auftakt kürzlich noch mal gelesen, was sich als vorteilhaft herausstellte. Man war sofort wieder drin in der Geschichte um Ellen Roth und Mark Behrendt, auch wenn im Verlauf des Buches einiges erklärt wird.

Während bei mir bei Teil 1 noch einige Fragen offen blieben, konnte mich die Fortsetzung des Romans direkt von der ersten Seite an fesseln. Mark bekommt es mit einem wirklich wahnhaften Täter zu tun, der vor nichts zurückschreckt. Seine Identität wird recht früh klar, was der Spannung jedoch keinen Abbruch tut. Die Protagonisten liefern sich ein atemberaubendes Katz-und-Maus-Spiel und der Autor weiß immer wieder mit überraschenden Wendungen zu punkten. Ich habe jedenfalls keine Minute Langeweile verspürt.

Mit dem Einblick in die menschliche Psyche ist der Autor nach 20 Jahren Tätigkeit in der Psychiatrie bestens vertraut und das merkt man seinen Beschreibungen auch an. Es ist immer wieder faszinierend, zu welchen Auswüchsen der menschliche Verstand in der Lage ist, und genau deshalb finde ich Psychothriller so herausfordernd und interessant.

Wulf Dorn hat mit dieser Fortsetzung alles richtig gemacht und wird garantiert die meisten Fans von Psychothrillern mitnehmen, wobei es das Lesevergnügen steigert, wenn man zuerst Band 1 liest.

Kerstin at Dienstag, Juni 28th, 2022 | Filed under: Dorn, Wulf,Thriller/Krimi | RSS 2.0 | TB | Comments off

 

Autor:

Makus Thiele
Verlag: Benevento
ISBN-13: ‎978-3710901317
Gebundene Ausgabe 390 Seiten
Persönliche
Wertung:
,5

 

Hat man ein Recht auf selbstbestimmtes Sterben?

Inhalt:

Maria Linz leidet an Alzheimerdemenz im Endstadium. Bereits Jahre zuvor hat sie sich für ein selbstbestimmtes Sterben ausgesprochen und dies auch schriftlich festgehalten. Sollte der Zeitpunkt gekommen sein, soll ihr Neffe, Dr. Max Keller, ihr die entsprechende Unterstützung dabei zukommen lassen. Obwohl er als Arzt dem Schutz des Lebens verpflichtet ist, kommt Max dem sehnlichsten Wunsch seiner Tante nach und erlöst sie von einem würdelosen Leben. Das bringt ihn jedoch in den Fokus der Polizei und er wird schlussendlich sogar wegen Mordes angeklagt. Er hofft auf die Hilfe seines Jugendfreundes Jonas, der inzwischen als Staatsanwalt agiert. Doch kann es dieser mit seinem Gewissen vereinbaren und wird er damit seine eigene Karriere aufs Spiel setzen?

Meine Meinung:

In seinem dritten Roman befasst sich Markus Thiele mit einem Thema, was mich persönlich sehr stark berührt. Meine Mama befindet sich mittlerweile mit derselben Krankheit im Pflegeheim und es vergeht kaum ein Tag, an dem sie nicht den Wunsch zu gehen äußert. Der richtige Zeitpunkt, diesen Wunsch schriftlich niederzulegen, wurde verpasst und so können wir nur hilflos das Voranschreiten der Krankheit begleiten und was sie aus ihr macht.

Mir hat der Roman sehr gut gefallen, der eine fiktive Geschichte beschreibt, die so jedoch tagaus, tagein stattfinden könnte und wohl auch wird. Gerichtliche Entscheidungen zum Thema wurden bereits gefallen, das Gesetz steht hier vor einem Umbruch.

Es werden mehrere Sichtweisen beleuchtet, durch Nebenfiguren Input gegeben, auch die Kirche kommt ausführlich zu Wort. Fakt ist, dass die Gesetzeslage zwar eindeutig ist, aber trotzdem eine Menge Auslegungsspielraum bietet. Warum in einem Fall so, im anderen anders entscheiden? Wie selbstbestimmt darf der Mensch sein, wenn es um seinen Tod geht? Auf jeden Fall eine juristische Grauzone und ein Thema, das wahrlich zum Nachdenken anregt.

In Rückblenden wird die Vergangenheit von Max und Jonas und auch deren Umfeld beleuchtet. An manchen Stellen für meinen Geschmack ein wenig zu ausführlich, was die Spannung in der Mitte des Buches etwas abflachen lässt. Dennoch ergibt schlussendlich alles einen Sinn und verdeutlicht so manche Verhaltensweise.

Vor allem den Gerichtsprozess zum Ende hin fand ich extrem spannend und die Herangehensweise von Jonas. Einfach nur clever und ich gehe mit seiner Meinung völlig d‘accord. Aber lest selbst, es lohnt sich. Bleibt zu hoffen, dass durch die Politik in den kommenden Jahren Bewegung in die Rechtsprechung zu diesem Thema kommt. Denn schließlich steht schon im Grundgesetz: Die Würde des Menschen ist unantastbar. Also sollte das auch für ein würdevolles Sterben gelten.

Kerstin at Mittwoch, Juni 1st, 2022 | Filed under: Literatur allg.,Thiele, Markus,Thriller/Krimi | RSS 2.0 | TB | Comments off

 

Autor:

Wulf Dorn
Verlag: Heyne
ISBN-13: 978-3453434028
Taschenbuch: 429 Seiten
Persönliche
Wertung:
,5

 

 

Ein Trigger genügt – und dein Leben steht auf dem Kopf

Zum Inhalt:

Die Psychiaterin Ellen Roth übernimmt eine Patientin ihres Lebensgefährten, der Urlaub in Australien macht. Die Frau wurde schwer misshandelt und ist traumatisiert – und plötzlich spurlos verschwunden. Der Schwarze Mann, vor dem sie höllische Angst hatte, nimmt nun auch Ellen ins Visier. Eine mörderische Jagd voller Angst, Gewalt und Paranoia beginnt. Und Ellen bleibt nicht viel Zeit …

Meine Meinung:

Als kürzlich der zweite Teil der „Trigger“-Reihe von Wulf Dorn erschien, nahm ich das zum Anlass, auch endlich mal Band 1 zu lesen, der bereits über 10 Jahre in meinem Regal schlummerte. Obwohl ich auch weitere Bücher des Autors besitze und ihn auf einer Lesung auf der Leipziger Buchmesse schon mal persönlich treffen konnte, war mir dies bisher nicht gelungen. Die guten Bewertungen und äußerst positiven Empfehlungen namhafter Kollegen gaben mir ein gutes Gefühl.

Das Thema wurde vom Autor gut umgesetzt und auch seinen Schreibstil fand ich recht angenehm zu lesen. Allerdings wurde meinen hohen Erwartungen dann doch nicht ganz entsprochen. Es gab durchaus spannende Szenen und Gänsehautmomente, aber wirklich durchgängig konnte die Spannung nicht aufrechterhalten werden. Es dauert einige Zeit, ehe der Thriller wirklich in Gang kommt und je näher man der Lösung kommt, die sich dann doch recht zeitig vor Ende abzeichnet, umso unglaubwürdiger erschienen mir einige Szenen. Ich bin nicht ganz sicher, ob sich wirklich alles logisch erklären lässt, dafür müsste man wohl das Buch noch mal ganz intensiv lesen. Bei mir blieben auf jeden Fall einige Fragen ungeklärt.

Geschickt legt der Autor ein paar Spuren, sodass es an Verdächtigen nicht mangelt, aber der geübte Thriller-Leser sollte sich so leicht nicht hinters Licht führen lassen. Zumindest war bei mir der Überraschungseffekt am Ende lange nicht so groß, wie es oft bei Sebastian Fitzek der Fall ist. Ich bin nun kein Experte, was psychische Krankheiten betrifft, aber finde das entworfene Szenario schon recht außergewöhnlich.

Insgesamt ist Dorns Erstlingswerk ein solider Psychothriller, aber ich hoffe wirklich, dass er sich in den nachfolgenden Büchern bzw. dem zweiten Teil der Reihe noch steigern kann. Ich werde ihm auf jeden Fall eine Chance geben.

Kerstin at Sonntag, April 24th, 2022 | Filed under: Dorn, Wulf,Thriller/Krimi | RSS 2.0 | TB | Comments off

 

Autor:

Frank Kodiak
Verlag: Droemer
ISBN-13: 978-3-426-30764-9
Taschen-
buch:
425 Seiten
Persönliche
Wertung:

 

Bestell dir, wen du willst

Zum Inhalt:

Den Verdacht, dass bei der Hilfsorganisation „Amissa“ etwas im Argen liegt, können die Privatdetektive Rica und Jan Kantzius bisher nicht beweisen. Eine neue Spur lockt Jan nach Grömitz, wo er geheime Informationen bekommen soll. Doch alles geht schief, die Zeugin wird ermordet, Jan entkommt nur knapp und bei seiner Rückkehr ist seine Frau entführt worden. Er kann sie zum Glück finden und sie stoßen bei ihren Ermittlungen auf „Missing Order“, wo man sich offenbar für genug Geld alles bestellen kann. Auch einen Menschen, um seine wildesten Fantasien auszuleben …

Meine Meinung:

Dieser zweite Band der Amissa-Trilogie hat mich restlos überzeugt. Was für ein Pageturner. Selten habe ich Seite für Seite solche Spannung erlebt. Hier geht es wirklich Schlag auf Schlag und es kommt keine Minute Langeweile auf. Durch zeitlichen Versatz gibt es sogar immer wieder überraschende Plot-Twists.

Es ist nicht unbedingt nötig, Band 1 gelesen zu haben, da einiges davon erklärt wird, aber ich war froh, Jan und Rica bereits zu kennen und konnte mich so leichter in ihre Denkweise hineinversetzen. Bei dem, was sie durchmachen müssen, kann ich auch ihre Handlungen gut nachvollziehen.

Das Buch schont den Leser nicht mit erschreckenden Szenarien, schwächere Gemüter sind hier wohl fehl am Platz. Die Brutalität und Perfidität der menschlichen Gier scheint keine Grenzen zu kennen. Man hat kein Herz, wenn man hier nicht extrem mit den Opfern mitleidet.

Der Roman endet mit einem enormen Cliffhanger, der das Warten auf Band 3 schwer erträglich macht. Ich hoffe, es wird wieder im November so weit sein. Auf jeden Fall kann ich das Buch jedem empfehlen, der atemlose Spannung bei einem Thriller sucht.

Kerstin at Sonntag, April 3rd, 2022 | Filed under: Kodiak, Frank,Thriller/Krimi,Winkelmann, Andreas | RSS 2.0 | TB | Comments off

 

Autor:

Mark Benecke
Verlag: Benevento
ISBN-13: 978-3710901409
Gebundene Ausgabe 239 Seiten
Persönliche
Wertung:

 

 

Wahrheit oder Verschwörungsglaube?

Inhalt:

Ein rätselhaftes Verbrechen hält Bevölkerung wie Polizei in Atem. Zwei junge Frauen werden völlig blutentleert und zur Schau gestellt aufgefunden. Aus den Schneewittchen-Morden werden Vampir-Morde und ein Täter aus der dunklen Szene ist schnell gefunden. Doch hat er überhaupt das nötige Know-how? Der hinzugezogene Ermittler Bastian Becker ist sich da nicht so sicher, stößt aber bei den ermittelnden Beamten, die froh sind, etwas vorweisen zu können, auf Granit. Derweil entwickeln Verschwörungstheorien im Netz ihre ganz eigene Dynamik.

Meine Meinung:

Ich bin tatsächlich ein Fan von Mark Benecke, dessen großes Wissen ich bewundere, und war daher auf seinen ersten Krimi sehr gespannt.

Leider bietet er nicht wirklich viel Neues. Etwas ungewöhnliche Morde, auf die allerdings kaum detailliert eingegangen wird, den allseits bekannten Ermittler, genial, aber mit psychischem Knacks. Wirklich neu ist, dass der Autor die Querdenker-Szene – vermutlich aus aktuellem Anlass und/oder persönlichen Erfahrungen – ins Geschehen mit einflicht. Letzten Endes liefert diese auch den entscheidenden Hinweis.

Um einen wirklich interessanten Fall aufzubauen, der sich auch mit der Intention des Täters näher beschäftigt, ist das Buch schlicht zu dünn. Es liest sich recht gut weg, keine Frage, aber die Handlung plätschert ziemlich blutarm vor sich hin und erst ganz zum Ende kommt ein wenig Spannung auf. Überraschende Wendungen sucht man leider vergeblich und die Lust am Miträtseln wird auch kaum befriedigt.

Alles in allem keine schlechte Krimikost, aber hier ist definitiv noch Luft nach oben. Ich bin da aber hoffnungsfroh, denn sowohl Autor als auch Figuren haben entsprechendes Potential.

Kerstin at Dienstag, Februar 22nd, 2022 | Filed under: Benecke, Mark,Thriller/Krimi | RSS 2.0 | TB | Comments off

 

Autor:

Hillary Rodham Clinton
Louise Penny
Verlag: HarperCollins
ISBN-13: 978-3749903184
Gebundene Ausgabe 560 Seiten
Persönliche
Wertung:

 

Politthriller mit gehöriger Spannung, aber leicht unrealistisch

Zum Inhalt:

In Europas Großstädten ereignen sich drei Terroranschläge auf Busse. Das nächste Ziel scheint in Amerika zu liegen, von Atombomben ist die Rede. Die gerade erst im Amt vereidigte Außenministerin Ellen Adams versucht alles in ihrer Macht Stehende, dies zu verhindern, wobei nicht hilfreich ist, dass der aktuelle Präsident ihr eher feindlich gesinnt ist. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt, der Ellen rund um den Globus führt und in so manche gefährliche Situation bringt.

Meine Meinung:

Natürlich war es auch der Name Clinton, der mich verleitet hat, dieses Buch zur Hand zu nehmen, sollte man doch meinen, durch ihre Person einiges an Insiderwissen der amerikanischen Politik mitzunehmen. Das ist in wenigen Teilen auch gelungen, aber im Großen möchte man doch lieber hoffen, dass hier die Fiktion die größere Rolle spielt und es nicht wirklich so abläuft.

Was man dem Buch zugutehalten muss, es ist von der ersten bis zur letzten Seite spannend. Kein langes Palavern, unermüdlicher Einsatz der taffen Außenministerin, die eine Art Superwoman gibt, während der amtierende Präsident nur in seinem Oval Office zu sitzen scheint, um auf ihre Antworten zu warten. Es gibt überraschende Wendungen und einen wirklich atemberaubenden Showdown bis zur letzten Sekunde.

Die Charaktere aller bleiben abseits ihrer beruflichen Leistungen recht blass. Die Seitenhiebe auf den ehemaligen Präsidenten Trump, aber auch auf aktuelle Machthaber sind unmöglich zu überlesen, recht plakativ und bilden wohl eine kleine Abrechnung der gescheiterten Politikerin. Nichtsdestotrotz haben sie mich das eine oder andere Mal schmunzeln lassen.

Wie die Außenministerin mit den verschiedensten Machthabern umspringt, schließlich haben alle sofort für sie Zeit zu haben, wenn sie irgendwo landet, den russischen Präsidenten sogar ziemlich plump erpresst, kann ich mir in der Realität nicht wirklich vorstellen. Aber gut, es ist eine fiktive Geschichte und einige reale Bezüge sind wohl leider dennoch vorhanden.

Mich hat das Buch, reißerisch oder nicht, auf jeden Fall ziemlich gut unterhalten und ich finde die beiden Autorinnen ergänzen sich perfekt, sodass ich eine Fortsetzung zu lesen durchaus in Erwägung ziehen würde.

Kerstin at Sonntag, Februar 13th, 2022 | Filed under: Clinton Rodham, Hillary,Penny, Luise,Thriller/Krimi | RSS 2.0 | TB | Comments off

 

Autor:

Frank Kodiak
Verlag: Droemer
ASIN: B086SL7M5K
E-Book: 400 Seiten
Persönliche
Wertung:

 

 

Vermisste Teenager in Gefahr

Zum Inhalt:

Die Privatdetektive Rica und Jan Kantzius arbeiten unter anderem für die Hilfsorganisation „Amissa“, die es sich zum Ziel gemacht hat, weltweit nach vermissten Personen zu suchen. Durch Zufall werden sie Zeugen, wie ein junges Mädchen auf die Autobahn läuft und tödlich verletzt wird. Ein Zettel und ein letztes geflüstertes Wort an Jan geben Rätsel auf. Sie beginnen zu ermitteln und stoßen auf die Spur mehrerer vermisster Teenager, die kurz nach einem Umzug spurlos verschwanden. Abgründige Machenschaften tun sich auf und bei Amissa scheint mehr im Argen zu liegen als gedacht.

Meine Meinung:

Dieser Roman von Andreas Winkelmann ist mein erster unter seinem Pseudonym Frank Kodiak. Ich fand es eine nette Abwechslung, dass hier mehr oder weniger eigenständig agierende Ermittler die Hauptfiguren darstellen und nicht irgendwelche Polizisten mit einem seelischen Knacks. Was nicht heißt, dass nicht auch Jan und Rica ihr Päckchen zu tragen haben.

Jan war früher selbst Polizist, nimmt aber zwischenzeitlich das Gesetz lieber in die eigenen Hände und geht dabei nicht eben zimperlich vor. Sein Ruhepol ist die Frau an seiner Seite, die so gar nicht zu ihm zu passen scheint, aber einen beruhigenden Einfluss auf ihn hat. Sie arbeitet für Amissa, ist geniale Hackerin und hat die Erfahrung der Zwangsprostitution am eigenen Leib erfahren müssen.

Das Schicksal der Mädchen ist nicht eben neu, die Drahtzieher sind es ebenso wenig. Dass es verschiedene Opfer und Täter sind und die Geschehnisse zeitversetzt erzählt werden, erfordert erhöhte Aufmerksamkeit vom Leser. Die Schilderungen sind teilweise recht brutal, was auch nicht jedermanns Sache sein dürfte. Der Schreibstil ist angenehm flüssig zu lesen und die Spannung wird quasi ununterbrochen aufrechterhalten.

Der Roman hat mich definitiv gut unterhalten und neugierig, nicht zuletzt aufgrund des Cliffhangers, auf die Fortsetzung gemacht, die ich bald anschließen werde.

Kerstin at Sonntag, Februar 6th, 2022 | Filed under: Kodiak, Frank,Thriller/Krimi,Winkelmann, Andreas | RSS 2.0 | TB | Comments off
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