Kerstins Bücherreich

„Der Bücherwurm liest sogar die Bücher, die er rezensiert.“ Gabriel Laub (1928-98)

 

Autor:

Daniel Cole
Verlag: Ullstein
ASIN: B01N671WIS
E-Book: 481 (Printausgabe)
Persönliche
Wertung:

 

 

Interessanter Ansatz, aber für mich nicht überzeugend genug

Zum Inhalt:

Detective William Oliver Layton-Fawkes, auch Wolf genannt, ist nach seiner Suspendierung, die ihm ein Ausraster im Gericht beschert hat, wo er einen Tatverdächtigen fast tötete, wieder im aktiven Polizeidienst. Sein nächster Fall hat es in sich. Gegenüber seiner Wohnung wird eine sogenannte Ragdoll gefunden, eine Art Flickenpuppe, zusammengenäht aus Leichenteilen von sechs verschiedenen Opfern. Wolf und sein Team versuchen fieberhaft, die Opfer zu identifizieren und vor allem einen Zusammenhang zwischen ihnen zu finden. Gleichzeitig wird seiner Exfrau, einer Journalistin, eine Art Todesliste zugespielt mit Namen von weiteren Opfern und deren Todeszeitpunkt. Der letzte Name auf der Liste ist der von Wolf. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt, denn der irre Killer ist ihnen immer einen Schritt voraus.

Meine Meinung:

Der Einstieg in den Roman und auch der große Hype, der um ihn gemacht wurde, machten mich neugierig genug, das Buch lesen zu wollen. Wie gesagt, fand ich den Beginn sehr ansprechend, die Idee mit der Ragdoll und auch der Todesliste für einen Thriller passend.

Doch sehr schnell ließ das Interesse auch wieder nach und ich musste mich zeitweise echt etwas quälen weiterzulesen. Die Ermittler handeln allesamt ziemlich eigenbrötlerisch, von Teamarbeit keine Spur, sodass der Killer ein fast zu leichtes Spiel hat. Zudem sind sie teilweise angesichts der Gefahr grob fahrlässig, was letzten Endes auf Kosten der Opfer geht, die zum Teil intelligent eingefädelte Tode sterben.

Wirklich sympathisch war mir keine der Figuren, am ehesten noch Edmunds, der sich so richtig in den Fall verbeißt und all die altgedienten Herren überflügelt mit seinem Einsatz. Durch die Vielzahl der Personen, die für den Fall Bedeutung haben, kommt oftmals leichte Verwirrung auf, was nicht dadurch besser wird, dass sie oft auch noch abwechselnd mit Vor- oder Nachnamen bezeichnet werden.

Die Auflösung war nicht uninteressant, besaß für mich jedoch zu viele Logiklöcher. Vom Killer erfährt man wenig, seine Motivation erschien mir etwas suspekt. Auch sehe ich nicht wirklich, dass hier zwingend eine Serie draus werden muss. Denn das, was Wolf sich schlussendlich in diesem Fall leistet, sollte eigentlich endgültig ausreichen, ihn nicht mehr als Ermittler arbeiten zu lassen, was vorher schon fragwürdig war. Aber bei Scotland Yard ist wohl so einiges möglich.

Insgesamt für mich ein Thriller, der mich zwiespältig zurücklässt. Die Idee ist nicht schlecht, die Umsetzung weist einige Mängel auf. Zu viele Nebensächlichkeiten spielen eine Rolle und bremsen die Handlung aus, was auf Kosten der Spannung geht. Daher von mir nicht wirklich eine Empfehlung, es gibt sicher lohnenderen Lesestoff für Thrillerfans.

Ich danke dem Ullstein Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares.

Kerstin hat am Montag, Juni 26th, 2017 | Geschrieben unter: Cole, Daniel,Thriller/Krimi | RSS 2.0 | TB | Keine Kommentare

 

Autor:

Caleb Roehrig
Verlag: cbj
ISBN-10: 3570173348
Klappenbroschur: 414 Seiten
Persönliche
Wertung:

 

 

Gelungenes Debüt – jedoch ohne große Überraschungen

Zum Inhalt:

Flynn ist wie vor den Kopf gestoßen, als am Vorabend von Halloween die Polizei vor seinem Haus steht und ihm mitteilt, dass seine Freundin January als vermisst gilt. Seit sie durch die Neuverheiratung ihrer Mutter die Schule wechseln musste, hatten sie nur noch wenig Kontakt und ihr letztes Zusammentreffen endete im Streit. Denn obwohl er January sehr mag, gehen seine Gefühle in eine andere Richtung, was er jedoch weder seiner Umgebung noch sich selbst eingestehen will.

Flynn kann Januarys Verschwinden jedoch nicht einfach so hinnehmen und beginnt auf eigene Faust zu ermitteln. Dabei lernt er Seiten seiner (Ex)-Freundin kennen, die er nie für möglich gehalten hätte. Dass sie Opfer eines Verbrechens wurde, wird zunehmend wahrscheinlicher. Schließlich gerät Flynn selbst in Lebensgefahr, als er dem Täter zu nahe kommt, der inzwischen erneut zugeschlagen hat.

Meine Meinung:

Caleb Roehrigs Debütroman ist ein solider Jugendthriller, der durchaus gut zu unterhalten weiß, aber schlussendlich keine wirklich großen Überraschungen bietet.

Die Story insgesamt und auch Flynns „Problem“ sind nicht neu, aber der Autor erzählt die Geschichte mit viel Herzblut und Einfühlungsvermögen. Obwohl es anfangs ein paar mehr mögliche Verdächtige gibt, die mit Januarys Verschwinden zu tun haben könnten, findet sich dann doch recht schnell der wahre Täter. Hier hätten mir ein paar mehr Umwege und Fallstricke gefallen.

Warum Fynn in seinen Ermittlungen hier eher Erfolg hat als die Profis – sprich Polizei – erschließt sich mir nicht. Dennoch bleibt die Spannung aufgrund einiger Cliffhanger auf einem hohen Niveau und es fällt leicht, am Buch dranzubleiben. Gegen Ende geht es auch richtig zur Sache, da braucht es beim jugendlichen Leser schon etwas Nervenstärke.

Die Aufklärung zu Januarys Verschwinden erfolgt erst ganz am Ende, gestaltet sich jedoch genau so, wie ich sie mir bereits am Anfang ausgemalt hatte und von daher wenig überraschend. Wahrscheinlich bin ich für diese Art Jugendthriller dann doch schon ein wenig zu alt bzw. zu thrilleraffin. Der Zielgruppe – Lesern ab vierzehn Jahren – wird jedoch durchaus spannende Unterhaltung geboten. Der Roman punktet mit einer sympathischen Hauptfigur, die altersentsprechend, also auch schon mal recht naiv, handelt, aber mutig seinen Weg geht.

Daher kann ich „Niemand wird sie finden“ uneingeschränkt dem jugendlichen Thriller-Einsteiger empfehlen.

Ich danke dem cbj-Verlag für die Bereitstellung eines Leseexemplares.

Kerstin hat am Sonntag, Juni 11th, 2017 | Geschrieben unter: All Age/Jugend,Roehrig, Caleb,Thriller/Krimi | RSS 2.0 | TB | Keine Kommentare

 

Autor:

Kristina Günak
Verlag: Lyx
ASIN: B01N904MUF
E-Book: 288 Seiten
Persönliche
Wertung:

 

 

Bestseller schreiben, ist nicht alles

Zum Inhalt:

Der kleine Verlag, in dem Bea Weidemann arbeitet, steckt in der Krise. Einzige Chance, ihn zu retten, ist der Gewinn eines renommierten Literaturpreises durch Tim Bergmann, dem mit seinem Roman ein Volltreffer gelungen ist. Dumm nur, dass der einzige Bestsellerautor des Verlags so gar nicht medienkompatibel ist. Er trägt sein Herz auf der Zunge und scheut auch vor Skandalen im Fernsehen nicht zurück, was ihn bei den Lesern zum begehrten Rebellen macht. Bea wird verdonnert, ihn auf einer Lesereise zu begleiten, um weitere Werbung für sein Buch zu machen.

Die fleißige Arbeitsbiene Bea und der chaotische Tim scheinen so gar nichts gemeinsam zu haben und so sind heftige Auseinandersetzungen vorprogrammiert. Je länger sie jedoch aufeinander angewiesen sind, umso deutlicher wird, dass sie so verschieden gar nicht sind. Und dass Tim ein äußerst attraktiver Mann ist, kann Bea schlussendlich auch nicht länger ignorieren …

Meine Meinung:

Schon sehr lange habe ich mich auf den neuen Roman von Kristina Günak gefreut, zumal er im Verlagsmilieu spielt und damit mein Lieblingsthema behandelt. Wie erwartet war es wieder ein Fest, der humorig-spritzigen Schreibweise der Autorin zu folgen.

Ich-Erzählerin Bea ist hochgradig organisiert, aufopfernd bis zur Selbstaufgabe, warmherzig und lässt sich dennoch nicht die Butter vom Brot nehmen. Wie eine Löwin kämpft sie für ihre Familie und ihren Verlag, auch wenn das heißt, sich mit einem Hornochsen wie Tim Bergmann abzugeben. Dieser bleibt anfangs etwas blass, da man aus seiner Perspektive leider nichts lesen kann, aber im Laufe der Lesereise taut er immer mehr auf und zeigt die guten Seiten seines Charakters.

Neben allem Humor spricht die Autorin mit der Vergangenheit der Protagonisten aber auch ein ernstes Thema an, ohne es überzudramatisieren. Es passt einfach sehr gut und macht die gegenseitige Anziehung der beiden glaubhaft. So begleitet der Leser das Paar dann auch gern zu ihrem großen Ziel, kann sehr oft ein Schmunzeln nicht unterdrücken und schwelgt am Ende in Glücksgefühlen. Zumindest ging es mir so und ich kann jedem nur empfehlen, mal etwas von Kristina Günak bzw. Kristina Steffan zu lesen, weil ihre Bücher es immer wieder schaffen, meinen Tag ein klein wenig sonniger werden zu lassen.

Kerstin hat am Dienstag, Mai 23rd, 2017 | Geschrieben unter: Frauen,Günak, Kristina,Humor,Liebesroman | RSS 2.0 | TB | Keine Kommentare

 

Autor:

Janet Clark
Verlag: cbj
ISBN-10: 3570173666
Gebundene Ausgabe 391 Seiten
Persönliche
Wertung:

 

 

Indianerlegenden und erste Liebe – Auftakt gelungen

Zum Inhalt:

Die großen Ferien stehen vor der Tür, worauf sich die 16-jährige Josie aber nicht wirklich freuen kann, denn das bedeutet für sie nur wieder viel Arbeit auf der familieneigenen Pferde-Ranch. Doch dann begegnet sie Ray, dessen grüne Augen ihr fortan nicht mehr aus dem Kopf gehen. Als er auch noch als Hilfsarbeiter auf der Ranch anheuert, spielen ihre Gefühle völlig verrückt. Doch bald schon geschehen auf der Ranch und auch in Angels Keep, wo ihre Freunde leben, mysteriöse Ereignisse, wofür es scheinbar keine Erklärung gibt. Nie hätte Josie geahnt, was für ein aufregender Sommer vor ihr liegt …

Meine Meinung:

„Ewig dein“ ist mein erstes Jugendbuch von Janet Clark und der Auftakt einer spannenden Dilogie mit Mystery-Elementen. Dass es mit der Geschichte weitergeht, empfinde ich auch als unbedingt notwendig, denn zu viele Fragen bleiben am Ende offen.

Ich-Erzählerin Josie berichtet rückblickend über die Ereignisse des Sommers und spricht dabei den Leser öfter mal direkt an. Das ist anfangs etwas eigenartig, aber man gewöhnt sich schnell daran. Josie ist ein nettes Mädchen, das sich viel für die Familie und ihre Freunde einsetzt. Sie war mir direkt sympathisch. Der geheimnisvolle Ray hat natürlich ebenfalls seine Stärken. Auch wenn seine Gefühlslage nicht ganz so präsent ist, taugt er dennoch als Liebesromanheld. Die Nebenfiguren wie Freunde, Bruder sowie Vater von Josie sind gut charakterisiert und entwickeln sich während der Geschichte weiter.

Als altes Pferdemädchen hat mich natürlich auch das Setting – der Roman spielt die meiste Zeit auf der Pferderanch – begeistert. Wer jetzt aber eine seichte Liebesgeschichte mit Pferden erwartet, liegt falsch. Durch die Einbeziehung der im angrenzenden Reservat lebenden Yowama (ein Indianerstamm, auch Greenies genannt) bringt die Autorin jede Menge Geheimnisvolles, sprich Mythen und Legenden ins Spiel, was dem Roman eine große Spannung und Sogwirkung verleiht. Dazu trägt auch der flüssige und sehr angenehm zu lesende Schreibstil bei.

Das Einzige, was mich ein wenig gestört hat, ist der Beginn der Liebesgeschichte. Gerade zu Anfang haben Josie und Ray nicht wirklich viel miteinander zu tun und bumm sind die großen, unsterblichen Gefühle da. Woher diese kommen, bleibt im Dunkeln. Da es eines der Hauptthemen ist, gibt es hierfür leider einen Punkt Abzug.

Auf Josies Dilemma näher einzugehen, würde zu viel verraten, nur so viel, sie hat wirklich keine leichte Entscheidung zu treffen. Was den Thrill-Teil anbelangt, so legt die Autorin verschiedene Spuren und bietet auch überraschende Wendungen. Dennoch bleibt, wie schon gesagt, so einiges offen und ich bin wirklich sehr gespannt, worauf das Ganze noch hinauslaufen und wie die Zukunft von Josie und Ray aussehen wird. Daher hoffe ich auch, dass Band 2 nicht zu lange auf sich warten lässt.

Ich danke dem cbj-Verlag für die Bereitstellung eines Leseexemplares.

Kerstin hat am Montag, Mai 15th, 2017 | Geschrieben unter: Abenteuer,All Age/Jugend,Clark, Janet,Fantasy/Paranormal,Thriller/Krimi | RSS 2.0 | TB | Keine Kommentare

 

Autor:

Sandra Henke
Verlag: Selfpublishing
ISBN: 154549519X
Taschenbuch: 216 Seiten
Persönliche
Wertung:

 

 

Herzchenkonfetti trifft es perfekt

Inhalt:

Trotz eines schlimmen Schicksalsschlages hat Lilly den Mut und die Freude am Leben nicht ganz verloren. Geholfen haben ihr dabei die Romane ihrer Lieblingsschriftstellerin. Als ihre Schwester sich zufällig verplappert und ihr verrät, dass hinter dem Pseudonym der Autorin ein Mann steckt, der auch noch ganz in der Nähe wohnt, hat Lilly nur noch ein Ziel. Sie muss Benjamin Moon finden. Denn wenn jemand ihr Herz so sehr berühren kann, muss er auch ein großartiger Mensch sein. Doch statt des Autors trifft sie nur auf den mürrischen Gärtner Jack, der kein gutes Haar an Benjamin lässt. Dennoch fühlt sie sich von ihm angezogen und geht einen Deal mit ihm ein. Verliert sie dabei ihr Herz und kann sie darüber den Schriftsteller vergessen?

Meine Meinung:

Welcher leidenschaftliche Leser hat noch nicht davon geträumt, einmal dem Autor der Zeilen zu begegnen, die ihn immer aufs Neue berühren und in andere Welten entführen? Mir zumindest geht es so und daher kann ich mich in Lilly auch unheimlich gut hineinversetzen. Nicht unbedingt durch ihr knallbuntes Wesen, was sie besonders macht. Aber ihre Herzenswärme, ihr Mut und der positive Blick in die Zukunft haben mich stark berührt.

Mit „Herzchenkonfetti“ startet die seit Jahren erfolgreich etablierte Autorin Sandra Henke im Selfpublishing eine Reihe von Wohlfühlgeschichten, die den Leser seinen Alltag vergessen lassen sollen. Dabei gibt es weder eine „Rote Ohren-Garantie“ noch atemlose Thriller-Spannung. Vielmehr geht es um die ganz großen Gefühle, wundervoll romantische Plätze und ein zum Seufzen schönes Happy End. Gewürzt ist das Ganze aber dennoch mit jeder Menge Drama, Missverständnissen und Zweifeln, bei denen das Lesen zu einer Achterbahnfahrt wird.

Meist aus der Sicht von Lilly erzählt, erhält man aber auch Einblick in das gar nicht so berauschende Leben von Benjamin Moon. Jack wirkt anfangs unnahbar, schleicht sich aber mit jeder Seite mehr ins Herz von Lilly und natürlich auch den Lesern. Die beiden sind so bezaubernde Protagonisten, dass man sie eigentlich gern noch viel länger hätte begleiten wollen.

Bei mir hat die Autorin auf jeden Fall ihr Ziel erreicht. Ich wurde regelrecht in das Buch gezogen, konnte alles um mich herum vergessen und am Ende recht schwer wieder loslassen. Genau so muss eine Liebesgeschichte sein. Absolute Empfehlung für alle Leseratten und Romantiker, die den Glauben an die große Liebe noch nicht verloren haben.

Kerstin hat am Sonntag, Mai 7th, 2017 | Geschrieben unter: Frauen,Henke, Sandra,Liebesroman | RSS 2.0 | TB | Keine Kommentare

 

Autor:

Alex Winter
Verlag: bookshouse
ASIN: B06XDBYG1H
E-Book: 436 Seiten
Persönliche
Wertung:
,5
Serienzuge-hörigkeit: 7. Fall für Detective Daryl Simmons

 

Daryl Simmons – back im Outback

Inhalt:

Farmertochter Sally Storer ist kopflos vor den Problemen auf ihrer Heimatfarm geflohen – sie wird für das spurlose Verschwinden ihres Ehemannes Jesse verantwortlich gemacht – und hat sogar Suizidgedanken. Am Ufer des Warburton River findet sie einen schwer verletzten Mann, der ohne ihre sofortige Hilfe wohl kaum überlebt hätte. Es stellt sich heraus, dass der Mann unter einer totalen Amnesie leidet, was seine Herkunft und Vergangenheit betrifft. John Rivers, wie Sally ihn nennt, überredet sie, auf die Farm zurückzukehren und sich den Problemen zu stellen. Inzwischen ist auch noch ihr Vater verschwunden, dessen Leiche bald darauf gefunden wird. In John erwacht das Ermittlergen, doch schnell wird er selbst verdächtigt und gerät zwischen die Fronten von Sallys und Jesses Familie sowie den dort ansässigen Paakantyi-Aborigines, die ihre eigenen Gründe für Geheimnisse haben.

Meine Meinung:

Welch wunderbare Neuigkeit – war mein erster Gedanke, als ich las, dass es einen 7. Band der Daryl Simmons-Reihe geben wird, war das doch am Ende von Band 6 nicht unbedingt zu erwarten. Zwar könnte man das Buch auch unabhängig der Vorgänger-Bände lesen, aber zumindest Teil 6 zu kennen, wäre schon sinnvoll. Denn Daryl Simmons erlangt im Verlaufe dieses Bandes sein Gedächtnis nicht zurück und Neuleser erfahren daher nur das, woran sich John Rivers erinnert. Generell ist jedoch die ganze Serie so lesenswert, dass man ruhig von vorn beginnen sollte.

Der Detective ist diesmal aufgrund seiner Amnesie natürlich nicht gezielt zur Lösung eines kniffligen Falles ausgesandt, landet aber genau in einem solchen, indem er Sally zu ihrer Farm begleitet. Hier tun sich mal wieder eine Reihe von Verdächtigen auf, die es gilt, genau unter die Lupe zu nehmen. Das tut John (Daryl) in gewohnter Klasse und kommt schon bald dem tatsächlichen Täter sowie seinen Beweggründen auf die Spur. Der angenehme Erzählstil des Autors fesselt wie immer und durch geschickte Wendungen bleibt es auch durchgehend spannend.

Einmal mehr lässt es sich Alex Winter nicht nehmen, seine durch zahlreiche Australien-Aufenthalte erlangten Kenntnisse über Flora und Fauna dem Leser näherzubringen. So gern ich das mag, in diesem Buch ist es mir streckenweise ein bisschen zu detailverliebt gewesen, dass wirklich jede Pflanze den passenden australischen Kontext bekommt und nicht auch einfach mal ein Baum ein Baum sein konnte. Auch die unzähligen Wasserlöcher und wichtigen Stationen auf den Farmen waren in ihrer Vielfältigkeit teilweise etwas verwirrend. Sehr schön integriert dagegen war mit den Paakantyi ein weiterer Aborigine-Stamm, der mit interessanten Nebenfiguren aufwartet und die Besonderheiten der Eingeborenen einmal mehr aufs Tapet bringt.

So fühlte ich mich auch mit Daryl Simmons‘ 7. Fall sehr gut unterhalten und freute mich, dass sogar ein klein wenig Romantik aufkam. Da Daryl bereits vor seinem Gedächtnisverlust sein Herz ein klein wenig verschenkt hatte, bin ich gespannt, wie der Autor dies im Folgeband lösen wird, denn zumindest einen mit dem Schauplatz Tasmanien wird es noch geben.

Ich danke dem Autor bzw. dem bookshouse Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares.

Kerstin hat am Mittwoch, Mai 3rd, 2017 | Geschrieben unter: Thriller/Krimi,Winter, Alex | RSS 2.0 | TB | Keine Kommentare

 

Autor:

Anna Pfeffer
Verlag: cbj Verlag
ISBN-10: 3570174069
Gebundene Ausgabe 250 Seiten
Persönliche
Wertung:
,5

 

Zauberhafter Mädchenroman, erste Liebe inbegriffen

Zum Inhalt:

Flo leidet unter der von ihr so bezeichneten Flolitis, einer Art Black-out, der sie immer überkommt, wenn sie vor der Klasse sprechen soll bzw. eine schlagfertige Antwort auf einen fiesen Kommentar gefragt ist. Zum Glück sind da ihre Freundinnen Anouk und Julia. Als sie aber erfährt, dass Anouk Ben geküsst haben soll, für den sie schon seit Jahren heimlich schwärmt, wird die Freundschaft auf eine harte Probe gestellt. Flo schreibt sich ihren Frust auf einer Kummerkastenseite von der Seele. Unbeabsichtigt landet die entsprechende Mail im Netz, wird alsbald in der Schule verbreitet und ein Shitstorm bricht erst über Anouk, in deren Namen die Nachricht verfasst war, und schließlich über Flo selbst herein. Das einzig Positive daran – Ben schenkt ihr plötzlich Aufmerksamkeit und will sie sogar im Team der Schülerzeitung.

Meine Meinung:

Das zweite Jugendbuch von Anna Pfeffer, zwei Autorinnen, die auch unter Rose Snow sehr schöne Liebes- und Fantasyromane schreiben, war für mich ebenso ein Muss wie ihre erste Veröffentlichung im Genre – „Für dich soll’s tausend Tode regnen“. Die Zielgruppe sind hier eindeutig weibliche Teenager ab ca. 12 Jahre. So dreht sich im Roman auch hauptsächlich alles um den Schulalltag, die Sorgen und Nöte der jungen Mädchen, Freundschaften und natürlich die erste Liebe.

Auch wenn ich schon ein wenig älter bin, habe ich mich sofort in der Zeit zurückkatapultiert gefühlt. Eine Zeit, in der der große Schwarm zwischen Popstar und Klassenkameraden, Nachbarjungs oder Typen aus der Oberstufe beinahe wöchentlich wechselt. Wenn das Herz wild pocht, weil ER ihr einen Blick schenkt. Den Autorinnen gelingt es wunderbar, sich in die schüchterne Flo hineinzudenken, der im entscheidenden Augenblick stets die Worte fehlen. Besonders die in Klammern gehaltenen gedanklichen Kommentare sind oft zum Brüllen komisch.

Es werden aber auch ernste Themen angesprochen wie Umweltschutz und vor allem Cybermobbing, wobei Letzteres sogar noch ein weniger heftiger kritisiert hätte werden können. Denn was die Betroffenen hier teilweise erleben, könnte bei weniger standfesten Personen viel schlimmere Auswirkungen haben.

Alles in allem ist das Buch aber ein Plädoyer an die Freundschaft, um die es sich immer zu kämpfen lohnt. Man begleitet die Mädchen auf ihrem Weg zum Erwachsenwerden und verzeiht alle Fehler, die sie dabei begehen. Das Ende ist hochromantisch und verleitete selbst mich als Ü40-Leserin zu einem Seufzer. Für Teenager eine unbedingte Leseempfehlung.

Ich danke dem cbj-Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares.

Kerstin hat am Donnerstag, April 13th, 2017 | Geschrieben unter: All Age/Jugend,Pfeffer, Anna | RSS 2.0 | TB | Keine Kommentare

 

Autor:

Kate Lynn Mason
Verlag: feelings
ASIN: B01MFBWSV7
E-Book: 308 Seiten
Persönliche
Wertung:

 

 

Rückkehr nach Connemara

Zum Inhalt:

Vor drei Jahren floh Ashley Brennan Hals über Kopf aus ihrer Heimat Connemara und begann in Dublin ein Studium. Ihr damaliger Freund und große Liebe Logan Savage hatte sie zutiefst enttäuscht und auch eine Entzweiung mit ihrem Vater verursacht. Dieser braucht nach einer schweren Krankheit nun Schonung und so bittet Ashleys Zwillingsschwester Skye sie, nach Hause zu kommen, um im familieneigenen B&B mitzuhelfen. Mit unguten Gefühlen kehrt sie heim und steht direkt dem Mann gegenüber, den sie nie mehr wiedersehen wollte. Logan Savage. Und es kommt noch schlimmer. Er ist jetzt der Mann an Skyes Seite. Wie soll sie damit umgehen, wenn ihr Herz in seiner Gegenwart auch nach drei Jahren noch immer verrücktspielt?

Meine Meinung:

Die für ihre stets bezaubernden Settings bekannte Autorin Kate Sunday entführt den Leser dieses Mal mit einer New Adult Romance und unter dem Pseudonym Kate Lynn Mason ins wunderschöne Irland, speziell in den Westen der Insel nach Connemara in der Grafschaft Galway. Bereits das Cover bietet dafür den passenden Anreiz. Und es gelingt der Autorin auch ein weiteres Mal, den Schauplatz absolut lebendig zu gestalten. Die windumtosten Küsten, grünen Landschaften, Schafe, die die kleinen Straßen kreuzen sowie heimelige Cottages entstehen äußerst bildhaft vor den Augen der Leser.

Die Geschichte wird aus Sicht von Ashley erzählt und wechselt ab und an in die Vergangenheit vor drei Jahren, um so Stück für Stück zu enthüllen, was damals Schlimmes passiert ist. Diese Wechsel halten die Spannung recht lang aufrecht. Der Bezug nur auf Ashley hatte sowohl Vor- als auch Nachteile. Einerseits kann man ihre Gefühlswelt dadurch natürlich unheimlich gut nachvollziehen, obwohl ihre Gedanken dermaßen um Logan kreisen, dass es nach einer Weile und vielen ähnlichen Begegnungen auch ein wenig nervt. Ich hätte mir gewünscht, auch mal etwas aus Sicht von Logan zu lesen. Der Bad Boy wird zwar heiß beschrieben, aber so richtig nah bin ich ihm nicht gekommen.

Insgesamt blieb das Ganze auch recht vorhersehbar, ein paar mehr Konflikte bzw. überraschende Wendungen hätten mir gefallen. Auch löste sich das doch recht komplizierte Beziehungskonstrukt für meinen Geschmack ein wenig zu einfach und auch schnell auf. Das soll es aber auch an Kritik gewesen sein.

Der wirklich sehr einnehmende Schreibstil der Autorin, der Emotionen unheimlich gut übermitteln kann, reißt sehr viel wieder raus. Man spürt das Prickeln zwischen den Protagonisten auf jeder Seite und es liegt stets Sex in der Luft, obwohl das Buch fast ohne sexuelle Handlungen auskommt.

Die Nebenfiguren, wenn auch aufgrund der Kürze des Romans nicht ganz so detailliert ausgearbeitet, sind sehr interessant und vielversprechend. Hier bietet sich doch einiges Potenzial für Folgegeschichten, denn ich würde gern lesen, wie auch Skye oder Ashs Freundin Tara ihr Glück finden. Und Maire als gute Seele des Hauses ist sowieso eine besondere Perle. Ich mochte auch die irischen Einschübe von ihrer Seite sehr gern.

Insgesamt war dieser „Heartbreaker“ eine sehr schön zu lesende Liebesgeschichte für zwischendurch, die mit einem zauberhaften Setting und erfrischenden Charakteren aufwarten kann.

Ich danke Droemer Knaur bzw. feelings herzlich für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares.

Kerstin hat am Sonntag, April 9th, 2017 | Geschrieben unter: All Age/Jugend,Frauen,Liebesroman,Mason, Kate Lynn | RSS 2.0 | TB | Keine Kommentare

 

Autor:

Sam Pivnik
Verlag: Theiss Verlag
ISBN-10: 3806234787
Gebundene Ausgabe 280 Seiten
Persönliche
Wertung:
,5

 

Ein Teenager überlebt die Schrecken des Holocaust

Inhalt:

Sam Pivnik ist einer der letzten Zeitzeugen der schrecklichen Verbrechen des Naziregimes. Bei Beginn des Krieges ist er gerade dreizehn, mit siebzehn landet er im KZ Auschwitz, wo er miterleben muss, wie seine gesamte Familie durch Selektion von Dr. Mengele persönlich den Weg in die Vernichtung findet. Oft ist es Glück, was ihn Unmenschliches überleben lässt, wie ein Arbeitslager, den Todesmarsch kurz vor Kriegsende sowie die Bombardierung der „Cap Arcona“. Doch auch das Leben danach wird keineswegs einfacher, die Schrecken des Krieges bleiben stets ein Teil von ihm. Mit fast neunzig Jahren ist er in der Lage, sein Schweigen zu brechen.

Meine Meinung:

Wenn man sich für ein Buch über den Holocaust entscheidet, ist von vornherein klar, dass es keine leichte Lektüre wird. Ich habe schon einiges zum Thema gelesen, aber so hautnah wie in Sam Pivniks Geschichte konnte ich die Schrecken dieser Zeit noch nie nachempfinden. Denn Sam nimmt wahrlich kein Blatt vor den Mund, beschreibt vor allem die Vorgänge in Auschwitz mit einer Nüchternheit, die das Grauen umso deutlicher macht. Oft musste ich hier beim Lesen Pausen einlegen, denn es wird für mich schlicht nie nachvollziehbar sein, was Menschen einander antun können. Man hat natürlich schon über das Gas, über steten Hunger oder willkürliche Erschießungen gelesen, aber bis in alle Einzelheiten dargelegt zu bekommen, wie so ein Tag im Lager wirklich ablief, erschüttert doch bis in die Grundfesten.

Dass es Sam Pivnik immer wieder geschafft hat, sich in der Reihe derjenigen wiederzufinden, die zum Weiterleben (zumindest vorerst) bestimmt waren, grenzt wirklich fast an ein Wunder. Ich konnte seine Gefühle, die Angst und Verzweiflung, das Abwenden von seinem Gott so gut nachvollziehen. Nicht so wirklich verstand ich seine Intention nach all dem Erlebten direkt nach Kriegsende selbst eine Waffe in die Hand zu nehmen und in den nächsten Krieg zu ziehen. Im Gegensatz dazu verstehe ich seine Wut über die Vertuschungen, die milden Urteile für die Kriegsverbrecher sowie das Unverständnis gegenüber Holocaust-Leugnern nur zu gut.

Sam Pivniks Lebensgeschichte ist außergewöhnlich gut recherchiert und dokumentiert. Die Fotos im Mittelteil verdeutlichen das Grauen sichtbar. Ich finde dieses Buch sehr wichtig, es sollte zur Pflichtlektüre in Schulen werden, weil das Vergessen, was von vielen Seiten propagiert wird, einfach nicht stattfinden darf. Natürlich hat die heutige Generation rein gar nichts mit den damaligen Machthabern zu tun und braucht sich auch keine Schuld einzuräumen. Aber sie sollte wachsam sein, antisemitische Tendenzen bzw. Ausgrenzungen jeder Art rigoros entgegenwirken und begreifen, dass es so etwas wie minderwertiges Leben nicht gibt.

Das Buch ist erschütternd, teilweise schwer verkraftbar, aber ein deutliches Zeugnis, wie der Größenwahn eines Einzelnen auf ein ganzes Volk übergreifen kann. Unbedingt lesen, auch wenn es wehtut.

Ich danke dem Theiss Verlag für die Bereitstellung eines Leseexemplares.

Kerstin hat am Donnerstag, April 6th, 2017 | Geschrieben unter: Biografie,Historisch,Pivnik, Sam | RSS 2.0 | TB | Keine Kommentare

 

Autor:

Martin Krist
Verlag: Edel Elements
ASIN: B01NC12D50
E-Book: 473 Seiten
Persönliche
Wertung:
,5

 

 

Komplexes Krimipuzzle mit Suchtfaktor

Inhalt:

Familienidylle im Grunewald. Dann wird Valentinas Ehemann brutal ermordet. Laut Polizei soll sich der wohlhabende Unternehmer mit den falschen Leuten eingelassen haben. Sind jetzt auch sie und ihre beiden kleinen Kinder in Gefahr? Valentina begibt sich auf eine gefährliche Spurensuche.

David Gross, Ex-Polizist und Problemlöser. Er wird beauftragt, in einem ungeklärten Brandfall sowie bezüglich des Verschwindens eines jungen Wissenschaftlers zu ermitteln. Dabei tritt er schon bald den falschen Leuten auf die Füße. Außerdem beschäftigt ihn zunehmend die Sorge um seine verschwundene Frau und den kranken Sohn. Keine guten Voraussetzungen für einen Ermittlungserfolg.

Meine Meinung:

Eines sind Thriller von Martin Krist ganz sicher nicht – leichte Kost. Einmal mehr lässt der Autor in „Brandstifter“ seinen besonderen Ermittler David Gross von der Leine. Dieser ist eine sehr facettenreiche Figur. Anders als ein Polizist im Dienste des Staates umgeht er schon gern mal das Gesetz und folgt seinen eigenen Plänen und Ansichten. Neben seinen Ermittlungen spielt auch sein Privatleben eine Rolle, das ihn oft ablenkt. Hier bleibt vieles offen, was auf weitere spannende Thriller hoffen lässt.

Wer den Autor bereits kennt, weiß, dass er seine Leser nicht schont. Weder was Brutalität und Realitätsnähe noch die Komplexität seines Stoffes angeht. Es gibt drei Handlungsebenen, die scheinbar nichts miteinander zu tun haben. Jedoch kristallisiert sich nach und nach heraus, dass dem ganz und gar nicht so ist. Alles hängt zusammen, aber erst ganz zum Ende hin lösen sich die losen Fäden und ergeben ein zufriedenstellendes Ganzes. Neben den zahlreichen Figuren, die aus mehreren Handlungsebenen resultieren, stellte eine weitere Schwierigkeit dar, dass diese auch noch auf unterschiedlichen Zeitebenen und nicht synchron ablaufen. Hier ist erhöhte Aufmerksamkeit ein Muss. Gerade durch die kurzen Kapitel, die ich sehr gern mag, und schnellen Wechsel verliert man da leicht mal den Faden bzw. übersieht Details.

Hier befand ich mich mal wieder im Zwiespalt. Einerseits treiben die schnellen Wechsel mit teilweise bösen Cliffhangern das Tempo enorm in die Höhe, sodass man durch das Buch fliegen möchte, andererseits kann man sich genau das nicht leisten, wenn man alles verstehen will. Wie kaum ein anderer Thrillerautor vermag es Martin Krist, den Leser zum Miträtseln zu animieren. Dennoch fehlt es nicht an Überraschungsmomenten. Das Buch endet – auch das ist nicht neu bei Martin Krist – relativ abrupt und es braucht eine Zeit, sich das ganze Geschehen noch mal vor Augen zu führen.

Das E-Book hat ein paar kleine (wahrscheinlich) Formatierungsfehler, sodass Sätze verstellt sind, aber das schränkt das Lesevergnügen nur geringfügig ein. Es werden sehr häufig bereits gesprochene Sätze aus vorherigen Kapiteln in Gedanken wiederholt. Dieses Stilmittel finde ich zwar gut, um die Intensität zu erhöhen, es kam mir dennoch ein paarmal zu oft zum Einsatz.

Das soll es aber auch schon an Kritik gewesen sein. „Brandstifter“ ist für den anspruchsvollen Thrillerleser wieder eine echte Perle und sollte nicht lange im Buchregal verbleiben.

Kerstin hat am Sonntag, März 26th, 2017 | Geschrieben unter: Krist, Martin,Thriller/Krimi | RSS 2.0 | TB | Keine Kommentare
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