Kerstins Bücherreich

„Der Bücherwurm liest sogar die Bücher, die er rezensiert.“ Gabriel Laub (1928-98)

 

Autor:

Janet Clark
Verlag: cbj
ISBN-10: 3570173666
Gebundene Ausgabe 391 Seiten
Persönliche
Wertung:

 

 

Indianerlegenden und erste Liebe – Auftakt gelungen

Zum Inhalt:

Die großen Ferien stehen vor der Tür, worauf sich die 16-jährige Josie aber nicht wirklich freuen kann, denn das bedeutet für sie nur wieder viel Arbeit auf der familieneigenen Pferde-Ranch. Doch dann begegnet sie Ray, dessen grüne Augen ihr fortan nicht mehr aus dem Kopf gehen. Als er auch noch als Hilfsarbeiter auf der Ranch anheuert, spielen ihre Gefühle völlig verrückt. Doch bald schon geschehen auf der Ranch und auch in Angels Keep, wo ihre Freunde leben, mysteriöse Ereignisse, wofür es scheinbar keine Erklärung gibt. Nie hätte Josie geahnt, was für ein aufregender Sommer vor ihr liegt …

Meine Meinung:

„Ewig dein“ ist mein erstes Jugendbuch von Janet Clark und der Auftakt einer spannenden Dilogie mit Mystery-Elementen. Dass es mit der Geschichte weitergeht, empfinde ich auch als unbedingt notwendig, denn zu viele Fragen bleiben am Ende offen.

Ich-Erzählerin Josie berichtet rückblickend über die Ereignisse des Sommers und spricht dabei den Leser öfter mal direkt an. Das ist anfangs etwas eigenartig, aber man gewöhnt sich schnell daran. Josie ist ein nettes Mädchen, das sich viel für die Familie und ihre Freunde einsetzt. Sie war mir direkt sympathisch. Der geheimnisvolle Ray hat natürlich ebenfalls seine Stärken. Auch wenn seine Gefühlslage nicht ganz so präsent ist, taugt er dennoch als Liebesromanheld. Die Nebenfiguren wie Freunde, Bruder sowie Vater von Josie sind gut charakterisiert und entwickeln sich während der Geschichte weiter.

Als altes Pferdemädchen hat mich natürlich auch das Setting – der Roman spielt die meiste Zeit auf der Pferderanch – begeistert. Wer jetzt aber eine seichte Liebesgeschichte mit Pferden erwartet, liegt falsch. Durch die Einbeziehung der im angrenzenden Reservat lebenden Yowama (ein Indianerstamm, auch Greenies genannt) bringt die Autorin jede Menge Geheimnisvolles, sprich Mythen und Legenden ins Spiel, was dem Roman eine große Spannung und Sogwirkung verleiht. Dazu trägt auch der flüssige und sehr angenehm zu lesende Schreibstil bei.

Das Einzige, was mich ein wenig gestört hat, ist der Beginn der Liebesgeschichte. Gerade zu Anfang haben Josie und Ray nicht wirklich viel miteinander zu tun und bumm sind die großen, unsterblichen Gefühle da. Woher diese kommen, bleibt im Dunkeln. Da es eines der Hauptthemen ist, gibt es hierfür leider einen Punkt Abzug.

Auf Josies Dilemma näher einzugehen, würde zu viel verraten, nur so viel, sie hat wirklich keine leichte Entscheidung zu treffen. Was den Thrill-Teil anbelangt, so legt die Autorin verschiedene Spuren und bietet auch überraschende Wendungen. Dennoch bleibt, wie schon gesagt, so einiges offen und ich bin wirklich sehr gespannt, worauf das Ganze noch hinauslaufen und wie die Zukunft von Josie und Ray aussehen wird. Daher hoffe ich auch, dass Band 2 nicht zu lange auf sich warten lässt.

Ich danke dem cbj-Verlag für die Bereitstellung eines Leseexemplares.

Kerstin hat am Montag, Mai 15th, 2017 | Geschrieben unter: Abenteuer,All Age/Jugend,Clark, Janet,Fantasy/Paranormal,Thriller/Krimi | RSS 2.0 | TB | Keine Kommentare

 

Autor:

Sandra Henke
Verlag: Selfpublishing
ISBN: 154549519X
Taschenbuch: 216 Seiten
Persönliche
Wertung:

 

 

Herzchenkonfetti trifft es perfekt

Inhalt:

Trotz eines schlimmen Schicksalsschlages hat Lilly den Mut und die Freude am Leben nicht ganz verloren. Geholfen haben ihr dabei die Romane ihrer Lieblingsschriftstellerin. Als ihre Schwester sich zufällig verplappert und ihr verrät, dass hinter dem Pseudonym der Autorin ein Mann steckt, der auch noch ganz in der Nähe wohnt, hat Lilly nur noch ein Ziel. Sie muss Benjamin Moon finden. Denn wenn jemand ihr Herz so sehr berühren kann, muss er auch ein großartiger Mensch sein. Doch statt des Autors trifft sie nur auf den mürrischen Gärtner Jack, der kein gutes Haar an Benjamin lässt. Dennoch fühlt sie sich von ihm angezogen und geht einen Deal mit ihm ein. Verliert sie dabei ihr Herz und kann sie darüber den Schriftsteller vergessen?

Meine Meinung:

Welcher leidenschaftliche Leser hat noch nicht davon geträumt, einmal dem Autor der Zeilen zu begegnen, die ihn immer aufs Neue berühren und in andere Welten entführen? Mir zumindest geht es so und daher kann ich mich in Lilly auch unheimlich gut hineinversetzen. Nicht unbedingt durch ihr knallbuntes Wesen, was sie besonders macht. Aber ihre Herzenswärme, ihr Mut und der positive Blick in die Zukunft haben mich stark berührt.

Mit „Herzchenkonfetti“ startet die seit Jahren erfolgreich etablierte Autorin Sandra Henke im Selfpublishing eine Reihe von Wohlfühlgeschichten, die den Leser seinen Alltag vergessen lassen sollen. Dabei gibt es weder eine „Rote Ohren-Garantie“ noch atemlose Thriller-Spannung. Vielmehr geht es um die ganz großen Gefühle, wundervoll romantische Plätze und ein zum Seufzen schönes Happy End. Gewürzt ist das Ganze aber dennoch mit jeder Menge Drama, Missverständnissen und Zweifeln, bei denen das Lesen zu einer Achterbahnfahrt wird.

Meist aus der Sicht von Lilly erzählt, erhält man aber auch Einblick in das gar nicht so berauschende Leben von Benjamin Moon. Jack wirkt anfangs unnahbar, schleicht sich aber mit jeder Seite mehr ins Herz von Lilly und natürlich auch den Lesern. Die beiden sind so bezaubernde Protagonisten, dass man sie eigentlich gern noch viel länger hätte begleiten wollen.

Bei mir hat die Autorin auf jeden Fall ihr Ziel erreicht. Ich wurde regelrecht in das Buch gezogen, konnte alles um mich herum vergessen und am Ende recht schwer wieder loslassen. Genau so muss eine Liebesgeschichte sein. Absolute Empfehlung für alle Leseratten und Romantiker, die den Glauben an die große Liebe noch nicht verloren haben.

Kerstin hat am Sonntag, Mai 7th, 2017 | Geschrieben unter: Frauen,Henke, Sandra,Liebesroman | RSS 2.0 | TB | Keine Kommentare

 

Autor:

Alex Winter
Verlag: bookshouse
ASIN: B06XDBYG1H
E-Book: 436 Seiten
Persönliche
Wertung:
,5
Serienzuge-hörigkeit: 7. Fall für Detective Daryl Simmons

 

Daryl Simmons – back im Outback

Inhalt:

Farmertochter Sally Storer ist kopflos vor den Problemen auf ihrer Heimatfarm geflohen – sie wird für das spurlose Verschwinden ihres Ehemannes Jesse verantwortlich gemacht – und hat sogar Suizidgedanken. Am Ufer des Warburton River findet sie einen schwer verletzten Mann, der ohne ihre sofortige Hilfe wohl kaum überlebt hätte. Es stellt sich heraus, dass der Mann unter einer totalen Amnesie leidet, was seine Herkunft und Vergangenheit betrifft. John Rivers, wie Sally ihn nennt, überredet sie, auf die Farm zurückzukehren und sich den Problemen zu stellen. Inzwischen ist auch noch ihr Vater verschwunden, dessen Leiche bald darauf gefunden wird. In John erwacht das Ermittlergen, doch schnell wird er selbst verdächtigt und gerät zwischen die Fronten von Sallys und Jesses Familie sowie den dort ansässigen Paakantyi-Aborigines, die ihre eigenen Gründe für Geheimnisse haben.

Meine Meinung:

Welch wunderbare Neuigkeit – war mein erster Gedanke, als ich las, dass es einen 7. Band der Daryl Simmons-Reihe geben wird, war das doch am Ende von Band 6 nicht unbedingt zu erwarten. Zwar könnte man das Buch auch unabhängig der Vorgänger-Bände lesen, aber zumindest Teil 6 zu kennen, wäre schon sinnvoll. Denn Daryl Simmons erlangt im Verlaufe dieses Bandes sein Gedächtnis nicht zurück und Neuleser erfahren daher nur das, woran sich John Rivers erinnert. Generell ist jedoch die ganze Serie so lesenswert, dass man ruhig von vorn beginnen sollte.

Der Detective ist diesmal aufgrund seiner Amnesie natürlich nicht gezielt zur Lösung eines kniffligen Falles ausgesandt, landet aber genau in einem solchen, indem er Sally zu ihrer Farm begleitet. Hier tun sich mal wieder eine Reihe von Verdächtigen auf, die es gilt, genau unter die Lupe zu nehmen. Das tut John (Daryl) in gewohnter Klasse und kommt schon bald dem tatsächlichen Täter sowie seinen Beweggründen auf die Spur. Der angenehme Erzählstil des Autors fesselt wie immer und durch geschickte Wendungen bleibt es auch durchgehend spannend.

Einmal mehr lässt es sich Alex Winter nicht nehmen, seine durch zahlreiche Australien-Aufenthalte erlangten Kenntnisse über Flora und Fauna dem Leser näherzubringen. So gern ich das mag, in diesem Buch ist es mir streckenweise ein bisschen zu detailverliebt gewesen, dass wirklich jede Pflanze den passenden australischen Kontext bekommt und nicht auch einfach mal ein Baum ein Baum sein konnte. Auch die unzähligen Wasserlöcher und wichtigen Stationen auf den Farmen waren in ihrer Vielfältigkeit teilweise etwas verwirrend. Sehr schön integriert dagegen war mit den Paakantyi ein weiterer Aborigine-Stamm, der mit interessanten Nebenfiguren aufwartet und die Besonderheiten der Eingeborenen einmal mehr aufs Tapet bringt.

So fühlte ich mich auch mit Daryl Simmons‘ 7. Fall sehr gut unterhalten und freute mich, dass sogar ein klein wenig Romantik aufkam. Da Daryl bereits vor seinem Gedächtnisverlust sein Herz ein klein wenig verschenkt hatte, bin ich gespannt, wie der Autor dies im Folgeband lösen wird, denn zumindest einen mit dem Schauplatz Tasmanien wird es noch geben.

Ich danke dem Autor bzw. dem bookshouse Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares.

Kerstin hat am Mittwoch, Mai 3rd, 2017 | Geschrieben unter: Thriller/Krimi,Winter, Alex | RSS 2.0 | TB | Keine Kommentare

 

Autor:

Anna Pfeffer
Verlag: cbj Verlag
ISBN-10: 3570174069
Gebundene Ausgabe 250 Seiten
Persönliche
Wertung:
,5

 

Zauberhafter Mädchenroman, erste Liebe inbegriffen

Zum Inhalt:

Flo leidet unter der von ihr so bezeichneten Flolitis, einer Art Black-out, der sie immer überkommt, wenn sie vor der Klasse sprechen soll bzw. eine schlagfertige Antwort auf einen fiesen Kommentar gefragt ist. Zum Glück sind da ihre Freundinnen Anouk und Julia. Als sie aber erfährt, dass Anouk Ben geküsst haben soll, für den sie schon seit Jahren heimlich schwärmt, wird die Freundschaft auf eine harte Probe gestellt. Flo schreibt sich ihren Frust auf einer Kummerkastenseite von der Seele. Unbeabsichtigt landet die entsprechende Mail im Netz, wird alsbald in der Schule verbreitet und ein Shitstorm bricht erst über Anouk, in deren Namen die Nachricht verfasst war, und schließlich über Flo selbst herein. Das einzig Positive daran – Ben schenkt ihr plötzlich Aufmerksamkeit und will sie sogar im Team der Schülerzeitung.

Meine Meinung:

Das zweite Jugendbuch von Anna Pfeffer, zwei Autorinnen, die auch unter Rose Snow sehr schöne Liebes- und Fantasyromane schreiben, war für mich ebenso ein Muss wie ihre erste Veröffentlichung im Genre – „Für dich soll’s tausend Tode regnen“. Die Zielgruppe sind hier eindeutig weibliche Teenager ab ca. 12 Jahre. So dreht sich im Roman auch hauptsächlich alles um den Schulalltag, die Sorgen und Nöte der jungen Mädchen, Freundschaften und natürlich die erste Liebe.

Auch wenn ich schon ein wenig älter bin, habe ich mich sofort in der Zeit zurückkatapultiert gefühlt. Eine Zeit, in der der große Schwarm zwischen Popstar und Klassenkameraden, Nachbarjungs oder Typen aus der Oberstufe beinahe wöchentlich wechselt. Wenn das Herz wild pocht, weil ER ihr einen Blick schenkt. Den Autorinnen gelingt es wunderbar, sich in die schüchterne Flo hineinzudenken, der im entscheidenden Augenblick stets die Worte fehlen. Besonders die in Klammern gehaltenen gedanklichen Kommentare sind oft zum Brüllen komisch.

Es werden aber auch ernste Themen angesprochen wie Umweltschutz und vor allem Cybermobbing, wobei Letzteres sogar noch ein weniger heftiger kritisiert hätte werden können. Denn was die Betroffenen hier teilweise erleben, könnte bei weniger standfesten Personen viel schlimmere Auswirkungen haben.

Alles in allem ist das Buch aber ein Plädoyer an die Freundschaft, um die es sich immer zu kämpfen lohnt. Man begleitet die Mädchen auf ihrem Weg zum Erwachsenwerden und verzeiht alle Fehler, die sie dabei begehen. Das Ende ist hochromantisch und verleitete selbst mich als Ü40-Leserin zu einem Seufzer. Für Teenager eine unbedingte Leseempfehlung.

Ich danke dem cbj-Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares.

Kerstin hat am Donnerstag, April 13th, 2017 | Geschrieben unter: All Age/Jugend,Pfeffer, Anna | RSS 2.0 | TB | Keine Kommentare

 

Autor:

Kate Lynn Mason
Verlag: feelings
ASIN: B01MFBWSV7
E-Book: 308 Seiten
Persönliche
Wertung:

 

 

Rückkehr nach Connemara

Zum Inhalt:

Vor drei Jahren floh Ashley Brennan Hals über Kopf aus ihrer Heimat Connemara und begann in Dublin ein Studium. Ihr damaliger Freund und große Liebe Logan Savage hatte sie zutiefst enttäuscht und auch eine Entzweiung mit ihrem Vater verursacht. Dieser braucht nach einer schweren Krankheit nun Schonung und so bittet Ashleys Zwillingsschwester Skye sie, nach Hause zu kommen, um im familieneigenen B&B mitzuhelfen. Mit unguten Gefühlen kehrt sie heim und steht direkt dem Mann gegenüber, den sie nie mehr wiedersehen wollte. Logan Savage. Und es kommt noch schlimmer. Er ist jetzt der Mann an Skyes Seite. Wie soll sie damit umgehen, wenn ihr Herz in seiner Gegenwart auch nach drei Jahren noch immer verrücktspielt?

Meine Meinung:

Die für ihre stets bezaubernden Settings bekannte Autorin Kate Sunday entführt den Leser dieses Mal mit einer New Adult Romance und unter dem Pseudonym Kate Lynn Mason ins wunderschöne Irland, speziell in den Westen der Insel nach Connemara in der Grafschaft Galway. Bereits das Cover bietet dafür den passenden Anreiz. Und es gelingt der Autorin auch ein weiteres Mal, den Schauplatz absolut lebendig zu gestalten. Die windumtosten Küsten, grünen Landschaften, Schafe, die die kleinen Straßen kreuzen sowie heimelige Cottages entstehen äußerst bildhaft vor den Augen der Leser.

Die Geschichte wird aus Sicht von Ashley erzählt und wechselt ab und an in die Vergangenheit vor drei Jahren, um so Stück für Stück zu enthüllen, was damals Schlimmes passiert ist. Diese Wechsel halten die Spannung recht lang aufrecht. Der Bezug nur auf Ashley hatte sowohl Vor- als auch Nachteile. Einerseits kann man ihre Gefühlswelt dadurch natürlich unheimlich gut nachvollziehen, obwohl ihre Gedanken dermaßen um Logan kreisen, dass es nach einer Weile und vielen ähnlichen Begegnungen auch ein wenig nervt. Ich hätte mir gewünscht, auch mal etwas aus Sicht von Logan zu lesen. Der Bad Boy wird zwar heiß beschrieben, aber so richtig nah bin ich ihm nicht gekommen.

Insgesamt blieb das Ganze auch recht vorhersehbar, ein paar mehr Konflikte bzw. überraschende Wendungen hätten mir gefallen. Auch löste sich das doch recht komplizierte Beziehungskonstrukt für meinen Geschmack ein wenig zu einfach und auch schnell auf. Das soll es aber auch an Kritik gewesen sein.

Der wirklich sehr einnehmende Schreibstil der Autorin, der Emotionen unheimlich gut übermitteln kann, reißt sehr viel wieder raus. Man spürt das Prickeln zwischen den Protagonisten auf jeder Seite und es liegt stets Sex in der Luft, obwohl das Buch fast ohne sexuelle Handlungen auskommt.

Die Nebenfiguren, wenn auch aufgrund der Kürze des Romans nicht ganz so detailliert ausgearbeitet, sind sehr interessant und vielversprechend. Hier bietet sich doch einiges Potenzial für Folgegeschichten, denn ich würde gern lesen, wie auch Skye oder Ashs Freundin Tara ihr Glück finden. Und Maire als gute Seele des Hauses ist sowieso eine besondere Perle. Ich mochte auch die irischen Einschübe von ihrer Seite sehr gern.

Insgesamt war dieser „Heartbreaker“ eine sehr schön zu lesende Liebesgeschichte für zwischendurch, die mit einem zauberhaften Setting und erfrischenden Charakteren aufwarten kann.

Ich danke Droemer Knaur bzw. feelings herzlich für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares.

Kerstin hat am Sonntag, April 9th, 2017 | Geschrieben unter: All Age/Jugend,Frauen,Liebesroman,Mason, Kate Lynn | RSS 2.0 | TB | Keine Kommentare

 

Autor:

Sam Pivnik
Verlag: Theiss Verlag
ISBN-10: 3806234787
Gebundene Ausgabe 280 Seiten
Persönliche
Wertung:
,5

 

Ein Teenager überlebt die Schrecken des Holocaust

Inhalt:

Sam Pivnik ist einer der letzten Zeitzeugen der schrecklichen Verbrechen des Naziregimes. Bei Beginn des Krieges ist er gerade dreizehn, mit siebzehn landet er im KZ Auschwitz, wo er miterleben muss, wie seine gesamte Familie durch Selektion von Dr. Mengele persönlich den Weg in die Vernichtung findet. Oft ist es Glück, was ihn Unmenschliches überleben lässt, wie ein Arbeitslager, den Todesmarsch kurz vor Kriegsende sowie die Bombardierung der „Cap Arcona“. Doch auch das Leben danach wird keineswegs einfacher, die Schrecken des Krieges bleiben stets ein Teil von ihm. Mit fast neunzig Jahren ist er in der Lage, sein Schweigen zu brechen.

Meine Meinung:

Wenn man sich für ein Buch über den Holocaust entscheidet, ist von vornherein klar, dass es keine leichte Lektüre wird. Ich habe schon einiges zum Thema gelesen, aber so hautnah wie in Sam Pivniks Geschichte konnte ich die Schrecken dieser Zeit noch nie nachempfinden. Denn Sam nimmt wahrlich kein Blatt vor den Mund, beschreibt vor allem die Vorgänge in Auschwitz mit einer Nüchternheit, die das Grauen umso deutlicher macht. Oft musste ich hier beim Lesen Pausen einlegen, denn es wird für mich schlicht nie nachvollziehbar sein, was Menschen einander antun können. Man hat natürlich schon über das Gas, über steten Hunger oder willkürliche Erschießungen gelesen, aber bis in alle Einzelheiten dargelegt zu bekommen, wie so ein Tag im Lager wirklich ablief, erschüttert doch bis in die Grundfesten.

Dass es Sam Pivnik immer wieder geschafft hat, sich in der Reihe derjenigen wiederzufinden, die zum Weiterleben (zumindest vorerst) bestimmt waren, grenzt wirklich fast an ein Wunder. Ich konnte seine Gefühle, die Angst und Verzweiflung, das Abwenden von seinem Gott so gut nachvollziehen. Nicht so wirklich verstand ich seine Intention nach all dem Erlebten direkt nach Kriegsende selbst eine Waffe in die Hand zu nehmen und in den nächsten Krieg zu ziehen. Im Gegensatz dazu verstehe ich seine Wut über die Vertuschungen, die milden Urteile für die Kriegsverbrecher sowie das Unverständnis gegenüber Holocaust-Leugnern nur zu gut.

Sam Pivniks Lebensgeschichte ist außergewöhnlich gut recherchiert und dokumentiert. Die Fotos im Mittelteil verdeutlichen das Grauen sichtbar. Ich finde dieses Buch sehr wichtig, es sollte zur Pflichtlektüre in Schulen werden, weil das Vergessen, was von vielen Seiten propagiert wird, einfach nicht stattfinden darf. Natürlich hat die heutige Generation rein gar nichts mit den damaligen Machthabern zu tun und braucht sich auch keine Schuld einzuräumen. Aber sie sollte wachsam sein, antisemitische Tendenzen bzw. Ausgrenzungen jeder Art rigoros entgegenwirken und begreifen, dass es so etwas wie minderwertiges Leben nicht gibt.

Das Buch ist erschütternd, teilweise schwer verkraftbar, aber ein deutliches Zeugnis, wie der Größenwahn eines Einzelnen auf ein ganzes Volk übergreifen kann. Unbedingt lesen, auch wenn es wehtut.

Ich danke dem Theiss Verlag für die Bereitstellung eines Leseexemplares.

Kerstin hat am Donnerstag, April 6th, 2017 | Geschrieben unter: Biografie,Historisch,Pivnik, Sam | RSS 2.0 | TB | Keine Kommentare

 

Autor:

Martin Krist
Verlag: Edel Elements
ASIN: B01NC12D50
E-Book: 473 Seiten
Persönliche
Wertung:
,5

 

 

Komplexes Krimipuzzle mit Suchtfaktor

Inhalt:

Familienidylle im Grunewald. Dann wird Valentinas Ehemann brutal ermordet. Laut Polizei soll sich der wohlhabende Unternehmer mit den falschen Leuten eingelassen haben. Sind jetzt auch sie und ihre beiden kleinen Kinder in Gefahr? Valentina begibt sich auf eine gefährliche Spurensuche.

David Gross, Ex-Polizist und Problemlöser. Er wird beauftragt, in einem ungeklärten Brandfall sowie bezüglich des Verschwindens eines jungen Wissenschaftlers zu ermitteln. Dabei tritt er schon bald den falschen Leuten auf die Füße. Außerdem beschäftigt ihn zunehmend die Sorge um seine verschwundene Frau und den kranken Sohn. Keine guten Voraussetzungen für einen Ermittlungserfolg.

Meine Meinung:

Eines sind Thriller von Martin Krist ganz sicher nicht – leichte Kost. Einmal mehr lässt der Autor in „Brandstifter“ seinen besonderen Ermittler David Gross von der Leine. Dieser ist eine sehr facettenreiche Figur. Anders als ein Polizist im Dienste des Staates umgeht er schon gern mal das Gesetz und folgt seinen eigenen Plänen und Ansichten. Neben seinen Ermittlungen spielt auch sein Privatleben eine Rolle, das ihn oft ablenkt. Hier bleibt vieles offen, was auf weitere spannende Thriller hoffen lässt.

Wer den Autor bereits kennt, weiß, dass er seine Leser nicht schont. Weder was Brutalität und Realitätsnähe noch die Komplexität seines Stoffes angeht. Es gibt drei Handlungsebenen, die scheinbar nichts miteinander zu tun haben. Jedoch kristallisiert sich nach und nach heraus, dass dem ganz und gar nicht so ist. Alles hängt zusammen, aber erst ganz zum Ende hin lösen sich die losen Fäden und ergeben ein zufriedenstellendes Ganzes. Neben den zahlreichen Figuren, die aus mehreren Handlungsebenen resultieren, stellte eine weitere Schwierigkeit dar, dass diese auch noch auf unterschiedlichen Zeitebenen und nicht synchron ablaufen. Hier ist erhöhte Aufmerksamkeit ein Muss. Gerade durch die kurzen Kapitel, die ich sehr gern mag, und schnellen Wechsel verliert man da leicht mal den Faden bzw. übersieht Details.

Hier befand ich mich mal wieder im Zwiespalt. Einerseits treiben die schnellen Wechsel mit teilweise bösen Cliffhangern das Tempo enorm in die Höhe, sodass man durch das Buch fliegen möchte, andererseits kann man sich genau das nicht leisten, wenn man alles verstehen will. Wie kaum ein anderer Thrillerautor vermag es Martin Krist, den Leser zum Miträtseln zu animieren. Dennoch fehlt es nicht an Überraschungsmomenten. Das Buch endet – auch das ist nicht neu bei Martin Krist – relativ abrupt und es braucht eine Zeit, sich das ganze Geschehen noch mal vor Augen zu führen.

Das E-Book hat ein paar kleine (wahrscheinlich) Formatierungsfehler, sodass Sätze verstellt sind, aber das schränkt das Lesevergnügen nur geringfügig ein. Es werden sehr häufig bereits gesprochene Sätze aus vorherigen Kapiteln in Gedanken wiederholt. Dieses Stilmittel finde ich zwar gut, um die Intensität zu erhöhen, es kam mir dennoch ein paarmal zu oft zum Einsatz.

Das soll es aber auch schon an Kritik gewesen sein. „Brandstifter“ ist für den anspruchsvollen Thrillerleser wieder eine echte Perle und sollte nicht lange im Buchregal verbleiben.

Kerstin hat am Sonntag, März 26th, 2017 | Geschrieben unter: Krist, Martin,Thriller/Krimi | RSS 2.0 | TB | Keine Kommentare

 

Autor:

Ernest Nybørg
Verlag: Verlag Edition AV
ISBN-10: 3868411305
Taschenbuch: 308 Seiten
Persönliche
Wertung:

 

 

Der Chemiker des Todes

Inhalt:

Bei Recherchen zu den Attentaten von London im Jahr 2005 entdeckt die Journalistin Lena Halberg beunruhigende Parallelen zu weiteren Terroranschlägen rund um den Globus. Ist ein gewissenloser Chemiker Urheber verschiedenster Bomben und was hat der israelische Geheimdienst damit zu tun? Einmal Blut geleckt will sie der Sache auf den Grund gehen und entkommt in Israel nur durch einen besonderen Freund einem brutalen Verhör. Zurück in England gerät sie hautnah in die Machenschaften der Profiteure des Terrors. Kann sie einen weiteren Anschlag verhindern?

Meine Meinung:

Endlich ist er da, der letzte Band der Trilogie um die Journalistin Lena Halberg, die wieder ohne Rücksicht auf persönliche Befindlichkeiten alles daran setzt, den Verflechtungen von Politik, Geheimdiensten und Rüstungsindustrie auf die Spur zu kommen. Bereits die ersten beiden Bände haben mich restlos begeistert und ich bin schon ein wenig traurig, vielleicht nichts mehr über Lenas weiteres Wirken lesen zu dürfen. Die Bücher sind in sich abgeschlossen, aber um Lenas persönliche Entwicklung besser nachzuvollziehen würde ich doch die Einhaltung der Reihenfolge empfehlen.

Bereits der Prolog, in dem eine später sehr wichtige Figur hautnah am Anschlag in der Piccadilly-Line Anteil nimmt, jagt dem Leser das kalte Grausen über den Rücken. Der Autor versteht es wirklich, den Terror, der nun seit Jahren immer öfter unser Leben bestimmt, zu verbildlichen.

Trotz aller erlittenen Verluste und Rückschläge kämpft Lena unverzagt für die Wahrheit und gegen schier übermächtige Gegner. Kam sie mir im letzten Band noch ein wenig kalt vor, so darf sie jetzt Emotionen zeigen, was mir sehr gut gefallen hat.

Wie schon gehabt gibt es am Ende des Buches Ausschnitte aus Pressemitteilungen, die verdeutlichen, dass die rein fiktionale Handlung des Buches vielleicht gar nicht so fiktional ist. Die ganzen Verflechtungen von Politik und Geheimdiensten wirken so realitätsnah, dass man sich oft selbst daran erinnern muss, dass man einen Roman und kein Sachbuch liest.

Für politisch interessierte Thrillerleser beweist Ernest Nybørg mit dem Abschluss seiner Trilogie einmal mehr, dass er sich hinter den großen Namen des Genres keineswegs verstecken muss. Klare Empfehlung von mir und ein Name, den man sich merken sollte.

Kerstin hat am Donnerstag, März 23rd, 2017 | Geschrieben unter: Nybørg, Ernest,Thriller/Krimi | RSS 2.0 | TB | Keine Kommentare

 

Autor:

Katy Mendes
Verlag: Selfpublishing
ASIN: B01M1CKV3F
E-Book: 272 Seiten
Persönliche
Wertung:
,5

 

 

Durch das Schicksal verbunden, durch Liebe vereint

 

Inhalt:

Iria ist eine junge Feya (entfernt verwandt mit den Elfen) und durch eine Prophezeiung dazu auserkoren, ihren kleinen Bruder zu seinem Vater, dem Halbgott Ares, zu bringen. Dabei wird sie von Dämonen verfolgt und in eine Falle gelockt. Um der Schändung vor ihrem unweigerlich folgenden Tod zu entgehen, springt sie von einem Fels in den Fluss. Sie und auch das Bündel überleben, werden vom Gestaltwandler Auro gefunden, versteckt und gepflegt.

Obwohl Feyas und Gestaltwandler sich von Natur aus eher aus dem Weg gehen, ist die Anziehungskraft zwischen beiden unleugbar. Sie beschreiten den weiteren gefährlichen Weg gemeinsam, kommen sich näher und müssen am Ende weitreichende Entscheidungen treffen, die ihre Liebe auf eine harte Probe stellen.

Meine Meinung:

„Das Bündel“ ist der Auftakt der Gestaltwandler-Reihe, die bereits im April dieses Jahres mit „Fremde Wurzeln“ seine Fortsetzung findet. Die junge Autorin hat hier eine interessante Fantasywelt entstehen lassen, die neben der realen in Neuseeland existiert. Da tummeln sich Feen, Elfen, Gestaltwandler, aber auch Dämonen und Götter.

Ohne unnötige Längen wird die aufregende Flucht der kupferhaarigen Iria (die Haarfarbe ist unmöglich zu überlesen) erzählt, die alles dafür tut, um ihren kleinen Bruder in Sicherheit zu bringen, der einst über die Geschicke aller Wesen entscheiden soll. Dabei ist sie äußerst mutig und nicht auf den Mund gefallen. Als Gegenpart und bald schon größte Stütze ist Auro natürlich eine männliche Hauptfigur zum Niederknien. Ihre Liebesgeschichte verläuft im richtigen Tempo und wirkt nie übertrieben. Der Schreibstil ist flüssig, eingängig und punktet auch sehr häufig mit feinem Humor.

Einige offene Erzählstränge, wie z. B. das Schicksal von Auros Bruder, schüren die Neugier auf die Folgebände und natürlich will der Leser wissen, wie es mit dem kleinen Jungen an der Seite seines Vaters weitergeht und ob die Liebe zwischen Iria und Auro eine Chance hat.

Wer Fantasy mag, ist daher mit diesem rasanten Auftakt bestens bedient und wird sich sowohl in den kleinen Killian als auch den heißen Gestaltwandler verlieben.

Kerstin hat am Samstag, März 11th, 2017 | Geschrieben unter: Abenteuer,Fantasy/Paranormal,Liebesroman,Mendes, Katy | RSS 2.0 | TB | Keine Kommentare

 

Autor:

Jeff Menapace
Verlag: Heyne Verlag
ISBN-10: 3453677080
Taschenbuch: 432 Seiten
Persönliche
Wertung:
,5

 

 

Wenn die Opfer zurückschlagen

Zum Inhalt:

Die Familie Lambert hat das traumatische Zusammentreffen mit den Fanelli-Brüdern im vergangenen Jahr gerade so überlebt. Was bleibt, sind die seelischen Verletzungen und alle brauchen psychotherapeutische Hilfe. Langsam zurück in der Normalität angekommen, beginnt eine neue Pechsträhne. Anfangs durchaus erklärbar, häufen sich Begebenheiten, die stark an die „Spiele“ der Brüder erinnern. Jedoch ist einer von ihnen tot, der andere sicher verwahrt hinter Gittern. Was die Lamberts nicht ahnen, es gibt neue Mitspieler, und diese sind mindestens genauso skrupellos wie ihre ersten Peiniger …

Meine Meinung:

„Das Spiel – Rache“ ist der zweite Band der Spiel-Trilogie, in der die Familie Lambert von Psychopathen für ihre kranken Spiele auserkoren wurde. Mir hat bereits der erste Teil recht gut gefallen und ich wollte unbedingt wissen, wie es weitergeht. Auch wenn in der Fortsetzung auf alles vorher Geschehene noch mal eingegangen wird, würde ich trotzdem vorschlagen, mit Teil 1 zu beginnen, weil es auch gerade die Handlungen der Lamberts nachvollziehbarer macht.

Ansonsten bietet der zweite Teil psychologische Spannung von der ersten bis zur letzten Seite. Mit Monica Kemp und John Brooks bekommt der überlebende Arty Fanelli Familienzuwachs, wie er ihn sich besser nicht hätte wünschen können. Raffiniert und mit viel Geduld werden die Spiele fortgesetzt. Dabei unterbleiben größtenteils Horrorelemente und abgesehen vom rasanten Showdown am Ende hat es der Leser hier eher mit einem klassischen, wenn auch recht brutalen Thriller zu tun.

Bei Amy und Patrick Lambert hat ihr Erlebnis am Crescent Lake deutliche Spuren hinterlassen. Nicht nur ihre permanente Turtelei hat ein wenig nachgelassen, was recht wohltuend ist, auch sind sie bereit, für die Sicherheit ihrer Familie bis ans Äußerste zu gehen. Dabei unterscheiden sie sich kaum noch von den Spielern. Gerade Patrick hat mich hier doch etwas überrascht. Mit der Seitenzahl nimmt auch die Opferzahl zu und hinterlässt doch den einen oder anderen Schock. Das Finale bringt alles eigentlich zu einem mehr oder weniger befriedigenden Abschluss, weshalb man sich umso mehr fragt, was in Teil drei noch passieren soll. Meine Vermutung geht ja ein wenig in Richtung des Aspektes, der zum Ende von Teil 1 aufgegriffen wurde. Aber lest selbst!

Mir hat dieser zweite Teil sogar noch einen Tick besser gefallen als der erste und ich bin echt gespannt, was der Autor für den Abschluss noch aus dem Hut zaubern wird. Actiongeladene Spannung, kompromisslose Brutalität, aber kein übermäßiges Blutvergießen und ein knallharter Showdown – der Mix sollte jeden Thrillerleser zufriedenstellen.

Ich danke dem Heyne Verlag herzlich für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares.

Kerstin hat am Donnerstag, März 2nd, 2017 | Geschrieben unter: Menapace, Jeff,Thriller/Krimi | RSS 2.0 | TB | Keine Kommentare
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